"Die DDR zweimal gelebt"
Kolloquium in Memoriam Wilfriede Otto (20. September 1933 - 2. Februar 2015)
Thomas Klein: über eine unverhoffte Begegnung und was daraus wurde ...
Wie kaum eine andere Historikerin stand Wilfriede Otto für eine kritische linke Kommunismusforschung. Ihre Bücher fanden dabei auch außerhalb der Linken Anerkennung, vor allem die voluminöse Mielke-Biographie. Dieser Respekt gegenüber einer Historikerin, die auch schon vor 1989 in der DDR als solche gearbeitet hat, war hart erarbeitet. Wilfriede Otto stieß mit ihrer Kritik am Stalinismus, mit der Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen und kommunistischer Fehler innerhalb des linken Lagers nicht nur auf Begeisterung. Doch im Namen des Marxismus begangenes Unrecht als solches zu benennen und gleichzeitig den Sozialismus als Ideal nicht aufzugeben, dafür stand Wilfriede Otto. Unter dieser Maxime steht auch das Kolloquium.
Zeitzeugen, Weggefährten und Historiker berichten über Wilfriede Ottos Forschungen und über ihr Ringen um (linke) Geschichtsbilder. Dass es in der Veranstaltung allerdings nicht nur um sie, sondern um das grundsätzliche Problem linker Kommunismusforschung geht, versteht sich.