Walk & Talk mit Ida
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Walk & Talk mit Ida episodes

  • Jung werden. Jünger werden in 12 Minuten?

    Spaziergang 36: Jung werden. Jünger werden in 12 Minuten?

    Hallo und herzlich willkommen zu unserem gemeinsamen Spaziergang heute! Heute geht es mal ums Thema jung werden. Du hast es richtig – nicht alt werden, sondern jung werden! Ist es nicht fantastisch, wenn es so eine Art Jungbrunnen gibt, irgendwas was du tun kannst und dann wirst du zumindest genetisch oder besser gesagt epigenetisch gesehen jünger? Wäre das nicht fantastisch, wenn du diese ganzen negativen Effekte von Stress wieder zurückdrehen kannst, wieder wegkriegen kannst?

    Klingt fast schon zu gut um wahr zu sein, oder? Ist dir das schon mal aufgefallen, wenn man manchmal Leute gleichen Alters sieht und der eine sieht echt viel jünger aus als der andere. Der bewegt sich anders, der verhält sich anders. Und wie kriegt man das hin?

    Und das, was ich dir heute vorstellen möchte, ist sehr gut wissenschaftlich untersucht, unter anderem von der University of California und von einer großen Alzheimer-Stiftung. Und natürlich findest du die wissenschaftlichen Studien wieder in den Shownotes, die will ich dir natürlich nicht vorenthalten.

    Aber was ist das denn genau? Das Ganze heißt Kirtan Kriya. Okay, das sagt jetzt erstmal nicht ganz so viel. Es ist nichts zum Schlucken, nichts zum Spritzen und nichts zum Rauchen. Sorry, du musst es tatsächlich machen. Dauert etwa zwölf Minuten am Tag. Und du brauchst ansonsten eigentlich nichts Besonderes außer diesen zwölf Minuten.

    Und was hat man jetzt rausgefunden? Man hat das wie gesagt wirklich gut untersucht. Man hat das einmal in Bezug auf Gedächtnis als Schutzmaßnahme vor Alzheimer getestet und da wirklich tolle Ergebnisse gefunden.

    Aber was ich noch viel spannender finde ist, gerade im Businessleben ist man häufig gestresst, und die Leute, die viel gestresst sind, da habe ich immer das Gefühl, die fangen irgendwann an älter auszusehen. Ausgelaugt und… Ich erinnere mich noch an die Zeit, dass ich meinen Burnout hatte. Ich sah wirklich schrecklich aus. Mal ganz ehrlich, ich sah gefühlt zehn Jahre älter aus.

    Und umso weiter ich wieder weg bin von meinem Burnout, umso mehr fühle nicht nur ich mich wohler, sondern habe ich auch das Gefühl, ich werde einfach wieder jünger. Und so kannst du das auch anstellen, und ein sehr gutes Rezept ist dieses Kirtan Kriya.

    Ich finde es selber sehr angenehm übrigens zu machen, aber lass dich selber überraschen. Wir werden das nächste Woche hier mal als Übung machen. Nein, das ist nicht esoterisch. Wie gesagt, es ist sehr gut untersucht.

    Und das interessanteste Ergebnis, was ich finde, ist, dass man herausgefunden hat: Bei Leuten, die gestresst sind – und das war untersucht an Leuten, die ihre Angehörigen pflegen, die wirklich eine heftige Belastung haben –, da hat man festgestellt, dass die 43% mehr sogenannte Telomeraseaktivität haben.

    Und die Telomerase, die repariert sozusagen die Schutzkappen unserer Chromosomen, und umso besser diese Chromosomen repariert sind, diese Schutzkappen, umso besser funktioniert das Ablesen unserer DNA und damit auch die Proteine, die hergestellt werden. Und alles, was dahinter kommt und was dafür sorgt, dass wir eben im Grunde jünger sind in unserem Körper.

    An der Telomerase kann man halt auch herausfinden, wie alt Leute schon sind. Das heißt, wenn diese wieder geschützt werden, dann hat das einen sehr positiven Effekt.

    Und die Stressgene, diese Entzündungsgene, die damit einhergehen – das nennt man dann ganz cool Nuclear Factor Kappa B Pathway, brauchst du dir jetzt nicht zu merken. Auf jeden Fall, das ist ein Schalter, der wird auch noch umgelegt. Das heißt, in dieser Forschung rund um Kirtan Kriya hat man die höchste jemals gemessene Anstieg der Telomerase-Aktivität und einen ganz heftigen Anstieg beziehungsweise Verbesserung, muss ich sagen, in diesem Entzündungshauptschalter gefunden.

    Klingt das nicht fantastisch? Zwölf Minuten am Tag! Ich bin mir sicher, wenn du möchtest, findest du die tatsächlich. Wenn du möchtest. Und das ist nämlich genau die Sache. Wenn du Lust hast, ich werde auf jeden Fall die Übung mal mit dir machen. Ich denke, dass es nächsten Montag schon klappen wird. Müssen wir mal schauen.

    Und wenn du Lust hast, baue sie in deinem Tag ein. Insgesamt wurden 80 wissenschaftliche Studien schon darüber gemacht. Und es gibt sogar Belege aus dem Bereich des Neuroimaging, von Bildern, die vom Gehirn und der Gehirnaktivität gemacht werden. Und auch daran kann man eben feststellen, wissenschaftlich belegt, wie gut das wirkt.

    So, jetzt lasse ich dich weiterhin zappeln, wie das Ding heißt. Kannst du nachlesen in den Shownotes, da kannst du selber schon mal gucken gehen. Es ist tatsächlich eine Meditation, eine ganz spezielle Meditation. Aber auch eine, finde ich, die man sehr gut umsetzen kann.

    Und um das jetzt weiterhin ganz straight in Richtung Jugend weiter zu treiben, ist die Frage des Tages: Woran merkst du denn, dass du dich jung fühlst? Dass du einen guten Tag hast, an dem du dich jünger fühlst? Was in dir, an dir, mit dir, um dich – woran merkst du das?

    So, und damit wünsche ich dir einen wunderschönen Spaziergang. Pauli spielt hier mal wieder mit einem Stock, aber wir haben Glück, er hat uns noch nicht umgehauen damit. Und mach's gut. Ich freue mich, dich morgen wieder hier mit dabei zu haben.

    Literatur:

    Alzheimer's Research and Prevention Foundation. (n.d.). Kirtan Kriya Published in Kernersville Magazine. https://alzheimersprevention.org/kirtan-kriya-published-in-kernersville-magazine/

    Alzheimer's Research and Prevention Foundation. (n.d.). Kirtan Kriya Yoga Exercise. https://alzheimersprevention.org/research/kirtan-kriya-yoga-exercise/

    ClinicalTrials.gov. (n.d.). Memory Training Versus Yogic Meditation Training in Older Adults with Subjective Memory Complaints and MCI. Identifier NCT01983930. https://clinicaltrials.gov/study/NCT03503669

    Falser-Müller, J. G. W., et al. (2017). Effects of Mind-Body Interventions on Gene Expression: A Systematic Review. Frontiers in Immunology, 8, 670. https://www.frontiersin.org/journals/immunology/articles/10.3389/fimmu.2017.00670/full

    Healsens. (n.d.). Kirtan Kriya – Sa Ta Na Ma: A Scientifically Proven Practice for Brain and Emotional Health. healsens.com. https://healsens.com/kirtan-kriya/

    Jefferson Health. (n.d.). Yes, Meditating Can Reverse Cognitive Decline. Here’s How. Jefferson Health. https://www.jeffersonhealth.org/your-health/living-well/yes-meditating-can-reverse-cognitive-decline-heres-how

    Juniper Publishers. (n.d.). Yoga as Advanced Cognitive Training: How Kirtan Kriya In Kundalini Yoga Changes the PTSD Brain. Juniper Publishers. https://juniperpublishers.com/jyp/JYP.MS.ID.555722.php

    Khalsa, D. S. (2015). Stress, meditation and Alzheimer's disease prevention: Where the evidence stands. Journal of Alzheimer's Disease, 48(4), 1157-1168. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26445019/

    Krucoff, M. (2016, June 14). Yoga and Kirtan Kriya Meditation Bolster Brain Functioning. Psychology Today. https://www.psychologytoday.com/us/blog/prime-your-gray-cells/201606/yoga-and-kirtan-kriya-meditation-bolster-brain-functioning

    Lavretsky, H., Epel, E. S., Siddarth, H., et al. (2013). A pilot study of yogic meditation for family dementia caregivers with depressive symptoms: Effects on mental health, cognition, and telomerase activity. International Journal of Geriatric Psychiatry, 28(1), 57–65. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22407663/

    Maddegoda Gedara Wasantha Ramya Kumari, H. K. B. M. S., et al. (2021). A review on therapeutic effect of kirtan kriya yoga. International Journal of Health Sciences and Research, 11(1), 241-245. https://www.ijhsr.org/IJHSRVol.11Issue.1_Jan2021/IJHSR35.pdf

    UCLA Health. (2024). New UCLA Health study finds Kundalini yoga provided several benefits to cognition and memory for older women at risk of developing Alzheimer's disease…. Reddit.com. https://www.reddit.com/r/science/comments/1b0gu6g/researchfoundkundaliniyogaprovided_several/

    Walling, C. (n.d.). Forschungsergebnisse Kirtan Kriya. Haus für Yoga. https://haus-fuer-yoga.de/wp-content/uploads/2018/05/Forschungsergebnisse-Kirtan-Kriya.pdf

    Disclaimer:

    Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

    Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

    Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

    Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.

    7 min
  • Spüren. Was spürst du unter deinen Füßen? (Übung)

    Spaziergang 35: Spüren. Was spürst du unter deinen Füßen? (Übung)

    Hallo und herzlich willkommen zu unserem heutigen Spaziergang. Vielleicht ist es dir aufgefallen - gestern gab es keine Folge "Walk & Talk mit Ida". Das hat damit zu tun, dass meine Erkältung mich noch mal platt gelegt hat. Aber ich freue mich, dass wir heute wieder zusammen gehen. Gehen tun wir nicht wirklich.

    Ich sitze hier nämlich. Ich sitze mitten im Wald auf einem Baumstumpf, höre wie da gerade doch noch ein Flugzeug über mich drüber fliegt, aber ich hoffe, gleich ist es weg. Wir werden nämlich zusammen eine kleine Übung machen, zumindest wenn du möchtest. Das ist ein neues Format, das es gibt, und zwar normalerweise montags, in dem ich dir anbieten möchte, eine kleine Übung zu machen.

    Mir ist total wichtig, dass das, was wir hier machen, weiterhin Inspiration bleibt und dass du die Übung bitte nur dann machst, wenn es dir wirklich gefällt. Wenn du das Gefühl hast: "Ja, das ist was, was ich machen möchte" und wenn es dir gut tut.

    Und damit würde ich sagen, fangen wir mal an. Egal wo du gerade bist, ob du wie ich irgendwo sitzt, ob du gehst, ob du stehst, was auch immer du machst - du kannst immer mitmachen.

    Spüre als erstes, wie deine Füße auf dem Boden sind.

    Versuche die Stelle zu spüren, an der deine Füße den Boden berühren und schau, wie sich das anfühlt. Was spürst du?

    Spürst du ein bisschen Druck, wo die Füße den Boden berühren? Vielleicht ist es dort ein bisschen wärmer. Was es auch ist, nimm es einfach wahr.

    Als nächstes: Nimm alle anderen Stellen wahr, an denen dein Körper Kontakt hat. Ich sitze hier, nehme also wahr, wie ich auf diesem Baumstamm sitze, und ich nehme auch hier wahr, wie der Kontakt sich anfühlt.

    Als nächstes darfst du mal ganz entspannt und tief einatmen und wieder ausatmen.

    Und bei der nächsten Einatmung darfst du auch das wahrnehmen, ganz bewusst, was du spürst - vielleicht den Zug in deiner Nase, vielleicht wie sich dein Brustkorb oder dein Bauch ausdehnt - und versuch das mal weiter.

    Und jetzt kommt der letzte Teil dieser kleinen Übung. Du darfst mal hören, was um dich herum passiert. Was geschieht? Was hörst du alles? Ich höre hier den Wind. Ab und an höre ich in der Entfernung ein Auto. Manchmal raschelt es hier im Wald. Was hörst du?

    Wie ist das für dich, die Dinge wahrzunehmen? Dein Kontakt mit dem Boden, deine Atmung - ja, alles Dinge, die in dir geschehen. Und dann das Hören, was ein Stück weit außerhalb von dir ist, sich aber durch deine Wahrnehmung in dir spiegelt.

    Und damit will ich die Übung auch schon wieder beenden. Eine ganz kleine Wahrnehmungsübung von verschiedenen Teilen - deiner Füße, vielleicht noch anderer Stellen deines Körpers, deiner Atmung und deines Hörens. Gerade wenn man gestresst ist, kann einen diese ganz kleine, häufig ganz kurze Übung vielleicht ein bisschen ins Hier und Jetzt zurückholen.

