
Sign up to save your podcasts
Or


In dieser Episode des Eule-Podcasts spricht Eule-Redakteur Philipp Greifenstein mit Professorin Friederike Lorenz-Sinai von der FH Potsdam über die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche. Friederike Lorenz-Sinai hat an der „ForuM-Studie“ zur sexualisierten Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie als Co-Leiterin des Teilprojekts B mitgewirkt. In diesem Teil der „ForuM-Studie“ wurde anhand von Fallstudien die Aufarbeitungspraxis der evangelischen Kirche untersucht.
Im Gespräch mit Friederike Lorenz-Sinai geht es darum, was (gute) Aufarbeitung ist. Zunächst wird erklärt, wie die Forscher:innen am Teilprojekt B der „ForuM-Studie“ gearbeitet haben und welche Erkenntnisse sie gewonnen haben. Bisher scheitert Aufarbeitung deshalb, weil die Kirche nur bruchstückhaft eine „reaktive Aufarbeitung“ auf das Drängen von Betroffenen hin betreibt. Aufarbeitung sei immer ein „zeitlich unabgeschlossener Prozess“, Teil der Aufarbeitung müsse die aktive Auseinandersetzung mit der „Gewaltgeschichte der Organisation“ sein, die ins „Gedächtnis der Institution“ aufgenommen wird.
Lorenz-Sinai erklärt, warum Betroffenenorientierung und eine externe Fachberatung wichtig für das Gelingen von Aufarbeitungsprozessen sind. Sexualisierte Gewalt fände auf allen Ebenen von Kirche und Diakonie statt, erklärt Lorenz-Sinai, Aufarbeitung sei deshalb nicht allein eine Aufgabe der Leitungen.
Die „ForuM-Studie“ hat gezeigt, dass Menschen, die sexualisierte Gewalt in Kirche und Diakonie thematisieren, in der Gefahr stehen, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Lorenz-Sinai sieht auch heute noch ein Risiko für Betroffene und Zeug:innen, wenn sie sexualisierte Gewalt in der Organisation problematisieren. Als „Täterorganisation“ bleibe die Kirche aber auch dann verantwortlich, wenn Betroffene sich nicht mehr „einpassen“ wollen. Eine weitere Frage ist, wie „Aufarbeitung auch ohne Betroffene“ funktionieren kann.
Shownotes:
Anzeige
By Die Eule – Magazin für Kirche, Politik und KulturIn dieser Episode des Eule-Podcasts spricht Eule-Redakteur Philipp Greifenstein mit Professorin Friederike Lorenz-Sinai von der FH Potsdam über die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche. Friederike Lorenz-Sinai hat an der „ForuM-Studie“ zur sexualisierten Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie als Co-Leiterin des Teilprojekts B mitgewirkt. In diesem Teil der „ForuM-Studie“ wurde anhand von Fallstudien die Aufarbeitungspraxis der evangelischen Kirche untersucht.
Im Gespräch mit Friederike Lorenz-Sinai geht es darum, was (gute) Aufarbeitung ist. Zunächst wird erklärt, wie die Forscher:innen am Teilprojekt B der „ForuM-Studie“ gearbeitet haben und welche Erkenntnisse sie gewonnen haben. Bisher scheitert Aufarbeitung deshalb, weil die Kirche nur bruchstückhaft eine „reaktive Aufarbeitung“ auf das Drängen von Betroffenen hin betreibt. Aufarbeitung sei immer ein „zeitlich unabgeschlossener Prozess“, Teil der Aufarbeitung müsse die aktive Auseinandersetzung mit der „Gewaltgeschichte der Organisation“ sein, die ins „Gedächtnis der Institution“ aufgenommen wird.
Lorenz-Sinai erklärt, warum Betroffenenorientierung und eine externe Fachberatung wichtig für das Gelingen von Aufarbeitungsprozessen sind. Sexualisierte Gewalt fände auf allen Ebenen von Kirche und Diakonie statt, erklärt Lorenz-Sinai, Aufarbeitung sei deshalb nicht allein eine Aufgabe der Leitungen.
Die „ForuM-Studie“ hat gezeigt, dass Menschen, die sexualisierte Gewalt in Kirche und Diakonie thematisieren, in der Gefahr stehen, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Lorenz-Sinai sieht auch heute noch ein Risiko für Betroffene und Zeug:innen, wenn sie sexualisierte Gewalt in der Organisation problematisieren. Als „Täterorganisation“ bleibe die Kirche aber auch dann verantwortlich, wenn Betroffene sich nicht mehr „einpassen“ wollen. Eine weitere Frage ist, wie „Aufarbeitung auch ohne Betroffene“ funktionieren kann.
Shownotes:
Anzeige

189 Listeners

241 Listeners

33 Listeners

6 Listeners

54 Listeners

284 Listeners

21 Listeners

67 Listeners

118 Listeners

0 Listeners

32 Listeners

42 Listeners

16 Listeners

0 Listeners

3 Listeners