Adipodcast

Adipodcast

By Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj.MedicineHealth & Fitness
Download on the App Store

Adipodcast episodes

  • #63 Schlaf und Gewicht: ein unterschätzter Kreislauf
    Schlaf ist kein StillstandWir verbringen ungefähr ein Drittel unseres Lebens schlafend. Trotzdem wird Schlaf häufig als passive Pause betrachtet – als Zeit, in der nichts geschieht.Dabei ist das Gegenteil der Fall: Während wir schlafen, verändert sich die Aktivität unseres Gehirns grundlegend. Gedächtnisinhalte werden verarbeitet, körperliche Regenerationsprozesse finden statt und auch Stoffwechsel, Immunsystem und Herz-Kreislauf-System werden beeinflusst.In dieser Folge des Adipodcast sprechen Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Büter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj mit PD Dr. Caroline Lustenberger. Die Neurowissenschaftlerin leitet das Schlaflabor an der ETH Zürich und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit der Frage, wie Schlaf unsere Gehirn- und Körpergesundheit beeinflusst.
    Was ist guter Schlaf?Eine überraschende Erkenntnis des Gesprächs: Selbst unter Fachpersonen gibt es keine einfache und allgemeingültige Definition des perfekten Schlafs.Kurze Wachphasen gehören zu einer normalen Nacht. Problematisch kann es werden, wenn sie sich häufen, lange andauern oder regelmäßig mit einem Gefühl von nicht erholsamem Schlaf und deutlicher Beeinträchtigung am Tag verbunden sind.
    Ein- und Durchschlafstörungen werden unter dem Begriff Insomnie zusammengefasst. Einzelne schlechte Nächte sind jedoch noch keine Erkrankung. Gedankenkarusselle, Stress oder besondere Belastungen können vorübergehend dazu führen, dass wir schlechter schlafen.Entscheidend ist, ob die Probleme über einen längeren Zeitraum wiederkehren und die Leistungsfähigkeit, Stimmung oder Lebensqualität beeinträchtigen.Tiefschlaf, REM-Schlaf und nächtliche GehirnaktivitätSchlaf ist kein einheitlicher Zustand. Er besteht aus verschiedenen Phasen, die sich im Verlauf der Nacht mehrfach abwechseln.
    Der Non-REM-Schlaf umfasst unterschiedliche Schlaftiefen. Besonders bekannt ist der N3-Schlaf, der sogenannte Tiefschlaf. Er ist durch ausgeprägte langsame Gehirnwellen gekennzeichnet und wird unter anderem mit Regeneration und Gedächtnisprozessen in Verbindung gebracht.Daneben gibt es den REM-Schlaf, benannt nach den schnellen Augenbewegungen – den „Rapid Eye Movements“. Die Gehirnaktivität ähnelt dabei in manchen Bereichen dem Wachzustand. Gleichzeitig ist die Muskulatur weitgehend entspannt. Der REM-Schlaf wird unter anderem mit emotionaler Verarbeitung und Wohlbefinden in Verbindung gebracht.Entgegen einem verbreiteten Mythos träumen Menschen nicht nur im REM-Schlaf. Träume können in allen Schlafphasen auftreten. Sie unterscheiden sich jedoch häufig in ihrem Charakter: Im REM-Schlaf werden eher zusammenhängende und emotionale Geschichten berichtet, während Träume aus dem Tiefschlaf abstrakter sein können.
    Warum sich der Schlaf mit dem Alter verändertViele Erwachsene kennen das Gefühl, nicht mehr so tief und ungestört zu schlafen wie in ihrer Kindheit.Das ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil des Tiefschlafs häufig ab. Gleichzeitig können Wachphasen und Schlaffragmentierung zunehmen.Wie stark diese Veränderungen ausfallen, ist individuell sehr verschieden. Manche ältere Menschen weisen weiterhin ein Schlafmuster auf, das dem jüngerer Personen ähnelt. Wie Schlafalterung, allgemeine Gesundheit und das Risiko neurodegenerativer Erkrankungen zusammenhängen, ist Gegenstand aktueller Forschung.Auch Stress, Unsicherheit und eine dauerhaft erhöhte innere Alarmbereitschaft können nicht nur das Einschlafen erschweren, sondern nachweislich die Tiefe und Qualität des Schlafs beeinflussen.Schlafdruck und innere Uhr
