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Alena und Till sprechen über Leseproben und Probelesen; über erlebte und erzählte Zeit, über Präsens gegen Vergangenheit und alle gegen das Plusquamperfekt; die Rückblende als Fluch oder Segen; gestreckte und geraffte Zeit; den Zusammenhang zwischen Erzählperspektive und Erzählzeit; die Gefahr, beim Schreiben über Geschichte die Geschichte zu Klischees zu machen. Und: das Schreiben und die Lebenszeit, oder auch: wie einen die Dramaturgie des Schreibprozesses durch den Schreibvorgang trägt, weil es irgendwann auch einfach reicht.
Was ist eigentlich mit den großen Kleinigkeiten, die außer dem Text zum Buch gehören oder auch nicht? Wir sprechen über alles, was einem Buch Struktur und Form gibt, von vorangestellten Zitaten, Widmungen, Kapitelüberschriften bis zu Danksagungen und Nachbemerkungen. Wie peinlich es wäre, beim Danken jemanden zu vergessen, und wie unangenehm möglicherweise jedes Popmusik-Zitat zu Beginn eines längeren Textes ist, und woran das liegt. Wir schwärmen von strukturgebenden Kapitelauftaktideen, gelungenen Überschriften und der Kunst, originelle Widmungen verfassen zu können. Außerdem: das von nun an freigeschaltete "s&b"-Zuhörer*innen-Telefon (0178-1547373), auf dessen Mailbox ihr Nachbemerkungen, Popmusik-Zitate, Fußnoten und Fragen hinterlassen könnt. Um dann womöglich eine s&b-Tasse zu gewinnen.
Alena und Till reden über Humor in der Literatur und beim Schreiben und überraschenderweise wird es dabei ganz schön düster. Stimmt es, dass sich Humor aus Kummer und nicht aus Freude speist? Benutzen wir Humor beim Schreiben auch als Vermeidungsstrategie? Wann ist Humor gelungen, wie weit soll man die Regler aufdrehen? Außerdem ist zu hören, wie Till einmal mehr am "Roman noir" und Alena an der Clown-Hupe scheitert.
Wie sehr gehört Enttäuschung zum Schreiben und Lesen dazu? Alena und Till sitzen am Fleesensee und betrachten die Natur, die möglicherweise nichts erwartet und daher auch nicht enttäuscht wird. Ganz anders als die Autorin und die Leserin: Woher kommen die Erwartungen, mit denen wir an Bücher herangehen? Zum Beispiel bei Dörte Hansen oder Elena Ferrante. Wie gehen wir mit den Enttäuschungen um, die wir selbst beim Schreiben verursachen? Till hat seine Romanautorenlaufbahn mit Enttäuschungen begonnen, Alena beginnt ihre mit der Angst davor, andere zu enttäuschen. Und: unterschiedliche Strategien, mit Enttäuschungen umzugehen, Erwartungen an Auflagenerfolge, Tiere laufen durchs Bild, wer sind die wichtigsten Leserinnen, was, wenn die Erstleserin weint. Händereiben und Stöhnen beim Schreiben, und was ist eigentlich das „lustvolle Schneckenhaus“?
Wie läuft es eigentlich mit den aktuellen Projekten? Obwohl, „Projekte“, ist das nicht auch schon so ein Wort, gegen das man nur eine Abneigung haben kann? Denn diesmal reden wir, abgesehen vom Vorankommen, über Vorlieben, Vorbilder, Abneigungen und Hilfsmittel. Zum Beispiel Hilfsmittel, um beim Schreiben die analytische Gehirnhälfte auszuschalten: mit Alkohol schreiben, beim Schreiben kiffen. Dann aber vielmehr: Welche Autorinnen wir bewundern, Hemingway und Carver nein, Spark, Jackson und Kempowski ja; wie Till von Martin Walser vergiftet wurde; was Alena unter vielem anderen an Sibylle Berg besonders bewundert, unter ferner liefen: George Orwell, Wolf Schneider; Wörter, die wir hassen; das Wortwunder „Kosteklecks“ und jenes andere Wort, das jeden Text ruiniert; ist „J“ der schönste Buchstabe, oder sagen das nur Grafikerinnen?. Und: Warum Alena nicht für die „Schnuffizeitung“ arbeiten würde.
Ein Jahr sexy & bodenständig! Alena und Till feiern, indem sie über eins der schwierigsten Themen von allen sprechen: Anerkennung und von wem sie besonders wichtig ist. Es geht um den Twitter-Fav als Zuckerkügelchen des Zwischendurch-Feedbacks, Alena zitiert Don Draper und öffnet ihr Herz über John Irving, und Till versucht, eine lange Prefab Sprout-Anekdote loszuwerden. Wäre ein unveröffentlichter, aber bezahlter Roman überhaupt ein Roman? Was ist die allerschönste Form der Anerkennung, auf die sich beide einigen können? Was sind die schrecklichsten Formulierungen in E-Mails, die einen zum Überarbeiten auffordern? Und ist eigentlich das Ding, an dem man gerade sitzt, immer das große Los in der Trommel, oder immer erst das übernächste?
Was macht einem beim Schreiben eigentlich das Leben leichter? Alena und Till reden über Fummel- und Schreibwaren, Kugelschreiber und Meisterstücke, Verträge, den Unterschied zwischen Buchannahme und Buchabgabe, Agent*innen, Verlage und Arbeitszimmer.
Ein Roman braucht einen Plot. Aber wie wichtig ist der eigentlich? Muss es immer das gleiche Schema aus Heldenreise, drei Akten und Wendepunkten sein? Was hilft bei der Plotentwicklung? Und wieso sind sich Alena und Till diesmal so uneinig?
Diesmal geht es um Erzählperspektiven, und insbesondere darum, ob wir sie planen oder nicht, und wenn ja, warum. Wir reden über Risiken und Nebenwirkungen der Ich-Perspektive, mit Bezug auf George Orwell, und nähern uns der Frage, was Mariana Leky
Wie, was und wieviel recherchiert man am besten für einen Roman? Was sind die Unterschiede zum journalistischen Schreiben? Hätte Claas Relotius einfach Romanautor werden sollen? (Spoiler: eher nicht!) Was sind Authentizitäts-Marker - und braucht man die eigentlich? Und was hat Modern Talking mit all dem zu tun?
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