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Rebellion, offene Rebellion im Volk Gottes. Immer wieder ist ein Murren unter den Israeliten zu hören. Mal hinter versteckter Hand, mal ganz offen und direkt. Mose und Aaron werden angegangen, mit Vorwürfen überzogen, verbal angegriffen. Mose als Führer des Volkes – Aaron als Priester für das Volk. Beider Autorität wird in Frage gestellt. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder, und immer stärker.
Mose hatte von Gott den Auftrag bekommen, Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen – und sein Bruder Aaron stand ihm als Priester, als Mittler zwischen Gott seinem Volk Israel zur Seite. Beide also in herausgehobener Position. Nicht, weil sie das selbst angestrebt hätten, sondern von Gott dazu berufen und eingesetzt. Sie handeln als Diener Gottes. Sie tragen die Last, das Volk zu führen und für das Volk einzutreten – ohne dabei auf eigene Vorteile zu achten. Originalton Mose: „Ich habe nicht einen Esel von ihnen genommen und habe keinem von ihnen ein Leid getan.“ (4.Mose 16,15)
Dennoch werden Mose und Aaron immer wieder angegangen, angegriffen, ihre Autorität als Führer und Priester wird in Frage gestellt: „Sie versammelten sich gegen Mose und Aaron und sprachen: Ihr geht zu weit! Denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der HERR ist unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des HERRN.“ (4.Mose 16,3).
Es bleibt nicht bei verbalen Angriffen. Eine Gruppe von 250 Männern unter der Leitung von Korach wendet sich gegen Mose und Aaron, beanspruchen für sich das Priesteramt. Dieser Aufruhr, so hält Mose fest, dieser Aufruhr wendet sich nicht nur gegen Aaron, sondern gegen Gott selbst: „Du und deine ganze Rotte, ihr macht einen Aufruhr wider den HERRN! Es ist nicht allein gegen Aaron, gegen den ihr murrt.“ (4.Mose 16,11).
Der Tod der Rebellen unter Korach ist die Folge, die Fürbitte Moses verhindert Schlimmeres – wie so oft in der Wüstenzeit des Volkes Israels. Doch das Murren hört nicht auf, geht in die nächste Runde: „Am anderen Morgen aber murrte die ganze Gemeinde der Israeliten gegen Mose und Aaron, und sie sprachen: Ihr habt des HERRN Volk getötet.“ (4.Mose 17,6). Genau wie am Tag vorher hat auch diesmal der Aufstand gegen Gott Folgen. Gott hat genug. Er wendet sich vom Volk Israel ab – und dies bedeutet Gericht und Tod. „Hebt euch hinweg aus dieser Gemeinde; ich will sie im Nu vertilgen.“ (4. Mose 17,10). Die Vernichtung nimmt ihren Lauf, wieder sterben Menschen.
Diesmal ist es nicht Mose, der für das Volk bitte. Mose schickt seinen Bruder Aaron ins Lager, um „Sühne zu schaffen“, denn das ist die Aufgabe eines Priesters. Er steht als Mittler zwischen Mensch und Gott. Aaron vollzieht ein Rauchopfer zur Heiligung für die Israeliten. Da wird der Plage gewehrt, auch wenn schon viele aus dem Volk Israel den Tod gefunden haben.
Nun sollte es doch allen klar sein: Gott hat sich als der Herr erwiesen und Mose und Aaron als seine Führer, und Aaron speziell als seinen Priester bestätigt. Aaron wird dabei noch einmal besonders auf wundersame Weise in seinem Priesteramt bestätigt, damit auch wirklich gar keine Zweifel mehr aufkommen.