    Wenn du Lust hast, versuch es mal, sag mir, wie es bei dir war, und an Montagen bekommst du von mir verschiedene kleine Übungen zum Bewusstwerden, zum Spüren - ja, vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken. Vielleicht kommen mal ein paar andere Arten von Fragen. Auch das sind Übungen. Vielleicht bewegen wir uns auch manchmal ein bisschen. Mal schauen.

    Ich würde mich freuen, wenn du mir sagst, wie du es findest und wie es für dich ist, jetzt diese erste ganz kleine Wahrnehmungsübung zu machen. Morgen gibt es wieder das normale Format mit der Info und der Frage, und ich freue mich auf dich.

    Mach's gut!

    Disclaimer:

    Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

    Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

    Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

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    7 min
  • Macht. Verhindert Philosophie Machtmissbrauch?

    Spaziergang 34: Macht. Verhindert Philosophie Machtmissbrauch?

    Hallo und herzlich willkommen zu unserem philosophischen Sonntagsspaziergang hier im Westerwald. Schön, dass du wieder dabei bist. Es geht heute nochmal um das Thema Macht und was die Macht mit den Menschen macht. Und nachdem wir uns das ganze Thema am Freitag psychologisch angeschaut haben und gestern eine historische Perspektive hatten, möchte ich heute den philosophischen Blick auf das Thema Macht machen.

    Und es gibt, glaube ich, keinen Menschen, der besser über das Thema Macht sprechen kann, als Marcus Aurelius. Marcus Aurelius war nicht nur ein stoischer Philosoph, einer der drei Großen die wir kennen, sondern er war auch römischer Kaiser. Und nicht irgendein Kaiser, sondern ein Kaiser, der 19 Jahre lang, von 161 nach Christus bis 180 nach Christus über ein riesiges römisches Reich geherrscht hat.

    Falls du dich an die Folge gestern erinnerst mit Cäsar - er war ein Nachfolger, ein direkter Nachfolger Cäsars. Kam durch Adoption in seine Rolle, war aber schon seit seinen Kindertagen… ach Pauli du spielst hier wieder mit dem Stock, ne? Marcus Aurelius war schon seit seinen Kindertagen auf der einen Seite ein begeisterter Kämpfer, der den Schwertkampf und alles andere gelernt hat, aber auf der anderen Seite ein begeisterter Philosoph, der von seinen Lehrern in verschiedensten Philosophierichtungen, aber insbesondere auch in der Stoik unterrichtet wurde.

    Pauli wenn du so weitermachst mit dem Riesenstock. Letztes Mal ging das nicht gut aus. Ich glaube, da habe ich auch gerade Podcast aufgenommen. Na ja, schauen wir mal. Er war, wie gesagt, auf der einen Seite ein Kämpfer der sich im Kampf auskannte. Und auf der anderen Seite ein Philosoph. Eine interessante Kombination. Und dann eben der mächtigste Mann seiner Zeit. Alleinherrscher über das Römische Reich. Er hat Kriege geführt gegen die Parther und gegen die Germanen. Das heißt, er hat viele Jahre im Feldlager verbracht. Und was macht jetzt ein Mensch, ein Philosoph in dieser Situation? Er überlegt sich, was das mit der Macht eigentlich ist.

    Und wie er damit umgehen kann. Seine Art damit umzugehen war es übrigens, seine Selbstbetrachtungen zu schreiben, sich auch im Feldlager, auch in den schwierigsten und kritischsten Zeiten, in denen er die meiste Macht hatte, auch darüber über Leben und Tod von Menschen, so gut es eben ging, in Demut zu üben.

    Er hat in diesen Selbstbetrachtungen versucht, sich als Mensch zu betrachten und philosophisch über sich und seine Situation und die Welt nachzudenken. Und dieses Buch ist übrigens wirklich sehr, sehr empfehlenswert. Aber wie hat er jetzt darüber gedacht, dieser römische Kaiser da im Feldlager? Auf der einen Seite hat er über die Macht in dem Menschen selber nachgedacht.

    Das ist eine ganz klassische stoische Idee, dass du nämlich die Macht, die du hast, immer in dir liegen hast, indem du Macht darüber hast, welche Entscheidungen du triffst. Und du immer verschiedene Möglichkeiten für Entscheidungen hast. Das heißt, die einzige Macht, die du als Mensch hast, liegt eigentlich in dir, in deinen Entscheidungen.

    Und das war sehr wichtig für ihn. Denn dort entscheidet man auch, ob man tugendhaft handelt oder ob man das nicht tut. Und es gab verschiedene wichtige Tugenden für ihn. Und das ist unter anderem Gerechtigkeit, aber auch Mäßigung und zusätzlich Tapferkeit und Weisheit. Das heißt, er sagt in seinen Entscheidungen, kann er sich entscheiden, nach diesen Tugenden zu handeln oder eben nicht.

    Und er hat in seinem Leben mehr als genug Machtmissbrauch erlebt, sowohl in der Geschichte vor ihm, als auch um ihn herum. Menschen, die Macht missbraucht haben. Und er sagt ganz klar, das kommt durch ihre inneren Entscheidungen. Wenn sie sich nicht für die Tugenden entscheiden, sondern für andere Werte, dann kann es zu Machtmissbrauch kommen.

    Denn er geht davon aus, und das ist ein anderer ganz wichtiger Punkt, dass die Macht, die wir haben, erstmal neutral ist. Die Macht selber ist weder gut noch schlecht. Genauso wie sie das über Geld denken. Geld kann positiv oder negativ eingesetzt werden. Erstmal ist es neutral. Und so ist es eben auch mit der Macht.

    Das heißt, die Entscheidung, ob ich Macht missbrauche oder ob ich sie sinnvoll einsetze, die fällt in mir, in meinem Innersten, in der Art und Weise wie ich entscheide und wie ich daraufhin handle. Und viel mehr ist es erstmal nicht. Eine ganz, ganz simple Logik. Ich habe in mir die Möglichkeit, mich für bestimmte Werte zu entscheiden. In meinen Entscheidungen, diese Werte zu respektieren und umzusetzen.

    Und die erstmal neutrale Macht, die draußen ist, wird dadurch entweder positiv eingesetzt oder sie wird missbraucht. Ob das für uns Menschen immer so einfach ist, ist dann natürlich eine ganz andere Frage. Wenn wir an die Folge vom Freitag zurückdenken und die ganzen psychologischen Experimente und die Hirnscans und alles, was da besprochen wurde, dann konnte man merken, dass Menschen sehr, sehr schnell, eigentlich instant, innerlich darauf reagieren, indem sie ein Stück weit Empathie verlieren, indem sie Regeln plötzlich anders auslegen und so weiter, wenn sie Macht bekommen.

    Ihr Verhalten ändert sich. Und gerade deshalb pocht eben Marcus Aurelius auf diese Tugenden. Dass wenn man schon vorher nach diesen Tugenden lebt, man auch im Erhalten, wenn man die Macht erhält, sich weiterhin für diese Tugenden entscheiden kann und dann eben die Macht möglichst nicht missbraucht.

    Hat er immer alles richtig gemacht? Mit Sicherheit nicht. Aber er hat als römischer Kaiser sehr viel daran getan, um trotz seiner riesigen Macht und riesigen Machtfülle und seiner unendlichen Möglichkeiten, diese Macht zu missbrauchen, sie möglichst sinnvoll einzusetzen. Und ich glaube, wenn ein Mensch, der mit solcher Machtfülle und solchen Möglichkeiten zur Korruption, die er hat, trotzdem es schafft, ein möglichst von Tugenden, von Weisheit, von Gerechtigkeit, von Tapferkeit, von Mut, aber eben auch von einem Zurücktreten - nicht alles brauchen - geprägtes Leben zu führen.

    Wenn er das schafft umzusetzen, dann glaube ich, dass jeder Mensch das kann. Das ist eine Frage der inneren Entscheidung.

    Ich habe dich schon gefragt, wann du dich mal entschieden hast, von einer Macht zurückzutreten, wann du - ich habe dich auch schon gefragt, wann du mal in einer Machtsituation warst und versucht hast, die so gut wie möglich auszufüllen und was du da getan hast. Und jetzt ist die Frage des heutigen Tages, wann hast du dich mal bewusst für Macht entschieden und was hat das mit dir getan?

    Ich hoffe natürlich etwas Positives, aber weiß man nicht. Schau mal, was dieses bewusste Übernehmen von Macht mit dir getan hat und was du daraus lernen kannst. Ich wünsche dir noch einen wundervollen weiteren Spaziergang, wenn du so wie ich jetzt gerade ganz gemütlich durch den Regen spazierst und einen wunderschönen Sonntag. Vielleicht hörst du auch von der Couch aus zu, hier imaginär auf dem Spaziergang.

    Ich laufe gern durch den Regen, insofern wirst du noch die ein oder andere Regenspaziergang mit mir bekommen. Wir sehen uns morgen wieder und morgen habe ich eine kleine Überraschung für dich. Ich bringe dir nämlich etwas mit, was dir helfen könnte, diese Tugenden in dir zu finden. Ich wünsche dir noch alles Gute.

    Literatur:

    Aurelius, M. (2022). Selbstbetrachtungen (G. Krapinger, Übers.). Reclam. (Originalwerk aus dem 2. Jh. n. Chr.)

    Disclaimer:

    Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

    Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

    Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

    Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.

    10 min
  • Cäsar. Was können wir von Rom lernen über Macht?

    Spaziergang 33: Cäsar. Was können wir von Rom lernen über Macht?

    Hallo und herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Ausgabe von Walk and Talk mit Ida! Wir gehen heute nicht im Wald spazieren, sondern wir machen stattdessen eine kleine Zeitreise. Es geht immer noch um das Thema, was Macht mit Menschen macht. Gestern haben wir uns das Ganze psychologisch angeschaut bei einem wunderschönen Spaziergang durch den Westerwald. Heute auf der Zeitreise gucken wir uns mal ein Beispiel aus der Geschichte an.

    Denn das Beispiel ist gar nicht so weit weg von unserer heutigen Realität. Ich hoffe, es ist weit weg von der heutigen Realität, aber vielleicht ist es doch nicht so weit weg. Und wenn du genau aufpasst, dann wirst du in der Geschichte die ein oder andere Parallele finden zu unserer heutigen Zeit.

    Ich würde sagen, wir starten! Und unsere Zeitreise führt uns direkt nach 500 vor Christus - schon einige Zeit her - ins alte Rom.

    Im alten Rom ist man gerade die Könige losgeworden, diese nur noch aus Geschichten bekannten Herrscher, die erst sehr gut und dann immer schlechter über Rom geherrscht haben. Und als sich die Menschen von diesen Herrschern befreit haben, haben sie ein neues System entwickelt. Ein politisches System, in dem man sich sehr bewusst war, was Macht eben mit Menschen machen kann und man ganz klar und eindeutig Alleinherrscher verhindern wollte. Man hat da ein kluges System geschaffen, was im Grunde aus Checks and Balances besteht.

    Man hat auf der einen Seite viele verschiedene Gruppen geschaffen, die herrschen. Das ist einmal der Senat, das ist so eine Art politisches Gremium von vielen Politikern, meistens ältere - es waren übrigens auch nur Männer, Frauen hatten da im alten Rom leider wenig zu sagen. Im Senat waren viele alte Männer, die dort geherrscht haben.

    Zusätzlich gab es eine Volksversammlung, die zum Beispiel die Magistrate wählen. Diese Magistrate waren für Justiz, für Finanzen und für die Stadtorganisation zuständig. Es gab aber auch Volkstribune und Zensoren und noch ganz vieles anderes. Was besonders interessant ist: Es gab zwei Konsulen. Genau, es gab immer zwei.

    Auch hier wieder Checks and Balances. Die Konsulen waren nur auf ein Jahr gewählt und wichtig war, man konnte sich zwar wieder wählen lassen, aber nicht beliebig oft. In der normalen Friedenszeit - und die Römer haben auch zu Friedenszeiten Krieg geführt, da komme ich gleich noch drauf - aber solange das so seinen normalen Rhythmus hatte, waren die Konsulen nur für eine kurze Zeit gewählt, es waren immer zwei und sie hatten ein Vetorecht.

    Wenn nicht beide Konsulen von der gleichen Sache überzeugt waren, dann konnten sie sich problemlos gegenseitig stoppen. Haben sie auch durchaus getan.

    Dieses wunderbare Check-and-Balances-System, das hat auch einige Jahrhunderte gut funktioniert. Im Grunde so im 2. bis 1. Jahrhundert vor Christus fängt es an, dass das Ganze Probleme macht.

    Die Gewalt nimmt zu. Die Probleme nehmen zu und es gibt eine geradezu verhängnisvolle Spirale. Um die gut verstehen zu können, ist es aber wichtig zu verstehen, wie das davor war. In diesen, sagen wir, etwa 300 Jahren vorher war Rom noch sehr klein. Man hatte sehr viele freie Bauern, jeder hatte sein eigenes Land, seinen eigenen Hof. Und das römische Jahr fing im März an.

    Nicht im Januar wie heute, sondern im März. Warum? Weil da die Saison, wo du das Korn aufs Feld gebracht hast, anfängt. Das Jahr fängt wieder an mit dem Anfang des Sähens, aber auch mit dem Anfang des Kriegsführens. Ab März war das Wetter wieder schön, da konnte man wieder Krieg führen und die Bauern sind als Bauern-Soldaten in den Krieg gezogen und waren aber normalerweise nur kurz weg.

