Vor einigen Jahren habe ich eine Anfrage erhalten für eine Andacht auf der theologischen Woche in Ewersbach. Darüber war ich ehrlich gesagt ein wenig stolz. Denn mit der Andacht starten eine Menge Pastorinnen und Pastoren in den Tag während dieser Konferenz.
Dann passiert es, ich mache meine Flasche Wasser auf, weil ich noch ein Schluck trinken möchte, bevor ich auf die Bühne gehe. Kaum ist die Flasche offen sprudelt es nur so heraus und mein Hemd ist großflächig nass.
Was soll ich jetzt machen? Mit nassem Hemd oder einfach in T-Shirt auf die Bühne gehen? Ich wollte schon etwas förmlich aussehen. Schlussendlich bin ich einfach so hochgegangen und hatte nach einer kurzen Erklärung die Lacher und Zuhörenden auf meiner Seite.
Eines der fünf Bücher Mose, die nach einem sehr wichtiger Mann Gottes im Alten Testament benannt sind, enthält viele Verhaltensregeln. Darunter finden sich auch eindeutige Anweisungen zur damaligen Opferung von Tieren. Im dritten Buch Mose Kapitel eins Vers zehn steht zu so einer Opferung folgende Regel:
„Will jemand ein Schaf oder eine Ziege als Brandopfer darbringen, soll er ein männliches Tier ohne Fehler nehmen.“
Ein männliches Tier, ohne Fehler, entweder ein Schaf oder eine Ziege. Hier wurde wirklich ganz, ganz penibel darauf geachtet, ob diese Dinge erfüllt wurden. Das bedeutete keine Flecken, sondern vollkommen reines Fell, keine Narben, Kratzer oder körperliche Beeinträchtigungen.
Ich bin dankbar, dass wir in unserer Zeit keine Tieropfer mehr darbringen müssen. In unserer Zeit dürfen wir fehlerhaft leben, wir dürfen Schwäche zeigen und daran lernen. Auch Gott müssen wir keine Opfer mehr bringen, sondern wir dürfen sein Opfer annehmen, welches er durch seinen Sohn Jesus Christus gebracht hat.
Dieser markante Vers bringt mich ins Nachdenken. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto dankbarer werde ich, dass ich Fehler machen darf. Welches Missgeschick ist Ihnen zuletzt unterlaufen? Lassen Sie uns gemeinsam aus unseren Fehlern lernen, damit wir anderen vorleben: Fehler gehören zum Leben dazu.
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