Kaum konnten meine Kinder sprechen, war eines der ersten Wörter ein entschiedenes: „Meins!“ Ob Spielzeug oder Keks – alles musst verteidigt werden. Das ist normal, denn Kinder lernen, was ihnen gehört. Doch irgendwann wird klar: Im Leben geht es nicht nur um meinen Besitz und meinen Vorteil, sondern auch um das Wohl der anderen.
Im Vaterunser, dem Gebet, das Jesus seinen Jüngern beigebracht hat, heißt es:
„Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Mt. 6,11).
Nicht mein Brot – unser Brot. Warum dieses „Unser“? Und warum um Brot bitten, wenn ich doch jederzeit welches kaufen kann?
Diese Bitte zeigt mir, dass Brot nicht für alle selbstverständlich ist und dass es nicht nur um mich geht. Es ist kein egoistisches „Ich wünsche mir“- Gebet, sondern ein Gebet für alle. Gott will, dass niemand hungert.
Wenn ich so bete, weitet sich mein Blick: Für Menschen, die zu wenig haben – nicht nur weit weg, sondern auch direkt hier, in meiner Stadt, vielleicht sogar in meiner Straße.
Jesus hat die Hungrigen satt gemacht – aber nicht im Alleingang. Das Brot ging durch die Hände seiner Jünger. Heute möchte er auch meine Hände dafür.
Natürlich, es geht um große Themen wie Gerechtigkeit und Entwicklungspolitik, aber es fängt im Kleinen an: mit einer helfenden Hand, einem offenen Blick, einem geteilten Brot.
Warum sollte ich knausern, wenn Gott so großzügig ist?
Und wer weiß, vielleicht schmeckt mir mein Brot dann sogar noch viel besser.
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