Welterbe Hallstatt

Welterbe Hallstatt

By Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard PilzSociety & CultureDocumentaryHistory
Download on the App Store

Welterbe Hallstatt episodes

  • Welterbe
    Form und Inhalt

    Sowohl das Welterbe Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut als auch das Welterbe der Altstadt von Salzburg zählt weltweit zum Besten, was nach einem jahrhundertelangen Ausleseprozess übrig geblieben ist. Über die materiellen Substanz hinaus steckt im immateriellen Kulturerbe das Wissen und die Fertigkeiten mit einfachen Mitteln Herausragendes vom großer Dauerhaftigkeit zu schaffen. Kurt Luger von der Universität Salzburg und Arthur Schindelegger von der TU Wien diskutieren mit Friedrich Idam über Substanz und Möglichkeiten des Welterbes.

    Links zu weiterführenden Informationen über Steinmauern, Kalktechnik, terrassierte Hänge, mittlere Technologien und die Hallstätter Parkterrasse.

    39 min
  • Hallstatt - Hoheitliche Verwaltung
    Gelenkte Entwicklung

    Der österreichische Landesfürst verfügte im Salzkammergut nicht nur über das Bergregal, sondern auch die gesamte Salzproduktion und der Salzhandel befanden sich in seinem direkten und unmittelbaren Besitz. Darüber hinaus war derselbe aber auch noch Grundherr der Herrschaft Wildenstein, welche das gesamte innere Salzkammergut umfasste. Um 1500, mit dem Wachsen des habsburgischen Herrschaftsgebietes, wurde eine "Raitkammer" für die Niederösterreichischen Lande eingerichtet. Sie besorgte nicht nur die Verwaltung des Kammerguts sondern auch die gesamte Rechnungskontrolle. Die besondere wirtschaftliche Bedeutung des Kammergutes führte sehr früh zu einer besonderen Obsorge der Staatsgewalt um den Bestand und die Entwicklung der dort vorhandenen Produktionsmittel. Diese spezifischen Vorgänge sind für den Salzproduktionsbetrieb in Hallstatt bereits am Beginn der Neuzeit belegbar.

    Die Grundlage für die neuzeitliche Verwaltungs- und Wirtschaftsorganisation des Kammergutes bildete die von Kaiser Maximilian I. begonnene und von Erzherzog Ferdinand zu Ende geführte "Reformation des Salzwesens zu Hallstatt", welche 1524 im ersten Reformationslibell niedergelegt wurde.

    Link zum download des weiterführenden Textes "Gelenkte Entwicklung"

    9 min
  • Energieträger
    Wandel und Innovation

    Die Welterberegion Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut war über Jahrhunderte vom Energieträger Holz abhängig. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Wälder um Hallstatt übernutzt und lieferten nicht mehr die erforderlichen Brennstoffmengen für die Salzproduktion.

    Diese Energiekrise führte einerseits zu technischen Innovationen, Verlagerung des Produktionsstandortes und den Bau einer Pipeline, aber auch zum Wechsel des Energieträgers. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangte Braunkohle aus dem Wolfsegg-Traunthaler Revier zur Verfeuerung. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Salzproduktion auf das elektrisch betriebene Thermokompressionsverfahren umgestellt. Der Braunkohle-Bergbau wurde in den 1980er Jahren eingestellt und die damit verbundene Infrastruktur entweder umgenutzt oder abgerissen. Große Braunkohlevorräte ruhen noch ungenutzt unter der Erde. Der Technologiewechsel zur Elektrizität setzte bereits zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein. Auf Initiative des genialen Ingenieurs Josef Stern wurden die Wasserkräfte des Gosautals nutzbar gemacht. Die Energiekrise nach dem ersten Weltkrieg führte dazu in einem Pilotprojekt, der Bahnstrecke Attnang-Puchheim Steinach Irdning, zu Elektrifizierung. Der 1924 in Betrieb genommene Bahnstromgenerator liefert noch immer den Strom für den Betrieb der Bahnstrecke. Er stellt damit ein hervorragendes Beispiel mittlerer Technologie dar.

