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Das älteste in Hallstatt vorhandene Mauerwerk ist römerzeitlich. Die Römer implementierten die Kalktechnik und brachten ihre Mauertechnik mit. Indizien ergeben sich aus der Art der Steinbearbeitung wie Bruchstein mit typischen Bruchflächen, gerundete Bachsteine, grob mit dem Zweispitz oder Spitzhammer beschlagene Steine, bossierte Steine mit Randschlag, scharriierte Oberflächen mit parallelen Rillen, gezahnte oder gepeckte Steine sowie Stockhammer-Oberflächen mit punktförmigem Muster.
Die Einführung der Ziegel geschah relativ spät ab den 1720er Jahren mit Experimenten zur Herstellung feuerfester Pfannensteherziegel. Zerbrochene halbzylindrische Pfannensteherziegel im Mauerwerk dienen als Datierungshilfe ab den 1750er Jahren. Weitere Indizien sind Ziegelmarken, Steinmetzmarken, organische Mörtelzugaben, die Faktur der Verputze sowie die Farbe des Bindemittels, die auf Kalkmörtel, Romanzement ab den 1870er Jahren oder Zement ab dem frühen 20. Jahrhundert hinweist. Auch die Herkunft des Sands und der verwendete Stein wie Granit nach Einführung der Bahn bieten Hinweise.
Link zur Episode über Mischmauerwerk.
Link zur Episode über Wände aus Stein.
Link zur Episode über die Sudpfanne und die Pfannsteher.
Link zur Episode über Steinbrüche im Welterbegebiet.
Link zur Episode über den „geschriebenen Stein“.
Die Radiokarbon-Methode misst den Zerfall eines Kohlenstoffisotops und bestimmt das Alter organischer Materialien. Die Dendrochronologie nutzt die Abstände der Jahresringe und erlaubt bei Vorhandensein des Splintholzes eine jahrgenaue Datierung des Fällzeitpunkts, wobei in Hallstatt weit zurückreichende Reihen durch Überlappung zahlreicher Funde existieren.
Neben dem Alter des Werkstoffs liefert die Bearbeitung des Holzes zusätzliche Indizien durch die Faktur, die Spuren von Spalten, Breithacke, händischen Sägen, Gattersägen oder Kreissägen zeigt. Die Zweitverwendung wertvollen Holzes sowie Merkmale wie Flößermarken, Bohrungen von Schneckenbohrern, prismierte Dachlatten mit Holznägeln, Drahtstifte oder Kalkanstriche aus den 1940er Jahren bieten weitere Datierungshilfen.
Der Plan differenziert farblich zwischen gemauerten weißen Bauteilen und hölzernen Konstruktionen, deren Braun- und Ockertöne das Alter des Holzes andeuten. In einem Beispiel am Ufer des Hallstätter Sees zeigt ein Stadel am Ahnlberg ein gemauertes Erdgeschoss, eine horizontale Blockzimmerung im Obergeschoss sowie eine vertikale Verbretterung am Giebel, was dem Prinzip der Supraposition folgt.
Link zur Karte von Premblechner in der Albertina.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1.
Link zur Episode über die Zimmer der Königin Elisabeth.
Link zur Episode über die Hofkapelle.
Link zur Episode über die Salettln.
Link zur Episode über die Darstellungstechnik Premblechners.
Link zur Episode über den familiären Hintergrund Premblechners.
Link zur Episode über die Sanitäreinrichtungen auf der Premblechnerkarte.
Auf der Karte lassen sich an mehreren Gebäuden entlang des Mühlbachs sowie am See Abtritte identifizieren, darunter ein hölzerner Erker am Badhaus und eine ebenerdige Holzhütte am Höplingerhaus, die das fließende Wasser zur Entsorgung nutzten. Weitere Beispiele finden sich am Gegenschreiberhaus als Risalit sowie an Häusern im Tremischen.
Link zur Karte von Premblechner in der Albertina.
