Simple Smart Buildings

Simple Smart Buildings

By Friedrich Idam und Günther KainSociety & CultureScienceNaturePhysics
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Simple Smart Buildings episodes

  • Gedanken zum Spalierbaum
    Fassadenbegrünung mit Fruchtgenuss

    Die Episode widmet sich Spalierbäumen als traditionelle Fassadenbegrünung. Im Salzkammergut bewähren sich diese seit Jahrhunderten an sonnenexponierten Fassaden. Spaliere sind Rankgerüste aus Holzlatten, die an Lochfassaden befestigt sind und an denen die Obstbäume gezogen werden. Dieses System beschattet selbstregulierend die Fassade nach saisonalen Erfordernissen und schafft ein Mikroklima, das empfindliche Obstsorten fördert. Die Spalierbäume kühlen im Sommer durch Beschattung und Verdunstung und halten die Mauern im Sockelbereich trocken. Der Fruchtertrag motiviert zu regelmäßigen Wartungsmaßnahmen. Diese symbiotische Bauweise zeigt, wie Baukultur und Natur dauerhaft harmonieren können.

    Weiterführende Informationen zur Wärmediffusivität

    20 min
  • Gespräch über den Umbau
    Weiternutzung eines Wohnhauses aus den 1950ern

    Friedrich Idam spricht mit dem Tischlermeister Joel Schmalnauer über die Sanierung eines 1950er Jahre Wohnhauses, wo er traditionelles Handwerk mit modernen Technologien kombiniert. Mit über 99% Eigenleistung kombiniert er traditionelles Handwerk mit modernen Technologien, einschließlich KI-gestützter Werkzeuge, um bautechnische Herausforderungen zu meistern. Besondere Beachtung findet die Erhaltung effektiver Innendämmung sowie geplante Veränderungen im Erdgeschoss, um moderne Wohnräume zu schaffen. Joel ermutigt die Zuhörer, sich aktiv mit den Herausforderungen des Bauens auseinanderzusetzen, und weckt Vorfreude auf seine kommenden Fortschritte.

    Joel Schmalnauer lehrt an der höheren technischen Bundeslehranstalt in Hallstatt Tischlerei (Schreinerei).

    Link zur Episode über Holzbezugsrechte - Servitute.

    Link zur Episode über berufsfremdes Arbeiten.

    Link zur Episode über die Selbsthilfe.

    Link zur Episode über das Pfostenstockfenster.

    Link zur Episode über das Vorhaus.

    Link zur Episode über den Stadel.

    50 min
  • Gedanken zu Kletterpflanzen
    Lebendige Fassaden (Muster Nr. 246)

    Das Muster 246 behandelt die Rolle von Kletterpflanzen an Gebäuden. Alexander beschreibt diese Pflanzen als essenzielle Verbindung zwischen natürlicher Umwelt und Architektur. Der sanfte Übergang, den sie ermöglichen, bereichert sowohl die Ästhetik als auch die Funktionalität von Bauwerken. Ein Effekt ist auch das gefilterte Licht, das Kletterpflanzen vor Fenstern erzeugen. Die Pflanzen stehen im Kontrast zu den starren Materialien moderner Architektur und verleiht den Gebäuden Dynamik.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass durch die Pflege der Kletterpflanzen der Öffentlichkeit ein Geschenk bereitet wird.

    Grundlegende Gedanken zur Mustersprache, Gedanken zu anderen Mustern von Christopher Alexander und den Link zur Episode, in welcher der Architekt Gernot Mittersteiner über seine Zusammenarbeit mit Christopher Alexander berichtet, finden Sie auf meiner Landingpage "Mustersprachen".

    Link zur Episode über Spalierbäume.

    9 min
  • Lob der mittleren Technologien
    Dauerhafte Eisenkonstruktionen

    Anlässlich der Wiedereröffnung wurde das generalsanierte österreichische Parlament und dessen moderne Haustechnik mit einem Tesla verglichen. Die demolierte historische Haustechnik hingegen abwertend mit einem Steyr 15er Traktor gleichgestellt. Der Steyr 15er Traktor kann aber auch leitbildhaft für einfache und dennoch kluge, langlebige „Intermediate Technology“ gelesen werden. Eisenkonstruktionen prägten die Maschinenräume hinter den Kulissen der Prachtbauten an der Wiener Ringstraße. Ignaz Gridl, ein Wiener Unternehmer, trieb die Verbreitung von Schmiedeeisen- und Flusseisenkonstruktionen voran, etwa für das Burgtheater (1888), wo auch die Dachstühle aus Eisen bestehen. Filigrane Fachwerkträger und innovative Deckenkonstruktionen, zeigen ästhetische und funktionale Qualitäten. Die Luftbrunnenanlage nutzt einen Erdmassespeicher für energieeffiziente Gebäudekonditionierung. Diese mittleren Technologien, gesteuert durch Handräder und Kurbeln, sind robust, durchschaubar und nachhaltig. Mittlere Technologien, wie sie auch Architekt Tom Kundig nutzt, bieten auch aktuell eine verständliche, langlebige Alternative zwischen Low- und High-Tech.