    Man ist nur vielleicht 30 Kilometer in die nächste Stadt gezogen, hat die angegriffen, wenn das Ganze vorbei war, war man wieder auf seinem Feld. Und das ist ein paar hundert Jahre lang gut gegangen. Nicht unbedingt für die umliegenden Städte - die wurden großteils erobert - aber für die Römer, für die ist es gut gegangen und für die Bauern auch.

    Mit der Zeit wurde das Gelände, das Gebiet von Rom immer größer. Was aber auch bedeutet: Wenn ich an den Grenzen des Landes Krieg führen will, dann bin ich viel länger unterwegs. Wenn die Bauern länger von ihren Feldern weg sind, können sie die nicht mehr gut bestellen, können nicht mehr gut ernten. Und sehr, sehr viele Bauern sind verarmt, weil sie ihre Höfe nicht bewirtschaften konnten. Weil sie als Bauern-Soldaten in den Kriegszügen waren. Und das hat dazu geführt, dass dann im Endeffekt viele Großgrundbesitzer Land angehäuft haben, sehr reich geworden sind und immer mehr Bauern immer ärmer geworden sind und in die Städte gezogen sind und dort - man nennt das damals Proletariat, kennt man heute auch noch den Ausdruck - die wurden unruhig, die hatten kaum Arbeit, die wussten nicht, wie sie sich verpflegen sollten.

    Und dann kam einer in einer wirklich schwierigen Situation, 100 vor Christus. Ich will dich nicht zu lange damit nerven, aber es ist wichtig, das zu verstehen. Es hat sich sehr, sehr viel verändert und der große Umschwung kam, als plötzlich die nicht mehr Bauern-Soldaten waren, sondern sie waren Berufssoldaten. Und als Berufssoldat bist du von deinem Feldherrn abhängig. Du bekommst Sold, du bekommst Ausrüstung und wenn du aus dem Dienst austrittst, bekommst du Land.

    Aber erstmal wirst du verpflichtet als Berufssoldat. Nicht mehr als Bauer mit eigenem Land. Du kämpfst nicht mehr für dein Land, für den Staat, in dem du in der Volksversammlung und so weiter bist. Sondern plötzlich bist du deinem General verpflichtet, deinem Feldherrn. Und das macht einen Riesenunterschied.

    Und da sind wir dann auch schon sehr schnell bei Cäsar. Stell dir vor, wir haben nicht nur eine politische Situation, in der es plötzlich normal ist, Leute zu ermorden - ganz, ganz viele Situationen, die sich angehäuft haben, die zu viel Gewalt geführt haben, die die Gewalt fast schon normalisiert haben - sondern wir hatten plötzlich Berufssoldaten.

    Und jetzt kam Cäsar. Und vielleicht hast du mal De Bello Gallico gelesen, freiwillig oder verpflichtet in der Schule. Ich habe es tatsächlich auch gelesen im Studium damals. In meinem ersten Studium. Ach, das habe ich dir noch gar nicht erzählt. Ich habe politische Wissenschaft studiert und Geschichte. Und vornehmlich alte Geschichte.

    Und in dem Zuge habe ich De Bello Gallico lesen müssen. Und ich erinnere mich mit Schrecken daran. Denn es ist auf der einen Seite natürlich die Propaganda Cäsars. Nicht mehr und nicht weniger. Aber es ist mit so wenig Empathie geschrieben, dass man, glaube ich, kein anderes Buch finden kann, das weniger… irgendeine Form von Empathie enthält. Es steht nur da, wie viele man jetzt wieder ermordet hat, wie viele man gefangen genommen hat, wie viele man versklavt hat und so weiter. Es ist eine Aufzählung der Erfolge Cäsars, die aber sehr, sehr unempathisch sind. Und falls du die Folge gestern schon gehört hast, dann weißt du auch, dass der Verlust von Empathie eines der Dinge ist - das vielleicht zentralste überhaupt - was passiert, wenn Menschen an Macht kommen.

    Und das ist mir wichtig dabei. Dieses Verständnis, wie anscheinend aus dem, was wir heute lesen können, die Psychologie Cäsars war.

    Es gibt noch ein anderes sehr wichtiges Merkmal. Denn wie kam Cäsar überhaupt dazu, durch ganz Gallien zu ziehen? Indem er immer wieder dem Senat und den anderen Machthabern klargemacht hat, wie gefährlich Gallien ist, wie wichtig es ist, diese Flanke zu schützen, und er sich in eine ganz besondere Rolle dafür begeben hat: die Rolle des Imperators.

    Gestern haben wir auch darüber gesprochen, dass selbst in der Altsteinzeit es schon Situationen gab, in denen kurze Zeit jemand eine Führungsrolle übernehmen musste, für kurze Zeit, und er wurde dann wieder abgesetzt. Und solange das der Fall ist, funktioniert das Ganze auch. Diese spezielle Rolle gab es auch im alten Rom.

    Das war die Rolle des Imperators, die nur dann eingesetzt wurde, wenn es nicht den normalen Krieg gab. Wie gesagt, früher in den Krieg zu ziehen, war jahrhundertelang normal. Das war keine Situation, in der ein Imperator eingesetzt wurde. Aber Cäsar hat es geschafft, mit seiner Propaganda dafür zu sorgen, dass er immer wieder in die Rolle des Imperators kam.

    Ich verkürze übrigens die ganze römische Geschichte massiv. Bitte, falls du dich sehr gut mit der römischen Geschichte auskennst - das freut mich sehr. Ich habe sie hier wirklich sehr verkürzt. Denn ich weiß nicht, jeden interessiert römische Geschichte. Und wir wollen heute noch fertig werden mit diesem Podcast.

    Das Wichtige ist: Er ist in eine ganz spezielle Rolle reingekommen und hat sich durch seine eigene weitergehende Propaganda auch immer wieder in diese Spezialrolle, in der er alle Macht in sich vereint hat, zurückgebracht.

    Cäsar hat spezielle Regeln für sich genutzt. Während er der Meinung war, alle anderen sollen natürlich die Regeln befolgen. Die Imperator-Rolle war noch irgendwo am Rande der Regeln, aber gleich wirst du sehen, dass es noch viel heftiger wird mit dem Überschreiten der Regeln.

    Auf diesem Weg hat er ganz Gallien eingenommen, auch Teile von Germanien. Übrigens hier, wo ich im Westerwald wohne, waren die Römer nie. Da bin ich sehr stolz drauf. Ich mag die Römer, aber ich finde es noch cooler, dass ich außerhalb des Limes, der römischen Grenze, hier im Westerwald lebe. Aber gut, soweit dazu.

    Cäsar wurde immer machthungriger und hat immer mehr sein Heer hinter sich gebracht. Das Heer war komplett abhängig von ihm. Und als dann der Ruf aus Rom kam und die römische Elite sich das Verhalten Cäsars und die Machtansprüche Cäsars nicht mehr gefallen lassen wollte, hat er sich dagegen entschieden, die Macht abzugeben, was man von ihm verlangt hat.

    Man hat von ihm verlangt, nach Rom zurückzukehren und sich der Situation zu stellen, seine Ämter zu verlieren. Cäsar hat sich dagegen entschieden.

    Die Sache, wie gesagt, die ich gestern schon besprochen habe: In dem Moment, dass ich Macht habe, gehe ich nicht nur davon aus, dass alle anderen sich an die Regeln halten müssen, sondern ich gehe auch davon aus, dass ich über den Regeln stehe und ich diese Regeln brechen kann.

    Genau das hat Cäsar auch gemacht. Cäsar, statt seine Macht abzugeben, ist mit seiner ganzen Armee gegen Rom gezogen. Er hat die letzte Grenze überquert und ist gegen seine eigene Stadt gezogen. Das Resultat war ein Bürgerkrieg, ein sehr blutiger Bürgerkrieg, den Cäsar allerdings gewonnen hat. Was hat Cäsar dann gemacht?

    Er hat sich als ultimativen Herrscher eingesetzt, als Imperator auf Lebenszeit. Er hatte nur nicht ganz so viel davon, denn schon sehr, sehr kurze Zeit später wurde Cäsar ermordet.

    Jetzt könnte man denken: Wunderbar, der ist weg, alles wird wieder gut. War aber nicht so. Tatsächlich hat stattdessen Cäsar - nach weiteren Kriegen, weiteren Konflikten - sein Ziehsohn Augustus die Macht übernommen.

    Er hat einen sehr langen Frieden, den Pax Augustus, hervorgebracht, aber zu einem sehr hohen Preis, denn er war Alleinherrscher. Auch wenn er die ein oder andere alte Verfassungsregel wieder zurückgebracht hat, hat er doch sehr genau darauf geachtet, dass er weiterhin alle Macht bei sich hatte und diese Macht auch dann auf seine Familie oder seine Adoptivsöhne weitergegangen ist und wir die römische Kaiserzeit hatten.

    Die geprägt ist als Zeit eines Imperiums.

    Checks and Balances - hast du es erkannt? Tatsächlich, und das finde ich so wichtig, deshalb habe ich diese Folge hier überhaupt nur gemacht: Wenn man sich überlegt, was Macht mit den Menschen macht, dann sehen wir natürlich auch in der heutigen Zeit, dass da ganz, ganz viel passiert und dass genau wie sich die römische Republik und ihre Verfassung irgendwann aufgelöst hat, sehr große Parallelen zu unserer heutigen politischen Situation insbesondere in den USA.

    Die amerikanische Verfassung hat sich maßgeblich auf die Verfassung der römischen Republik berufen, um mit Checks and Balances das System im Griff zu halten. Sie ging davon aus, dass wenn ich genug Checks and Balances habe, nie jemand in die Alleinherrschaft kommen kann.

    Wir werden sehen, wie es weitergeht. Ich will es auch weder be- noch verurteilen - das überlasse ich ganz dir, wie du darüber denkst. Ich sage nur: Es gibt gewisse Parallelen und falls du dich sehr dafür interessierst, dann kann ich dir das Buch von Herfried Münkler empfehlen. Das heißt "Imperien", bespricht unter anderem auch das Römische Reich und Cäsar noch wesentlich detaillierter, als ich das jetzt hier gemacht habe.

    Eine fantastische Literatur - dieser Mann kann echt unglaublich gut schreiben. Nix da trockene Politikliteratur, wirklich extrem gut zu lesen und beschäftigt sich sehr, sehr viel mit der Frage, was Macht macht.

    Damit bin ich auch am Ende des Wissensteils angekommen. Auch am Ende meiner Zeit - oh mein Gott, ich glaube, so einen langen Podcast hatte ich noch nie, aber ich liebe alte Geschichte. In fast jeglicher Form, auch wenn mein Herz in der Altsteinzeit hängt. Aber die Römer finde ich unglaublich faszinierend. Und die Frage, was Macht mit den Menschen macht, lässt mich einfach nicht los. Wir werden uns das Ganze morgen nochmal philosophisch anschauen, aber dann bitte wieder mit einem schönen Spaziergang.

    Und jetzt kommt meine Frage an dich: Wann hast du mal bewusst auf Macht verzichtet, weil es dir klar war, dass das für dich oder für die anderen, über die du Macht hättest, nicht gut wäre? Das kann sein, dass du die Macht erst gar nicht angenommen hast. Es kann aber auch sein, dass du, während du die Macht schon hattest, darauf verzichtet hast.

    Und was hat das für dich bedeutet? Was hatte das für Gutes für dich, auf diese Macht zu verzichten?

    Damit wünsche ich dir einen wunderschönen Abend. Wir sind wieder zurück im Hier und Jetzt, im Heute, im Westerwald. Und ich freue mich sehr auf den Spaziergang morgen mit dir. Tschüss!

    Literatur:

    • Gelzer, M. (1968). Caesar: Politician and Statesman (P. Needham, Trans.). Harvard University Press.

    • Münkler, H. (2005). Imperien. C.H.Beck.

    • Schauer, M. (2016). Der Gallische Krieg. C.H.Beck.

    • O’Bryan, D. M. et al. (2004). Dictator Perpetuus: Julius Caesar--did he have seizures? If so, what was the etiology?. Epilepsy & Behavior, 5(5), 756–764.

    • Lambrecht, A. (Hrsg.). (n.d.). Gaius Suetonius Tranquillus: Leben der Caesaren.

    • Brill. (n.d.). III. Das doppelte Dekadenzproblem demokratischer Imperien. Brill.

    • Disclaimer:

      Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

      Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

      Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

      Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.

      18 min
    • Macht. Macht Macht Menschen asozial?

      Spaziergang 32: Macht. Macht Macht Menschen asozial?

      Hallo und herzlich willkommen heute bei unserem Spaziergang durch den Westerwald. Ich bin ein bisschen spät, die Sonne geht da hinten schon wunderschön rot unter, aber ich habe heute relativ lange recherchiert. Und zwar zu einem ganz besonderen Thema, was hier fast jeden betrifft - zumindest jeden, der in irgendeiner Form einen Chef hat oder selber Chef ist. Und das Thema ist Macht. Was macht Macht mit uns Menschen? Was passiert, wenn wir in eine Machtposition kommen?

