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Tagsüber geht es in der Münchner Bahnhofsmission sehr lebhaft zu. Menschen sitzen im Aufenthaltsraum, essen Brote, trinken Tee und ruhen sich aus. Andere warten draußen im Eingangsbereich auf die Beratung bei einer Sozialarbeiterin. Da ist die Frau mit Demenz, die nicht mehr zurück in ihr Heim findet oder der junge Mann, der kein Geld und keinen Schlafplatz hat. Um 21:30 Uhr aber ändert sich das Gesicht der Bahnhofsmission. Die letzten Gäste werden nach draußen gebeten, der Speiseraum leergeräumt und die Eingangstür verschlossen. Nun ist die Bahnhofsmission ein Schutzraum für Frauen, die obdachlos sind, vor häuslicher Gewalt fliehen oder auf Reisen am Bahnhof gestrandet sind. Zwei Ehrenamtliche kümmern sich um sie, geben aber natürlich durch ein Fenster am Eingang weiter Essen und Trinken aus. Wir haben sie eine Nacht lang begleitet.
Der Fachkräftemangel trifft den sozialen Sektor stark. Das gilt vor allem für die Bereiche Pflege und Erziehung. Wer sich allerdings bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Beispiel der Caritas oder des Katholischen Jugendsozialwerks umhört, merkt schnell, wie gerne sie für die Verbände arbeiten. Sie bestätigen die Dinge, mit denen die Verantwortlichen für neue Arbeitskräfte werben: ein familienfreundliches Umfeld, menschlicher Umgang im Sinne der christlichen Werte und moderne Arbeitsbedingungen.
Ruth Back ist beim Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) in München für die Personalentwicklung zuständig. „Schwierig“, sei die Personalsituation. Nicht nur beim SKF, sondern bei nahezu allen Sozialverbänden. „Es gibt insgesamt mehr Stellen als Bewerberinnen.“ Besonders Krippen und den Erziehungsbereich betreffe das. „Wir können manche Gruppen deswegen gar nicht erst eröffnen.“ Auch Schichtarbeit würde viele Bewerberinnen abschrecken. Und doch hätten Verbände wie der SKF viel zu bieten, sagt Back. „Wir wollen ein moderner und flexibler Arbeitgeber sein. Das fängt bei der Homepage an, die die Bewerber meist als erstes wahrnehmen.“ Flexible Arbeitszeiten, ein gutes Arbeitsklima und genügend Zeit für die Einarbeitung – auf all das legt Ruth Back Wert. Ähnlich handhaben das auch andere Verbände, wie zum Beispiel das Katholische Jugendsozialwerk. Auch Vertreter des KJSW sind in der Sendung zu Gast und berichten von ihren Strategien.
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