Die Benutzerfreundlichkeit von Unternehmenssoftware wird immer wichtiger – auch im B2B-Bereich. Doch eine moderne UX bedeutet weit mehr als nur ein ansprechendes Design. Es geht um effiziente Prozesse, intuitive Bedienbarkeit und zufriedenere Mitarbeiter.
Doch wie gelingt der Wechsel zu einer nutzerzentrierten UX? Welche Herausforderungen müssen Unternehmen meistern? Und welche Schritte sind nötig, um SAP Fiori erfolgreich zu implementieren? Genau darum geht es in dieser Folge. Wir werfen einen Blick auf die verschiedenen Projektphasen und erklären, wie die FIS-Gruppe Unternehmen dabei unterstützt.
Zu Gast sind Jochen Martens, Leiter CX Design bei der Medienwerft, und Mathias Cararo, SAP Fiori Technology Consultant bei FIS. Beide bringen wertvolle Einblicke aus der Praxis mit und erklären, worauf es bei einer erfolgreichen UX-Transformation wirklich ankommt.
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Gibt es typische Stolpersteine, die ihr im Rahmen eurer Arbeit identifizieren konntet? Und wie kann man diese Hürden erfolgreich überwinden? Typische Stolpersteine sind komplexe Altsysteme, technische Einschränkungen sowie eine fehlende Akzeptanz oder mangelndes Change Management für UX-Themen im Unternehmen. Überwinden lassen sich diese Hürden, indem man von Anfang an ein Expert-Team aus SAP-Spezialisten, Designern und vor allem den Endnutzern zusammenbringt, um die tatsächlichen Bedürfnisse zu verstehen.
Viele Unternehmen und vor allem Entscheider stehen einer UX-Transformation oft noch skeptisch gegenüber. Typische Sätze sind: „Das kostet doch nur Geld“ oder „Wir haben keine Zeit für so ein Projekt“. Welche dieser Vorurteile begegnen euch am häufigsten, und lassen sich diese entkräften? Am häufigsten begegnen die Vorurteile, dass UX-Optimierung nur Geld koste, keinen Mehrwert biete oder Mitarbeiter mit bestehenden Systemen auch so klar kämen. Diese lassen sich durch konkrete Use-Cases entkräften, die zeigen, wie durch UX-Verbesserungen massiv Zeit gespart, Fehler reduziert und Schulungskosten gesenkt werden.
Welche Schritte sind nötig, um von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung zu kommen? Der Prozess gliedert sich in drei Phasen: ein Audit zur Analyse der Ist-Prozesse, die Erstellung eines schnellen Prototypen (z. B. mit Figma) für Nutzertests und schließlich die agile Umsetzung sowie das Deployment. Wichtig ist dabei der Grundsatz, erst das richtige Produkt zu definieren („Build the right product“), bevor man es technisch korrekt umsetzt.
Was macht die Zusammenarbeit mit der FIS-Gruppe gerade bei einer UX-Transformation im SAP-Umfeld so wertvoll? Der besondere Wert liegt in der Kombination aus der Design- und UX-Expertise der Medienwerft und der über 30-jährigen SAP-Erfahrung der FIS. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es, Kunden an jeder Stelle ihrer „UX-Reise“ abzuholen und sowohl fachliche B2C-Erfahrungen als auch tiefe technische SAP-Kompetenz einzubringen.
Könnt ihr ein Praxisbeispiel aus eurer Arbeit nennen? Wie sah die Ausgangssituation eines Unternehmens aus, das ihr begleitet habt, und was hat sich durch die UX-Transformation verändert? Ein Kunde konnte Kundenbestände im Lager nur mit extrem hohem Aufwand nachhalten und monitoren. Durch die Entwicklung einer passgenauen SAP Fiori Oberfläche (UI) wurde das Monitoring drastisch verbessert und Fehler bei den Beständen reduziert, ohne den eigentlichen betriebswirtschaftlichen Prozess ändern zu müssen.
Welche ersten Schritte oder Best Practices würdet ihr Unternehmen empfehlen, die sich für eine UX-Transformation interessieren, aber unsicher sind, wo sie anfangen sollen? Unternehmen sollten mit kleinen, iterativen Schritten starten („start slow to go fast“) und durch User Research oder ein Enterprise UX Audit zunächst die größten Schmerzpunkte (Pain Points) identifizieren. Durch die Konzentration auf solche „Quick Wins“ lassen sich erste Erfolge erzielen, bevor komplexe Neuentwicklungen angegangen werden.