Sprache. Macht. Geschlecht.

Sprache. Macht. Geschlecht.

By Verena Hofstätter & Jessica AlbrechtSociety & CultureScience
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Sprache. Macht. Geschlecht. episodes

  • Vom Gendern und anderen Ideologien
    Was ist eigentlich eine Genderideologie – und warum wird der Begriff so häufig gegen geschlechtergerechte Sprache verwendet? In dieser Folge sprechen wir über Ideologie, Sprachpolitik und warum Genderverbote keine Nebensache sind, sondern hegemoniale Eingriffe in die gesellschaftliche Ordnung.

    Gendern sei ideologisch – das sagen viele. Aber was heißt das eigentlich? Wir nehmen  den Vorwurf ernst und schauen genau hin: Was ist eigentlich Ideologie? Wie funktioniert Sprachideologie? Und was steckt hinter Begriffen wie Genderverbot und Genderideologie? Mit Beispielen von Söder bis Mikl-Leitner zeigen wir, warum Sprachpolitik nichts mit Rechtschreibung oder Verständlichkeit zu tun hat – sondern Kämpfe um Sichtbarkeit darstellen. Eine Einladung, Gendern nicht nur als Sprachpraxis, sondern als politische Praxis zu verstehen.
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    1 hr 17 min
  • Sprache, Macht, Hegemonie
    In dieser Folge schauen wir uns an, wie Ernesto Laclau (mit seiner Partnerin Chantal Mouffe) verschiedene Sprachtheorien (Saussure, Lacan) mit Fragen aus der politischen Theorie zusammenbringt. 

    Genauer: wir erklären, was es mit dem sagenumwobenen “leeren Signifikanten” auf sich hat, wie Laclau Hegemonietheorien (Gramsci und Schmitt) kreativ weiterdenkt und wie für ihn und Mouffe “radikale Demokratie” aussieht.
    Dabei zeigen wir vor allem, dass das mehr ist als nur “Linkes Denken” - sondern eine allgemeine Gesellschaftstheorie, die von Playern aus allen Lagern für ihre eigene Zwecke genutzt werden kann und genutzt wurde/wird.

    Hier ein paar Texte zum Nachlesen:
    • Laclau, Ernesto. 1996a. Emancipation(s). Verso.
    • Laclau, Ernesto. 1996b. „Universalism, Particularism, and the Question of Identity“. In The Politics of Difference. Ethnic Premisies in a World of Power, herausgegeben von Wilmsen und McAllister. University of Chicago Press.
    • Laclau, Ernesto. 2005. On Populist Reason. Verso.
    • Laclau, Ernesto. 2007. „Populism. What’s in a Name?“ In Empire & Terror. Nationalism/Postnationalism in the New Millennium, herausgegeben von Dennis Dworkin a.o. Center for Basque Studies.
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    1 hr 13 min
  • Von Weibern, Dirnen, Mägden
    Warum nennen wir Frauen im Deutschen nicht mehr „Mägde“, „Weiber“ oder „Dirnen“? In dieser Folge sprechen wir über Pejorisierungen von Frauenbezeichnungen und fragen: Spiegelt Sprache hier nur die Gesellschaft wider – oder reproduziert sie Geschlechterverhältnisse?
    In dieser Episode nehmen wir euch mit auf eine sprachhistorische Spurensuche: von der Magd zum Mädchen, vom Weib zur Frau, von der Dirne zur Prostituierten. Wir erklären, was Linguist*innen unter Pejorisierung verstehen – und was sie über Geschlechterverhältnisse verraten.

    Im Zentrum steht die Kritik der Sprachwissenschaftlerin Damaris Nübling an der sogenannten Invisible-Hand-Theorie von Rudi Keller, die Bedeutungswandel als unbeabsichtigte Nebenwirkung höflicher Kommunikation beschreibt. Nübling zeigt, warum diese Erklärung nicht trägt: Viele Abwertungen lassen sich nur verstehen, wenn wir patriarchale Machtverhältnisse mitdenken. Frauenbezeichnungen spiegeln seit Jahrhunderten soziale Stereotype – über Alter, Verfügbarkeit und gesellschaftlichen Nutzen. Und genau das macht die Sprache nicht unschuldig, sondern zum Speicher und Verstärker von Geschlechterbildern.

    Zum Schluss fragen wir: Wenn sich in der Sprache so konsequent männliche Sichtweisen auf Frauen durchgesetzt haben – gilt das vielleicht auch für unser Verständnis von Geschlecht insgesamt?


