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In New York City sorgt gerade eine neue Bäckerei für Aufsehen. Sie nennt sich "Rye" hat sich auf ein Roggenbrot spezialisiert und verkauft dieses für schlappe 60 Dollar pro Laib. Dennoch pilgern Menschen fleißig hin, einfach nur um herauszufinden was am Hype dran ist. Es läuft also gut in NYC, während Menschen aus Österreich nur unverständlich den Kopf schütteln, denn dort gibt es das gleiche Brot für 14 Euro pro Laib. "Rye" treibt einen Trend auf die Spitze, der sich schon länger abzeichnet. Bei teurem Essen rechtfertigt sich der Preis immer seltener durch die tatsächliche Qualität, stattdessen geht es um die "Marke". Ähnlich wie bei Mode wird essen immer mehr dazu genutzt, Klassen und Szene-Zugehörigkeit zu signalisieren. Kapitalismus liebt diesen Trick schon lange, aber Alice findet: Das Roggenbrot geht zu weit! Und muss in dieser Folge kurz darüber ranten. Hört rein.
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Leute lieben Dating Shows für das Drama, die extremen Charaktere und den Eskapismus. Aber mittlerweile hat man beim Schauen doch zunehmend das Gefühl, der Realität gar nicht mehr entfliehen zu können.
Wir schauen drauf: wie verhält sich eine Generation, die zu großen Teilen mit Andrew Tate und der Manosphere aufgewachsen ist, die feministische Bewegungen als Bedrohung und Freundschaften zwischen Mann und Frau als Unmöglichkeit ansieht? Wie funktionieren Formate in einer hyperkapitalistischen Welt, in dem die Kandidat*innen ihr Selbstwertgefühl längst als "Marktwert" betrachten und Dating (wieder) zum Handel wird.
Shownotes:
imuRgency - How Red Pill Ruined Love Island
Ro Moknee - Love Island UK has died & Love Island USA is dancing on its grave
Khaotic Viewing - Love Island has ruined dating
OTöne:
Hot Girls wanted: Turned On - Love Me Tinder
Every Couple's Proposal on Love is Blind | Netflix / https://www.youtube.com/watch?v=kZ2fRkWHGqw
Aleks Petrovic Ausraster / https://www.tiktok.com/@mrs_rie__/video/7655092805412441376?q=alex%20petrovic&t=1788969995303
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Der Sommer geht vorbei - und anders als früher ist das nicht vor allem schade, sondern auch erleichternd. Denn er war geprägt von tödlichen Hitzewellen und zerstörerischen Waldbränden. In Europa war die Klimakatastrophe so spürbar wie noch nie zuvor. Mittlerweile wird klar, dass die Sommer von früher nicht mehr so einfach zurückkehren werden - und die heiße Jahreszeit zunehmend Sorge als Entspannung bringt. Doch in einer Gesellschaft ohne Trauerkultur, scheint es kaum Raum dafür zu geben, über die Gefühle zu sprechen, die mit dieser Ekenntnis einhergehen. In dieser Folge reden wir darüber, wie wir uns nach diesem Sommer fühlen und was sich in Zukunft dringend ändern muss.
