Was sorgt dafür, dass wir uns „einheimisch“ fühlen? Sind es Orte, Häuser, ist es die Natur oder ein Land? Für den deutsch-israelischen Autor Tomer Dotan-Dreyfus wurde die Frage nach seinem eigenen “Einheimischkeit” in den vergangenen zwei Jahren immer dringlicher. Seit 2011 lebt er in Berlin, schon lange sieht er die Regierung Netanjahu sehr kritisch und äußert dies auch deutlich in seinen Texten oder auf Social Media. Spätestens seit dem Beginn der Gaza-Offensive, mit der die israelische Regierung auf den brutalen Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel reagierte, gehört er zu den prominentesten Kritikern der israelischen Regierung, aber auch der deutschen. Dotan-Dreyfus‘ Fragen sind unbequem, für ihn selbst, aber auch für das israelische und das deutsche Selbstverständnis.
Um all das geht es im Gespräch mit Tomer Dotan-Dreyfus, der kürzlich zu diesen Themen sein neues, sehr persönliches Buch „Keinheimisch“ veröffentlicht hat. Es ist das zweite nach seinem Debütroman „Birobidschan“, mit dem er 2023 auch auf der Longlist des deutschen Buchpreises stand.
Von und mit Andrea Geißler.
Titelbild © Shai Levy / Propyläenverlag / hr Grafik
Hörtipp: „Der letzte Himmel“ - Alena Jabarine und die Suche nach Palästina https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:92452b095cb8f50a/