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Sowohl das Welterbe Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut als auch das Welterbe der Altstadt von Salzburg zählt weltweit zum Besten, was nach einem jahrhundertelangen Ausleseprozess übrig geblieben ist. Über die materiellen Substanz hinaus steckt im immateriellen Kulturerbe das Wissen und die Fertigkeiten mit einfachen Mitteln Herausragendes vom großer Dauerhaftigkeit zu schaffen. Kurt Luger von der Universität Salzburg und Arthur Schindelegger von der TU Wien diskutieren mit Friedrich Idam über Substanz und Möglichkeiten des Welterbes.
Der österreichische Landesfürst verfügte im Salzkammergut nicht nur über das Bergregal, sondern auch die gesamte Salzproduktion und der Salzhandel befanden sich in seinem direkten und unmittelbaren Besitz. Darüber hinaus war derselbe aber auch noch Grundherr der Herrschaft Wildenstein, welche das gesamte innere Salzkammergut umfasste. Um 1500, mit dem Wachsen des habsburgischen Herrschaftsgebietes, wurde eine "Raitkammer" für die Niederösterreichischen Lande eingerichtet. Sie besorgte nicht nur die Verwaltung des Kammerguts sondern auch die gesamte Rechnungskontrolle. Die besondere wirtschaftliche Bedeutung des Kammergutes führte sehr früh zu einer besonderen Obsorge der Staatsgewalt um den Bestand und die Entwicklung der dort vorhandenen Produktionsmittel. Diese spezifischen Vorgänge sind für den Salzproduktionsbetrieb in Hallstatt bereits am Beginn der Neuzeit belegbar.
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Die Welterberegion Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut war über Jahrhunderte vom Energieträger Holz abhängig. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Wälder um Hallstatt übernutzt und lieferten nicht mehr die erforderlichen Brennstoffmengen für die Salzproduktion.
Die älteste schriftliche Quelle, die direkt auf die Salzproduktion in Hallstatt bezug nimmt, stammt aus dem Jahr 1305, worin das "sieden ze Halstat, daz da von dem Halperg chumt" belegt ist. Die Verleihungsurkunde des Marktrechtes aus dem Jahr 1311 spricht von der "Erhebung vom wilden Gebirge und grünem Wasen" des "neuen Siedens ze Halstatt", was den Schluss zulässt, dass nicht vor 1280, die Vorarbeiten zur Eröffnung des Bergbaues und des Sudbetriebes erfolgten.
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In Hallstatt wurden bis Mitte der 1980er Jahre, die Gebeine der Verstorbenen nach etwa 10-15 Jahren exhumiert, und dann im Beinhaus unter der Michaelikirche zweitbestattet. Dabei wurden die Schädel mit Pflanzenmustern verziert und die Namen sowie die Geburts- und Sterbedaten aufgemalt. Dieser Brauch war in Süddeutschen Raum zumindest während der Barockzeit weit verbreitet, kam aber im 19. Jahrhundert außer Gebrauch. In Hallstatt aber, wo der Platz sehr eng ist und eine Friedhofserweiterung nicht möglich war, hielt sich diese Form der Zweitbestattung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Der Autor dieses Podcasts, Friedrich Idam, übte als letzter Totengräber von Hallstatt auch die Tätigkeit des Totenkopfbemalers aus. In diesem Gespräch mit dem Schädelforscher Andreas Lingnau beleuchtet er die historischen Hintergründe der Bestattungstraditionen in Hallstatt.
Bis zum Brand von 1750 bildete der heutige Marktplatz gemeinsam mit dem oberen Marktplatz eine räumliche Einheit, welche im Grundriss vom S-Schwung der nördlichen Bebauung geprägt war. Das Spital an der Südseite und auch die Spitalskirche, welche an der Stelle stand, wo heute die Dreifaltigkeitssäule positioniert ist, gingen beim Brand von 1750 verloren. Weitere Informationen zur städtebaulichen Entwicklung des Hallstätter Marktplatzes finden Sie hier.
Bauliche Eingriffe in die bauliche Substanz des Welterbes sind durchaus möglich. Voraussetzung dafür ist eine gute Planung, die auf einer gründlichen Bauforschung basiert.
Die Bebauungsstruktur der einzelnen Ortsteile von Hallstatt ist stark durch die Topologie der Landschaft geprägt. Während der Ortskern, der auf einem flachen Schuttkegel gegründet ist, geometrische Bebauungsmuster aufweist, sind die Ortsteile "Hallberg" und "Im Römischen" auf steilen Felsterrassen förmlich aufeinandergestapelt.
Die Hallstätter Kalvarienberganlage wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einer rein agrarisch geprägten Umgebung errichtet. Auch vier Kapellen, in denen die schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzgebets mit vollplastisch und lebensgroß ausgeführten, polychrom gefassten Holzskulpturen dargestellt sind, standen ursprünglich auf der grünen Wiese. Der Kreuzweg beginnt beim Benefizium mit der Ölbergkapelle setzt sich mit der Geißelungsszene und der Dornenkrönung fort und endet in der Kalvarienbergkirche. Nach dem Marktbrand von 1750, dem auch das Sudhaus zum Opfer fiel, wurde die neue Salzproduktionsanlage samt Verwaltungsgebäude, dem Amtshaus, im Ortsteil Lahn neu aufgebaut. Dabei wurde der Kreuzweg zwischen der dritten und vierten Kapelle vom Industriekomplex überlagert und die Kalvarienbergkirche, als religiöser Fixpunkt in das Ensemble integriert. Mit dem Abbruch der Sudhausanlage und dem Ausbau der Hallstättersee-Landesstraße Mitte der 1960er Jahre wurde das Ambiente wiederum massiv verändert.
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