      Und ja, man sagt ja "Macht korrumpiert", aber ganz so einfach ist das nicht. Man könnte eher zusammenfassen: Macht bringt einen ein ganz kleines bisschen in eine asoziale Persönlichkeitsstörung.

      Okay, ich glaube das klingt jetzt noch schlimmer als "Macht korrumpiert", ist aber ein klein wenig akkurater. Wieso? Weil man das wunderbar wissenschaftlich untersucht hat. Ich bin auch froh darum, sonst könnte ich das ja gar nicht so gut hier erklären. Man hat untersucht, was eben mit Menschen passiert, wenn sie Macht bekommen.

      Und zwar hat man das möglichst probiert, ohne dass die Menschen vorher schon miteinander in einer Machtposition waren. Man hat random drei Leute ausgewählt, beziehungsweise eine große Menge an Menschen ausgewählt und sie immer in Dreiergruppen gepackt. Und dann hat man random einem der drei, die zusammen am Tisch saßen, das Kärtchen "Chef" gegeben.

      Der war der Leiter und die anderen beiden waren sozusagen die Mitarbeiter. Dann hat man den Leuten einen Keksteller hingestellt. Auf dem Keksteller waren fünf Kekse. Im Schnitt war am Ende nur noch einer übrig. Bedeutet, im Schnitt hat einer der Leute wahrscheinlich zwei Kekse gegessen. Das hat man sich jetzt ein bisschen genauer angeguckt und festgestellt, dass meistens derjenige, der die zwei Kekse gegessen hat, derjenige war, der zufällig randomisiert dieses Chef-Kärtchen bekommen hat.

      Krass oder? Und dann hat man auch noch festgestellt, dass die Leute zu Krümelmonstern wurden. Es war ihnen anscheinend relativ egal, wie sorgfältig sie diesen Keks gegessen haben. Mal gucken, ich weiß nicht, wie haben eigentlich meine Chefs gegessen? Die, die ich mich erinnern kann, eigentlich ganz ordentlich.

      Na gut, scheint nicht auf jeden Chef zu treffen. Aber in dem Experiment war das so, dass die Leute, die dieses Kärtchen - und denkt dran, es war nicht jemand, der vorher schon in dieser Chef-Rolle war, sondern sie haben random diese Kärtchen bekommen - der, der das Chef-Kärtchen bekommen hat, wurde zum Krümmelmonster und hat sich einfach mal zwei Kekse gegönnt. Zumindest im Durchschnitt.

      Und damit ist nicht genug. Im nächsten Experiment haben andere Wissenschaftler Leute in ein altes Auto gesetzt, über eine Straße fahren lassen, da war eine Person, die am Zebrastreifen steht, und fast alle haben sie rüber gelassen. Man hält an, man wartet, man lässt die Person rüber und fährt weiter.

      Dann haben sie die gleichen Leute in ein dickes Auto gesetzt, so einen richtig dicken SUV, so tolle Marke, super Protz-Ding, und dann haben sie die wieder losgeschickt. Gleiche Situation: sie fahren über eine Straße und vor ihnen will eine Person über den Zebrastreifen. Und wenn ich mich recht erinnere an das, was ich vorhin gelesen habe, dann haben 45 Prozent - lass dir das mal auf der Zunge zergehen - 45 Prozent, fast die Hälfte der Leute, nicht angehalten.

      Kleines Auto, Klapperkiste: halten sie an. Sobald sie sich mit ihrem Hintern im dicken Auto verkriechen, hält fast die Hälfte nicht mehr an, obwohl die Situation ja die gleiche ist. Da scheint irgendwas im Kopf der Menschen zu passieren. Das wollen wir natürlich bitte nicht - alle Fahrer von dicken Autos verurteilen - aber irgendwas ist da ja los. Irgendwas mit der Psyche scheint zu passieren.

      Und die Frage ist: wo passiert das eigentlich? Dazu hat man jetzt auch wieder in einem anderen Experiment ganz viele Leute in einen Hirnscanner gesteckt und hat wieder möglichst randomisiert ihnen verschiedene Rollen zugeteilt und verschiedene Aufgaben gegeben und dabei ihren Kopf untersucht.

      Normalerweise sind wir Menschen sehr, sehr gut darin, andere Menschen zu spiegeln. Das nennt man dann auch Empathie. Das heißt, wenn jemand Schmerzen hat, Probleme hat, traurig ist, wütend ist, dann können wir das mitfühlen. Dann fühlen wir im Grunde auch seinen Schmerz oder seine Thematik. Das ist total wichtig, wenn wir mit anderen Menschen in einer Gruppe sind und gemeinsam Probleme lösen wollen, gemeinsam füreinander da sein wollen. Und das ist eine ganz, ganz wichtige Eigenschaft für uns Menschen, die Empathie.

      Und was hat man jetzt in diesen Scannern festgestellt? Die Menschen, die in eine Machtsituation gekommen sind, hatten viel weniger Spiegelung im Kopf. Diese Spiegelneuronen, wie man die nennt, haben einfach viel weniger aufgeleuchtet.

      Wow, ich finde das echt krass. Ich finde es krass, dass die reine Idee, das einfach nur Wissen, das Kärtchen oder eine Aufgabe, in der ich eben mir vorstelle, Macht zu haben, dazu führt, dass ich wesentlich unempathischer werde. Das war kein kleiner Unterschied, das war echt ein heftiger Unterschied. Das heißt, da passiert echt extrem viel bei uns.

      Und jetzt kommt das Interessante: es geht nämlich noch weiter. Das waren so die Experimente, die man im Labor gemacht hat. Daraufhin hat man auch noch Leute im Feld untersucht, wirkliche Teams mit einem, der mehr Macht hat, andere, die weniger Macht haben und so weiter. Und dabei konnte man Folgendes feststellen:

      Die in einer Machtposition sind, beharren wesentlich mehr auf das Einhalten der Regeln - bei ihren Untergebenen wohlgemerkt, die sollen die Regeln einhalten - während die Untergebenen eher drüber nachdenken, welche Konsequenzen das für sie und die anderen hat. Und nicht, ob das jetzt spezifisch die Regel ist, sondern ob das grundsätzlich und auch langfristig was Gutes ist.

      Und jetzt wird es noch interessanter. Wenn Chefs nämlich an sich selber denken, dann wird das Ganze im Grunde fast schon umgedreht. Nee, noch krasser: es wird nicht mal umgedreht, sondern sie neigen dazu, Regeln zu übertreten. Die Nettigkeit, sich ausreden zu lassen oder einen respektvollen Umgang miteinander.

      Man hat in diesen empirischen Studien im Feld festgestellt, dass Leute in Chef- oder Führungspositionen, die Macht haben über andere, dazu neigen, andere, vor allem Untergebene, zu unterbrechen und auch zu demütigen. Ich finde das echt heftig.

      Aber wie kann das denn sein? Es muss ja irgendeinen Grund geben, dass wir Menschen so reagieren. Ich bin ja immer noch der Meinung, der Mensch ist im Grunde gut - haben wir ja diese Woche auch schon drüber geredet. Wie kann es dann sein, dass der Mensch, wenn er Macht bekommt, zu solchem Handeln neigt?

      Und da möchte ich gerne mit dir nochmal zurückreisen in die Altsteinzeit, mal eben 30.000, 40.000 Jahre zurück. Denn irgendwo muss das ja herkommen. Und in der Altsteinzeit hatten wir ja sehr homogene, sehr gleichberechtigte Gruppen und keiner hat eigentlich - so geht die Forschung zumindest von aus - längerfristig die Rolle eines Herrschers gehabt. Das heißt, in diesen 40, im Grunde 300.000 Jahren sogar, die wir als Menschen hier auf der Welt und 40.000 in Europa gelebt haben, da kannten wir sowas wie einen langfristigen Anführer gar nicht.

      Man sieht das bei heutigen Jäger-Sammler-Gesellschaften: die Leute, die sich hochnäsig - jetzt bringe ich es schon durcheinander - die sich hochnäsig verhalten, die sich für etwas Besseres halten, dass die aus Gruppen sogar ausgeschlossen werden. Das heißt, im Grunde neigen wir Menschen nicht dazu, Leute an der Macht zu lassen, die die Macht missbrauchen.

      Und jetzt wird es noch interessanter: wenn man nämlich auch in unserer heutigen Zeit wieder in Experimenten untersucht, wen Menschen zu ihrem Anführer wählen, wenn sie das denn müssen, dann suchen sie sich normalerweise den aus in der Gruppe, der am empathischsten und am sozialsten ist und sich am besten um diese Gruppe kümmert.

      Ja, jetzt könnte man sagen, okay, eigentlich müssten doch alle Chefs so super empathisch sein. Wie kann es dann mit diesem Machen? Was hat das dann auf sich?

      Ich denke - und das ist jetzt nur eine Conclusion von mir - wenn man diese beiden Ergebnisse zusammenzieht, auf der einen Seite eine Gesellschaft, in der es eigentlich keine Anführer gibt, zumindest nicht für längere Zeit, und wenn, dann nur für Notsituationen. Und wie wir in Experimenten heutzutage noch herausgefunden haben: Neigen wir dazu, jemanden, der besonders sozial und empathisch ist, zum Chef zu wählen, zum Anführer.

      Klar, er sollte vielleicht auch fit und groß und stark sein, wenn das nötig ist, aber er sollte auf jeden Fall auch empathisch sein und gutherzig sein. Das bedeutet: für so jemanden in einer Situation, in der das Team, die Familie, die Gruppe überleben muss, ist es unglaublich wichtig, dass er etwas weniger empathisch wird, um vielleicht Situationen meistern zu können, in denen es viel Schmerz und viele Probleme gibt.

      Wenn er dann zu empathisch ist - und wie gesagt, das ist jetzt nur meine Conclusion, aber ich finde sie selber sehr schlüssig - dann könnte es sein, dass er seinen Job nicht machen kann. Das würde erklären, warum schon so schnell und kurzfristig dieser Empathieverlust auftritt und warum es in der früheren Zeit gar kein Problem war. Denn sobald das Problem vorbei war - weiß ich nicht, der Vulkanausbruch um die Ecke und wir müssen fliehen oder keine Ahnung was sonst - wenn wir weit genug weg sind, dann brauchen wir die Rolle des Chefs ja nicht mehr, dann wird er abgesetzt und schon ist wieder alles beim Alten und alles gut.

      Ist aber in unserer heutigen Zeit nicht so. In unserer heutigen Zeit - und das geht schon verdammt lange so, im Grunde seit der Neusteinzeit - gibt es längerfristige Herrscher. Und diese längerfristigen Herrscher bleiben in ihrem Amt, verstärken ihr Amt, ziehen noch andere in ihr Amt oder in unterlegene Rollen hinein. Ich sag mal, der Firmengründer zieht Leute dann ins Mittelmanagement rein und so weiter. Und will natürlich, dass diese Leute in seinem Sinne handeln. Man kann Macht weiter ausbauen.

      Ja, ich glaube, das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Die Situation ist anders, als es sich in der Altsteinzeit entwickelt hat. Und diese Neigung des Empathieverlustes, des Widerstands… ganz, ganz viele Kriterien der - ja, es klingt echt hart - der asozialen Persönlichkeitsstörung hervorbringt, natürlich nur in kleinem Maße.

      Bitte geh jetzt nicht zu deinem Chef und sag, du hast eine asoziale …. Nein, nein! Außerdem gilt das ja auch nicht für jeden. Aber wenn man sich diese Züge, die durch Macht bei Menschen entstehen, genau anguckt, dann geht das tatsächlich in diese Richtung, so krass wie es klingt. Irgendwann scheint das einen Sinn gehabt zu haben, heute bin ich fest überzeugt, hat das keinen Sinn mehr.

      Und ja, das wäre es zur psychologischen Sicht auf das Thema Macht und was Macht mit Menschen macht.

      Jetzt kommt die Frage an dich: die Frage des Tages ist passend zu dem Thema natürlich, was machst du in deiner Rolle, in deiner Situation, um eine gute Führungsposition, eine gute Führungsrolle zu haben?

      Und ich meine, Führungsrollen und Macht sind ja in ganz, ganz vielen Situationen. Ich meine, das muss ja nicht mal in der Firma sein, das kann auch in einem Verein sein, das kann auch in der Familie sein. Die Eltern haben ja immer eine gewisse Machtposition gegenüber den Kindern, obwohl ich wirklich hoffe, dass diese Züge in der Situation nicht nach oben kommen, bei keinem von uns.

      Aber auch andere Situationen, in denen wir Macht haben. Ich glaube, Paulchen läuft da vorne. Ich als Hundehalter habe ja auch eine gewisse Machtposition ihm gegenüber. Wie schaffst du es, in deiner persönlichen Machtposition, deine Empathie, dein Mitgefühl und deinen klaren Kopf zu bewahren?

      Ja, danke, dass du mit dabei warst. Ich fand es einen wunderschönen Spaziergang. Jetzt wird es hier echt dunkel im Wald. Ach, das ist ja schön, da ist immer noch ein Vögelchen. Gleich kommen bestimmt die Rehe, da muss ich auf Pauli aufpassen.

      Ich finde es sehr schön, dass du mit dabei warst, und ich hoffe, dich morgen in den Niederlanden wiederzusehen, wenn wir durch die Römerzeit spazieren.

      Mach's gut!

      Literatur:

      Bregman, R. (2021). Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit. Rowohlt.

      • American Psychiatric Association. (2022). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5. Aufl., Textrev.). https://doi.org/10.1176/appi.books.9780890425787

      • Apollon Hochschule. (o. J.). Probelektion Sozialpsychologie. Abgerufen von https://www.apollon-hochschule.de/fileadmin/content/pdf/HZK/Probelektionen/ProbelektionSozialpsychologieSOPS01_0616A02.pdf   

      • Bertelsmann Stiftung. (o. J.). Führung und Macht. Abgerufen von https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/CCC/FuehrungskraefteRadar/Fuehrungund_Macht.pdf   

      • Corporate Happiness. (o. J.). Empathie als Führungsstärke. Abgerufen von https://corporate-happiness.de/empathie-als-fuehrungsstaerke/   

      • Decety, J., & Lamm, C. (2006). Human empathy through the lens of social neuroscience. TheScientificWorldJOURNAL, 6, 1146–1163.   

      • FasterCapital. (o. J.). Soziale Normen: Konformität oder Missachtung?. Abgerufen von https://fastercapital.com/de/inhalt/Soziale-Normen--Konformitaet-oder-Missachtung--Soziale-Normen-und-rationales-Verhalten.html   

      • Galinsky, A. D., Gruenfeld, D. H., & Magee, J. C. (2006). Power and perspectives not taken. Psychological Science, 17(12), 1069–1074.   

      • Gawronski, B., & Brannon, S. M. (2020). How power affects moral judgments: A review of recent findings and theoretical implications. Journal of Experimental Social Psychology.   

      • Hogeveen, J., Inzlicht, M., & Obhi, S. S. (2014). Power changes how the brain responds to others. Journal of Experimental Psychology: General, 143(2), 755–762.   

      • Human Resources Manager. (o. J.). Führung zwischen Empathie und Leistungsdruck. Abgerufen von https://www.humanresourcesmanager.de/leadership/fuehrung-zwischen-empathie-und-leistungsdruck/   

      • Lammers, J., & Stapel, D. A. (2009). How power influences moral thinking. Journal of Personality and Social Psychology, 97(2), 177–189.   

      • Max-Planck-Gesellschaft. (2022, 22. März). Präfrontaler Kortex an bewusstem Sehen beteiligt. Abgerufen von https://www.mpg.de/18458665/praefrontaler-kortex-an-bewusstem-sehen-beteiligt   

      • Rizzolatti, G., Fadiga, L., Gallese, V., & Fogassi, L. (1996). Premotor cortex and the recognition of motor actions. Cognitive Brain Research, 3(2), 131–141.   

      • Russell, B. (1938). Power: A New Social Analysis. W. W. Norton and Company.   

      • Singer, T. (o. J.). Tania Singer. Abgerufen von https://taniasinger.de/   

      • Spektrum der Wissenschaft. (2022, 2. August). Hirnforschung: Mythos Spiegelneurone. Abgerufen von https://www.spektrum.de/news/was-steckt-wirklich-hinter-den-spiegelneuronen/1991029   

      • Universitätsspital Zürich. (2021, 1. Februar). Wie sich das Gehirn beeinflussen lässt. Abgerufen von https://www.usz.ch/wie-sich-das-gehirn-beeinflussen-laesst/   

      • World Health Organization. (2019). International statistical classification of diseases and related health problems (11. Aufl.). https://icd.who.int/   

      • Zheng, M., Guinote, A., & Luo, W. (2024). How the Presence of Harm to Life Modifies the Association between Power and Moral Choices. Social Sciences, 13(5), 256.

      • Disclaimer:

        Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

        Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

        Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

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        15 min
      • Alkohol. Zerstört Menschen und Meetings?

        Spaziergang 31: Alkohol. Zerstört Menschen und Meetings?

        Hallo und herzlich willkommen zu unserem Spaziergang hier im Westerwald. Schön, dass du wieder dabei bist. Gestern wurde ich von meiner Tochter vertreten. Sie hat dir mal Happy Panda vorgestellt - ein Programm, das sie in der Schule gelernt hat. Dabei geht es um Achtsamkeitsübungen für Kinder, und ich finde, dass die so schön gemacht sind, dass die für Erwachsene auch toll sind. Daher habe ich mich ganz besonders gefreut, dass sie die gestern mit dir mal gemacht hat.

        Ja, wenn du Lust hast, schreib mir doch mal, wie du die Folge gestern - die Nummer 30 - fandest, dann gebe ich das an meine Tochter durch. Sie würde sich nämlich sehr freuen zu hören, ob du Happy Panda gut fandest.

        So, aber jetzt geht es um ein anderes Thema - ein etwas weniger happy Thema. Es ist ein sehr ehrliches Thema und ich habe mir lange überlegt, ob ich das Thema aufgreifen soll. Aber dieser Podcast soll ja nicht nur mir Spaß machen und uns zum Spazieren bewegen, sondern es soll ja auch ein ehrlicher Podcast sein.

        Ich finde dieses Thema wichtig und deshalb rede ich darüber. Es geht wieder um unsere Meetings und generell um Arbeit, Teamarbeit, Zusammenarbeit. Es gibt da noch einen biologischen Grund, den ich nicht weglassen möchte, und das ist der Alkohol.

        Tatsächlich gibt es ja genug Leute, die Alkohol trinken. Du merkst, ich tue mir irgendwie schwer mit der Folge und ich frage mich die ganze Zeit, warum. Ich trinke selber extrem wenig Alkohol - vielleicht ist es deshalb so komisch für mich, darüber zu reden. Ich habe mich da weit eingelesen und war überrascht und erschreckt, um ehrlich zu sein.

        Wie ist das? Es gibt so ein paar ganz klassische Sachen. Der Hangover zum Beispiel. Man war am Abend auf einer Party - kennt bestimmt jeder, kenne ich aus meiner Jugend auch noch - und am nächsten Tag ist man so richtig geschrottet. Kopfweh, Konzentrationsprobleme, mega grumpy, und Kommunikation funktioniert nicht mehr so gut. Denkvermögen und Erinnerung und überhaupt die gesamte Denkleistung ist komplett eingeschränkt, und unsere Fähigkeit, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, dadurch auch sehr.

        Ich glaube, das ist jedem klar. Einfach unschön, wenn jemand sein Hangover mit ins Meeting bringt.

        Das nächste ist schon etwas diffiziler und das hat damit zu tun, dass Alkohol selbst in kleineren Mengen - schon ein Glas Wein am Abend - dafür sorgt, dass sich der Schlaf verändert. Und ich habe ja mal über das Schlafbuch von Matthew Walker gesprochen, da wird das auch sehr schön erklärt. Ich packe es dir auch heute wieder in die Show Notes.

        Schon kleine Mengen Alkohol sorgen dafür, dass der Schlaf verändert, anders ist - sage ich mal ganz grob - und die Erholung dadurch auch weniger ist. Dadurch ist man am nächsten Tag ein bisschen müder, ein bisschen unausgeschlafener, und das führt zu den klassischen - wie ich ja schon häufiger gesagt habe - Symptomen von Unausgeschlafenheit. Ich sage mal halb wie Kater.

        Man ist auch unausgeglichener, Kommunikation ist ein bisschen schwieriger, man ist emotionaler. Falls nötig, ist die Konzentration schlechter und so weiter. Aber das setzt natürlich auch eine Spirale in Gang. In dem Moment, dass ich dann morgens wieder müde bin und vielleicht auch tagsüber müde bin und versuche, mich vielleicht auch mit Kaffee oder ähnlichem hochzuhalten, und abends dann denke: "Oh, jetzt muss ich aber echt gut schlafen", dann nehme ich noch mal ein Gläschen, damit ich auch wirklich gut schlafe - weil schneller einschlafen tun ja einige Menschen dann tatsächlich. Aber dann ist der Schlaf wieder gestört, und so kann sich das halt immer weiter drehen. Und das ist auch wirklich für unsere Konstruktivität, unsere Produktivität, alles andere als förderlich.

        Und dann kommt der Teil, der ich schwierig fand, als ich die Zahl gelesen habe - sage ich ganz ehrlich. Es war schwierig zu glauben und auch irgendwie schwierig für mich, damit umzugehen. Ich habe ja viele, viele Jahre im Business gearbeitet, hatte sehr viele Kollegen. Und jetzt steht da diese Zahl im Raum, die sagt: 10 Prozent der Leute im Management, im IT, im generellen Business-Bereich haben eine Alkoholkrankheit.

        Ja, dachte ich mir, von all den Kollegen, die ich hatte, sind ja dann auch bestimmt einige dabei gewesen - einige, von denen ich das auch vielleicht gar nicht so gemerkt habe. Die meisten Fälle kommen im Außendienst vor, aber auch im IT-Bereich selber - vom allgemeinen Business ist der IT-Bereich anscheinend besonders hoch betroffen, und alles, was Richtung Führungsebene geht, hat eine größere Chance. Und diese 10% sind tatsächlich doppelt so viel wie der deutsche Durchschnitt. Das darf man sich einfach mal sacken lassen.

        Aber was passiert dann eigentlich? Es ist ja nicht einfach so, dass die Leute das gerne machen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand freiwillig alkoholkrank ist. Ich meine, am Anfang merkt man es nicht so - da kommt dieser typische Spruch "Sektchen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen" und so weiter und so fort. Und dann irgendwann gewöhnt der Körper sich da dran, gewöhnt der Geist sich da dran. Aber ich glaube nicht, dass es jemals freiwillig ist oder dass die Leute das wollen.

        Ich habe ja vor einigen Tagen über das System der inneren Familie gesprochen. Und ich habe es ganz bewusst gemacht, unter anderem weil mir das für diese Folge so am Herzen liegt. Wenn du möchtest, hör dir die Folge mit dem Titel "Teile" nochmal an. Dann wird es vielleicht für dich deutlicher, was ich jetzt gleich erkläre. Aber ich versuche es so einfach wie möglich zu halten.

        In dem Moment, dass wir Emotionen haben, die für uns unangenehm sind - woher auch immer die kommen - dann reagiert unser System, und es gibt Teile in uns. Wir nennen sie in dem System der inneren Familie "Feuerbekämpfer" - die machen genau das. Die bekämpfen das Feuer, das die Emotionen gerade in einem auslösen.

        Und sie versuchen, diese unangenehmen Emotionen zu unterdrücken. Und das kann halt auch bei dem einen oder anderen dann mit Hilfe von Alkohol geschehen. Das heißt, es kann passieren, dass immer dann, wenn man eine Emotion hat, die unangenehm ist, man zur Flasche greift.

        Das hat nur im Laufe der Zeit die Konsequenz - auf der einen Seite biologisch, denn im Körper passieren einige Anpassungen dadurch, und auf der anderen Seite emotional - dass dann plötzlich nicht nur die Feuerbekämpfer sich denken: "Hey, das scheint ja eine Methode zu sein, diese unangenehmen Emotionen zu unterdrücken", sondern auch die Teile, die man "Manager" nennt. Das sind auch Beschützer, genau wie die Feuerbekämpfer. Das sind alles Teile, die es wirklich gut meinen mit dir, aber die eben etwas anwenden - in diesem Fall den Alkohol - der dir schadet. Und nicht nur dir, auch deinen Mitmenschen. Die Produktivität geht davon um bis zu 75 Prozent runter von den Menschen, die davon betroffen sind.

        Aber noch viel schlimmer als das, was produktiv passiert, finde ich ist das, was eben im Menschen passiert. Und deshalb ist es so wichtig zu verstehen, dass irgendwann die Teile - die Manager sind, die versuchen zu verhindern, damit man überhaupt jemals in dieses unangenehme Gefühl kommt - dass die dann schon vorsorglich zum Alkohol greifen und das Ganze sich fast schon verselbstständigt.

        Das heißt, für mich ist es unglaublich wichtig, dir - wenn du nicht trinkst, aber auch dir, wenn du trinkst, wenn du vielleicht sogar viel trinkst - die Botschaft mitzugeben, dass wir alle auf dieser Welt, du selber und auch alle anderen Menschen, mit Mitgefühl reagieren dürfen und nicht mit irgendwelchen Schuldzuweisungen. Das Trinken von Alkohol, gerade dann, wenn es in größeren Mengen ist, ist schon schlimm genug. Da braucht nicht auch noch irgendwelche Schuld dazuzukommen. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass irgendein Mensch das freiwillig tut.

        Das heißt aber trotzdem nicht, dass du nichts daran tun kannst. Es gibt ganz tolle Therapeuten - ob das jetzt Leute sind, die im Bereich der internen Familie, Familiensystem arbeiten, oder auch ganz viele andere. Es gibt Psychotherapeuten, es gibt auch psychotherapeutische Heilpraktiker, und ich kann dir nur raten: Such dir Hilfe, wenn du das Gefühl hast, dass du aus irgendeinem Grund den Alkohol brauchst, um deine Emotionen vielleicht zu betäuben oder im Griff zu halten.

        Und ich weiß, dass es unglaublich schwer ist, den Schritt zu gehen. Deshalb kann ich dir nur mit aller Liebe und allem Mitgefühl Kraft wünschen und Kraft schicken.

        Und solltest du einen Kollegen haben, der betroffen ist, dann… Ich weiß, dass das ganz, ganz, ganz schwer ist, die Menschen darauf anzusprechen. Und falls du es tun möchtest, dann mach es mit sehr, sehr viel Mitgefühl, denn Menschen fühlen sich sehr, sehr schnell angegriffen und falsch verstanden, wenn es um dieses Thema geht. Das ist ein heikles Thema tatsächlich, aber nichtsdestotrotz ein Thema, wo jeder Mensch, der betroffen ist, Hilfe verdient.

        Mit diesen geradezu pathetischen Worten beende ich auch meinen Infoteil. Ich denke, dass dir mehr bewusst ist, dass sowohl der Hangover als auch das abendliche Glas Wein nicht gut sind für deine Leistung im Meeting oder die deiner Kollegen und generell in der Teamarbeit. Und auf der anderen Seite hoffe ich, dass ich dich für das Thema Alkoholsucht und Alkoholkrankheit ein bisschen sensibilisiert habe.

        Und die Ideen, die aus dem System der inneren Familie kommen, sind natürlich immer nur eine mögliche Interpretation. Mir persönlich hilft es sehr, es aus dem Blickwinkel zu sehen, aber es ist - wie gesagt - nur eine einzige mögliche Interpretation, während es ganz viele gibt, sowohl aus medizinischer als auch aus psychotherapeutischer Sicht.

        Genau, das bringt mich zu meiner Frage des Tages, und die ist auch an das Thema verbunden. Und das ist die Frage: Wann hattest du schon mal das Gefühl, ich will jetzt eigentlich Alkohol trinken, hast es dann doch nicht gemacht, und es war gut für dich? Wann war das für dich ein positives Erlebnis, dass du keinen Alkohol getrunken hast? Ob das jetzt im Familienkreis war, ob das auf einer Party war, ob das alleine abends im Büro oder im Wohnzimmer war, oder in welcher Situation auch immer. Wann hast du mal erlebt, dass du dich bewusst entschieden hast, keinen Alkohol zu trinken, und es für dich einen positiven Effekt hatte?

        So, damit verabschiede ich mich für heute. Lauf noch ein bisschen hier in der Sonne - es ist ja ganz herrliches Wetter heute. Guck mal, wo Paulchen geblieben ist. Und ja, ich wünsche dir einen wunderschönen Tag. Bis morgen.

        Literatur:

        Walker, M. (2018). Why we sleep. Penguin Books.

        Atzendorf, J., Rauschert, J., Kuntz, B., Rehm, J., & Piontek, D. (2019). Gebrauch von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen und Medikamenten. Schätzungen zu Konsum und substanzbezogenen Störungen in Deutschland. Deutsches Ärzteblatt, 116(35-36), 577-584.

        Bundesgesundheitsministerium. (n.d.). Alkohol. Abgerufen von https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/alkohol.html

        Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (2019). Praxishilfe für Führungskräfte: Auffälliges Verhalten bei Mitarbeitenden ansprechen. Abgerufen von https://www.dhs.de/fileadmin/userupload/pdf/Broschueren/Praxishilfefuer_Fuehrungskraefte.pdf

        Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (n.d.). Zahlen, Daten, Fakten. Abgerufen von https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten/

        Ebrahim, I. O., Shapiro, C. M., & Ebrahim, A. J. (2013). Alcohol and Sleep I: Effects on Normal Sleep. Neurologen und Psychiater im Netz. Abgerufen von https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/ratgeber-archiv/artikel/alkohol-foerdert-durchschlafstoerungen/

        Gesundheitsportal der IKK Südwest. (n.d.). Alkohol am Arbeitsplatz. Abgerufen von https://www.ikk-suedwest.de/medizin-gesundheit/alkohol-am-arbeitsplatz/

        Myway Betty Ford Klinik. (n.d.). Alkohol am Arbeitsplatz: Risiken, Konsumgründe, Folgen & Behandlung. Abgerufen von https://www.mywaybettyford.de/suchtkompendium/alkohol-am-arbeitsplatz/

        Pronova BKK. (n.d.). Corona-Pandemie verstärkt Suchtprobleme im Betrieb. Abgerufen von https://www.springerprofessional.de/gesundheitspraevention/stressmanagement/corona-pandemie-verstaerkt-suchtprobleme-im-betrieb/19532840

        Psychiatrische Fachklinik Bethel. (n.d.). Schlaf und Alkohol. Abgerufen von https://www.xn--hmmling-hospital-sgel-yec4j.de/medizin-pflege/fachabteilung/innere-medizin/kompetenzen/schlaflabor/schlafstoerungen_1/schlaf-und-alkohol.html

        Pro Mente Steiermark. (n.d.). Katerstimmung vorprogrammiert – Feiern mit Folgen. Abgerufen von https://www.promentesteiermark.at/blog/katerstimmung-vorprogrammiert-feiern-mit-folgen/

        Royal College of Psychiatrists. (n.d.). Wie wirkt sich Alkohol auf das Gehirn aus?. Abgerufen von https://www.rcpsych.ac.uk/mental-health/translations/german/alcohol-mental-health-and-the-brain

        Techniker Krankenkasse. (2022). Alkoholabhängigkeit: Schleichende Sucht. Abgerufen von https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/sucht/alkoholabhaengigkeit-schleichende-sucht-2022948

        Thoma, R., Monnig, M., Lyse, P., Ruhl, D., Pommy, J., Bogenschutz, M., Tonigan, S. (2011). Adolescent Substance Abuse: The Effects of Alcohol and Marijuana on Neuropsychological Performance. Alcoholism: Clinical and Experimental Research, 35(1), 39-46.

        Unternehmer.de. (n.d.). Alkohol während der Arbeitszeit: Betroffene Berufe, Konsequenzen, Lösungen. Abgerufen von https://unternehmer.de/management-people-skills/158573-alkohol-arbeitszeit-berufe-konsequenzen-loesungen-infografik

        ZWP Online. (2013). Neue Studie: Zunahme von Alkohol und Doping am Arbeitsplatz. Abgerufen von https://www.zwp-online.info/zwpnews/gemischtes/branchenmeldungen/neue-studie-zunahme-von-alkohol-und-doping-am-arbeitsplatz

        Disclaimer:

        Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

        Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

        Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

        Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.

        14 min
      • Panda. Happy Panda - happy you?

        Spaziergang 30: Panda. Happy Panda - happy you?

        Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge Walk & Talk mit Ida. Naja, jetzt nicht mit Ida, aber Walk & Talk gibt's schon. Ich will mit dir heute ein Happy Panda Training machen. Das ist ein Achtsamkeitstraining.

        Wir beginnen mit dem Anker. Atme ein und fühle deinen Atem, wo er am stärksten ist, zum Beispiel beim Bauch. Leg deine Hand einfach auf deinen Bauch. Wenn es bei dir Nase oder Mund ist, mach deine Hand vor deinen Mund. Das war es jetzt zum Anker.

        Jetzt machen wir einen kleinen Hörtest. Das ist eigentlich ganz einfach. Was hörst du so in deiner Umgebung? Bei mir sind es nur Autos und meine Stimme. Was ist bei dir so los? Hör einfach mal genau hin.

        Jetzt machen wir das Gefühlsglas. Das Gefühlsglas ist eigentlich ganz einfach. Man braucht nur ein Glas mit Wasser, Glitzer möglichst in verschiedenen Farben und einen Deckel. Als erstes nimm das Glas und füll es mit Wasser. Dann mach Glitzer rein, zum Beispiel rot, vielleicht wenn du wütend bist oder vielleicht gelb für Freude. Dann wenn du fertig bist mit deinem Gefühl, das du ins Glas getan hast, machst du den Deckel drauf und schüttelst das. Wenn du fertig bist, guck mal, was daraus entstanden ist. Ich kann es nicht genau erklären, aber guck einfach mal selbst.

        Tschüss, ich laufe jetzt noch ein bisschen. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Ciao!

        Das war meine wundervolle Tochter, denn mit meiner Erkältung ist es wesentlich schöner, heute sie zu hören. Ich hoffe, du hattest Spaß bei Happy Panda und Lust, es auch einmal zu probieren.

        Literatur:

        Happy Panda. (2025). Weiterbildung: Happy Panda Achtsamkeitstrainer für Kinder. Abgerufen am 17. September 2025, von https://happypanda.training

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        2 min
      • Wald. Macht mich der Wald gesund?

        Spaziergang 29: Wald. Macht mich der Wald gesund?

        Hallo und herzlich willkommen zu unserem Spaziergang hier im Westerwald. Schön, dass du wieder dabei bist. Um ehrlich zu sein, wäre diese Folge fast nicht zustande gekommen. Fast hätte es heute gar keine Folge gegeben.

        Ich bin nämlich wach geworden und ich war unglaublich grumpy. Ich hatte so richtig schlechte Laune. Ich habe schlecht geschlafen, meine Nase war zu, mein Hals hat gekratzt - dieser Klassiker, wenn die Erkältung ankommt. Anhand meiner schlechten Laune habe ich dann auch gemerkt, dass definitiv mein Immunsystem schon am Arbeiten ist.

        Vielleicht erinnerst du dich an unsere Folge über Erkältung. Da habe ich ja schon erklärt, dass wenn das Immunsystem anspringt, ein Nebeneffekt ist, dass die Leute davon durchaus schlechte Laune kriegen können. Das habe ich heute Morgen so richtig heftig gemerkt.

        Und ich wollte nicht raus, ich wollte nicht aufstehen und schon gar nicht bei dem heute Morgen noch relativ schlechten Wetter raus in den Wald. Nee. Ich habe da noch unglaublich lange gebraucht, bis ich mir mal die Schuhe angezogen habe. Aber ich habe ja einen Hund, meinen Paolo. Und Paolo muss raus. Muss auch Ida raus.

        Und deshalb gibt es a) diese Folge und b) diese Folge zu diesem Thema. Denn du merkst schon, meine Laune ist deutlich besser jetzt. Und das hat sich auch heute Morgen schon ergeben. In dem Moment, dass ich draußen war und im Wald war, fing es an, mir besser zu gehen. Erst wollte ich das gar nicht wahrhaben, weil ich war ja einfach nur so grumpy und bin da vor mich hingestapft. Aber umso länger ich durch den Wald gelaufen bin, desto besser wurde meine Laune.

        Ich kann nicht sagen, dass ich heiter war, aber ich war Stück für Stück weniger grumpy. Und was ich auch echt faszinierend fand: Meine Nase ist aufgegangen. Gut, durch die Bewegung. Bewegung setzt ja alles Mögliche in Gang, aber es war für mich gefühlt wirklich auch ein Stück weit der Wald. Es hat mich beruhigt, es hat mich entspannt und ich war am Ende viel länger unterwegs, als ich gedacht hatte.

        Das war echt schön. Ich bin auch froh, dass ich jetzt wieder hier draußen bin und hier durch den Wald laufe. Und ja, es ist windig, aber es stört mich gerade gar nicht. Es ist schön hier.

        Und warum erzähle ich dir das? Weil ich dir gerne von meinem Erlebnis heute Morgen erzählen will. Aber weil ich dann natürlich auch mal gut in meinen Unterlagen nachgeguckt habe, wo denn diese Ergebnisse, diese Studienergebnisse waren, von denen ich schon mal gelesen hatte.

        Japanische Wissenschaftler haben nämlich untersucht, wie sich der Wald auf Menschen auswirkt. Die haben da ein möglichst natürliches Stück Wald gesucht, die Leute dort hinein gelassen und sie eine Stunde und manche zwei Stunden in Ruhe gelassen in dem Wald. Und die durften da rumlaufen oder sich hinsetzen, einfach im Wald sein.

        Und das Faszinierende finde ich jetzt, ist, dass man wirklich wissenschaftlich feststellen konnte, dass die Menschen sich verändert haben. In dem einen zum Beispiel wurde festgestellt, dass das Stresslevel, die Marker für den Stress, deutlich runtergegangen sind. Und auch nicht sofort wieder hoch danach - es war nicht so eine „während ich im Wald bin geht's runter", sondern es hat sich eine Zeit lang gehalten.

        Und noch faszinierender - und ich liebe diesen Namen von diesen Zellen, sie heißen nämlich natürliche Killerzellen. Genau, diese natürlichen Killerzellen, die sind Teil der menschlichen Abwehr und die kann man ganz gut untersuchen im Blut. Und da haben sie festgestellt, dass die Menschen, die sie in den Wald geschickt haben, noch bis zu, wenn ich mich recht erinnere, zwei Wochen, eine höhere Aktivität der natürlichen Killerzellen hatten.

