Seit dem Mord an Nibelungen-Siegfried wissen wir: Wer auch nur die kleinste verwundbare Stelle trifft, kann den stärksten Mann zu Boden strecken. Und was für starke Männer gilt, das gilt erst recht für starke Systeme. Vor allem für digitale Systeme wie die IT einer Stadt, einer Uni, eines Gerichts. In der Sage ersticht Hagen den vermeintlich unbesiegbaren Drachentöter, heute legen Hacker uns alle lahm. Seit Monaten offline: Das Berliner Kammergericht. Seit Wochen offline: Die Uni Gießen. Dieser Tage offline: Große Teile der Frankfurter Stadtverwaltung. Prompt knirschen die Mühlen der Justiz, die Forschung gerät ins Stocken, und wer einen neuen Pass braucht, guckt erst einmal in die Röhre. Wo aber das Digitale am Boden liegt, wachsen wir analog wieder über uns selbst hinaus, entdecken wir Papier und Stift, besinnen uns auf Bücher, die wir anfassen können, und machen nach langer Zeit wieder Erfahrungen mit physischer Präsenz und persönlicher Begegnung. Aber wie gut können wir eigentlich noch analog? Sind wir in der Lage, im Notfall jederzeit zwischen digitaler und analoger Welt zu wechseln? Und kann ein Weg zurück überhaupt jemals die Lösung sein?