In ihrem Comic-Essay "Das Orakel spricht" formuliert Liv Strömquist eine Kritik an der neoliberalen Selbstoptimierungs-Ideologie und wendet diese auch gegen einige Formen und Grundbegriffe der Therapie. In der genauen Analyse zeigt sich jedoch, dass diese Problematisierung der Therapie in weiten Teilen fehlschlägt, das aber aus interessanten Gründen. Ich versuche mich an einer Rekonstruktion der interessantesten Punkte und einer kritischen Besprechung ihrer Argumente. Ist Therapie als Dienstleistung, die auf dem freien Markt gehandelt wird, problematisch, weil sie einer Marktlogik folgt? Lassen sich Gefühle zweckrational kontrollieren? Ist Gesundheitsverhalten und das quantitative Fitness-Tracking nichts als der Ausdruck einer "digitalen Hypochondrie"?