Heute geht's – auch – um Fußball, aber wir fliegen auch über neue Bücher, die wir zugesandt bekommen haben.
Lena Kupke - Pause - DTV-Verlag. Hier macht man keine Pause, denn dieses Buch ist einfach so gut, dass man es einatmen kann. Kupke schafft es, Dinge zu beschreiben, die jeder kennt und keiner so recht aussprechen will. Das lässt sie natürlich ihre Protagonistin machen, die notgedrungen wieder bei ihren Eltern wohnt, sich zumindest dort länger als gedacht aufhalten muss, obwohl sie schon lange ein eigenes Leben hat. Allerdings wird ihr schnell klar, dass sie wohl doch nicht so selbstbestimmt in Berlin gelebt hat, wie sie immer dachte, und nach und nach zur Kästnerschen Erkenntnis gelangt, dass man nie so tief sinken sollte, um von dem Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken. Zeit für eine Pause. Zeit für Lena Kupke!
Andreas Eschbach – Im fahlen Licht des Sommers – Lübbe. Eschbach gelingt es auf wenigen Seiten, das Post-Klima-Szenario zu beschreiben, verwoben mit einer unmöglichen Liebe, denn die Menschheit teilt sich in eine alte und eine neue auf. Das Buch ist wohl auch ein Vorgeschmack auf sein nächstes Buch. Eschbach verwebt, wie immer, aktuelles Geschehen mit Möglichem und zeigt seine Zuneigung zu fantastischen Geschichten, die aber auch so sein könnten.
Robert Seethaler - Die Straße - Claassen. Seethaler ist ein großartiger Autor, der mit Geschichten wie "Der Traffikant" und "Ein ganzes Leben" definitiv das Maß der guten Bücher übertroffen hat. Sein Schreibstil ist nach wie vor lesenswert. Aaaber, man muss natürlich seine Collagen, die aus Besuchern eines Cafés oder, wie hier, aus Bewohnern einer Straße bestehen, mögen. Sie fügen sich, bestehend aus verschiedensten Erzählformaten, bis zum Ende zu einem Gesamtbild zusammen. Muss einem gefallen, aber wir bleiben ihm treu. Auf die nächste große Geschichte. Und auf die nächste Folge „Schmetterlinge im Kopf“. Tune in!
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