Link zur Episode über das Sgrafittihaus.
Link zur Episode über das ehem. Salinenspital.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1.
Link zur Episode über die Zimmer der Königin Elisabeth.
Link zur Episode über die Hofkapelle.
Link zur Episode über die Salettln.
Link zur Episode über die Darstellungstechnik Premblechners.
Link zur Episode über den familiären Hintergrund Premblechners.
Jakob Anton Premblechner entstammte einer Familie der lokalen Oberschicht, die eng mit dem Salzbergbau verbunden war. Die Erbeisenhäuerfamilien hatten durch Investitionen vererbbare Privilegien erlangt, die gesicherte Arbeitsplätze und Einkommen boten. Sein Vater Simon Premblechner war Geschworener und starb 1705, als der Sohn sieben Jahre alt war. Die Mutter Katharina Königer heiratete daraufhin den Unterbergmeister Matthias Rietzinger, einen Verwandten des Bergmeisters Johann Baptist Rietzinger.
Diese Einbindung in das bergbauliche Gefüge ermöglichte Premblechner die Beherrschung von Vermessungstechniken. Als Geschworener nahm er 1734 an der Vermessung im Kilbwerk teil, wo ein prähistorischer Bergmann entdeckt wurde. Zwischen 1735 und 1739 schuf er seine Karte, beeinflusst durch die seines Stiefvaters. Nach dem Brand des Pfannhauses 1750 wanderte er nach Bad Aussee ab, wo er als Zuseher tätig war und 1761 verstarb.
Link zur Karte von Premblechner in der Albertina.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1.
Link zur Episode über die Zimmer der Königin Elisabeth.
Link zur Episode über die Hofkapelle.
Link zur Episode über die Salettln.
Link zur Episode über die Darstellungstechnik Premblechners.
Die Karte basiert auf einer präzisen Vermessung des Ortes, die Johann Baptist Ritzinger um 1713 mit seinen Söhnen durchführte, unter Verwendung eines polaren Koordinatensystems, das Längen, Richtungen und Höhenunterschiede erfasste. Diese Technik, verwurzelt in bergbaulichen Traditionen möglicherweise bis in die römische Zeit, ermöglichte eine genaue Darstellung des dreidimensionalen Geländes, einschließlich des Marktes, der Lahn und Teilen des Sees. Premblechner nutzte Ritzingers Grundriss als Basis, vergrößerte ihn auf den Maßstab 1:1200 und passte ihn an, um die topografischen Herausforderungen Hallstatts abzubilden.
Diese Herangehensweise führte zu einer hybriden Darstellung, die Grundriss- und Aufrisselemente kombiniert, und ermöglichte eine anschauliche Visualisierung ohne Verzerrungen durch Perspektive. Als Konsequenz entstand eine Karte, die Parallelitäten bewahrt und durch die Anwendung der horizontalen Axonometrie, auch Militärriss genannt, eine dreidimensionale Wirkung erzeugt. Notwendige Maßnahmen zur Erstellung solcher Abbilder umfassen die Verkürzung von Achsen nach dem Satz von Pohlke, was Premblechner meisterhaft einsetzte, vergleichbar mit zeitgenössischen Plänen wie dem Plan de Turgot von Paris.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1.
