Dorothea Christiane Erxleben war die erste promovierte Ärztin in Deutschland. Ihr medizinisches Wissen und ihr Beharren auf Bildungsgerechtigkeit stellten die akademischen Machtstrukturen des 18. Jahrhunderts offen infrage. Ihre Geschichte ist bis heute relevant, weil sie zeigt, wie hartnäckig institutionelle Ausschlüsse verteidigt wurden – und werden.
Geboren 1715 in Quedlinburg, erhielt Dorothea Erxleben eine umfassende medizinische Ausbildung durch ihren Vater, blieb jedoch vom Universitätsstudium ausgeschlossen. Trotz praktischer Tätigkeit als Ärztin wurde sie von männlichen Kollegen angefeindet und öffentlich diskreditiert. Erst nach massiven Angriffen auf ihre fachliche Kompetenz nahm sie ein königliches Privileg in Anspruch, das ihr die Promotion an der Universität Halle erlaubte. Ihre Dissertation schrieb sie ohne reguläres Studium – unter Bedingungen, die für Männer undenkbar gewesen wären. Ihr Weg macht sichtbar, wie Bildung, Geschlecht und Macht systematisch miteinander verknüpft waren.
In dieser Folge sprechen wir über Dorothea Christiane Erxleben als Akteurin akademischer Selbstbehauptung. Es geht um strukturelle Ungleichheit, institutionellen Widerstand und die Frage, warum formale Zugänge bis heute nicht automatisch Gleichberechtigung bedeuten.
Diese Episode gehört zu den frühen Folgen von Starke Frauen und markiert einen wichtigen Schritt in der historischen Einordnung weiblicher Bildungswege.
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Team:
Hosts & Redaktion: Kim Seidler & Cathrin Jacob
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Hinweis: Diese frühe Episode entstand ohne systematische Quellenarbeit.
An dieser Stelle möchte Kim auf folgende Aussagen in dieser Podcastepisode eingehen, die sie beim Smalltalk mit Cathrin in den Raum warf: sie meinte, dass es 7% Frauenanteil in Vorständen (Vorstände und Geschäftsführung) der DAX-Unternehmen (DAX-30, MDAX, SDAX und TecDAX; insgesamt 160 Unternehmen) in Deutschland gibt. Das ist nicht ganz korrekt. Im Jahr 2019 waren es laut dem "Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. sagenumwobene 9,3%. Betrachten wir das Verhältnis der deutschen Bevölkerung von 42 Mio. Frauen zu 41 Mio. Männern in der Datenbank des Statistische Bundesamt im Jahr 2019, so wird klar, dass hier absolut keine Geschlechterparität existiert.
Leider galt die Frauenquote von mind. 30%, also das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst“, nur für Aufsichtsräte. Betrachten wir die DAX-Unternehmen (DAX-30-Unternehmen liegt der Frauenanteil bei Vorständen und Geschäftsführungen bei niedlichen 14,7%. Nach einer Studie von E&Y werden im Jahr 2019 noch zwei von drei Unternehmen (67%) ausschließlich von Männern im Vorstand geführt (https://www.ey.com/de_de/news/2020/01/ey-frauenanteil-in-vorstandsgremien-steigt-weiter-an ) und weiterführend möchte Kim diesen Artikel von Januar 2020 empfehlen: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/frauen-in-dax-vorstaenden-das-sind-die-30-maechtigsten-managerinnen-deutschlands/. Dann behauptete Kim noch, dass Sheryl Sandberg bei Facebook die Frauenparkplätze einforderte, tatsächlich war es bei Google. Kim möchte hier folgendes Buch empfehlen: "Lean In: Women, Work, and the Will to Lead" .
Photo Credit: Zeitgenössisches Portrait, Quelle: Universität Halle