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Was macht eigentlich eine Bodenkundliche Baubegleitung? Wir schauen auf ihre Entstehung in der Schweiz, ihre Entwicklung in Deutschland und darauf, wie Bodenschutz heute ganz praktisch auf Baustellen funktioniert.
Was passiert eigentlich mit dem Boden, wenn gebaut wird – und wer achtet darauf, dass aus einem funktionsfähigen Boden nach Abschluss der Arbeiten nicht einfach nur verdichtetes Erdmaterial geworden ist?
In dieser Lehrbuchfolge schauen wir uns die Bodenkundliche Baubegleitung, kurz BBB, genauer an. Wir beginnen bei ihren Wurzeln in der Schweiz, wo sich der Bodenschutz auf Baustellen seit den 1980er- und 1990er-Jahren zunehmend professionalisierte und insbesondere Großprojekte im Leitungsbau zur Entwicklung der Bodenkundlichen Baubegleitung beitrugen. Anschließend geht es um die Entwicklung in Deutschland, die rechtlichen Grundlagen und um die Frage, was eine BBB vor, während und nach einer Baumaßnahme eigentlich konkret macht.
Quellen und weiterführende Informationen
Bono, R. et al.: Boden und Bauen – Stand der Technik und Praktiken
Bundesamt für Umwelt BAFU: Bodenschutz beim Bauen
Bundes-Bodenschutzgesetz, § 7 – Vorsorgepflicht
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung, § 4
DIN 19639:2019-09 – Bodenschutz bei Planung und Durchführung von Bauvorhaben
Bundesverband Boden e. V.: Bodenkundliche Baubegleitung
Bundesverband Boden e. V.: BVB-Merkblatt Band 2 – Leitfaden Bodenkundliche Baubegleitung
Seit dem Jahr 2005 wird ein Boden des Jahres vom gleichnamigen Kuratorium bestimmt. Im Interview erklären uns die Kuratoriumsvorsitzende Sonja Medwedski und ihr Vorgänger Gerhard Milbert, wie dieses Kuratorium arbeitet, wie die Auswahl eines Bodens des Jahres erfolgt und welche Chancen diese Kür in der Gegenwart und Zukunft für uns bereithält.
Thema: Die Kür der Krume
Jedes Jahr bekommt ein Boden die große Bühne – doch wer entscheidet eigentlich, welcher es wird? In dieser Folge sprechen wir mit Sonja Medwedski, der Vorsitzenden des Kuratoriums Boden des Jahres, und Dr. Gerhard Milbert, der das Kuratorium viele Jahre geleitet hat und ihm heute als stellvertretender Vorsitzender erhalten bleibt. Wir schauen hinter die Kulissen der Kür: Wer sitzt im Kuratorium, wie wird der Boden des Jahres ausgewählt und was passiert eigentlich während eines solchen Bodenjahres? Vor allem geht es aber um die Frage, warum solche Ausrufungen weiterhin wichtig sind und welche Möglichkeiten sie für Bodenbewusstsein, Bildungsarbeit und Bodenschutz eröffnen.
Mehr über die Aktion, die bisherigen Jahresböden und die begleitenden Materialien erfahrt ihr auf der Website zum Boden des Jahres. Wer genauer wissen möchte, wer hinter der Aktion steht und welche Aufgaben das Gremium übernimmt, findet weitere Informationen auf der Seite zum Kuratorium Boden des Jahres. Aktuell steht mit dem Archivboden – Boden des Jahres 2026 ein Boden im Mittelpunkt, der Spuren der Natur- und Kulturgeschichte bewahrt.
Sonja Medwedski stellt auf ihrer persönlichen Website ihre Arbeit als Bodenbotschafterin sowie ihr Buch und Hörbuch „Die Stimme des Bodens“ vor. Ein Kurzprofil von Dr. Gerhard Milbert findet ihr beim Bundesverband Boden. Wer noch tiefer in die Geschichte, Arbeitsweise und Erfahrungen der Aktion einsteigen möchte, kann außerdem den frei zugänglichen Fachartikel „The ‘Soil of the Year’ Campaign in Germany—Experiences from over 20 Years of Public Relations Work for Soil Awareness“ lesen.
Carolin Winter ist akademische Rätin an der Professur für Umwelthydrosysteme der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Projekt StressRes hat sie gemeinsam mit anderen Forschenden die Nitratbelastung im Grundwasser unter Waldgebieten erforscht und berichtet uns von den Ergebnissen ihrer Arbeit.
Thema: Nitrat unterm Wald?!