    Hier findest du den Artikel von Damaris Nübling :
    • Nübling, Damaris (2011) Von der ‚Jungfrau‘ zur ‚Magd‘, vom ‚Mädchen‘ zur ‚Prostituierten‘: Die Pejorisierung der Frauenbezeichnungen als Zerrspiegel der Kultur und als Effekt männlicher Galanterie?, Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte, vol. 2, no. 1, 2011, pp. 344-362.
    Mehr Forschungsgebiete aus der Genderlinguistik:
    • Kotthoff, Helga; Nübling, Damaris (2018) Genderlinguistik, Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht. Tübingen: Narr Francke Attempto.
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    1 hr 7 min
  • Borderlands/La frontera and the “Wild Tongue”
    Eine Reise durch Gloria Anzaldúas Borderlands/La Frontera: von Mestiza-Consciousness und Grenzräumen über Mythen wie die Virgen de Guadalupe bis zu „How to Tame a Wild Tongue“ – Schreiben, Sprache und Spiritualität als Praxis des Widerstands.
    In dieser Folge sprechen Jessica und Verena über Gloria Anzaldúas Borderlands/La Frontera: The New Mestiza und darüber, wie Grenzräume Identität, Wissen und Zugehörigkeit prägen. Anzaldúa verbindet Autobiografie, Theorie, Lyrik und Essay; sie schreibt mehrsprachig und macht so erfahrbar, dass Ambivalenz, Mehrdeutigkeit und Übersetzung keine Störung, sondern Methode sind.