    Zwei zentrale Prozesse regulieren unseren Schlaf:Der Schlafdruck steigt, je länger wir wach sind und je stärker wir uns körperlich und geistig betätigen. Vereinfacht gesagt entlädt sich unsere Batterie im Laufe des Tages. Ein ausreichend hoher Schlafdruck erleichtert es, am Abend einzuschlafen und tief zu schlafen.Daneben steuert die innere Uhr unseren zirkadianen Rhythmus. Sie beeinflusst, wann wir besonders wach und leistungsfähig sind und wann Müdigkeit einsetzt.Manche Menschen sind von Natur aus früh wach und am Morgen leistungsfähig. Andere sind typische Spättypen und kommen morgens nur schwer in Gang. Diese biologische Präferenz lässt sich durch Arbeitszeiten, soziale Verpflichtungen und Licht beeinflussen – aber nicht beliebig verändern.Der stärkste Zeitgeber für unsere innere Uhr ist Licht. Helles Tageslicht am Morgen kann helfen, den Rhythmus zu stabilisieren. Intensives Licht am späten Abend kann die biologische Nacht hingegen nach hinten verschieben.Welche Rolle spielt Melatonin?Melatonin wird häufig als Schlafhormon bezeichnet. Caroline Lustenberger erklärt jedoch, dass diese Beschreibung zu kurz greift.Melatonin signalisiert dem Körper vor allem den Beginn der biologischen Nacht und hilft dabei, die innere Uhr zu steuern. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Melatonin eingenommen wird, sondern vor allem zu welchem Zeitpunkt.Eine eigenständige und ungezielte Einnahme ist daher nicht automatisch sinnvoll. Besonders bei Jetlag, Schichtarbeit oder ausgeprägten Verschiebungen des Schlafrhythmus sollte die Anwendung mit einer qualifizierten Fachperson besprochen werden.Schlaf und Körpergewicht beeinflussen sich gegenseitigEin zentraler Teil der Folge beschäftigt sich mit der Frage, ob schlechter Schlaf zu Adipositas führt oder ob Adipositas den Schlaf verschlechtert.Die Antwort lautet: Beide Richtungen sind möglich.Zu kurzer, unregelmäßiger oder stark fragmentierter Schlaf wird in Studien mit einem höheren Risiko für Gewichtszunahme in Verbindung gebracht. Schlafentzug kann die Insulinsensitivität und Glukosetoleranz beeinflussen. Gleichzeitig verändert Müdigkeit häufig auch das Verhalten.Wer unausgeschlafen ist,
    • bewegt sich möglicherweise weniger,
    • greift eher zu energiereichen Lebensmitteln,
    • reagiert stärker auf Belohnungsreize,
    • trifft impulsivere Entscheidungen
    • und hat schlicht mehr wache Zeit, in der gegessen werden kann.
    Umgekehrt kann ein höheres Körpergewicht das Risiko für eine obstruktive Schlafapnoe erhöhen. Auch Schmerzen oder Reflux können die Nachtruhe beeinträchtigen.So kann ein Kreislauf entstehen: Schlechter Schlaf erschwert gesundheitsförderndes Verhalten, während Gewicht und Begleiterkrankungen die Schlafqualität zusätzlich belasten.Was ist eine obstruktive Schlafapnoe?Bei der obstruktiven Schlafapnoe verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege während des Schlafs wiederholt. Dadurch entstehen Atemaussetzer und der Körper wird immer wieder kurz aktiviert.Betroffene bemerken diese Unterbrechungen nicht immer selbst. Häufig sind es Partnerinnen oder Partner, denen Schnarchen, Atempausen oder ein plötzliches Luftschnappen auffallen.Mögliche Hinweise sind:
    • ausgeprägte Tagesmüdigkeit,
    • fehlende Erholung trotz ausreichend langer Bettzeit,
    • Konzentrationsprobleme,
    • eingeschränkte Leistungsfähigkeit,
    • starkes Schnarchen
    • oder beobachtete Atemaussetzer.
    Durch die wiederholten Atemstörungen wird der Schlaf fragmentiert. Betroffene gelangen möglicherweise seltener oder weniger stabil in erholsame Tiefschlafphasen.Eine häufige Behandlung ist die CPAP-Therapie. Dabei hält ein kontinuierlicher Luftstrom die Atemwege während des Schlafs offen. Welche Behandlung geeignet ist, muss jedoch individuell abgeklärt werden.Tariqs persönliche Erfahrung mit SchlafapnoeTariq berichtet in dieser Folge offen über seine eigene Geschichte.Bereits vor seiner bariatrischen Operation wurde bei ihm eine Schlafapnoe diagnostiziert und mit einem CPAP-Gerät behandelt. Mit der deutlichen Gewichtsreduktion verschwanden die Atemaussetzer zunächst, sodass er das Gerät nicht mehr benötigte.Jahre später fielen seiner Frau erneut starkes Schnarchen und auffälliges Luftholen auf. Eine erneute Untersuchung zeigte, dass die Schlafapnoe zurückgekehrt war.Seine Erfahrung macht deutlich: Eine Schlafapnoe kann sich durch Gewichtsveränderungen verbessern, aber auch erneut auftreten. Wer neue Symptome bemerkt, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass eine frühere Verbesserung dauerhaft bestehen bleiben muss.
    Was geschieht in einem Schlaflabor?Bei einer umfassenden Untersuchung im Schlaflabor werden während einer Nacht verschiedene körperliche Signale erfasst. Dazu können gehören:
    • Gehirnströme mittels EEG,
    • Augenbewegungen,
    • Muskelaktivität,
    • Atmung und Atemfluss,
    • Sauerstoffsättigung,
    • Herzaktivität
    • sowie Bewegungen von Armen und Beinen.
    Diese sogenannte Polysomnographie ermöglicht es, Schlafphasen, Atemstörungen und weitere Auffälligkeiten zu untersuchen.Eine Nacht im Schlaflabor fühlt sich zwar anders an als das Schlafen zu Hause. Bestimmte Erkrankungen wie eine Schlafapnoe lassen sich dennoch zuverlässig erkennen. Zunehmend werden außerdem portable Technologien entwickelt, mit denen Schlaf über längere Zeit im häuslichen Umfeld untersucht werden kann.Wie genau sind Schlaftracker und Wearables?Viele Menschen beobachten ihren Schlaf mit Smartwatches, Ringen oder anderen Wearables. Diese Geräte können hilfreich sein, um Bettzeiten, Regelmäßigkeit und teilweise die ungefähre Schlafdauer zu dokumentieren.Bei der Beurteilung einzelner Schlafstadien sind sie jedoch nur eingeschränkt zuverlässig. Tiefschlaf wird medizinisch anhand der Gehirnaktivität bestimmt. Ein Gerät am Handgelenk kann diese nicht direkt messen.Wer morgens aufwacht und von seiner Uhr eine schlechte Schlafbewertung erhält, sollte sich deshalb nicht automatisch Sorgen machen.Caroline Lustenberger empfiehlt zwei wesentlich wichtigere Fragen:
    1. Fühle ich mich tagsüber wach, leistungsfähig und ausreichend erholt?
    2. Kann ich normalerweise einigermaßen gut einschlafen und ohne sehr lange Wachphasen durchschlafen?
    Wenn beide Fragen überwiegend mit Ja beantwortet werden können, spricht vieles dafür, dass der Schlaf ausreichend ist – unabhängig von einer einzelnen Bewertung auf dem Display.Was unterstützt einen gesunden Schlaf?Statt einer starren Liste mit Verboten empfiehlt Caroline Lustenberger, die beiden grundlegenden Schlafprozesse zu unterstützen: Schlafdruck und innere Uhr.Hilfreich können sein:
    • tagsüber körperlich, geistig und sozial aktiv zu sein,
    • möglichst regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten einzuhalten,
    • sich morgens hellem Tageslicht auszusetzen,
    • am Abend intensives Licht zu reduzieren,
    • vor dem Zubettgehen bewusst herunterzufahren,
    • Tätigkeiten zu wählen, die persönlich beruhigen,
    • belastende Arbeit und aufwühlende Gespräche nicht bis unmittelbar vor das Einschlafen fortzuführen,
    • auf eine angenehme Schlafzimmertemperatur und passende Bettwäsche zu achten
    • sowie den eigenen Umgang mit Koffein und Alkohol zu beobachten.
    Bei Smartphone und Tablet ist nicht allein das blaue Licht entscheidend. Häufig hält vor allem der Inhalt wach: Nachrichten, soziale Medien, Videospiele oder berufliche E-Mails können aktivieren und das Abschalten erschweren.Die passende Abendroutine ist deshalb individuell. Was eine Person entspannt, kann eine andere aufwühlen.Wann sollte schlechter Schlaf abgeklärt werden?Eine medizinische Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn über längere Zeit
    • starke Tagesmüdigkeit besteht,
    • Schlaf trotz ausreichender Dauer nicht erholsam ist,
    • regelmäßige Ein- oder Durchschlafprobleme auftreten,
    • Atemaussetzer beobachtet werden,
    • starkes Schnarchen mit Luftschnappen verbunden ist
    • oder Konzentration und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt sind.
    Schlafprobleme müssen nicht einfach hingenommen werden. Für viele Schlafstörungen stehen heute wirksame diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung.In dieser Folge sprechen wir unter anderem darüber:
    • weshalb Schlaf ein aktiver und lebenswichtiger Prozess ist
    • was guten Schlaf auszeichnet
    • warum kurze Wachphasen normal sind
    • wie sich Non-REM-, Tief- und REM-Schlaf unterscheiden
    • weshalb wir in allen Schlafphasen träumen können
    • wie sich Schlaf im Laufe des Lebens verändert
    • was Schlafdruck und innere Uhr bedeuten
    • welche Rolle Licht und Melatonin spielen
    • wie Schlaf und Körpergewicht sich gegenseitig beeinflussen
    • warum Schlafmangel Essverhalten und Stoffwechsel verändern kann
    • welche Symptome auf eine Schlafapnoe hinweisen
    • wie eine Nacht im Schlaflabor abläuft
    • was Schlaftracker tatsächlich messen können
    • und welche Veränderungen im Alltag einen gesunden Schlaf unterstützen.
    Kapitelübersicht
    • Begrüßung und Vorstellung von PD Dr. Caroline Lustenberger
    • Warum Schlaf für Gehirn und Körper unverzichtbar ist
    • Was die moderne Schlafforschung untersucht
    • Merkmale eines gesunden Schlafs
    • Insomnie: Wann werden Schlafprobleme zur Erkrankung?
    • Non-REM-, Tief- und REM-Schlaf
    • Träume in unterschiedlichen Schlafphasen
    • Wie sich Schlaf mit dem Alter verändert
    • Schlafdruck, Chronotyp und innere Uhr
    • Licht, Melatonin und Jetlag
    • Die wechselseitige Beziehung zwischen Schlaf und Körpergewicht
    • Obstruktive Schlafapnoe: Ursachen und Symptome
    • Tariqs persönliche Erfahrung mit CPAP und Gewichtsveränderungen
    • Was in einem Schlaflabor gemessen wird
    • Was Schlafmangel mit Stoffwechsel und Essverhalten macht
    • Praktische Möglichkeiten zur Unterstützung des Schlafs
    • Wie zuverlässig Schlaftracker und Wearables sind
    • Temperatur, Alkohol und Schlafqualität
    • Wann eine schlafmedizinische Abklärung sinnvoll ist
    Die wichtigsten Take-aways
    • Schlaf ist kein passiver Zustand, sondern ein aktiver Gesundheitsprozess.
    • Einzelne schlechte Nächte und kurze Wachphasen sind normal.
    • Entscheidend sind die Erholung am Tag und anhaltende Ein- oder Durchschlafprobleme.
    • Schlaf und Körpergewicht beeinflussen sich in beide Richtungen.
    • Tagesmüdigkeit trotz ausreichend langer Bettzeit kann auf eine Schlafstörung hinweisen.
    • Schlaftracker liefern Hinweise, können medizinische Messungen aber nicht ersetzen.
    • Regelmäßigkeit, Aktivität am Tag, Licht am Morgen und bewusstes Herunterfahren am Abend können den Schlaf unterstützen.
    • Bei anhaltenden Beschwerden oder Atemaussetzern sollte fachliche Hilfe gesucht werden.
    Über unsere GästinPD Dr. Caroline Lustenberger ist Neurowissenschaftlerin, Privatdozentin und Leiterin des Schlaflabors an der ETH Zürich. Seit mehr als 15 Jahren erforscht sie, wie die Gehirnaktivität während des Schlafs die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Gehirn und Körper beeinflusst.Nach ihrem Studium der Bewegungswissenschaften und ihrer Promotion in Neurowissenschaften forschte sie unter anderem an der University of North Carolina. Im Rahmen eines Ambizione Fellowships des Schweizerischen Nationalfonds baute sie ihre eigene Forschungsgruppe auf.Ihre Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit Schlaf- und Wachregulation, Tiefschlaf, kardiovaskulärer und metabolischer Gesundheit sowie neuen Möglichkeiten, Schlaf auch außerhalb des Labors zuverlässig zu untersuchen und gezielt zu unterstützen.Darüber hinaus ist Caroline Lustenberger Mitgründerin des ETH-Spin-offs Herencia Solutions AG, das neue Ansätze zur Früherkennung und Erforschung der Alzheimer-Erkrankung entwickelt.

    Die Homepage von Frau PD Dr. med. Caroline Lustenberger finden Sie hier >>>
    Über ViszeraMedViszeraMed verbindet spezialisierte ambulante Beratung mit der klinischen Versorgung am Spital Männedorf. Die drei Gründer Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Büter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Prof. Dr. med. Ralph Peterli sind auf moderne Viszeralchirurgie mit Schwerpunkten in der Adipositas-, Hernien- und Tumorchirurgie spezialisiert.Weitere Informationen: https://viszeramed.chZu GastPD Dr. Caroline LustenbergerModerationProf. Dr. med. Dr. phil. Marco Büter
    Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer
    Tariq Abu-NaajWeiterführende LinksAdipodcast: https://adipodcast.ch
    ETH Zürich – Caroline Lustenberger: https://ncm.hest.ethz.ch/the-group/team/caroline-lustenberger.html
    ViszeraMed: https://viszeramed.ch
    Medizinischer HinweisDer Adipodcast dient der Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Schlafprobleme, starke Tagesmüdigkeit, Atemaussetzer und die Anwendung von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollten individuell mit qualifizierten Fachpersonen besprochen werden.Wenn euch diese Folge gefällt, freuen wir uns über eine Bewertung, eine Weiterempfehlung und eure Themenvorschläge für kommende Episoden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    46 min
  • #62 Was, wenn die Waage nicht mehr im Mittelpunkt steht?
    Warum wir essen, was wir essen – mit Prof. Dr. Ulrike GischHunger, Gewohnheit, Genuss, Gefühle oder gesellschaftlicher Druck: Unser Essverhalten wird von weit mehr beeinflusst, als uns häufig bewusst ist. Doch welche Rolle spielt die Psychologie bei der Entstehung und Behandlung von Adipositas?In dieser Folge des Adipodcast begrüßen wir Prof. Dr. Ulrike Gisch, Psychologin und Professorin für Ernährungspsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.Gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj sprechen wir darüber, warum Menschen bestimmte Lebensmittel bevorzugen, wie Essgewohnheiten entstehen und weshalb es häufig nicht ausreicht, einfach mehr über gesunde Ernährung zu wissen.Warum wir essen, was wir essen
    Unser Essverhalten ist das Ergebnis zahlreicher Einflüsse. Prof. Gisch berichtet von Forschungsarbeiten, die mehr als 300 mögliche Einflussfaktoren auf unsere Ernährung beschreiben.Dazu gehören biologische und genetische Voraussetzungen ebenso wie persönliche Erfahrungen, psychologische Eigenschaften, die Familie, soziale Beziehungen und die Umgebung, in der wir leben.Wer entscheidet beispielsweise, was zu Hause gekocht wird? Warum greifen wir in bestimmten Situationen zu vertrauten Lebensmitteln? Und wie beeinflussen unsere Persönlichkeit und unsere bisherigen Erfahrungen, ob wir gerne Neues ausprobieren?
    Im Gespräch wird deutlich, wie eng Essen mit unserer persönlichen Entwicklung verbunden ist.Wie unsere Kindheit das Essverhalten prägtBereits in den ersten Lebensjahren entstehen grundlegende Erfahrungen mit Hunger, Sättigung und Ernährung.Eltern, Betreuungspersonen und später auch Schule und Freundeskreis prägen den Umgang mit Lebensmitteln. Prof. Gisch erklärt, weshalb es wichtig ist, kindliche Hunger- und Sättigungssignale wahrzunehmen und den eigenen Ernährungsalltag als Erwachsene zu reflektieren.
    Dabei geht es auch um scheinbar harmlose Gewohnheiten: Warum belohnen wir Kinder mit Süßigkeiten? Was bewirken Verbote? Und welche Folgen kann es haben, wenn Essen regelmäßig mit Druck, Erwartungen oder Konflikten verbunden ist?Ein wichtiger Aspekt: Ernährungsgewohnheiten sind nicht für immer festgelegt. Auch im Erwachsenenalter können sich Muster verändern.Wenn Essen und Körpergewicht zum ständigen Gedanken werdenViele Menschen mit Adipositas haben bereits zahlreiche Diäten ausprobiert. Häufig stehen hinter diesen Versuchen nicht nur gesundheitliche Motive, sondern auch gesellschaftliche Erwartungen und negative Erfahrungen mit dem eigenen Körper.
    Prof. Gisch spricht darüber, wie früh Gewichtsstigmatisierung beginnen kann und welchen Einfluss Schönheitsideale, soziale Medien und Kommentare über den Körper auf unser Selbstwertgefühl haben.Besonders problematisch wird es, wenn Menschen lernen, ihre eigenen Hunger- und Sättigungssignale immer stärker zu ignorieren und stattdessen nach äußeren Regeln zu essen.Welche Folgen können wiederholte Diäten haben? Warum wird das Körpergewicht für manche Menschen zum alles beherrschenden Thema? Und wie lässt sich wieder ein entspannterer Umgang mit Essen entwickeln?Intuitives Essen: Dem eigenen Körper wieder vertrauenEin Forschungsschwerpunkt von Prof. Gisch ist das intuitive Essverhalten.Dabei geht es darum, Hunger und Sättigung bewusster wahrzunehmen, körperliche Bedürfnisse besser zu verstehen und die eigenen Essentscheidungen nicht ausschließlich von Diätregeln oder gesellschaftlichen Vorstellungen abhängig zu machen.Das bedeutet nicht, medizinische Zusammenhänge oder die gesundheitlichen Folgen einer Adipositas auszublenden.
    Vielmehr stellt sich die Frage, wie Menschen lernen können, wieder mehr Vertrauen in ihren Körper zu entwickeln und Essen weniger mit Schuldgefühlen, Verboten oder Versagensängsten zu verbinden.Ein neuer Forschungsansatz: Behandlung ohne GewichtsfixierungBesonders spannend wird das Gespräch, als Prof. Gisch ein neues Forschungsprojekt ihrer Arbeitsgruppe vorstellt.In einer Pilotstudie wird ein zwölfwöchiges gewichtsneutrales Interventionsprogramm mit einem klassischen Gewichtsreduktionsprogramm verglichen.
    Das neue Programm betrachtet vier zentrale Bereiche:
    • Essverhalten: Intuitives und achtsames Essen, Hunger und Sättigung sowie die persönliche Diätgeschichte.
    • Entstigmatisierung: Negative Erfahrungen mit dem eigenen Gewicht erkennen, einordnen und die eigene Position stärken.
    • Bewegung: Ein positiveres Körpergefühl entwickeln und wieder einen persönlichen Zugang zu Bewegung finden.
    • Körperbild: Den eigenen Körper nicht ausschließlich nach Gewicht und Aussehen bewerten, sondern auch seine Fähigkeiten und Leistungen wahrnehmen.
    Das Besondere: Der Erfolg soll nicht allein durch verlorene Kilogramm definiert werden. Im Mittelpunkt stehen Lebensqualität, Selbstakzeptanz und ein besserer Umgang mit dem eigenen Körper.Zum Zeitpunkt des Interviews befindet sich das Projekt in der Pilotphase. Ob und in welchem Umfang der Ansatz wirksam ist, soll erst durch die Forschung untersucht werden.Was bedeutet das für die bariatrische Chirurgie?Auch nach einer erfolgreichen Adipositasoperation kann das Thema Gewicht den Alltag weiterhin stark bestimmen.Vor dem Eingriff beschäftigt viele Betroffene die Frage, ob sie überhaupt abnehmen können. Danach entstehen häufig neue Sorgen: Reicht die Gewichtsabnahme aus? Was bedeutet ein Stillstand? Werde ich wieder zunehmen?Gemeinsam diskutieren wir deshalb, ob psychologische Ansätze, die Selbstakzeptanz und Lebensqualität stärken, eine sinnvolle Ergänzung zu chirurgischen und medikamentösen Behandlungen sein könnten.Dabei geht es nicht darum, verschiedene Therapieformen gegeneinander auszuspielen. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, wie Behandlungskonzepte stärker an individuellen Bedürfnissen ausgerichtet werden können.Diese Themen erwarten euch in der Folge
    • Was die Ernährungspsychologie erforscht
    • Warum unser Essverhalten von so vielen Faktoren beeinflusst wird
    • Welche Rolle Persönlichkeit, Kindheit und Familie spielen
    • Wie Hunger- und Sättigungsgefühl geprägt werden
    • Warum gesellschaftliche Schönheitsideale unser Essen beeinflussen
    • Welche Folgen Gewichtsstigmatisierung haben kann
    • Was intuitives Essen bedeutet
    • Warum wiederholte Diäten zur psychischen Belastung werden können
    • Wie gewichtsneutrale Therapieansätze funktionieren sollen
    • Welche Bedeutung Lebensqualität und Körperbild in der Adipositastherapie haben
    • Warum psychologische Begleitung auch nach einer bariatrischen Operation wertvoll sein kann
    Über unseren Gast: Frau Prof. Dr. Ulrike GischProf. Dr. Ulrike Gisch ist Psychologin und leitet die Professur für Ernährungspsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sie sich unter anderem mit psychologischen Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten, intuitivem Essen, Gewichtsstigmatisierung, familiären Prägungen und neuen Ansätzen zur Behandlung von Adipositas und Essstörungen.Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Frage, wie Gesundheit, Selbstakzeptanz und Lebensqualität gefördert werden können, ohne Menschen ausschließlich über ihr Körpergewicht zu definieren.
    Weitere Informationen:Prof. Dr. Ulrike Gisch – Justus-Liebig-Universität GießenWissenschaftliche Publikation: Gewichtsneutrale Ansätze zur Behandlung von Adipositas
    Über die ViszeraMed AGDie ViszeraMed AG ist eine spezialisierte viszeralchirurgische Praxis in der Schweiz mit besonderem Fokus auf Adipositaschirurgie und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Zwei der Hosts des Adipodcast, Prof. Dr. Dr. Marco Bueter und Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer, sind Mitbegründer der Praxis und bringen ihre langjährige klinische Erfahrung in die Gespräche des Podcasts ein.Weitere Informationen: www.viszeramed.chÜber den AdipodcastIm Adipodcast sprechen Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj mit Fachpersonen, Forschenden und Betroffenen über Adipositas und ihre Behandlungsmöglichkeiten.Unser Ziel ist es, medizinisches Wissen verständlich zu vermitteln, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und zu einem offenen, respektvollen Umgang mit Adipositas beizutragen.
    Jetzt reinhören und den Adipodcast abonnieren.Hinweis: Der Podcast dient der Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.

    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    50 min
  • #61 Die Spritze zum Schlucken?– ist das die neue Revolution?
    Folge #61: Pille statt Pen – ist das die neue Revolution?
    Wenige Entwicklungen wurden in der Adipositasmedizin in den vergangenen Jahren so intensiv diskutiert wie die sogenannten „Abnehmspritzen“. Nun erhält die Debatte neue Dynamik: 
    Der Wirkstoff Semaglutid steht zur Gewichtsregulation auch in Tablettenform zur Verfügung.Doch was verändert sich dadurch tatsächlich? 
    Handelt es sich um eine völlig neue Therapie – oder vor allem um eine andere Darreichungsform 
    eines bereits bekannten Wirkstoffs?
    In dieser Folge des Adipodcast sprechen Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Büter, 
    Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj erneut mit Prof. Dr. med. Bernd Schultes. 
    Der Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie leitet das Stoffwechselzentrum St. Gallen und ist Präsident der Swiss Multidisciplinary Obesity Society, kurz SMOB.
    Warum „Abnehmspritze“ und „Abnehmtablette“ die falschen Begriffe sindEin zentraler Punkt dieser Folge betrifft die öffentliche Wahrnehmung der modernen Adipositasmedikamente.Die Begriffe „Abnehmspritze“ und „Abnehmtablette“ erwecken den Eindruck einer schnellen, einfachen oder rein kosmetischen Lösung. Sie werden dem tatsächlichen medizinischen Einsatz dieser Arzneimittel nicht gerecht.
    Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Die medikamentöse Behandlung soll nicht lediglich eine kurzfristige Gewichtsabnahme bewirken, sondern dazu beitragen, ein reduziertes Körpergewicht langfristig zu stabilisieren, gesundheitliche Risiken zu senken und die Lebensqualität zu verbessern.
    In vielen Fällen ist deshalb eine langfristige oder dauerhafte Behandlung notwendig. 
    Wird die Therapie beendet, steigt das Körpergewicht bei einem großen Teil der behandelten Menschen erneut an.Ein bekannter Wirkstoff in einer neuen Dosierung
    Semaglutid ist kein neuer Wirkstoff. Als Injektion wird es bereits seit Jahren zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas eingesetzt. Auch eine orale Form ist aus der Diabetestherapie bekannt.Neu ist vor allem die höhere Dosierung der Tablette für die Gewichtsregulation. 
    Damit unterscheidet sie sich von der bereits länger verfügbaren oralen Semaglutid-Therapie für Menschen mit Typ-2-Diabetes.
    Bernd Schultes erklärt, weshalb die Tablette dennoch nicht einfach mit der Injektion gleichgesetzt werden kann. Semaglutid ist ein Peptid und würde normalerweise im Verdauungstrakt weitgehend abgebaut. Eine besondere Formulierung ermöglicht es, dass ein kleiner Teil des Wirkstoffs über die Magenschleimhaut aufgenommen wird.
    Weil nur ein geringer Anteil tatsächlich in den Körper gelangt, ist die täglich eingenommene Wirkstoffmenge deutlich höher als bei der wöchentlichen Injektion.
    Die Tablette ist nicht automatisch einfacherViele Menschen empfinden eine Tablette zunächst als angenehmer oder unkomplizierter als eine Injektion. Im Alltag kann die korrekte Einnahme jedoch anspruchsvoll sein.Die Tablette muss morgens nüchtern mit einer kleinen Menge Wasser eingenommen werden. Anschließend muss mindestens eine halbe Stunde gewartet werden, bevor gegessen, getrunken oder ein anderes orales Medikament eingenommen wird.Wird diese Routine nicht konsequent eingehalten, kann die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigt werden. Die Therapie wirkt dann möglicherweise schwächer oder unzuverlässig.Demgegenüber wird die injizierbare Form nur einmal pro Woche verabreicht. Viele Patientinnen und Patienten stellen nach einer fachgerechten Einweisung fest, dass die Anwendung des Pens deutlich weniger belastend ist als zunächst befürchtet.Ob Tablette oder Injektion besser geeignet ist, hängt deshalb nicht allein von der Angst vor einer Nadel ab. Entscheidend sind die individuelle Lebenssituation, bestehende Routinen, weitere Medikamente und die Fähigkeit, die Einnahmevorgaben langfristig einzuhalten.Wirkung und NebenwirkungenBei korrekter Anwendung kann orales Semaglutid eine klinisch relevante Gewichtsreduktion bewirken. Wie bei den injizierbaren GLP-1-Rezeptoragonisten wird die Dosierung schrittweise gesteigert.
    Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Beschwerden des Magen-Darm-Trakts:
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Durchfall
    • Verstopfung
    • Bauchbeschwerden
    • eine verlangsamte Magenentleerung
    Diese Beschwerden treten häufig zu Beginn der Therapie oder nach einer Dosiserhöhung auf und können sich im weiteren Verlauf bessern.Auch seltenere mögliche Komplikationen werden in der Folge differenziert besprochen. Dazu gehören unter anderem Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Gallenwegserkrankungen und sehr seltene Veränderungen am Sehnerv.
    Bernd Schultes macht deutlich, dass die Entscheidung für eine Behandlung immer auf einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung beruhen sollte. Eine wirksame Therapie kann gesundheitliche Risiken erheblich reduzieren. Gleichzeitig müssen mögliche Nebenwirkungen ernst genommen und fachlich überwacht werden.Wer benötigt eine medikamentöse Therapie?