Future Forest Exzellenzcluster: https://uni-freiburg.de/futureforests/
Projekt StressRes: https://www.drought.uni-freiburg.de/stressres
Paper zum zusammenhang von Waldsterben und Nitratbelastung im Grundwasser: https://doi.org/10.1029/2025EF006078
Paper: https://doi.org/10.1186/s12302-025-01233-3
…und der dazugehörige Datensatz: https:/doi.org/10.6094/UNIFR/263651
Und hier noch ein Link zu einem Datenprodukt der Uni Freiburg in dem Baumsterben aus Fernerkundungsdaten quantifiziert wurde: https://deadtrees.earth/
Für die 200. Folge vom Soilcast haben wir uns etwas Besonderes für euch überlegt: wir gewähren euch unter Beteiligung des gesamten Teams einen exklusiven Einblick in die digitale Bodenprofilgrube! Gemeinsam erörtern wir, was den Soilcast nach 200 produzierten Folgen auszeichnet und was wir uns gemeinsam mit euch für die Zukunft wünschen!
Tiere, die nach oben kacken – heute: der Wattwurm! Christoph spricht mit Kathrin über Wattwürmer als Bioturbatoren, ihre Rolle im Ökosystem Watt und natürlich auch übers Kacken. In dieser Folge erfahrt ihr alles über die großartige Physik der Wattwurm-Kacke!
Thema: Watt’n Kringel! – Die Physik der Wattwurm-Kacke
Warum stapelt sich Wattwurmkot in Kringeln? In dieser Folge sprechen Christoph und Kathrin über Wattwürmer als Bioturbatoren, über Sedimentumlagerung im Watt und über ein Paper, das aus den bekannten Spaghetti-Haufen eine ziemlich elegante Frage der Fäkalphysik macht.
Im Mittelpunkt steht eine Studie aus Nature Communications, in der Feldmessungen an Wattwurmkothaufen, rheologische Messungen, Laborversuche mit Erbsenteig und Vergleichsmaterialien wie Spaghetti und Reisnudeln kombiniert wurden. Das Ergebnis: Die Form der Kothaufen folgt näherungsweise einem physikalischen Skalierungsgesetz aus Strangdurchmesser, Elastizität, Dichte und Schwerkraft.
Besprochene Studie
Aufhänger der heutigen Folge
Spektrum der Wissenschaft: Fäkalphysik – Wattwürmer offenbaren Gravitationsgesetz der Kothaufen
Weiterführende Informationen
Fußballfieber im Soilcast! Kathrin und Christoph schauen diese Woche unter den Rasen und fragen: Welche Gräser eignen sich für ein Spielfeld? Und welche Anforderungen müssen WM-taugliche Plätze nach den FIFA-Regularien erfüllen? Ein Blick auf die Wissenschaft unter dem Spiel.
Den Link zur dieswöchigen Studie von Guevara et al. (2025) findet ihr hier.
Den Aufbau des Fußballrasens, wie er bei der aktuellen WM verwendet wird, könnt ihr euch hier genauer anschauen.
Die Funktionsweise der fLEX-Maschine für die Testung der Beständigkeit von Rasen für Fußballzwecke und ein Zeitraffervideo zum Einbau von Fußballrasen findet ihr hier.
Für die waschechten Fußballfans gibt es die Vorgaben der Fifa für Fußballrasen hier zum Nachschlagen.
Einen guten Überblick auf Deutsch über die Forschungsergebnisse gibt das Zeit-Interview mit John Rogers.
Christoph regt sich in der Folge über eine unerhörte beabsichtigte Rodung eines Verbindungsstücks zwischen nördlichem und südlichem Leipziger Auwald auf, den Link zum entsprechenden NABU-Artikel findet ihr hier.
Was passiert, wenn Mikroben im Boden frischen Kohlenstoff bekommen? Christoph spricht mit Max über den Priming-Effekt und darüber, warum neues Pflanzenmaterial den Abbau alter organischer Bodensubstanz ankurbeln kann – besonders unter langjähriger Erwärmung.
Thema: It’s Priming Time!
Was passiert, wenn Mikroorganismen im Boden frischen Kohlenstoff erhalten? In dieser Folge sprechen Christoph und Max über den Priming-Effekt – also darüber, wie neues Pflanzenmaterial den Abbau bereits vorhandener organischer Bodensubstanz anregen oder bremsen kann.
Im Mittelpunkt steht eine Studie aus einem langjährigen Erwärmungsexperiment in einem Grasland in Oklahoma. Mithilfe von ¹³C-markiertem Pflanzenmaterial untersuchten die Forschenden, woher das freigesetzte CO₂ stammte, welche Bakterien am Abbau beteiligt waren und wie mikrobielle Daten die Unsicherheit eines Kohlenstoffmodells verringern können. Außerdem diskutieren wir die Microbial-N-Mining-Hypothese und die stöchiometrische Zersetzungshypothese.
Besprochene Studie
Tao et al. (2024): Experimental warming accelerates positive soil priming in a temperate grassland ecosystem
Ergänzendes Material zur Studie
Weiterführende Informationen
Kuzyakov et al. (2000): Review of mechanisms and quantification of priming effects
Der grundlegende Übersichtsartikel zu Definition, Mechanismen und Messung positiver und negativer Priming-Effekte.