    Die Folge knüpft an viele Motive früherer Episoden an – Identität, Körper, Religion, Übersetzung – und führt sie am Beispiel Anzaldúas zusammen: Borderlands nicht nur als Landkarte, sondern als Methode, um Macht, Wissen und Zugehörigkeit neu zu denken.
    Hier findest du Hintergrund Informationen:
    • Anzaldúa, Gloria. Borderlands = La Frontera. Aunt Lute Books, 1999.
    • Bornstein-Gómez, Miriam. „Gloria Anzaldúa: Borders of Knowledge and (re) Signification“. Confluencia 26, Nr. 1 (2010): 46–55.
    • Lara, Irene. „Daughter of Coatlicue: An Interview with Gloria Anzaldúa“. In EntreMundos/AmongWorlds. New Perspectives on Gloria Anzaldúa, herausgegeben von AnaLouise Keating. Palgrave Macmillan US, 2005. https://doi.org/10.1057/9781403977137_5.
    • Reuman, Ann E., und Gloria E. Anzaldúa. „Coming into Play: An Interview with Gloria Anzaldúa“. MELUS 25, Nr. 2 (2000): 3–45. https://doi.org/10.2307/468217.
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    1 hr 31 min
  • Identität ist auch keine (einfache) Lösung (Stuart Hall, Teil 2)
    Im zweiten Teil unserer Doppelfolge zu Stuart Hall lesen wir zwei seiner zentralen Texte zur Frage nach Identität: Who Needs Identity? und Cultural Identity and Diaspora. Wir sprechen über Artikulation, Positionierung und das konstitutive Außen, über kollektive Zugehörigkeit in postkolonialen Kontexten – und darüber, warum Identität heute vielleicht wichtiger denn je ist. Eine Folge über Sprache, Differenz und die Kraft der Reartikulation.
    Identität – ein Begriff, der ständig in aller Munde ist und gleichzeitig ständig hinterfragt wird. In Teil 2 unserer Stuart-Hall-Doppelfolge widmen wir uns zwei seiner einflussreichsten Texte: Who Needs Identity? (1996) und Cultural Identity and Diaspora (1990).
    Wir lesen gemeinsam, denken laut und diskutieren:
    • Warum Hall statt von „Identität“ lieber von Identifikation spricht
    • Was Begriffe wie Artikulation, Positionierung und konstitutives Außen mit Geschlecht, Sprache und Macht zu tun haben
    • Wie Identität Ausschlüsse produziert – und warum das konstitutive Außen auch eine Quelle von Kritik und Veränderung sein kann
    • Was Stuart Halls Konzept der Reartikulation für queere und feministische Bewegungen bedeutet
    • Warum kollektive Identitäten weder „echt“ noch „falsch“, sondern immer politisch wirksam sind
    • Und was ein nächtliches Gespräch über Atomphysik mit dem Denken Stuart Halls zu tun hat
    Am Ende überlegen wir, ob „Identität“ als politische Kategorie heute überhaupt noch brauchbar ist – und was es heißen kann, mit Hall weiterzudenken: kritisch, offen und widersprüchlich.
    Diese Folge eignet sich besonders gut als Einführung in:
    • Stuart Halls Theorie von Identität
    • Poststrukturalistische und postkoloniale Perspektiven auf Kollektivität
    • Queerfeministische Kritik an essentialistischen Geschlechterkategorien
    Hört auch Teil 1, wenn ihr mehr über Stuart Halls Biografie, seine Verbindung zu Catherine Hall, Cultural Studies und unseren persönlichen Zugang zu seinem Denken erfahren wollt.
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    1 hr 4 min
  • Ein Denker "aus der Zukunft“ – Stuart Hall und die Suche nach Identität
    Von Jamaika nach London, von Politik in die Wissenschaft – Stuart Halls Weg war voller Brüche und Neuerfindungen. In Teil eins dieser Doppelfolge erzählen wir euch, warum sein Denken zu Identität uns beide bis heute begeistert und bewegt. Und wir laden euch ein, mit uns darüber nachzudenken, was Identität eigentlich bedeutet.
    Wer war Stuart Hall – und warum ist er bis heute so einflussreich für unser Nachdenken über Sprache, Macht und Geschlecht? In dieser ersten Folge unserer Doppelfolge werfen wir einen Blick auf Halls Biografie: von seiner Kindheit in Jamaika über die Migration nach Großbritannien, seine Erfahrungen mit Rassismus und Klassenverhältnissen bis hin zu seiner Rolle als Mitbegründer der Cultural Studies. Wir diskutieren, wie er Identität als etwas Prozesshaftes, Aushandlungsvolles und von Macht Durchzogenes gedacht hat – und was das mit unseren eigenen Erfahrungen zu tun hat. Außerdem erzählen wir von persönlichen Begegnungen mit Halls Texten, von akademischen Fangirl-Momenten bis hin zu nächtlichen Existenzkrisen über Teilchenphysik. Ein Einstieg in Stuart Halls Denken, der Lust macht auf Teil 2, in dem wir zwei seiner zentralen Texte genauer lesen.
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    1 hr 14 min
  • Das Wörtchen "queer"
    In dieser Folge sprechen Jessica und Verena über die Geschichte des Begriffs „queer“ und die Herausforderungen dessen Übersetzung. „Queer“ - seit dem 19. Jahrhundert als Abwertung für nicht-heterosexuelle Menschen genutzt - wurde es seit den 1980er Jahren im Aktivismus umgedeutet. Außerdem wird diesmal noch einmal explizit über Judith Butlers Theorie der Performativität und der Zitation gesprochen.
    Besonderes Highlight der Folge und für viele Zuhörende vielleicht unbekannt ist die koloniale Geschichte von „queer“, die immer auch mit eigenen Ausschlüssen versehen ist und deshalb auch manchmal zu Ablehnung in postkolonialen Kontexten führt.

    Außerdem schauen wir uns an, was im südamerikanischen Kontext aus “queer” geworden ist: nämlich “cuír” - als Zeichen der Veränderung durch Übersetzung.

    Alles in allem geht es in dieser Folge um so vieles, was wir schon in vorherigen Folgen besprochen haben - nur eben anhand des Wörtchens “queer”.

    Hier findest du mehr Informationen:
    • zur Geschichte von “queer” im Westen: https://webarchive.nationalarchives.gov.uk/ukgwa/20250613152359/https://blog.nationalarchives.gov.uk/queer-history-a-history-of-queer/
    • zum Thema Cuír: https://cuiramericas.org/publications/
    • das Buch, das Jessica erwähnt hat: Ruvalcaba, Héctor Domínguez. Translating the Queer. Body Politics and Transnational Conversations. London: Bloomsbury Academic, 2016.

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    1 hr 15 min
  • Lost in Translation
    In dieser Folge erörtern Jessica und Verena zunächst die Frage, ob das Sprechen über Smalltalk bereits als Smalltalk zählt und diskutieren danach das Übersetzen als politische Praxis und Form der Solidarität in der Wissenschaft. Was passiert eigentlich beim Übersetzen? Und welche Potenziale hat das Übersetzen in der kritischen und queer-feministischen Wissensproduktion?