        Vielleicht hat einfach mein Aufenthalt heute Morgen im Wald die so mobilisiert, dass sie alle Viren aufgefressen haben. Na gut, ich bin immer noch ein bisschen erkältet, aber wie gesagt, das ist ja auch die Abwehrreaktion.

        Ich mag das Wort echt, oder? Ich glaube, man merkt es. Die natürlichen Killerzellen, die werden durch den Aufenthalt im Wald verstärkt aktiviert und mit ein bisschen Glück wird man dann weniger erkältet. Ich will eigentlich gar nicht wissen, wie erkältet ich wäre, wenn ich nicht so oft im Wald wäre.

        So viel dazu. Und dann kommt jetzt die Frage an dich. Und zwar, wo und wann hast du dich denn mal so wie ich jetzt im Wald - wann und wo hast du dich denn mal so richtig entspannt gefühlt in der Natur? War das vielleicht an einem Strand oder war das in einem Wald, an einem Fluss, an einem See? Was sorgt denn dafür, dass für dich so dieses entspannte Naturgefühl einsetzt?

        Vielleicht hast du ja Lust, das jetzt öfter zu haben.

        Alle Ergebnisse von den Studien, die ich dir genannt habe, findest du natürlich in den Shownotes. Und damit wünsche ich dir noch einen wunderschönen Spaziergang, vielleicht ja im Wald. Bis morgen!

        Literatur:

        Li, Q. (2007). Forest Medicine: How Forest Environments Promote Health and Happiness. Nippon Medical School.

        Li, Q. (2009). Forest bathing enhances human natural killer activity and expression of anti-cancer proteins. International Journal of Immunopathology and Pharmacology, 22(4), 957-964.

        Li, Q., & Kawada, T. (2011). Effect of Phytoncide from Trees on Human Natural Killer Cell Function. International Journal of Environmental Health, 3(2), 123-134.

        Kobayashi, H., et al. (n.d.). Combined effect of environment and walking on salivary cortisol concentrations. Medycyna Środowiskowa – Environmental Medicine, 27(1).

        Morita, E., et al. (2007). Shinrin-yoku (forest-air bathing and walking) effectively decreases blood glucose levels in diabetic patients. International Journal of Biometeorology, 41(3), 125-127.

        Park, B.-J., et al. (2007). Physiological effects of shinrin-yoku (taking in the atmosphere of the forest) - using salivary cortisol and cerebral activity as indicators. Journal of Physiological Anthropology, 26(2), 123-128.

        Qiu, S. et al. (n.d.). Meta-analysis on the effects of forest therapy on salivary cortisol levels..   

        Tsao, T.-M., et al. (2018). Health effects of a forest environment on natural killer cells in humans: an observational pilot study. Oncotarget, 9(23), 1645-1654.

        Disclaimer:

        Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

        Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

        Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

        Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.

        7 min
      • Teile. Warum dir dein Clown nur helfen will.

        Spaziergang 28: Teile. Warum dir dein Clown nur helfen will.

        Hallo und herzlich willkommen zu unserem gemeinsamen Spaziergang heute. Ich freue mich, dass du dabei bist und es wird ein ganz besonderes Thema, denn im Grunde ist es wieder unglaublich spontan. Ich wollte dir nämlich eigentlich erst in ein paar Wochen davon erzählen. Aber ich glaube, dass es der richtige Tag ist.

        Es geht dabei um eine psychotherapeutische Grundidee, die in Amerika sehr gut untersucht ist, wissenschaftlich untersucht ist und sich aus dem Bereich der Familientherapie entwickelt hat. Das Ganze gibt es schon seit mittlerweile, glaube ich, über 30 Jahren und das heißt das System der inneren Familie.

        Das hat Richard Schwartz entwickelt und wie gesagt auch schon sehr gut untersucht. Es wird viel angewendet auch hier in Deutschland mittlerweile und ich finde es unglaublich einleuchtend. Mir selber hilft es unglaublich viel, insbesondere darin zu verstehen, warum Menschen so handeln wie sie es tun und das möchte ich dir nicht vorenthalten.

        Warum besorgen sich zum Beispiel Menschen, die nicht gut hören, kein Hörgerät? Warum gehen Leute spät ins Bett, obwohl sie wissen, dass sie am nächsten Tag unausgeschlafen und grumpy sind? Warum essen Leute spät, obwohl sie wissen, dass es ihnen vielleicht gar nicht so ganz gut tut? Das sind nur ein paar Beispiele aus den letzten Episoden.

        Und am Ende kommt es auf eine ganz simple Logik hinaus. In dem System der inneren Familie geht man davon aus, dass jeder Mensch viele Teile in sich hat. Und diese Teile haben, wie kleine Menschen oder überhaupt wie Menschen ihre eigenen Charaktere. Jeder dieser Teile ist gut. Du kannst es auch Anteile nennen, wenn es dir lieber ist. Schon Freud hat von Anteilen, unseren Persönlichkeitsteilen gesprochen. Diese Idee ist weder klassisch amerikanisch noch allzu jung.

        Richard Schwartz in seinem System der inneren Familie hat das sehr gut dargelegt, finde ich. Es gibt Teile und diese Teile wollen alle Gutes für uns. Die sind Teil von uns und das ist ganz wichtig. Jeder hat sie, davon geht dieses System der inneren Familie aus. Und sie wollen dich immer unterstützen.

        Nur dass manche Teile irgendwann während deines Lebens, durch etwas, was du selber erlebt hast oder etwas, was deine Eltern dir weitergegeben haben, vielleicht die Gesellschaft dir mitgegeben hat, etwas erlebt haben, was für sie in dem Moment nicht verarbeitbar war. Stell dir vor, du wirst als Kind von deinem Bruder zu seinem Spaß in eine Kiste eingesperrt. Der Bruder findet das vielleicht lustig, du in der Kiste aber nicht.

        Und vielleicht bleibt das für dich ein schwieriges Erlebnis, das du in dem Moment nicht verarbeiten kannst, wenn du vier bist und dein Bruder sechs ist. Natürlich wirst du im besten Falle schnell von ihm wieder rausgeholt, aber vielleicht bleibt dieses Erlebnis bei dir und dann ist eines deiner Teile zu diesem Zeitpunkt so lieb, dass es dieses Erlebnis, das du in dem Moment nicht genug verarbeiten kannst, auf sich nimmt. Wie einen kleinen Rucksack.

        Das ist die Idee beim System der inneren Familie. Da ist ein Teil, das so lieb ist, dass es diese Bürde für dich trägt. Nur wenn du jetzt in eine Situation kommst, die in irgendeiner Form der ähnlich ist, dann meldet sich das Teil. Denn es will nicht nochmal in die Situation kommen. Eine Bürde dieser Art reicht ihm.

        Aber das macht natürlich ein ungutes Gefühl. Vielleicht hast du das schon mal erlebt, wenn du in einer Situation warst, wo du sehr, sehr viele Emotionen dann erlebt hast und vielleicht gar nicht genau wusstest, warum in dem Moment. Vielleicht war das so ein Teil, der eine Bürde auf sich genommen hat und sich dann gemeldet hat.

        Das System der inneren Familie geht darüber hinaus davon aus, dass es andere Teile gibt, die dir auch helfen wollen, die dich beschützen wollen, damit du eben nicht diese Emotion, die durch diese Bürde ausgelöst wird, wieder erlebst. Das können Teile sein, die dein Leben für dich regeln, damit du gar nicht in die Situation kommst, die nennt man dann Manager. Da gibt es verschiedenste Ausprägungen.

        Und auch wenn die Teile uns nur helfen wollen, heißt das noch lange nicht, dass sie uns nicht auch in Situationen bringen können, die vielleicht nicht die bestmöglichen sind. Das kann zum Beispiel sein, dass du einen Manager hast, der dafür sorgt, dass du jeden Tag immer früh aufstehen musst und dich nicht erholen darfst. Weil wenn du dich erholst, dann vielleicht hat er Angst, du könntest in eine Situation kommen, die deine Bürde, deinen verstoßenen kleinen Teil mit der Bürde wieder aktiviert. Das sind nur Beispiele.

        Und auf der anderen Seite gibt es andere Helfer, die man Feuerbekämpfer nennt. Stell dir vor, dieser kleine junge Teil mit seinem Rucksack mit der Bürde. Der kommt doch ein bisschen hervor. Aber damit in dem Moment du nicht überwältigt wirst von diesem Problem, kommt ein anderer Teil und springt dir zu Hilfe und tut etwas, damit du jetzt in dem Moment nicht überwältigt wirst. Auch der will dir nur helfen. Aber diese Feuerbekämpfer können ganz schön drastische Sachen machen.

        Das kann von "ich mache mal einen Witz und bin der Klassenclown, damit alle abgelenkt sind und wir nicht mehr darüber nachdenken, was mich da jetzt gerade Richtung meine Bürde bringt". Oder das kann der Feuerbekämpfer sein, der zur Flasche Wein greift, um nicht weiter dieses Gefühl zu haben, was da brodelt. Das kann ein Feuerbekämpfer sein, der dich plötzlich joggen gehen lässt. Rennen, Rennen, Rennen, ganz hart rennen, wo es gibt. Gottchen, das sind alles nur Beispiele. Aber du siehst, die Feuerbekämpfer, die greifen ein, wenn dieses unangenehme Gefühl nach oben kommt.

        Und es gibt die Manager, die versuchen dafür zu sorgen, dass das unangenehme Gefühl gar nicht nach oben kommt.

        Und was jetzt noch tragischer ist, denn alle diese Teile wollen dir helfen, dass sie sich auch gegenseitig bekämpfen können. Der Manager hat vielleicht ein großes Problem damit, was der Feuerbekämpfer in dem Moment macht. Stell dir einen Manager vor, der tatsächlich sehr ordentlich und punktgenau ist und einen Feuerbekämpfer, der dann das genaue Gegenteil macht. Die beiden können sich nicht ausstehen, sobald der eine versucht, das zu verhindern, was der andere macht und umgekehrt. Aber alle wollen nur dein Bestes.

        Vielleicht kannst du dir vorstellen, warum Menschen daher überpünktlich sind und sauer sind, wenn mal was zu spät anfängt, weil ihr Manager das ganz, ganz wichtig findet. Oder dass es verbannte Teile gibt, die unglaublich sehnsüchtig danach sind, gesehen zu werden, weil sie in der Vergangenheit nicht gesehen wurden und die zu Meetings einladen, um gesehen zu werden, vielleicht von möglichst vielen Leuten gesehen zu werden, die vielleicht besonders viel reden. Da sitzt einer und der redet die ganze Zeit. Aber vielleicht will er nur gehört werden.

        Und so gibt es unglaublich viele Beispiele, warum Menschen Dinge tun. Wir werden zum Beispiel nächste Woche irgendwann über das Thema Alkohol sprechen und wie sich das ausfällt auf Meetings, aber überhaupt auf Teams, auf Menschen auswirkt. Denn auch das ist ein biologischer Grund. Aber ich finde diese Folge so wichtig, dass ich dann auch mit dir darüber reden kann, wie das vielleicht kommt. Und du im besten Falle mit Mitgefühl darüber nachdenken kannst.

        Das ist der Punkt, der mir wichtig ist. Dass ich dir in den Situationen, wo wir über Gründe sprechen, warum jemand im letzten Moment zum Meeting einlädt, warum jemand durch seine Sprüche oder ob das jetzt Negative sind oder ob das einfach Quatsch machen ist, eine Teamarbeit torpediert, warum jemand dem anderen vielleicht gar nicht zuhört. Ich möchte gern mit Mitgefühl mit dir zusammen auf diese Situation schauen können.

        Und das kann ich dann, wenn ich über die Teile mit dir sprechen kann, die da vielleicht im Hintergrund sind. Und vielleicht entwickelt es auch in dir ein Mitgefühl und eine Neugierde für diese Teile, die da gerade am Werk sind. Denn egal wie unangenehm entweder dir dein Verhalten oder das deiner Kollegen gerade ist, wie unproduktiv, wie unkonstruktiv das ist, was gerade passiert. Wenn du möchtest, darfst du mir eine Sache glauben, nämlich, dass all das, was passiert, durch Teile passiert und dass alle Teile es immer gut meinen, auch wenn das Ergebnis unkonstruktiv oder unproduktiv ist.

        Das Schöne ist, es gibt auch etwas in dir, das kein Teil ist. Davon ist das System der inneren Familie überzeugt. Und sie nennt das das Selbst. Das Selbst ist völlig unkaputtbar. Und das Selbst ist immer da. Und ich finde das unglaublich beruhigend. Auch wenn ich mein Selbst spüre, das in mir ist. Und auch du kannst dein Selbst spüren oder lernen zu spüren, deinem Selbst vertrauen.

        Und dieses Selbst ist geprägt von Ruhe, von Neugier, von Mitgefühl, von Verbindung, Verbindung mit sich, mit seinen eigenen Teilen, aber auch mit den Menschen um uns herum und noch von vielen anderen wunderschönen Werten, von Klarheit zum Beispiel. Es ist geprägt von dem, was wir in unserem Innersten als Menschen sind und egal wie du dich gerade fühlst, es ist da. Dein Selbst ist da und dein Selbst kann dir immer helfen.