Chen et al. (2014): Soil C and N availability determine the priming effect
Weiterführende Informationen zur quantitativen stabilen Isotopensondierung, kurz qSIP, mit der aktive Mikroorganismen anhand der Aufnahme markierter Substrate identifiziert werden können.
Heute geht es um eines der verheerendsten Erosionsereignisse der mitteleuropäischen Geschichte, das Magdalenenhochwasser von 1342.
Vorgespräch
Wir waren vom Grüne Liga Berlin e.V. auf das Umweltfestival in Berlin geladen. Christoph erzählt von seinen spannenden Erlebnissen auf diesem Event.
Thema: Das Magdalenenhochwasser von 1342.
In der Studie von Herget et al. (2021) geht es um die gesamtheitliche Einordnung eines der verheerendsten Hochwasserereignisse Mitteleuropas. Entweder durch eine Großwetterlage die dem Elbehochwasser von 2002 glich, oder durch eine konvektive Wetterlage kam es vor allem in der Mitte Deutschlands zu enorm hohen Niederschlagsmengen.
Sedimentologische Studien durch Dotterweich et al. (2003) oder Dreibrodt et al. (2010) zeigen ein dramatisches Bild: So entstanden in kurzer Zeit tiefe Erosionslinien, die mehr als 10 m Tiefe erreichen konnten, das sogenannte Schluchtenreißen. Dotterweich & Bork (2007) gehen gar von 13 Mrd. Tonnen Bodenverlagerung aus, was in etwa einem Drittel der seit dem Frühmittelalter angefallenen Bodenverlagerung entspricht.
Historische Berichte wie in Bork (2013) lesen sich entsprechend dramatisch. So wird der Bodenabtrag maßgeblich zur Aufgabe einer Vielzahl von Siedlungen geführt haben, und gleichzeitig den Nährboden für die folgende dramatische Pestepidemie in Mitteleuropa gelegt haben.
Eine packende Audionachlese liefern hierzu auch zwei Zeitzeichen des WDR Radios von 2012 und 2022.
Meine Pegel Website: https://www.hochwasserzentralen.info/meinepegel/
Beispielhaft findet ihr hier Hochwasserkarten des Freistaats Sachsen: https://luis.sachsen.de/wasser/hw/hochwasserrisikokarten.html
Informiert euch bitte in eurem jeweiligen Bundesland über Hochwasserrisiken!
Hecken weg, Kohlenstoff weg – aber das Feld weiß noch Bescheid. Lea und Christoph graben nach Geistern im Boden.
Thema: Geisterhecken – Spuk auf dem Feld
Habt ihr schon mal eine Hecke gesehen, die gar nicht mehr da ist? Genau das beschäftigt uns in dieser Folge.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Heckenfeldränder speichern bis zu 81,7 Mg Kohlenstoff pro Hektar – fast doppelt so viel wie ein einfacher Grasrandstreifen. Und in gerodeten Geisterhecken? Nichts mehr davon. In 24 bis 59 Jahren ist der mühsam aufgebaute Vorrat vollständig verschwunden. Allein in der 56 km² großen Gemeinde Turnhout wurden so seit 1960 knapp 5 000 Mg C in die Atmosphäre entlassen – das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen kommunalen CO₂-Emissionen.
Die Bodenproben wurden im Labor mit einer CNS-Elementaranalyse ausgewertet. Das dafür verwendete Gerät, der vario MACRO cube von Elementar, bestimmt gleichzeitig den Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefelgehalt einer Bodenprobe per Hochtemperaturverbrennung. Mehr Infos zum Gerät findet ihr hier:
Wo können Würmer eigentlich wohnen – und wo nicht? Christoph spricht mit Laura über Regenwürmer als Ökosystemingenieure und über ein Paper, das zeigt, wie Bodenfeuchte und Bodenmechanik ihre Aktivitätsfenster begrenzen.
Vorgespräch
Laura und Christoph sind am 7. Juni 2026 auf dem Umweltfestival in Berlin und gestalten von 11 bis 17 Uhr die Aktionen „Boden hörbar machen“ und „Boden fühlbar machen“. Schaut gerne vorbei!
Zur Soundmap der Bundesrepublik Deutschland gelangt ihr hier: https://soilcast.de/soundmap/
**Thema: Wo Würmer wohnen (können) **
Schon Peter Lustig hat sich in der Löwenzahn-Folge In Peters Garten ist der Wurm mit Regenwürmern befasst, als der Privatdetektiv und Bodenkundler Ferdinand Luchs in seinem Garten nach entwischten Regenwürmern sucht.
Auch Charles Darwin widmet sich in seinem Spätwerk The Formation of Vegetable Mould Through the Action of Worms ganz der ökologischen Leistung von Regenwürmern – irgendwas muss also an ihnen dran sein!
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