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Das Verhältnis von China und den USA zählte in den vergangenen Jahren zu den Dauersorgen der Börsianer. Donald Trump hatte das Kräftemessen der Wirtschafts-Supermächte immer wieder wie einen Showdown inszeniert. Mit Joe Biden im Weißen Haus ist die Show vorbei, doch das große Finale steht noch aus.
Beide Seiten wollen zurück zu einer Normalität jenseits von Handelskriegen und gegenseitigen Beschimpfungen. Einfacher gesagt als getan. China will nicht mehr der Dämon sein und sieht sich auf Augenhöhe mit den USA. In dieser Woche übergaben chinesische Offizielle eine Liste mit Forderungen, um die Beziehungen zu normalisieren. Joe Biden sieht sein Land in einer Position der Stärke – und findet sich in einer anderen Welt wieder: Veränderungen forderte der Westen bislang immer von China – nicht umgekehrt. Doch China legte seinen im Ausland gelisteten Unternehmen jetzt Fußfesseln an. Das Signal ist eindeutig: Auch für den Kapitalmarkt muss die Wall Street nicht zwingend das Maß der Dinge sein.
Europa steht dabei immer etwas im Abseits, sagt Professor Horst Löchel, Leiter des Sino-German Centers ander Frankfurt School of Finance and Management. Auch hierzulande ist es Zeit, das Verhältnis zu China neu zu denken, so sein Fazit im Trader’s Weekend.
Europa will jetzt ernst machen mit dem Green Deal und einer echten Klimapolitik. Fit for 55 heißt das Programm, das die Europäische Union bis 2050 klimaneutral machen soll. Viele Beobachter zollen Ursula von der Leyen und ihren Mitstreitern dafür Respekt. Doch es regt sich auch Widerstand. So spricht der Wirtschaftsrat, der von der Leyens eigener Partei, der CDU, nahesteht, von einem Programm zur Deindustrialisierung von Europa.
An Börsen reagierte man am Tag der Verkündung durchaus positiv. Der DAX erklomm ein ein neues Rekordhoch, doch dann ging es abwärts. Zum Wochenschluss steht ein Minus von knapp einem Prozent zu Buche. Gewinnmitnahmen, hieß es auf dem Parkett.
Das Gegenteil von „gut“ ist eben manchmal auch „gut gemeint“. Und mit dieser Analyse stehen vor allem die Grünen unter Beschuss. Professor Friedrich Heinemann vom ZEW in Mannheim sieht vor allem die Steuerpläne der Partei kritisch. Wer eine Wirtschaft umsteuern will, muss das auch attraktiv machen, so sein Fazit im Trader’s Weekend.
Ist es noch eine Aufholjagd, oder streben die Kapitalmärkte in eine ungekannte Hausse in der Nach-Corona-Zeit? Die Inzidenzien stiegen zuletzt zwar wieder bedrohlich an. Doch die Kauflust an den Börsen bremste das zuletzt nur kurzfristig. Wir bewegen uns auch immer noch im Bereich der Chancen, sagt Folker Hellmeyer, Chefanalyst bei der Anlageboutique Solvecon in Bremen.
Die Dividendenrendite bewege sich um ihren Durchschnittswert, seit es den DAX gibt. Und das obwohl Zinspapiere auf absehbare Zeit keine Alternative sind. Und die Währungshüter von der EZB haben sich in dieser Woche mit ihrem ersten Strategiewechsel seit 20 Jahren erneut Spielraum für die Fortsetzung der lockeren Geldpolitik geschaffen.
Steht die Frage, wie politisch die Börsen sind. Denn einige Beobachter sehen eine gewollte Förderung hoher Aktienkurse – auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahl. Eine Frechheit, findet Folker Hellmeyer in unserem Gespräch.
Allmählich kehrt so etwas wie Ruhe ein, auf den Parketts der Welt. Die Börsen haben die Pandemie „eingepreist“ – und die darauffolgende Erholung auch. Und der Blick nach vorn wirft Fragen auf: Wie viel der Euphorie aus den vergangenen Monaten ist berechtigt, welche Gefahr geht von den inflationären Tendenzen aus, vor allem aber wie gefährlich ist die Delta-Variante des Corona-Virus auch für die ersehnte gesellschaftliche und wirtschaftliche Normalität?
Fest steht, die Krise hat ihr Überraschungsmoment verloren. Doch der nächste Schlag ins Kontor droht mit der Gewöhnung an die Gefahr. Davor zu bewahren ist die Aufgabe von Krisenmanagern. Torsten Rössing gehört zu den besten, die man in Deutschland heuern kann. Der Co-Chef der Beratung Ewald und Rössing sieht derzeit noch reichlich Handlungsbedarf. Denn viele Chancen, die Pandemiefolgen abzumildern, seien nicht genutzt worden sagt er. Um so wichtiger sei es jetzt, nicht nur auf das Sonnenschein-Szenario vorbereitet zu sein.
An Börsen werden Erwartungen gehandelt. Aber das letzte, was Anleger dort erwarten können, ist Sicherheit. Vor diesem Hintergrund schielen viele auf die Verheißungen neuer Technologien. Schnelle Rechner und Seen von Daten sind in vielen Bereichen des Lebens schon jetzt Basis für predictive Analysis – die vorhersagende Analyse. Warum nicht auch am Aktienmarkt?
Diese Woche hätte sich angeboten – mit heftigen Schwankungen bei den Aktienkursen, Rekordständen in New York, aber eher lahmer Schlusstendenz bei DAX und MDAX.