    15 min
  • Hallstatt - Die mittelalterliche Gründung
    Festgelegte Strukturen

    Die älteste schriftliche Quelle, die direkt auf die Salzproduktion in Hallstatt bezug nimmt, stammt aus dem Jahr 1305, worin das "sieden ze Halstat, daz da von dem Halperg chumt" belegt ist. Die Verleihungsurkunde des Marktrechtes aus dem Jahr 1311 spricht von der "Erhebung vom wilden Gebirge und grünem Wasen" des "neuen Siedens ze Halstatt", was den Schluss zulässt, dass nicht vor 1280, die Vorarbeiten zur Eröffnung des Bergbaues und des Sudbetriebes erfolgten.

    Mit dieser Urkunde wurden an auswärtige Bürger auch sieben Burgrechte verliehen, welche eine auf die Nachkommen vererbbare Konzession für die Salzerzeugung und den Salzhandel waren. Sie waren verpflichtet, sich in Hallstatt "mit ainem Maiden" häuslich niederzulassen. Die tatsächliche körperliche Arbeitsleistung konnte aber auf einen sogenannten Arner übertragen werden.
    Weiters wurden fünf weitere, sozial aber etwas weniger qualifizierte Leihen an Pfannhausstätten vergeben, deren Inhaber "mit sein selbst leib arbeiten" mussten. Die soziale und rechtliche Hierarchie ist damit klargestellt: Pfleger - Schreiber – rechte Burgleheninhaber – Leiheinhaber – Arner.
    Die Inhaber der Burglehen waren aufgrund ihrer Privilegien in der Lage, ähnlich wie moderne Unternehmer zu agieren. Ihr Handlungsspielraum war lediglich von der Residenzpflicht in Hallstatt sowie von der bedingten Veräußerbarkeit des Burgrechtes eingeschränkt. Davon abgesehen konnten sie über ihre Anteile an der Salzproduktion frei verfügen, Gewinne erwirtschaften, damit weiteres Salz zukaufen und dieses in den Verkehr bringen.
    Während der mittelalterlichen Gründungsphase der Hallstätter Salzproduktion bedurfte der Landesherr demnach offenkundig finanzkräftiger Privatunternehmer, denen in Form eines Pachtsystems hohe Anteile an der Salzproduktion verliehen wurden. So ist es verständlich, dass die Landesfürsten seit dem 15. Jahrhundert bestrebt waren diese "Junkherrnrechte" wieder abzulösen , was in den wesentlichen Zügen bereits im 16. Jahrhundert umgesetzt werden konnte, wohl aber erst mit der Ablösung der letzten Salzfertigerrechte im 19. Jahrhundert endgültig gelungen ist.

    Link zum download des weiterführenden Textes "Gelenkte Entwicklung"

    11 min
  • Hallstatt Bemalte Totenschädel
    Zweitbestattung im Beinhaus

    In Hallstatt wurden bis Mitte der 1980er Jahre, die Gebeine der Verstorbenen nach etwa 10-15 Jahren exhumiert, und dann im Beinhaus unter der Michaelikirche zweitbestattet. Dabei wurden die Schädel mit Pflanzenmustern verziert und die Namen sowie die Geburts- und Sterbedaten aufgemalt. Dieser Brauch war in Süddeutschen Raum zumindest während der Barockzeit weit verbreitet, kam aber im 19. Jahrhundert außer Gebrauch. In Hallstatt aber, wo der Platz sehr eng ist und eine Friedhofserweiterung nicht möglich war, hielt sich diese Form der Zweitbestattung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Der Autor dieses Podcasts, Friedrich Idam, übte als letzter Totengräber von Hallstatt auch die Tätigkeit des Totenkopfbemalers aus. In diesem Gespräch mit dem Schädelforscher Andreas Lingnau beleuchtet er die historischen Hintergründe der Bestattungstraditionen in Hallstatt.