Mose bekommt dazu von Gott folgenden Auftrag: Jeder Anführer der 12 Stämme Israels soll je einen hölzernen, kahlen Stab mit dem Namen seines Stammes beschreiben und herbringen. Nur auf dem Stab Levis soll der Name „Aaron“ stehen. Diese 12 Stäbe werden dann über Nacht ins Heiligtum, in die Stiftshütte gelegt – mit der Verheißung: „Wen ich erwählen werde, dessen Stab soll grünen.“ Und der Zweck dieser Zeichenhandlung wird von Gott auch gleich genannt: „So will ich das Murren der Israeliten, mit dem sie gegen euch murren, zum Schweigen bringen.“ (4. Mose 17,20).
Gesagt, getan – Mose legt die 12 Stäbe im Heiligtum ab. Die Spannung steigt – was wird über Nacht wohl passieren? Der nächste Morgen kommt – und siehe da: 11 Stäbe sind kahl geblieben – nur einer grünt. Es ist der Stab mit der Aufschrift „Aaron“. Und sein Stab grünt nicht nur, sondern weit mehr: „da grünte der Stab Aarons, der zum Haus Levi gehört, und die Blüte ging auf und trug Mandeln.“ (4. Mose 17,23). Aarons Stab grünt also nicht nur, sondern er blüht und trägt Frucht – dies alles in einer Nacht. Bedarf es weiterer Zeichen? Aaron und seine Familie sind damit von Gott nochmals auf eindrucksvolle Weise für den Priesterdienst legitimiert.
Das Wunder, dass totes Holz über Nacht Blätter, Blüten und Früchte treibt, soll dem Volk immer in Erinnerung bleiben. Darum bekommt der Stab Aarons einen Ehrenplatz im Heiligtum: „Trage den Stab Aarons wieder vor die Lade mit dem Gesetz, damit er verwahrt werde zum Zeichen für die Ungehorsamen, dass ihr Murren vor mir aufhöre und sie nicht sterben.“ (4. Mose 4,25) Wenn künftig die Israeliten einmal wieder gegen die führenden Männer aufbegehren, soll der Stab Aarons sie von ihrer Auflehnung abbringen und so ihr Leben retten.
Alle menschliche Macht unter der Sonne konnte einem dürren Stab kein Leben geben, aber Gott, der die ganze Welt ins Dasein gerufen hat, Gott allein kann Leben geben.
Der grünende, blühende, Früchte tragende Stab ist ein Zeichen des Lebens, der neuen Schöpfung. Der Tod soll nicht sein, sondern das Leben.
Aaron tritt dafür bei Gott ein, für sein Volk, immer wieder. Priesterlicher Dienst für Israel. Als von Gott berufener und bestätigter Priester konnte Aaron, wie dann auch seine Nachkommen, durch verschiedene Opfer bei Gott Vergebung für einzelne und für das ganze Volk erwirken. Es bestand so die Möglichkeit, menschliches Fehlverhalten gegen Gott und andere zu beheben, zu vergeben – bis dann der wahre Hohepriester erschien, der verheißene Messias, Jesus Christus, der Sohn Gottes selbst.
Dieser hat nicht mehr Böcke und Kälber geopfert. Er hat sich selbst dahingegeben, hat mit seinem eigenen Leben die Schuld der ganzen Menschheit am Kreuz gesühnt. Und Christus hat mit seiner Auferstehung dem Leben, dem ewigen Leben zum Sieg verholfen. Davon leben glaubende Menschen. Das gibt Hoffnung und befähigt, selbst zu priesterlichen Menschen zu werden, die für andere vor Gott eintreten. Was war und ist die Aufgabe von Priestern? Sie sind für die Gottesdienste zuständig, für die Einladung zum Glauben und das gemeinsame Feiern. Darum laden sie Menschen ein, dazuzukommen, mitzufeiern. Sie beten mit und für die Menschen, üben Fürbitte.
Christinnen und Christen sind zu diesem Dienst berufen – für Menschen da sein, fröhlich und mutig, das Evangelium von Jesus Christus weitersagen, und was wirklich alle können: vor allem beten – mit anderen und für andere beten.