    Den Essay "Lob der mittleren Technologien" finden sie in dem Buch "Maschinenräume – Hinter den Kulissen der Wiener Ringstraße", Hg. von Hertha Hurnaus, Gabriele Kaiser, Maik Novotny, 271 Seiten, Album Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-85164-219-3

    Weiterführende Informationen zum Luftbrunnen des Wiener Burgtheaters.

    33 min
  • Infrarotbeschattung
    Energieeffiziente Abschirmung von Wärmestrahlung
    Beschattung bedeutet hier das Abschirmen der unsichtbaren Infrarot-Strahlung. Daher sind Innenbeschattungen auch in finsteren Räumen (wie etwa Dachböden) wirkungsvoll. Als Schirmelemente kommen in erster Linie Membrane (wie etwa Stoffbahnen) zum Einsatz.
    Der physikalische Wirkungsmechanismus der hinter diesem überraschenden Effekt steht, kann mit der "Stefan-Boltzmann-Beziehung" erklärt werden, nach der die Strahlungsleistung eines Körpers proportional zur vierten Potenz seiner absoluten Temperatur zunimmt. Wird aber der heißen Gebäudehülle nun innenseitig eine kühlere Fläche vorgelagert, so wird nun umgekehrt die Wärmeabstrahlung nach innen exponentiell reduziert.
    Um diese Wirkung aufrechtzuerhalten beziehungsweise weiter zu steigern sollte die vorgelagerte Fläche möglichst kühl gehalten werden, was bei Membranen mit geringer Masse durchaus möglich ist. Als Kühlmedium erscheint eine Luftströmung, die aus einem Luftbrunnen stammt oder als Windströmung ins Gebäude geführt wird, sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch praktikabel.
    18 min
  • Unkompliziert Bauen
    geronnene Erfahrung aus Jahrhunderten

    In dieser Episode von Simple Smart Buildings spricht Gastgeber Friedrich Idam mit dem Architekten Florian Nagler. Nagler kritisiert die Übertechnisierung moderner Gebäude, die oft ihre Versprechen nicht einlösen. Das Gespräch beleuchtet Naglers Versuchsbauten in Bad Aibling, wo mit Holz, Beton und Mauerwerk einfache, technikarme Gebäude errichtet wurden. Simulationen zeigten, dass traditionelle Raumproportionen – wie beim Altbau – optimale Licht- und Energieeigenschaften bieten. Nagler betont die Bedeutung von Speichermasse statt übermäßiger Dämmung und kritisiert die 3.900 technischen Baubestimmungen, die durch den von ihm initiierten Gebäudetyp E umgangen werden könnten. Der Gebäudetyp E (auch Gebäudetyp-e) ist ein Planungsansatz zum einfachen Bauen. Er beruht auf Vorschlägen von Architektenkammern zur Änderung des Bauvertragsrechts, durch die bei Bauvorhaben auf gesetzlich nicht zwingende Baustandards verzichtet werden kann, um schneller und kostengünstiger zu bauen.

    Weitere Themen sind die Wiederentdeckung von Kulturtechniken wie richtiges Heizen oder Lüften, die in Hightech-Gebäuden oft verloren gehen, sowie die Schönheit in der Architektur. Nagler sieht in traditionellen Materialien und städtebaulicher Dichte Qualitäten, die moderne Stadtplanung vermisst. Er schätzt Christoph Alexanders Pattern Language als Analyse menschlicher Bedürfnisse, betont aber die Eigenverantwortung von Architekten beim Entwurf.

    Nagler begann 1987 mit einem Studium für Kunstgeschichte und Geschichte in München. Er schloss 1989 eine zweijährige Berufsausbildung als Zimmerer ab. Daraufhin studierte er fünf Jahre lang Architektur an der Universität Kaiserslautern.

    Nach Gast- und Vertretungsprofessuren an der Gesamthochschule Wuppertal, der Königlichen Dänischen Akademie Kopenhagen und der Hochschule für Technik Stuttgart ist Nagler seit 2010 Professor für Entwerfen und Konstruieren an der Technischen Universität München. Er ist Mitglied des Bundes Deutscher Architekten, der Akademie der Künste Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er ist auch Vorstandsmitglied des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege.

    Link zu Florian Nagler Architekten.

    Link zur Bayerische Architektenkammer – Gebäudetyp E.

    Link zu Christopher Alexander: A Pattern Language.

    Link zum Bayerischer Landesverein für Heimatpflege.

    36 min
  • Gedanken zu verschiedenen Raumhöhen
    Intimität vs. Repräsentation (Muster Nr. 190)

    Im Muster 190 verknüpft Christopher Alexander mathematische und kulturelle Ansätze und thematisiert deren Einfluss auf Kommunikation und Akustik. Er hebt hervor, dass identische Raumhöhen das Wohlbefinden einschränken können und plädiert für Vielfalt in der Architektur. Er verknüpft mathematische Ansätze von Palladio mit kulturellen Aspekten, wie der japanischen Architektur, und diskutiert den Einfluss von Raumhöhe auf zwischenmenschliche Kommunikation und Akustik. Die Episode betont, wie variable Raumhöhen zu ansprechenden Lebensräumen beitragen können.