    45 min
  • Hallstatt Dreifaltigkeitssäule
    Ein spätbarocker Obelisk
    Die Dreifaltigkeitssäule ist räumlich äußerst spannend im unteren Bereich, auf der Symmetrieachse des Hallstätter Marktplatzes positioniert. Ihr dreieckiger Grundriss korrespondiert mit dem dreieckigen Grundriss des Platzes. Ihr spätbarocker, charmanter Habitus sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine ganz bewusst gesetztes Zeichen der Gegenreformation darstellt.
    12 min
  • Hallstatt Marktplatz
    Überlagerte städtebauliche Muster

    Bis zum Brand von 1750 bildete der heutige Marktplatz gemeinsam mit dem oberen Marktplatz eine räumliche Einheit, welche im Grundriss vom S-Schwung der nördlichen Bebauung geprägt war. Das Spital an der Südseite und auch die Spitalskirche, welche an der Stelle stand, wo heute die Dreifaltigkeitssäule positioniert ist, gingen beim Brand von 1750 verloren. Weitere Informationen zur städtebaulichen Entwicklung des Hallstätter Marktplatzes finden Sie hier.

    12 min
  • Umbauen im Welterbe
    Neues Leben in alten Mauern

    Bauliche Eingriffe in die bauliche Substanz des Welterbes sind durchaus möglich. Voraussetzung dafür ist eine gute Planung, die auf einer gründlichen Bauforschung basiert.

    In unserem Podcast "Simple Smart Buildings" finden Sie Episoden zu Themen wie den Wärmedurchgang durch Baukonstruktionen, alternative Energiegewinnung und Heizsysteme, alternative Gebäudekühlung, Lüftung und Kastenfenstern aus Holz.
    Auf meiner website finden Sie umfassende Informationen zur Baukultur als Zukunftsstrategie

    14 min
  • Hallstatt - Bebauungsstrukturen
    Anpassung an die Topologie

    Die Bebauungsstruktur der einzelnen Ortsteile von Hallstatt ist stark durch die Topologie der Landschaft geprägt. Während der Ortskern, der auf einem flachen Schuttkegel gegründet ist, geometrische Bebauungsmuster aufweist, sind die Ortsteile "Hallberg" und "Im Römischen" auf steilen Felsterrassen förmlich aufeinandergestapelt.

    Literatur zum Thema finden Sie auf meiner website www.idam.at

    11 min
  • Hallstatt - Ambiente
    Vom Wandel der Denkmalumgebung

    Die Hallstätter Kalvarienberganlage wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einer rein agrarisch geprägten Umgebung errichtet. Auch vier Kapellen, in denen die schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzgebets mit vollplastisch und lebensgroß ausgeführten, polychrom gefassten Holzskulpturen dargestellt sind, standen ursprünglich auf der grünen Wiese. Der Kreuzweg beginnt beim Benefizium mit der Ölbergkapelle setzt sich mit der Geißelungsszene und der Dornenkrönung fort und endet in der Kalvarienbergkirche. Nach dem Marktbrand von 1750, dem auch das Sudhaus zum Opfer fiel, wurde die neue Salzproduktionsanlage samt Verwaltungsgebäude, dem Amtshaus, im Ortsteil Lahn neu aufgebaut. Dabei wurde der Kreuzweg zwischen der dritten und vierten Kapelle vom Industriekomplex überlagert und die Kalvarienbergkirche, als religiöser Fixpunkt in das Ensemble integriert. Mit dem Abbruch der Sudhausanlage und dem Ausbau der Hallstättersee-Landesstraße Mitte der 1960er Jahre wurde das Ambiente wiederum massiv verändert.

    9 min

About Welterbe Hallstatt

From the publisher's feed

Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt.