Wenn der Ryanair Chef zugeben muss, dass seine Planung nicht funktioniert und deshalb jeden Tag zig Flüge gestrichen, also Passagiere stehen gelassen werden - dann klingt er nicht ganz so triumphal wie sonst. Und sagt dennoch wohl nicht die Wahrheit. Wenn nämlich stimmt, dass nicht Fehlplanung die Ursache ist, sondern fehlende Piloten. Die sollen in Scharen das Weite suchen. Weil bei den Billiglinien nicht die Freiheit grenzenlos ist, sondern der Mangel. Wenn die Piloten beim Pleiteflieger Air Berlin lieber krank werden, als abzuheben, dann wohl auch, weil sie für sich persönlich keine Landebahn mehr sehen. Längst ist der Glanz des Berufsstandes verblasst, der kostenlose Service an Bord Geschichte, das Luftfahrtgeschäft im ruinösen Wettbewerb aufgerieben. Wobei - kann man das nicht auch anders sehen? Was unterscheidet Piloten letztlich von Busfahrern oder Lokführern? Warum soll es den Passagieren, die für 49 Euro von Frankfurt nach Malaga fliegen, besser gehen als den Fahrgästen im ICE, die für viel kürzere Strecken ein Vielfaches zahlen?