Shownotes:
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"Botox ist die bessere Hautcreme" hat Ikkimel letztens gesagt. Damit spricht sie aus, was schon längst zu spüren ist: Minimalinvasive Schönheitseingriffe - sogenannte "Twaekments" sind mittlerweile vollkommen normalisiert. Die Industrie boomt, die Kundschaft wächst und wird dazu auch noch immer jünger. Millenials geben besonders viel Geld für Tweakments aus, aber auch viele GenZler lassen sich bereits Botox spritzen. Nur: Botox ist eben keine optimierte Hautcreme, sondern ein Nervengift, das die Bewegung der Muskeln einschränkt oder vollkommen verhindert. Und das hat mehr Effekte als allein eine geglättete Haut. Wer seine Gesichtsmuskeln nicht bewegen kann, hat auch weniger Zugang zu seinen Emotionen, das zeigen Studien. In einer überfordernden und krisengebeutelten Welt klingt gerade das für manche allerdings verlockend. Wohl nicht zufällig geht mit den steigenden Eingriffen ein neuer ästhetischer Trend einher: Vor allem junge Frauen schauen vermehrt ausdruckslos in Kameras, lächeln weniger und schmollen mehr - Gesichtsausdrücke, die unter dem Namen "Gen Z Stare" und "Gen Z Pout" im Netz diskutiert und nachgeahmt werden. Was steckt hinter diesem ausdruckslosen Ausdruck? Eine feministische Verweigerung gegenüber der an Frauen gestellten Anforderung immer lieb, freundlich und nett zu sein? Oder sieht man hier nicht viel mehr die Effekte von Botox und die sich verbreitende Unfähigkeit Emotionen zu zeigen? Ist das blanke Starren und Schmollen als rebellisch zu verstehen oder ist es nicht viel mehr ein Zeichen von Resignation und Gleichgültigkeit? Fest steht: Der Botox-Boom ist mehr als nur ein Schönheitstrend, er ist auch ästhetische Untermalung, Reaktion und Weiterführung einer wiederaufkommenden gesellschaftlichen Gefühlslosigkeit und eines Taubheitsgefühls - und das ist nicht ungefährlich. Was ist das also für eine Welt, in der immer mehr Menschen bereitwillig ihre Gesichtsmimik drangeben, im Namen der Schönheit? Wir denken drüber nach, hört rein.
Mina Le - Why are all cool girls making that face?
WDR Nachrichten: Botox- Das sagen die Statistiken
Henrike Kohpeiß - Bügerliche Kälte. Affekt und koloniale Subejktivität
Marshall McLuhan: Understanding Media. The extensions of Men
Studie: The interactions between botulinum-toxin-based facial treatments and embodied emotions
O-Töne
$HZ wir müssen reden - Ikkimel über Botox / https://www.tiktok.com/@mindfulmotionclub/video/7651321924940729622
Botox and the Death of REAL Acting… / https://www.youtube.com/watch?v=p1QjtHycwVY
misstiffanyma - you girls keep me young, ilysm / https://www.tiktok.com/@misstiffanyma/video/7616849542583045407?q=gen%20z%20pout&t=1783608093038
Theodor W. Adorno über die Bedeutung zwischenmenschlicher Kälte / https://www.youtube.com/watch?v=zR8ghPxKMH0
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Maxi hat heute einen Hot Take mitgebracht, der auf TikTok gerade heiß diskutiert wird: Niemand ist wirklich "kinderlos". Beziehungsweise gibt einem die Entscheidung, keine eigenen Kinder in die Welt setzen zu wollen, kein Recht auf eine komplett kinderfreie Welt. Gerade in einem solidarischen Miteinander könnte alles so viel schöner sein, wenn jede*r ein bisschen über den eigenen Tellerrand schaut und Kinder nicht zur ungewollten Minderheit gemacht werden. Es ist kein Flex, Kinder scheiße zu finden.
Kinder werden politisch vergessen, benachteiligt, und sind besonders vulnerabel angesichts der Krisen, die gerade auf uns alle zukommen. Und gleichzeitig fragt man sich: Warum ist es gefühlt gerade in Deutschland so besonders schlimm? Warum werden Kinder politisch so weit hinten angestellt, sodass Leute logischerweise, auch aus finanzieller Not, keine Lust mehr haben, sie großzuziehen?
Es gab schließlich mal so etwas wie den Generationenvertrag. Es braucht Kinder, damit alles weitergeht. Sie sind – so kitschig das klingt – die Zukunft. Und viele scheinen zu vergessen, dass sie selbst mal Kinder waren, und schauen genervt weg, wenn Kinder sich irgendwo bemerkbar machen.
Wobei uns natürlich klar ist, wer diese Art von Fürsorge und Mitarbeit meistens schon übernimmt. Nämlich Frauen, na klar. Wer die Hände frei hat und noch Platz im Rucksack, kann jedenfalls gerne mit anpacken.
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"Irgendwann reden wir auch nochmal über GIRLS”, das sagen wir gefühlt seit hundert Folgen, und hey, jetzt ist es endlich soweit. Die Serie, die von 2012 bis 2017 auf HBO lief und von Lena Dunham ins Leben gerufen wurde, hat uns in unseren Zwanzigern besonders geprägt. Vier junge Frauen im Zentrum, deren Probleme — trotz des Settings in der New Yorker Mittelschicht — relatable waren wie wenig vorher. Seltsame Begegnungen mit Männern, ein dynamisches Auf und Ab in Freundinnenschaften und die scheinbar auswegslose Suche nach dem richtigen Karriereweg. So hatte man das tatsächlich noch nie gesehen.