► Mehr Informationen zum Buch 4. Buch Mose:
Autor: Pfarrer Markus Joos
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By ERF - Der Sinnsender5
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Rebellion, offene Rebellion im Volk Gottes. Immer wieder ist ein Murren unter den Israeliten zu hören. Mal hinter versteckter Hand, mal ganz offen und direkt. Mose und Aaron werden angegangen, mit Vorwürfen überzogen, verbal angegriffen. Mose als Führer des Volkes – Aaron als Priester für das Volk. Beider Autorität wird in Frage gestellt. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder, und immer stärker.
Mose hatte von Gott den Auftrag bekommen, Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen – und sein Bruder Aaron stand ihm als Priester, als Mittler zwischen Gott seinem Volk Israel zur Seite. Beide also in herausgehobener Position. Nicht, weil sie das selbst angestrebt hätten, sondern von Gott dazu berufen und eingesetzt. Sie handeln als Diener Gottes. Sie tragen die Last, das Volk zu führen und für das Volk einzutreten – ohne dabei auf eigene Vorteile zu achten. Originalton Mose: „Ich habe nicht einen Esel von ihnen genommen und habe keinem von ihnen ein Leid getan.“ (4.Mose 16,15)
Dennoch werden Mose und Aaron immer wieder angegangen, angegriffen, ihre Autorität als Führer und Priester wird in Frage gestellt: „Sie versammelten sich gegen Mose und Aaron und sprachen: Ihr geht zu weit! Denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der HERR ist unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des HERRN.“ (4.Mose 16,3).
Es bleibt nicht bei verbalen Angriffen. Eine Gruppe von 250 Männern unter der Leitung von Korach wendet sich gegen Mose und Aaron, beanspruchen für sich das Priesteramt. Dieser Aufruhr, so hält Mose fest, dieser Aufruhr wendet sich nicht nur gegen Aaron, sondern gegen Gott selbst: „Du und deine ganze Rotte, ihr macht einen Aufruhr wider den HERRN! Es ist nicht allein gegen Aaron, gegen den ihr murrt.“ (4.Mose 16,11).
Der Tod der Rebellen unter Korach ist die Folge, die Fürbitte Moses verhindert Schlimmeres – wie so oft in der Wüstenzeit des Volkes Israels. Doch das Murren hört nicht auf, geht in die nächste Runde: „Am anderen Morgen aber murrte die ganze Gemeinde der Israeliten gegen Mose und Aaron, und sie sprachen: Ihr habt des HERRN Volk getötet.“ (4.Mose 17,6). Genau wie am Tag vorher hat auch diesmal der Aufstand gegen Gott Folgen. Gott hat genug. Er wendet sich vom Volk Israel ab – und dies bedeutet Gericht und Tod. „Hebt euch hinweg aus dieser Gemeinde; ich will sie im Nu vertilgen.“ (4. Mose 17,10). Die Vernichtung nimmt ihren Lauf, wieder sterben Menschen.
Diesmal ist es nicht Mose, der für das Volk bitte. Mose schickt seinen Bruder Aaron ins Lager, um „Sühne zu schaffen“, denn das ist die Aufgabe eines Priesters. Er steht als Mittler zwischen Mensch und Gott. Aaron vollzieht ein Rauchopfer zur Heiligung für die Israeliten. Da wird der Plage gewehrt, auch wenn schon viele aus dem Volk Israel den Tod gefunden haben.
Nun sollte es doch allen klar sein: Gott hat sich als der Herr erwiesen und Mose und Aaron als seine Führer, und Aaron speziell als seinen Priester bestätigt. Aaron wird dabei noch einmal besonders auf wundersame Weise in seinem Priesteramt bestätigt, damit auch wirklich gar keine Zweifel mehr aufkommen.