    Uns interessiert das Übersetzen nicht nur als sprachliche Technik, sondern als politische Praxis. Wir fragen: Was passiert eigentlich, wenn wir Texte, Begriffe, Theorien von einer Sprache in eine andere übertragen? Was geht verloren – und was entsteht dabei neu? Ausgehend von Esther Kinskys Idee des „Fremdsprechens“ und Jacques Derridas Konzept der différance nähern wir uns dem Übersetzen als einem Ort der Bedeutungsverschiebung. Wir zeigen, warum Unübersetzbarkeit kein Scheitern, sondern eine Chance sein kann – nämlich dann, wenn sie neue Denk- und Möglichkeitsräume öffnet. Dabei geht es nicht nur um Wörter, sondern auch um Macht: Wer übersetzt was – und für wen? Anhand postkolonialer Kritik und feministischer Übersetzungsansätze diskutieren wir, wie Übersetzungen auch als epistemische Filter wirken – und warum es so entscheidend ist, wer übersetzt, welche Perspektiven mitübersetzt werden, und welche untergehen. Am Beispiel von Judith Butlers Rezeption im deutschsprachigen Raum wird deutlich: Übersetzen ist ein performativer Akt, der Bedeutung nicht einfach überträgt, sondern mitgestaltet. Und genau darin liegt das politische Potenzial des Übersetzens – als Ort des Dazwischen, in dem neue Stimmen hörbar werden können.

    Hier sind zwei Artikel von Jessica zum Thema:
    • Albrecht, Jessica A. ‘Sita in Cultural Translation: The Use of the Rāmāyana to Educate on Perfect Womanhood by Annie Besant, Marie Musaeus Higgins, and Leelawathy Ramanathan’. Interdisciplinary Journal for Religion and Transformation in Contemporary Society 1, no. aop (14 July 2023): 1–19.
    • Albrecht, Jessica A.  ‘Third Space Pedagogy: Teaching Gender and Sexuality in the European Classroom’. Gender and Education preprint, no. 0 (2024): 1–17. https://doi.org/10.1080/09540253.2024.2442939.
    Die Artikel findest du auf ihrem Academia-Profil direkt zum Runterladen!

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    1 hr 21 min
  • Do you speak English?
    Englisch dominiert die Wissenschaft. Aber warum eigentlich? Wir sprechen über die koloniale Geschichte wissenschaftlicher Sprachen, beleuchten koloniale Machtstrukturen in Universität und Wissensproduktion und fragen: Wem gehört wissenschaftliches Wissen – und in wessen Sprache wird es erzählt?

    In Folge 4 von Sprache macht Geschlecht beschäftigen wir uns mit Englisch als dominanter Wissenschaftssprache – und den kolonialen Spuren, die sich in Universitäten, Wissensproduktion und Sprache bis heute zeigen.
    Wir blicken zurück auf die Geschichte der Wissenschaftssprachen: von Latein über Sanskrit, Arabisch und Persisch bis zur Globalisierung des Englischen durch Kolonialismus. Dabei zeigen wir, wie Sprache nicht nur Zugang zu Wissen reguliert, sondern auch strukturell ausschließt.
    Im Zentrum steht die Frage: Welche Sprachen gelten als legitim, welche Wissensformen werden marginalisiert – und wie wirken sich diese Hierarchien auf Forschung, Lehre und akademisches Schreiben aus?
    Wir sprechen über Orientalismus, epistemische Gewalt und die Idee eines „minoritären Schreibens“, das dominante Ordnungen infrage stellt. Außerdem diskutieren wir, welche Rolle künstliche Intelligenz im Spannungsfeld von Standardisierung und Zugänglichkeit spielen könnte.

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    1 hr 22 min
  • Sprache, quo vadis?
    Warum sprechen Theoretiker*innen wie Judith Butler so viel über Sprache? Was hat denn Sprache mit Geschlecht zu tun? Weiß Butler vielleicht etwas über Sprache, was wir nicht wissen? In dieser Folge finden wir es heraus. Verena nimmt uns mit mit auf eine Zeitreise in die Sprachtheorien von der Antike bis in die Gegenwart. So, buckle up! It's going to be a long - ähm fun! - ride!

    John L. Austin (1955) : How to to things with words
    Judith Butler (1990) : Gender Trouble

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    1 hr 4 min

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Welche Macht hat Sprache? Wie wird Geschlecht gemacht? Zwischen Theorie und Praxis tauchen wir ein in das, was sich zwischen den Worten abspielt — kritisch, verständlich, engagiert.