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Wer von euch kann selbstbewusst seine eigene Meinung oder Gefühle zu etwas kundgeben, ohne sich vorher im Internet nachzuschauen, was andere von der Sache halten oder eine K.I. zu konsultieren? Uns ist aufgefallen, dass man heute fast automatisiert die Haltung oder Analysen anderer übernimmt, ohne sich zu fragen, ob man selbst wirklich genauso sieht. Woran liegt das? Vielleicht ist es die Mischung aus Informationsüberfluss, Angst vor Shitstorms und Brain Rot, die das selbst Denken immer schwerer erscheinen lässt. In dieser Folge sprechen wir darüber, wieder anfangen kann selbst zu denken und die Angst verliert, für seine eigene Meinung ausgelacht oder gecancelt zu werden.
Shownotes:
FeiFei - How to Start Having Original Thoughts
twinklestanly: Original Thoughts
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Zum Buch:
Ende Mai ist Alice drittes Buch erschienen: "Anti Opfer - Warum wir Verletzlichkeit verachten". Es ist eine Gegenwartsanalyse über eine neu aufkommende Härte und das schwindende Interesse an sozialer Gerechtigkeit. In dieser Folge geht es aber vor allem um den Schreibprozess: Wie kommt es von der Idee zum Text, wie findet man den richtigen Titel und das richtige Cover? Was fliegt raus und was bleibt drin - und wie fängt man überhaupt an? Ein kleiner Deepdive in Alice Schreibprozess
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Wer kennt es nicht: Man verabredet sich mir einer Freundin, die man seit Wochen nicht mehr gesehen hat und tauscht sich dann innerhalb von zwei Stunden über Trennung, Beförderungen, Schwangerschaften oder andere Wendepunkte im Leben aus. Auch wenn diese Gespräche viel Spaß machen können, bleibt doch manchmal ein merkwürdiges Gefühl zurück, weil deutlich wird, wie sehr man aneinander vorbei lebt. Viele Freundschaften begleitet man nicht mehr aktiv, sondern man hält sie durch Coffee-Dates aufrecht, wo man das Leben der anderen aufsaugt, wie eine Folge aus seiner Lieblingsserie. Doch man erlebt nicht mehr gemeinsam und so fallen viele Elemente einer Freundschaft weg. Wie kommt man raus aus dieser Catch-Up-Culture? Oder ist es vielleicht gar nicht so schlimm, Freundschaften so zu führen?
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Maxi hat Schlafprobleme. Insomnie mit Tagsüber-Beeinträchtigung nennt man das, und damit ist sie nicht alleine. Jede zehnte Person in Deutschland leidet unter chronischen Ein- oder Durchschlafstörungen. Kapitalismus und Wellness-Industrie wollen uns das als Privatproblem verkaufen, mit etlichen Produkten, die dabei helfen sollen, endlich wieder zu entspannen.
Dabei ist Schlaf immer schon ein politisches Thema gewesen. Wer kann sorglos schlummern? Wer kann sich erholen? Wer kümmert sich um andere, arbeitet im Schichtdienst, schläft deshalb weniger? Und wer gilt bei zu viel Schlaf schnell als faul, wer hat ihn sich verdient?
Wir schauen auch auf den Schlaf in der Popkultur: Bücher, die von Frauen handeln, die ins Bett gehen und nicht wieder aufstehen, gibt es mehrere. Im Film dagegen verliert der Mann schlaflos den Verstand, daraufhin wird er für sich und andere zur Gefahr.
Doch auch im echten Leben, kann es für alle gefährlich werden, die sich nie erholen können. Die Amerikanerin Tricia Hersey hat deshalb das Nap Ministry gegründet. Ihre Forderung: Nickerchen für alle. Denn Schlaf ist Widerstand. Alle brauchen Erholung von diesem erschöpfenden System, besonders in diesen Zeiten.
Shownotes:
https://www.deutschlandfunknova.de/podcasts/download/ueber-schlafen
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