Christian-Hendrik Knappe arbeitet bei der Fels-Group, einem Fintech, dass sich mit Vermögen, Geldanlage und Sparen in einer digitalen Welt befasst. Doch er ist kein klassischer Startup-Vertreter. Seine Karrierestationen waren unter anderem als Börsenhändler bei der Euwax in Stuttgart, und der Deutschen Bank. Dort half er allerdings mit xtrackers schon mit, den Handel der Bank „digitaler“ zu machen.
Technologie und Börse – unser Gesprächsthema mit dem Wandler zwischen den Finanzwelten.
Ein Jahr ist es Jahr, dass wir mit Carsten Brzeski, dem Chefvolkswirt bei der ING im deutschsprachigen Raum an dieser Stelle gesprochen haben. Damals war der Schock über den Corona-Crash noch frisch und die Frage groß, wie kommt die Wirtschaft aus diesem Einbruch heraus.
Doch während die Politik derzeit um den richtigen Weg in eine wie auch immer geartete Normalität ringt – hin und her gerissen zwischen anhaltender Vorsicht und den sehnlich erwarteten Lockerungen – scheint die Perspektive der Wirtschaft klar zu sein. Aufwärts geht’s. Anfang der Woche der DAX wieder auf Rekordkurs. Zum Ende der Woche relative Gelassenheit am großen Verfallstag, dem sogenannten Hexensabbat.
Dabei tauchen neue Unsicherheitsfaktoren auf. Inflation ist ein Stichwort. Ein weiteres sind die so genannten Klima-Aktivisten, die verstärkt die Auseinandersetzung mit der Wirtschaft suchen. Zuletzt mit der EZB, der sie die Pflicht zu einer grünen Geldpolitik auferlegen lassen wollen.
Alles Themen, die Carsten Brzeski im Blick halten muss. Daher an ihn die Frage, wie berechtigt ist der derzeitige Optimismus an den Kapitelmärkten?
Frauen sind längst keine Ausnahmen mehr am Kapitalmarkt. Und doch sind sie unterrepräsentiert, sagt Andrea Fernandez. Ein Grund ist nach ihrer Ansicht die Unsicherheit, weil vermeintlich das Wissen über Börse und Geldanlage fehlt. Die ehemalige Wall Street-Bankerin Andrea Fernandez hat deshalb jetzt Alice eingeführt, eine App, die speziell Frauen Finanzwissen vermitteln und später sogar den Weg in die Geldanlage ebnen soll.
Female Finance ist das Stichwort. Und das scheint so aussichtsreich, das Startup-Größen wie Verena Pausder und Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer in das Unternehmen hinter der Alice App investiert haben. Andrea Fernandez erklärt im Trader's Weekend die Hintergründe für die App, was Männer und Frauen in der Geldanlage unterscheidet - und warum es beide Seiten braucht für das bessere Ergebnis. Sowohl im Berufs- wie auch im Privatleben.
Der DAX ist mit einem neuen Rekordhoch in den Juni gestartet. Sinkende Corona-Zahlen machen es möglich, und anhaltende Inflationsängste treten in den Hintergrund. Es ist eine Lust an Normalität zu spüren, und Normalität heißt für viele Anleger: es geht aufwärts am Kapitalmarkt. Vor allem Aktien profitieren und ziehen eine ganz neue Generation von Investoren auf das Parkett. Junge Leute nutzen Neo-Broker und feiern auf neue Weise eine der ältesten Formen der Geldanlage. Nicht zuletzt, weil Alternativen fehlen, solange die Zinsen faktisch nicht existieren. Daran wird sich so schnell nichts ändern, prognostiziert Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege bei Shareholder Value Management. Zugleich warnt er aber vor möglichen – und wahrscheinlichen - Korrekturen.
Der Mai hat noch einen Börsentag, doch schon jetzt heißt es, der Monat sei anders gelaufen als in anderen Jahren. Sell in May and go away, die alte Börsenweisheit scheint ausgedient zu haben. Der DAX hat seit Monatsbeginn zugelegt, ebenso die anderen Indizes.
Beginnt jetzt also die langersehnten Aktienkultur, oder Ausdruck von Alternativlosigkeit, weil sich für Sparer kaum mehr andere Anlagen rentieren? Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte, sagt Robert Halver von der Baader-Bank. Notenbanken bezeichnen die Rückkehr der Inflation als „transitorisch“, somit werde sich bei den Zinsen wenig bewegen. Und alternative Assets wie Bitcoin und andere Crypto-Währungen seien für die breite Masse zu spekulativ, so der Kapitalmarkt-Experte.
Die breite Masse müsse aber für das Alter vorsorgen – und da führe an Aktien kein Weg vorbei.
Wenn zu Pfingsten die Aussendung des Heiligen Geistes gefeiert wird, könnten in der Finanzgemeinde vor allem die Jünger der Technologiewerte auf höhere Eingebung hoffen. Trotzdem sich viele Börsen nach dieser turbulenten Woche vielfach ins Plus retteten – der lange Höhenflug der Techwerte hat in dieser Woche einen weiteren Dämpfer bekommen. Die Rückkehr von Inflation und Zins durchkreuzt Wachstumsträume. In den Augen von Professor Lutz Johanning ist das aber auch die Rückkehr zur Normalität. Der renommierte Kapitalmarktbeobachter und Lehrstuhlinhaber an der WHU sieht die langfristigen Geschäftsmodelle nicht in Frage gestellt. Gefahr für das vorsichtig aufkommende Kapitalmarkt-Interesse der Deutschen fürchtet er eher aus einer anderen (kryptischen) Richtung – und gibt im Trader’sWeekend eine kleine Lektion in Value Investing.
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