        So, das war jetzt eine sehr pathetische Folge. Aber nichtsdestotrotz gebe ich dir natürlich in den Shownotes Empfehlungen für die Bücher von Richard Schwartz, in denen es um das System der inneren Familie geht. Das ist alles auch auf Deutsch übersetzt. Und wie gesagt, das ist kein esoterisches Zeug. Das ist eine psychotherapeutische Denkrichtung und genauso wie keine Denkrichtung immer komplett richtig ist, ist das aber doch etwas, was mir sehr, sehr geholfen hat, sowohl mit mir selber, mit meinen eigenen Themen umzugehen, als auch mein Mitgefühl den Menschen gegenüber zu stärken und weiterzuentwickeln und auf eine andere Weise zu handeln, als ich es vielleicht noch vor einem Jahr getan habe.

        Genau deshalb möchte ich dir das einfach nicht vorenthalten. Die Frage… ich glaube, es gibt einfach keine Frage heute. Es gibt keine Frage. Ich kann dich nur dazu inspirieren, dir mehr über das Thema IFS, Internal Family Systems Therapy auf Englisch oder das System der inneren Familie durchzulesen, wenn du möchtest. Es wird hier immer mal wieder darum gehen und ich hoffe, dass es dein Leben genauso bereichert wie es meines tut.

        Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag. Mach's gut.

        Literatur:

        Schwartz, R. C., & IFS-Europe e. V. (2024). Das System der inneren Familie: Einführung in die IFS-Therapie – Ein Weg zu mehr Selbstführung (Erweiterte Neuausgabe). Kösel-Verlag.

        Disclaimer:

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        Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

        Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

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        14 min
      • Gut. Sind wir Menschen im Grunde gut?

        Spaziergang 26: Gut. Sind wir Menschen im Grunde gut?

        Hallo und herzlich willkommen an diesem wundervollen Sonntagmorgen hier im Westerwald. Schön, dass du wieder dabei bist auf diesem Spaziergang hier mit mir und meinem Hund Paolo. Wir laufen hier durch noch nebelnasse Wiesen und ich finde es unglaublich schön, dass es wieder Sonntag ist, weil Sonntag bedeutet, dass wir über Philosophie sprechen, hier in unserem Infoteil dieses Spaziergangs.

        Und heute geht es um ein Thema, was uns alle als Menschen von Grund auf betrifft. Es ist die Frage, ob der Mensch von Grund auf, vom tiefsten seines Herzens, von seiner tiefsten Natur - hallo Paolo, da kommt er vorbei - ob der Mensch aus dem tiefsten seines Herzens gut ist oder ob er schlecht ist. Ob der Mensch von Grund auf von dem, was wir heute an Kriegen erleben, an Morden, an anderen schrecklichen Dingen, die wir überall in den Nachrichten hören können, ob er davon abgehalten werden muss, noch viel schlimmer zu sein und ob unsere Gesetze, unsere Staaten, unsere ganzen Institutionen alle dazu dienen, den Menschen ein wenig zu zivilisieren, ein wenig davon abzuhalten, sich gegenseitig umzubringen.

        Oder ob der Mensch von Natur aus gut war und erst die Zivilisation, das Privateigentum und all diese Dinge, dass Menschen Land besessen haben, all das dazu geführt hat, dass der Mensch angefangen hat, schlechte Dinge zu tun.

        Jetzt glaube ich, dass man diese Frage nicht ganz endgültig beantworten kann, denn mit Sicherheit haben auch schon in der Urzeit mal der eine oder andere Mord stattgefunden. Egal zu welcher Zeit, gab es immer Situationen, in denen ein Mensch mit Sicherheit auch mal etwas Schlechtes getan hat.

        Aber die Frage ist, ob wir wirklich von Grund auf, von der Natur aller Menschen, ob die gut oder ob die schlecht ist. Und es gibt da zwei Philosophen, zwei Staatstheoretiker, die ganz unterschiedliche Meinungen haben. Unterschiedlicher geht gar nicht. Der eine, Thomas Hobbes, ein Brite - die beiden lebten übrigens in der frühen Neuzeit.

        Dieser Brite, Thomas Hobbes, war der Meinung, dass der Mensch von Grund auf schlecht ist. Dass der Mensch dazu neigt, nur nach sich selbst zu schauen, sich um seine eigenen Interessen nur zu kümmern, dass er bereit ist, schlimme Dinge, Morde, Kriege und alles andere zu tun, um nur seine eigenen privaten, persönlichen Interessen und Gelüste zu befriedigen. Und dass es sozusagen einen starken Staat, einen starken Herrscher braucht, um diesen im Grunde unglaublich schlechten Menschen ein wenig zur Raison zu bringen, ein wenig Kultur und Zivilisation darüber zu kippen, wenigstens eine dünne Lage, damit er am Ende nicht nur Schlechtes tut, nicht ein Kampf aller gegen alle entsteht.

        Im genauen Gegenteil dazu steht die Meinung von Jean-Jacques Rousseau, ein Franzose, der kurz nach ihm gelebt hat und der die grundsätzliche Meinung vertritt, dass der Mensch im Grunde gut ist, dass der Mensch in seinem Urzustand - wie er das nennt - über die Steinzeit wussten die damals noch nicht ganz so viel, allgemein nennt er das Urzeit - dass der Mensch gut war, dass der Mensch von dem Herzen, von seinem Grund, von seiner Natur gut und positiv ist.

        Dass er frei ist, dass er sich hilft, sich unterstützt gegenseitig. Dass der Mensch mit allem, was er tut, von Grund auf gut ist. Und er ist der Meinung, dass erst später durch Dinge wie das Einzäunen von Land und Ähnliches - er hat da so einen schönen Spruch, wo die Pfähle in die Erde geschlagen werden und er das so als den ersten Punkt sieht, wo man sich vom Naturzustand, vom grundsätzlich Guten entfernt.

        Wie ist das denn bei dir? Was ist denn deine Meinung, wenn du jetzt mal ganz spontan in dich reinhörst, dass deiner Meinung nach der Mensch von Grund auf gut oder ist er von Grund auf schlecht und muss zivilisiert werden?

        Ich muss dazu sagen, dass Jean-Jacques Rousseau natürlich noch nichts von irgendwelchen Besitzanspruchsdenken und Geschichten, die später politisch und philosophisch kamen, wusste. Als er über Privateigentum sprach, war das noch nicht das, was 100 Jahre später darüber erzählt wurde.

        Aber nichtsdestotrotz, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch von Grund auf gut ist, dann sind die Ideen, wie man mit Problemen umgeht, ganz andere, als wenn der Mensch von Grund auf schlecht ist.

        Aber wie beantworten wir jetzt die Frage? In den letzten, vor allem letzten 100 Jahren, wurde sie häufig so beantwortet, dass der Mensch schlecht ist. Man eine starke, harte Hand braucht, Gefängnissysteme und in Schulen müssen die Kinder gebändigt werden. Und an ganz vielen anderen Stellen wurde das Menschenbild eines schlechten Menschen vorausgesetzt. Und Institutionen und sowas wie Schulen und Gefängnisse auf diese Art und Weise eingerichtet, um diesem Menschenbild zu entsprechen, um den Menschen mit einer harten Hand wieder gut zu trimmen.

        Wenn wir aber jetzt ein Menschenbild hätten, was von Grund auf gut ist, wie gesagt, dann müssten wir eigentlich an die Sache anders herangehen. Wie beantworten wir uns das jetzt? Und zum Glück gibt es da jemanden, der uns diese Arbeit abgenommen hat. Das ist ein ganz wundervoller niederländischer Autor und sein Buch heißt „Im Grunde Gut".

        Das gibt es nicht nur auf Niederländisch, sondern auch auf Deutsch und ist hier in Deutschland, ich glaube, beim Rowohlt Verlag rausgegeben worden. Und es gibt sogar als Hörbuch, wer wie ich lieber Hörbuch hört als zu lesen, der kann sich das auch als Hörbuch anhören.

        Dieses Buch geht ganz systematisch der Frage nach, ob der Mensch im Grunde gut ist oder ob er im Grunde schlecht ist. Er geht all die Beweise entlang, die im Allgemeinen dazu dienen zu sagen, der Mensch ist im Grunde schlecht. Eines davon ist zum Beispiel das Stanford Prison Experiment und er belegt in sehr vielen gut recherchierten Details, warum viele Annahmen der Menschen, die behaupten, der Mensch ist im Grunde schlecht, so nicht haltbar sind.

        Der Autor ist, genau wie ich, der festen Überzeugung, dass der Mensch im Grunde seines Herzens gut ist.

        Und wie gesagt, das hat natürlich viele Implikationen, wie wir mit Menschen umgehen, und ich kann gut verstehen, wenn du anderer Meinung bist, vielleicht auch, weil du im Leben einfach Dinge erlebt hast, die wirklich sehr, sehr unschön waren, die für dich wirklich schlimm waren. Dass du Enttäuschungen erlebt hast, dass du Verrat erlebt hast, dass du Mobbing erlebt hast. Und ich kann aus ganz ehrlichem Herzen sagen, ich habe das auch erlebt. Ich wurde in der Schule jahrelang gemobbt und habe da ganz, ganz schlimme Zeiten erlebt. Aber trotzdem hatte ich immer - da kommt Paolo vorbei - im tiefsten Herzen das Gefühl, dass die Menschen gut sind.

        Und dass irgendetwas auch diesen Menschen passiert ist, dass sie sich so verhalten, wie sie es tun.

        Und die Frage ist dann natürlich wiederum, was ist die Konsequenz? Was ist die Konsequenz für unser eigenes persönliches Handeln? Denn das ist das, was wir im Griff haben, sozusagen. Das, was wir selber bestimmen können, wie wir selber handeln. Und was ist meine Konsequenz zum Beispiel?

        Dass ich versuche, Menschen immer freundlich zu begegnen. Dass ich immer davon ausgehe, dass die Menschen nicht nur im Grunde gut, sondern auch im Grunde gesund sind. Als Therapeutin ist das natürlich eine unglaublich wichtige Sache und eine ganz grundlegende Annahme. In jedem Menschen steckt ein guter Kern. In jedem Menschen steckt eine unkaputtbare Gesundheit, die da ist.

        Und so gehe ich auf Menschen zu. Das ist auch einer der Gründe, warum ich hier den Podcast mache, statt irgendwelche Sachen damit zu verkaufen. Weil ich glaube, dass wenn wir alle im Grunde gut sind, wir alle füreinander da sind und jedem Menschen, den ich mit diesem Podcast auch nur ein kleines bisschen inspirieren kann - und ich hoffe, dass ich dich inspiriere, jetzt drüber nachzudenken, ob der Mensch im Grunde gut ist oder im Grunde schlecht ist und was das für dich eigentlich, für dein Leben, für die Art und Weise, wie du mit Menschen umgehst, bedeutet.

        Wie gehst du an Menschen heran? Denkst du erst mal, dass sie gut sind? Oder hast du erst mal Angst vor ihnen oder Zweifel oder denkst, dass sie dich doch nur betrügen oder hintergehen?

        Was die Gründe dafür sind, dass wir vielleicht so denken, dass du vielleicht, dass ich vielleicht auch manchmal so denke und an meinen tiefsten Überzeugungen zweifle, wenn ich was Schlimmes erlebe, das erzähle ich dir dann andermal. Das hat weniger mit Philosophie zu tun, als mehr mit Psychologie.

        Aber mein gutes Menschenbild lasse ich mir auch von schlechten Erlebnissen nicht nehmen. Da lasse ich mir auch nicht davon nehmen, dass ich manchmal grumpy bin und vielleicht auch Leuten nicht das schönste Erlebnis biete. Das ist tatsächlich so. Jeder Mensch hat mal bessere und schlechtere Tage. Aber das ändert nichts daran, ob der Mensch von Natur aus und im Grunde seines tiefsten Herzens gut, frei und gesund ist.

        Ich kann dir nur meine eigene Meinung mitgeben und ich kann dir ans Herz legen, dieses Buch zu lesen und dich selber überraschen zu lassen, was es alles zu entdecken gibt auf dem Weg der Frage, ob der Mensch im Grunde gut ist.

        Ich wünsche dir noch einen wundervollen Sonntag. Und die Frage des Tages ist natürlich, wie wendet sich dein Bild, dein Menschenbild auf dein Leben an? Was tut es - ich habe es vorhin schon angesprochen - was tut dein Menschenbild mit dir und deinem Leben? Die ist jetzt sehr philosophisch, die Frage, aber es ist auch unser philosophischer Sonntag. Insofern mach's gut und ich freue mich, wenn du morgen wieder mit dabei bist.

        Na, das ist pünktlich - jetzt gehen die Glocken los. Tschüss!

        Literatur:

        Bregman, R. (2021). Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit. Rowohlt.

        Van Schaik, C., & Michel, K. (2023). Mensch sein: Von der Evolution für die Zukunft lernen. Rowohlt.

        Van Schaik, C., & Michel, K. (2016). Die Evolution der Gewalt: Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen. Eine Menschheitsgeschichte. S. Fischer.

        Disclaimer:

        Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.

        Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.

        Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.

        Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.

        12 min

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