Mose bekommt dazu von Gott folgenden Auftrag: Jeder Anführer der 12 Stämme Israels soll je einen hölzernen, kahlen Stab mit dem Namen seines Stammes beschreiben und herbringen. Nur auf dem Stab Levis soll der Name „Aaron“ stehen. Diese 12 Stäbe werden dann über Nacht ins Heiligtum, in die Stiftshütte gelegt – mit der Verheißung: „Wen ich erwählen werde, dessen Stab soll grünen.“ Und der Zweck dieser Zeichenhandlung wird von Gott auch gleich genannt: „So will ich das Murren der Israeliten, mit dem sie gegen euch murren, zum Schweigen bringen.“ (4. Mose 17,20).
Gesagt, getan – Mose legt die 12 Stäbe im Heiligtum ab. Die Spannung steigt – was wird über Nacht wohl passieren? Der nächste Morgen kommt – und siehe da: 11 Stäbe sind kahl geblieben – nur einer grünt. Es ist der Stab mit der Aufschrift „Aaron“. Und sein Stab grünt nicht nur, sondern weit mehr: „da grünte der Stab Aarons, der zum Haus Levi gehört, und die Blüte ging auf und trug Mandeln.“ (4. Mose 17,23). Aarons Stab grünt also nicht nur, sondern er blüht und trägt Frucht – dies alles in einer Nacht. Bedarf es weiterer Zeichen? Aaron und seine Familie sind damit von Gott nochmals auf eindrucksvolle Weise für den Priesterdienst legitimiert.
Das Wunder, dass totes Holz über Nacht Blätter, Blüten und Früchte treibt, soll dem Volk immer in Erinnerung bleiben. Darum bekommt der Stab Aarons einen Ehrenplatz im Heiligtum: „Trage den Stab Aarons wieder vor die Lade mit dem Gesetz, damit er verwahrt werde zum Zeichen für die Ungehorsamen, dass ihr Murren vor mir aufhöre und sie nicht sterben.“ (4. Mose 4,25) Wenn künftig die Israeliten einmal wieder gegen die führenden Männer aufbegehren, soll der Stab Aarons sie von ihrer Auflehnung abbringen und so ihr Leben retten.
Alle menschliche Macht unter der Sonne konnte einem dürren Stab kein Leben geben, aber Gott, der die ganze Welt ins Dasein gerufen hat, Gott allein kann Leben geben.
Der grünende, blühende, Früchte tragende Stab ist ein Zeichen des Lebens, der neuen Schöpfung. Der Tod soll nicht sein, sondern das Leben.
Aaron tritt dafür bei Gott ein, für sein Volk, immer wieder. Priesterlicher Dienst für Israel. Als von Gott berufener und bestätigter Priester konnte Aaron, wie dann auch seine Nachkommen, durch verschiedene Opfer bei Gott Vergebung für einzelne und für das ganze Volk erwirken. Es bestand so die Möglichkeit, menschliches Fehlverhalten gegen Gott und andere zu beheben, zu vergeben – bis dann der wahre Hohepriester erschien, der verheißene Messias, Jesus Christus, der Sohn Gottes selbst.
Dieser hat nicht mehr Böcke und Kälber geopfert. Er hat sich selbst dahingegeben, hat mit seinem eigenen Leben die Schuld der ganzen Menschheit am Kreuz gesühnt. Und Christus hat mit seiner Auferstehung dem Leben, dem ewigen Leben zum Sieg verholfen. Davon leben glaubende Menschen. Das gibt Hoffnung und befähigt, selbst zu priesterlichen Menschen zu werden, die für andere vor Gott eintreten. Was war und ist die Aufgabe von Priestern? Sie sind für die Gottesdienste zuständig, für die Einladung zum Glauben und das gemeinsame Feiern. Darum laden sie Menschen ein, dazuzukommen, mitzufeiern. Sie beten mit und für die Menschen, üben Fürbitte.
Christinnen und Christen sind zu diesem Dienst berufen – für Menschen da sein, fröhlich und mutig, das Evangelium von Jesus Christus weitersagen, und was wirklich alle können: vor allem beten – mit anderen und für andere beten.
► Mehr Informationen zum Buch 4. Buch Mose:
Autor: Pfarrer Markus Joos
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