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Die Karte zeigt detailliert nummerierte Gebäude mit Legende, die Eigentümer und Funktionen benennt, darunter Sommerhäuser der Salzfertiger wie Anton Eisl am Ende der Eislgasse mit einem Komplex aus gemauertem Wohnhaus, Stallgebäude, Heustadl und zwei kleinen hölzernen Bauten, einem auf Pfählen über einem Fischteich und einem Salettl im Garten; das Etzinger-Sommerhäusl bei der heutigen Volksschule als gemauertes Gebäude mit Putzfaschen in Blaugrau, weißer Nullfläche, Walmdach mit Schwung und Zierelementen, erhöht auf Mauer mit Stiege und Garten; das Waldmeister-Sommerhaus in der Demelgasse mit symmetrischem barocken Blumenbeet; das Bachlhaus des Baders über dem Bach beim Salinenspital in der Lahn (heute Salinenverwaltung) als hölzernes Gebäude; das gemauerte Sommerhaus des Pfarrers mit quadratischem Grundriss von etwa 3x3 Metern, mit Zeltdach und geometrischem Blumengarten (heute Südportal des Tunnels); das kleinere Sommerhäusl des Hofschmieds im Tremischen oberhalb der Gosaumühlstraße; sowie das Salettl des Gegenschreibers im Garten des Pfandlhauses mit quadratischem Grundriss und Zeltdach, das bis heute erhalten ist.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1.
Link zur Episode über die Zimmer der Königin Elisabeth.
Link zur Episode über die Hofkapelle.
Link zur Episode über die Dreifaltigkeitssäule.
Link zur Episode über die Sonnenuhr am Pfandlhaus.
Link zur Episode über meine Gedanken zum Salettl.
Die Karte von Premblechner aus etwa 1732–1735 zeigt die Hofkapelle als hohen, gotischen Baukörper mit Nord-Süd-Ausrichtung, verursacht durch geringe Tragfähigkeit des Seeufers, das Pfahlgründungen erfordert. Der Grundriss umfasst einen 3-Achtel-Chorschluss mit spitzbögigen Fenstern, eine Empore im Norden, zugänglich aus dem Hofhaus, sowie ein steiles Dach mit 60-Grad-Neigung und Giebelreiter-Turm, der 1718 mit barockem Zwiebelhelm erneuert wurde. Historische Quellen wie das Weichselpamer-Inventar von 1526 bezeichnen den Komplex als Amthof, während das Reformationslibell die Besoldung des Kaplans, Wachs für ein ewiges Licht und Verbindungen zum Spital dokumentiert. Im 18. Jahrhundert wanderten die Funktionen in die Kalvarienbergkirche, und nach dem Brand von 1750 überdauerte die Nordwand als Südfassade des Hauses am Hof 111, inklusive Wandansätzen der Ost- und Westwände.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1.
Link zur Episode über die Zimmer der Königin Elisabeth.
Link zur Episode über das Unschlitt.
Link zur Episode über die Spitalskirche.
Das alte Hofhauses in Hallstatt, wird auf der Karte von Premblechner als Zimmer „Der Königin Elisabeth Zimmer“ markiert. Diese Herrscherin spielte die wesentliche Rolle bei der Marktgründung 1311 sowie der Förderung der Salzindustrie im Salzkammergut. Als verwitwete Schwiegertochter Rudolfs I. herrschte sie klug und trug wesentlich zum Aufstieg des Hauses Habsburg in seiner Frühphase dar. Das Salzkammergut und die Erträge aus der Salzwirtschaft, das ihr persönliches Eigentum war, bildete dazu die monetäre Basis.
Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1
Link zur Episode über den „geschriebenen Stein“
Ernst Tipka diskutiert mit Fritz Idam die historische Bedeutung von Spitälern im Salzkammergut, die primär als Versorgungseinrichtungen für Arme, Alte, Kranke und Behinderte dienten, anstatt als Krankenhäuser. Im Kontext der Salzindustrie entstanden diese Einrichtungen früh, um Lohnarbeiter zu versorgen, da bäuerliche Strukturen fehlten. Pragmatische und religiöse Motive spielten für die Stiftungen durch die Habsburger eine Rolle. Das Hallstätter Spital, gegründet im 16. Jahrhundert, brannte 1750 ab und wurde in den 1780er Jahren neu errichtet, mit Fokus auf Almosen, Landwirtschaft und externe Versorgung. Beispiele von Insassen wie Maria Weslin oder Michael Tuscher illustrieren Armut, Arbeit und soziale Strukturen in der Region.
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