Sprache. Macht. Geschlecht.

Sprache. Macht. Geschlecht.

By Verena Hofstätter & Jessica AlbrechtSociety & CultureScience
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Sprache. Macht. Geschlecht. episodes

  • Das Phantasma „Gender“
    Wie funktioniert das Schreckgespenst „Gender“ im politischen Diskurs? Wir sprechen mit Judith Butler über Anti-Gender als Phantasma, über Angst, Allianzen, Religion, Nation, Faschisierungstendenzen — und darüber, wie kritische, feministische Praxis trotzdem handlungsfähig bleiben kann.

    In dieser Folge gehen wir der Frage nach, wie „Gender“ im Anti-Gender-Diskurs überhaupt zu einer so wirkmächtigen Bedrohungsfigur werden konnte. Ausgehend von Judith Butlers Who’s Afraid of Gender? lesen wir „Gender“ nicht als klar definierte Theorie oder politische Position, sondern als Phantasma: als eine Projektionsfläche, auf der sehr unterschiedliche Ängste, Konflikte und gesellschaftliche Krisen gebündelt werden. Wir sprechen darüber, wie diese affektive Logik funktioniert – über Verdichtung, Verschiebung, Dämonisierung, semantische Elastizität und die produktive Funktion von Widersprüchen. Dabei wird deutlich, dass es im Anti-Gender-Diskurs weniger um Argumente als um Gefühle, Moral und die Herstellung eines politischen Ausnahmezustands geht.
    Im zweiten Teil der Folge schauen wir uns an, in welche größeren politischen und ideologischen Zusammenhänge dieses Phantasma eingebettet ist: in Debatten um Nation, Reproduktion, religiöse Ordnung, Anti-Intellektualismus und die Angst vor innerer Zersetzung. Dabei geht es auch um die Rolle des Vatikans, um globale rechte und religiöse Allianzen, um die Instrumentalisierung von „Gender“ als angeblichem Kolonialismus und um die Frage, warum unterschiedliche Akteur*innen trotz aller Widersprüche an derselben Bedrohungserzählung mitarbeiten können. Zum Schluss fragen wir, was Judith Butler dieser Politik der Angst entgegensetzt: nicht die Verteidigung von „Gender“ als starrem Begriff, sondern die Verteidigung von Kritik, von offener Zukunft, von Bündnissen – und von der Möglichkeit eines lebbaren Lebens ohne Angst.
    Zum Mitlesen:
    • Butler, Judith (2024) Who's Afraid of Gender. Dublin: Penguin Books/Allen Lane.
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    1 hr 13 min
  • Who's Afraid of Gender?
    Warum wird „Gender“ plötzlich überall als Bedrohung dargestellt? In dieser zu Judith Butlers Who’s Afraid of Gender? sprechen wir über Butler als politische Angriffsfläche, über Anti-Gender als transnationales Muster der Angstpolitik und darüber, warum hier nicht einfach ein Begriff bekämpft wird, sondern eine ganze kritische Tradition. Es geht um moralische Panik, um Demokratie unter Druck — und um die Frage, was politisch mit „Gender“ gemacht wird.
    In dieser ersten Folge unserer vierteiligen Reihe zu Judith Butler lesen wir Who’s Afraid of Gender? als Buch über Gegenwartspolitik. Ausgangspunkt ist die Frage, was passiert, wenn Kritik nicht mehr argumentativ beantwortet, sondern affektiv blockiert wird. Butler zeigt: Das, was heute unter dem Schlagwort „Gender“ bekämpft wird, ist nicht einfach ein einzelner Begriff, sondern eine ganze kritische Tradition — das Infragestellen von Natürlichkeit, Selbstverständlichkeit und Ordnung.Wir sprechen zuerst über Judith Butler selbst: über deren philosophischen Hintergrund, die Rolle von Gender Trouble für die Queer Theory, Butlers jüdische Prägung, die spezifische Personalisierung der Angriffe auf Butler und über die Frage, warum Butler bis heute als Symbolfigur für „postmoderne Theorie“ gelesen wird.

    Im zweiten Teil der Folge fragen wir, warum Who’s Afraid of Gender? gerade jetzt der richtige Text ist. Butler beginnt nämlich nicht mit einer Definition von Gender, sondern mit einer Diagnose: In sehr unterschiedlichen Ländern und politischen Kontexten wird „Gender“ als existenzielle Bedrohung inszeniert — für Kinder, Familien, Religion, Nation und gesellschaftliche Ordnung. Entscheidend ist, dass diese Angst überall ähnlich aussieht. Butler sieht darin ein transnationales politisches Muster.Zum Schluss arbeiten wir drei zentrale politische Funktionen von Angst heraus:
    • Erstens delegitimiert sie feministische, queere und antirassistische Forderungen, indem sie sie als ideologische Angriffe framet.
    • Zweitens verhindert sie demokratische Aushandlung, weil unter Bedingungen von Angst nicht mehr gestritten, sondern abgeschottet wird.
    • Drittens stabilisiert sie autoritäre Machtverhältnisse, weil Kontrolle, Verbote und Repression dann als notwendige Verteidigung erscheinen.
    Die Folge endet mit einer Hausaufgabe: Achtet bis zur nächsten Episode darauf, welche Schreckgespenster sich in Medien und Alltagsdebatten mit „Gender“ verknüpfen.

    Zum Mitlesen:
    • Butler, Judith (2024) Who's Afraid of Gender. Dublin: Penguin Books/Allen Lane.
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    1 hr 5 min
  • Genealogisch durch die Zeit: Wissenschaft als Kritik
    Eine Folge über Genealogie und Kritik von Nietzsche über Foucault und die Frankfurter Schule bis zu Butler und Joan Wallach Scott. Und darüber, warum Moral, Wahrheit und Wissenschaft (und Gender!) historisch geworden sind und deshalb befragt werden müssen.
    Was, wenn das, was wir für selbstverständlich halten, kein ewiges Fundament ist, sondern ein historischer Effekt? Was, wenn auch „Wahrheit“ und „Wissenschaft“ nicht neutral, sondern in Machtverhältnisse eingebettet sind?
    Oder: Wissenschaft als Kritik!
    Wir beginnen mit Nietzsche, der den Wert der Werte selbst angreift, und folgen Foucault, der Genealogie zur Methode macht, um Brüche, Kämpfe und Macht sichtbar zu machen. Kritik wird hier zur Haltung: Wahrheit nach ihren Effekten befragen, Macht nach ihren Wahrheitsansprüchen.
    Mit der Frankfurter Schule rückt die Wissenschaft als Institution in den Fokus: Kritik heißt nicht nur analysieren, sondern gesellschaftliche Verhältnisse infrage stellen.
    Judith Butler und Joan Wallach Scott zeigen schließlich, dass Kritik dort beginnt, wo Gewissheiten reißen – und dass Kritik kein Relativismus ist, sondern die Voraussetzung dafür, anders denken und handeln zu können.
    Texte, die in dieser Folge angesprochen wurden:
    Nietzsche: “Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift” (1887)
    Foucault:
    • “Nietzsche, die Genealogie, die Historie” (1971)
    • “Was ist Kritik” (Original 1978 - publiziert erst 1990)
    • “Was ist Aufklärung” (Vorlesung 1983, Veröffentlichtung 1984)
    Horkheimer und Adorno: “Dialektik der Aufklärung” (1944)Butler: ”What is Critique? An Essay on Foucault’s Virtue” (2000/2002)Scott: “Geschichte schreiben als Kritik” (2019/2007)
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    1 hr 22 min
  • Queer Phenomenology
    „Sexuelle Orientierung“ klingt wie eine Identitätskategorie. Aber was, wenn Orientierung wörtlich gemeint ist – als Ausrichtung im Raum? In dieser Folge denken wir mit Sara Ahmed darüber nach, wie Körper Linien folgen, wie „straight“ zur Norm wird – und warum Desorientierung politisches Potenzial hat. 
    Was ist „sexuelle Orientierung“ eigentlich? Eine Identitätskategorie? Ein Label? Eine Eigenschaft?In dieser Folge lesen wir Sara Ahmeds Queer Phenomenology: Orientations, Objects, Others als radikale Verschiebung: Weg von Orientierung als Identität – hin zu Orientierung als verkörpertem Ausgerichtetsein in der Welt.Ausgehend von der klassischen Phänomenologie (Husserl, Heidegger, Merleau-Ponty) fragen wir:
    • Wie entsteht Welt überhaupt?
    • Von wo aus erscheint sie?
    • Und wem erscheint sie als „nah“, „selbstverständlich“, „gerade“?
    Husserl beschreibt den Leib als „Nullpunkt der Orientierung“ – das „Hier“, von dem aus Dinge sichtbar werden. Merleau-Ponty versteht den Körper als body-subject: als leibliche Perspektive, durch die Nähe, Ferne und Handlungsmöglichkeiten überhaupt erst Sinn bekommen. Heidegger erinnert daran, dass wir uns immer schon in einer vertrauten Welt bewegen – entlang von Gewohnheiten und Praktiken.Ahmed nimmt diese Einsichten auf – und verschiebt sie politisch. Denn wenn Orientierung bedeutet, dass Körper auf bestimmte Dinge ausgerichtet sind, dann ist diese Ausrichtung nicht neutral. Sie folgt Linien. Historischen Linien. Sozialen Linien. Normativen Linien.„Straight“ bedeutet dann nicht nur heterosexuell – sondern gerade. Eine Linie, die vorgibt, wie sich Körper bewegen sollen. Welche Beziehungen selbstverständlich sind. Welche Zukunft plausibel erscheint.Queere Orientierung heißt, diese Linie nicht zu nehmen. Nicht nur im Sinne eines anderen Begehrens – sondern im Sinne eines anderen Weltbezugs. Andere Räume werden begehrbar. Andere Körper werden sichtbar. Andere Zukunft wird vorstellbar.Wir sprechen darüber,
    • wie der Schreibtisch bei Husserl unsichtbare Räume produziert
    • wie Habitualität (Gewohnheit) Welt stabilisiert
    • wie Städte auf bestimmte Körper ausgerichtet sind
    • und warum Desorientierung kein Defizit, sondern eine Möglichkeit ist.
    Queerness erscheint hier als räumliche und soziale Desorientierung: als ein anderes Wenden, Drehen, Sich-Hin-Bewegen.
    Und vielleicht ist genau das politisch.
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    1 hr 17 min
  • After Crenshaw? Intersektionalität mit und ohne Straßenkreuzung
    In dieser Folge dreht sich alles um Intersektionalität: Was heißt Intersektionalität? Wo kommt es her (gibt es vielleicht sogar mehrere Geschichten)? Auf welche Kontexte kann man es anwenden (Verena spricht über Neurodivergenz)? Wie und warum wird es kritisiert und wie kann man es weiterdenken?
    Teilt diese Folge gerne, denn sie ist die perfekte Grundlage für eine Einführung und Weiterführung in das Thema Intersektionalität.

    In dieser Folge nennen wir ganz viel Literatur, die findet ihr hier:
    • Crenshaw, Kimberlé. „Das Zusammenwirken von Race und Gender ins Zentrum rücken. Eine Schwarze feministische Kritik des Antidiskriminierungsdogmas, der feministischen Theorie und antirassistischer Politiken (1989)“. In Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte, herausgegeben von Natasha A. Kelly. Unrast, 2019.
    • Crenshaw, Kimberlé. „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex. A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics“. University of Chicago Legal Forum, Nr. 1 (1989): 139–67.
    Chandra T. Mohanty:
    • “Under Western Eyes. Feminist Scholarship and Colonial Discourses“. Feminist Review, Nr. 30 (1988): 61–88.
    • und M. Jaqui Alexander. Feminist Genealogies, Colonial Legacies, Democratic Futures. Routledge, 1997.
    • Feminism withouth borders. Decolonizing theory, practicing solidarity. Duke University Press, 2003.
    Außerdem:
    • Puar, Jasbir K. Terrorist Assemblages: Homonationalism in Queer Times. Duke University Press, 2007. https://doi.org/10.1215/9780822390442.
    • Collins, Patricia Hill. Intersectionality as Critical Social Theory. Duke University Press, 2019.
    • Rao, Rahul. Out of Time: The Queer Politics of Postcoloniality. Oxford University Press, 2020.
    • Cobbaert, Laurence, Anna Rose Millichamp, Rosiel Elwyn, u. a. „Neurodivergence, Intersectionality, and Eating Disorders: A Lived Experience-Led Narrative Review“. Journal of Eating Disorders 12, Nr. 1 (2024): 187. https://doi.org/10.1186/s40337-024-01126-5.
    • Nash, Jennifer C. Black Feminism Reimagined. After Intersectionality. Duke University Press, 2019.
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    1 hr 17 min
  • Was fehlt dir, um gehört zu werden?
    Wem glauben wir – und wem nicht? In dieser Folge sprechen wir über epistemische Ungerechtigkeit nach Miranda Fricker, über verkörpertes Wissen, Sprachlosigkeit und die politische Kraft des Zuhörens.
    Was passiert, wenn du die Wahrheit sagst – aber dir niemand glaubt? Oder wenn du fühlst, dass etwas nicht stimmt – aber dir die Worte fehlen, um es auszudrücken?In dieser Folge sprechen wir über epistemische Ungerechtigkeit, ein Konzept der Philosophin Miranda Fricker, das erklärt, wie soziale Machtverhältnisse unsere Vorstellungen von Wissen, Glaubwürdigkeit und Erkenntnis prägen. Wir erklären die beiden Formen epistemischen Unrechts – ohne akademisches Vokabular, aber mit vielen Beispielen:
    • Was heißt es, systematisch nicht geglaubt zu werden?
    • Was passiert, wenn Sprache fehlt, um eine Erfahrung überhaupt sagbar zu machen?
    • Und wie hängt das mit Körper, Identität und Macht zusammen?
    Wir sprechen über testimonial injustice, hermeneutical injustice und situiertes Wissen – über das Zusammenspiel von Fricker, Lorde, Standpunkttheorie und feministischer Erkenntniskritik. Und wir fragen: Was braucht es, damit Menschen nicht nur sprechen dürfen – sondern auch gehört werden können?

    Drei Begriffe aus Folge 17, die du mitnehmen kannst:
    • Testimonial injustice – wenn Aussagen entwertet werden, weil sie aus bestimmten Körpern kommen
    • Hermeneutical injustice – wenn Erfahrungen unsagbar bleiben, weil die Sprache fehlt
    • Situiertes Wissen – weil Erkenntnis nie neutral, sondern immer verortet ist
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    1 hr 4 min
  • Your Silence Will Not Protect You
    In Folge 16 sprechen wir über Audre Lorde: Schweigen, Sprechen als Überleben, Kritik an weißem Feminismus, der Kontext von „The master’s tools“ als Kritik am weißen Feminismus, und „The Uses of the Erotic“ als verkörperte Kraft für Erkenntnis und politischen Wandel. 
    In dieser Folge — die an mancher Stelle diesmal mehr ein Hörbuch ist als ein Podcast — sprechen wir über Audre Lorde und ihre verschiedenen Diagnosen von Macht: in Bezug auf Religion und Mythologie, auf Intersektionalität und Differenzen, und auf Erotik. Wir ordnen Lorde kurz ein und gehen dann in ihre zentrale Kritik an weißem Feminismus, der Differenz gern als „Nebensache“ behandelt, während er zugleich von ihr profitiert.
    Wir nehmen außerdem „The master’s tools will never dismantle the master’s house“ im Kontext ernst, als Warnung davor, wie feministische Räume Machtlogiken reproduzieren können. Zum Schluss sprechen wir über „The Uses of the Erotic“: Erotik als verkörpertes Wissen, als inneres Maß für Stimmigkeit, Freude und Integrität, nicht als Inszenierung.
    Wenn euch die Folge hilft, teilt sie, bewertet den Podcast und schreibt uns, welcher Lorde-Satz euch gerade begleitet.
    Das sind die Sammelbände, die wir jeweils in unseren Händen halten:
    • Jessica: Your Silence Will Not Protect You (London: Silver Press, 2017)
    • Verena: Sister Outsider (London: Penguin, 2007)
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    1 hr 37 min
  • Feministische Arbeit: Zwischen Kritik und Fürsorge
    Was braucht es, um Kritik nicht nur zu äußern, sondern auch auszuhalten? In dieser Folge sprechen wir über Sara Ahmeds feminist killjoy survival kit – über Bücher, Zeit, andere Killjoys, Humor und Körper als Werkzeuge feministischer Praxis und Kritik. Es geht um Überleben statt Optimierung, um Fürsorge statt Resilienz und um die Frage, wie Widerstand möglich bleibt, ohne sich selbst zu verlieren.
    Was heißt es, „glücklich“ zu sein – und wer darf es eigentlich sein? In dieser Doppelfolge von Sprache · Macht · Geschlecht nähern wir uns Sara Ahmeds Konzept der feminist killjoy und ihrem Survival Kit für feministischen Widerstand.
    Ausgehend von Ahmeds Analyse des Glücks als normativem Regime zeigen wir, wie Glück gesellschaftlich verteilt wird: als Belohnung für Anpassung, Konformität und Schweigen. Wer diese Ordnung irritiert – etwa Feministinnen, queere Menschen oder rassifizierte Subjekte –, gilt schnell als schwierig, verbittert oder eben als „Spaßverderber*in“.
    Wir verbinden Ahmeds Denken mit Foucaults Begriff der Parrhesia (Wahrsprechen unter Risiko), mit Affekttheorien und mit aktuellen Debatten um antifeministischen Backlash. Dabei wird deutlich: Widerstand ist nicht nur politisch, sondern auch emotional und körperlich anstrengend.
    Im zweiten Teil der Folge wenden wir uns Ahmeds Killjoy Survival Kit zu: Büchern, Dingen, Zeit, anderen Killjoys, Humor, Körpern – und der Frage, wie feministische Praxis aussehen kann, ohne sich selbst zu erschöpfen. Feminismus erscheint hier nicht als Resilienztraining, sondern als Ethik der Wahrhaftigkeit und der Verantwortung füreinander.
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    1 hr 32 min
  • How to be a Feminist Killjoy
    Glücklichsein ist kein Gefühl – es hat System. Sara Ahmed zeigt, warum Unglücklichsein kein persönliches Versagen ist, sondern ein Akt politischer Klarheit – und warum manchmal genau diejenige, die “die Stimmung verdirbt”, am meisten Fürsorge zeigt.
    Glück scheint überall zu sein: im Self-Help-Regal, in Social-Media-Feeds, im stillen Erwartungsdruck, der uns sagt, dass ein „gutes Leben“ ein glückliches Leben sein muss. Aber was heißt eigentlich Glück – und wer darf bestimmen, wie es aussieht? In dieser Folge gehen wir dem Glücksversprechen auf den Grund und beginnen damit, eine scheinbar harmlose Frage umzudrehen: Warum hört sich „Bist du unglücklich?“ so seltsam an?
    Wir knüpfen an die letzten Episoden an – Laclau, Antigenderideologie, Foucault – und fragen, was passiert, wenn Glück zur Norm wird: zu einem Ideal, das Abweichung pathologisiert und kritische Stimmen als Stimmungskiller markiert. Genau an dieser Stelle setzt Sara Ahmed an. Wir sprechen über ihre Biografie, ihre Denkbewegungen und ihre Kritik an einem Glück, das immer schon weiß, heterosexuell, häuslich und konform ist. Über Social-Media-Performances von „echtem Glück“. Über die Frage, warum manche Körper leichter als glücklich lesbar sind als andere. Und natürlich über die Figur der feminist killjoy, die zeigt, dass Widerstand manchmal damit beginnt, die Stimmung zu verderben.
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    1 hr 19 min
  • Wahr/sprechen leicht gemacht
    Was ist Wahrheit – und was hat Michel Foucault damit zu tun? In dieser Folge reden wir über seine drei Phasen (Wissen, Macht, Ethik), über „Regime der Wahrheit“ und parrhesia und fragen, was das für heutige Kämpfe um Gender, Politik und Realität bedeutet.