    Grundlegende Gedanken zur Mustersprache, Gedanken zu anderen Mustern von Christopher Alexander und den Link zur Episode, in welcher der Architekt Gernot Mittersteiner über seine Zusammenarbeit mit Christopher Alexander berichtet, finden Sie auf meiner Landingpage "Mustersprachen".

    Link zur Episode über die Kulturgeschichte der Raumhöhen

    Link zur Episode über mein Salettl

    23 min
  • Über Ästhetik in der Architektur
    Objektive Schönheit

    In dieser Episode von Simple Smart Buildings diskutiert Gastgeber Friedrich Idam und Robert Krasser die Bedeutung von Ästhetik in der Architektur, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Krasser thematisiert die Unzufriedenheit junger Architekturstudenten mit dem Mainstream in der Lehre, der traditionelles Bauen häufig abwertet. Das Gespräch dreht sich um die Beziehung zwischen Humanismus und Modernismus, fraktale Muster und menschliche Maßstäbe als zentrale Elemente für ansprechende und funktionale Gebäude. Das Gespräch reflektiert auch die Auswirkungen von Symmetrie und Proportionen, sowie alternative Ansätze moderner Stadtplanung, wobei Krasser die Rückkehr zu vernakulärer Architektur betont.

    Anmeldelink zur Sommerschule in Mauerbach

    Link zu INTBAU

    Link zur Mustersprache von Cristopher Alexander

    Link zu Links zu Gehl Architects – Offizielle Website

    Link zum Buch von Jan Gehl

    Aenne Brielmann „What Happens in Your Brain When You Walk Down the Street?“

    Aenne Brielmann „Naturnahe, fraktale Architektur fördert Wohlbefinden“

    Ann Sussman: Cognitive Architecture: Designing for How We Respond to the Built Environment

    Link zu Poundbury

    Link zu Le Plessis-Robinson

    Kontakt zu Robert Krasser und INTBAU Austria

    37 min
  • Gedanken zum hydraulischen Widder
    Eine simple, smarte Wasserpumpe

    Bewährte, mittlere Technologien besitzen das Potenzial, technische Aufgaben effizient und nachhaltig zu lösen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Funktionsweise des hydraulischen Widders, einer einzigartigen Wasserpumpe, die ohne äußere Energiequellen auskommt. Beginnend mit den physikalischen Grundlagen des Stoßdrucks werden einfache Prinzipien erläutert, die es ermöglichen, Wasser energieeffizient zu heben. Die Robustheit und Langlebigkeit der Konstruktion stehen im Mittelpunkt, während die Herausforderungen der Instandhaltung, insbesondere hinsichtlich der Luftkompression im Windkessel, besprochen werden. Im Gespräch mit Florian Nagler reflektieren die Experten über ihre Erfahrungen und die Relevanz dieser Technologie im Kontext der Nachhaltigkeit.

    Link zur Episode über mittlere Technologien.

    Link zur Episode über den Türklopfer.

    16 min
  • Gespräch über die Zukunft des Bauens
    Paradigmen in Diskussion

    In dieser Episode von "Simple Smart Buildings" diskutiert der Universitätsprofessor für Architekturentwurf an der Kunstuniveristät Linz, Michael Zinner mit Friedrich Idam über die Architekturausbildung und das Konzept entwicklungsbedingter „Sehhorizonte“, das den Einfluss kulturellen Wissens auf die Architektur beleuchtet. Zinner betont die Herausforderungen im Schulbau und die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken, insbesondere angesichts äußerer Krisen. Er plädiert für konsequente Ansätze wie ein ausschließliches Weiterbauen und das Wiedereinsetzen von Abbruch-Materialien. Im geht es in einem Entwerfen der Bauwende über die Berücksichtigung des Genius Loci (Geist des Ortes) hinaus auch um dem "Genius Soci" (Geist der Menschen, der Nutzenden). Zinner fordert dazu auf, die Paradigmen der Architektur zu hinterfragen und transformative Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.

    Literaturtipps

    Strasser, Rosa (2020): vertikales Verstehen - Vertikales verstehen. notiz 200

    Zinner, Michael (2020): vom Schutz zur Wahrung. notiz 210

    Zinner, Michael (2020): vom Autor zur Hebamme. notiz 240

    54 min

About Simple Smart Buildings

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Simple Smart Buildings steht für Gebäude die einfach und dauerhaft gebaut sind. Für die Generationen vor uns war es ganz normal mit einfachen Mitteln dauerhafte Gebäude zu errichten. Diese Art zu bauen hat sich über Jahrhunderte bewährt und wir können daraus lernen. In den verschiedenen Regionen entwickelten sich aus lokal vorhandenen Baustoffen resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten. Dieser Podcast erzählt von Möglichkeiten einfach gut zu bauen.