    Letzte Woche ging es um „Genderideologie“ – diesmal fragen wir: Wie entsteht Wahrheit historisch überhaupt? Wir knüpfen an Laclaus Ideologiebegriff an und holen Foucault ins Boot, um zu verstehen, wie Wissen, Macht und Wahrheit zusammenhängen.

    Wir sprechen über Foucaults Dreisprung Wissen – Macht – Ethik: von Epistemen und Diskursordnungen über Disziplin, Überwachung und Biopolitik bis hin zu Praktiken des Selbst und parrhesia, dem mutigen Wahrsprechen. Dabei geht es immer um Körper: Wer darf sprechen, wer gilt als glaubwürdig, wessen Erfahrungen verschwinden?

    Zum Schluss räumen wir mit zwei Mythen auf: Foucault heißt weder „alles ist relativ“ noch „alles ist nur Sprache“. Wahrheit ist bei ihm wirksam, institutionell organisiert und körperlich eingeschrieben – und genau deshalb politisch brisant, wenn wir über Genderdebatten, Fake News oder Trump reden.
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    1 hr 41 min

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Welche Macht hat Sprache? Wie wird Geschlecht gemacht? Zwischen Theorie und Praxis tauchen wir ein in das, was sich zwischen den Worten abspielt — kritisch, verständlich, engagiert.