    Nicht jeder Mensch, der sein Körpergewicht reduzieren möchte, benötigt automatisch ein Medikament.Im Gespräch wird deutlich, wie schwierig die Abgrenzung zwischen medizinischer Indikation, persönlichem Leidensdruck und Lifestyle-Anwendung sein kann. Blutdruck, Stoffwechselsituation, Begleiterkrankungen und kardiovaskuläre Risiken sind wichtige Faktoren – erzählen aber nicht die gesamte Geschichte.Auch eingeschränkte Mobilität, gesellschaftliche Ausgrenzung und ein hoher psychosozialer Leidensdruck können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
    Deshalb reicht es nicht, ausschließlich auf eine einzelne Zahl oder einen bestimmten BMI zu schauen. Notwendig sind eine umfassende Beratung, realistische Therapieziele und eine gemeinsame Entscheidung von Patientin oder Patient und Behandlungsteam.
    Zwischen Off-Label-Therapie und SchwarzmarktIn der Praxis suchen auch Menschen eine Behandlung, die die formalen Zulassungs- oder Erstattungskriterien nicht erfüllen.Eine Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation verlangt eine besonders sorgfältige ärztliche Aufklärung. Dabei müssen die Beweggründe, Erwartungen, möglichen Risiken und die voraussichtliche Dauer der Behandlung offen besprochen werden.Gleichzeitig warnt Bernd Schultes vor Medikamenten aus unkontrollierten Quellen. Wer sich Arzneimittel über den Schwarzmarkt oder unseriöse Onlineangebote beschafft, riskiert gefälschte, falsch dosierte oder verunreinigte Produkte – und bleibt ohne notwendige medizinische Begleitung.Das Gespräch zeigt, wie wichtig es ist, Betroffene nicht vorschnell abzuweisen, sondern ihre Beweggründe ernst zu nehmen und im medizinischen Austausch zu bleiben.Medikament oder Operation?Die gleichen Fragen nach Indikation, Nutzen, Risiken und persönlichem Leidensdruck stellen sich nicht nur bei Medikamenten, sondern auch bei bariatrischen Operationen.Marco Büter und Andreas Thalheimer diskutieren mit Bernd Schultes, weshalb beide Behandlungsformen teilweise sehr unterschiedlich bewertet werden. Während eine medikamentöse Therapie außerhalb klassischer Kriterien mitunter als individuelle Entscheidung akzeptiert wird, gelten bei operativen Verfahren häufig deutlich strengere Grenzen.
    Die Folge plädiert dafür, weniger in starren Gegensätzen zu denken. Medikamente und Operationen sind keine konkurrierenden Lager, sondern mögliche Bestandteile einer langfristigen, individuell abgestimmten Adipositastherapie.

    Orales Semaglutid nach einer bariatrischen OperationBesonders wichtig ist die Einordnung für Menschen, die nach einer bariatrischen Operation wieder an Gewicht zunehmen oder zunächst nicht ausreichend auf den Eingriff angesprochen haben.Orales Semaglutid wird über die Magenschleimhaut aufgenommen. Nach einem Magenbypass ist die dafür zur Verfügung stehende Fläche stark verändert. Dadurch kann die Aufnahme der Tablette unzuverlässig sein.
    Auch nach einer Schlauchmagenoperation können die veränderte Anatomie und die beschleunigte Magenentleerung die Wirkstoffaufnahme beeinflussen. In solchen Situationen erscheint eine injizierbare Therapie häufig verlässlicher.Betroffene sollten deshalb nicht eigenständig zwischen Tablette und Injektion wechseln, sondern sich an ein erfahrenes Adipositaszentrum wenden. Dort kann außerdem geprüft werden, welche Ursachen hinter der Gewichtszunahme stehen und ob neben Medikamenten auch ernährungsmedizinische, psychologische, endoskopische oder operative Möglichkeiten infrage kommen.Neue orale Wirkstoffe in EntwicklungOrales Semaglutid ist nicht die einzige Entwicklung in diesem Bereich. Künftig könnten sogenannte Small Molecules hinzukommen. Diese kleineren Wirkstoffmoleküle sind keine Peptide und müssen deshalb nicht auf dieselbe Weise vor dem Abbau im Verdauungstrakt geschützt werden.Solche Wirkstoffe könnten einfacher einzunehmen sein. Ob sie die gleiche Wirksamkeit wie die derzeit verfügbaren injizierbaren Therapien erreichen, muss jedoch jeweils anhand der Studiendaten beurteilt werden.
    In dieser Folge sprechen wir unter anderem darüber:
    • was die neue Semaglutid-Tablette von der Injektion unterscheidet
    • weshalb orales Semaglutid kein völlig neuer Wirkstoff ist
    • warum die Tablette täglich und nach strengen Vorgaben eingenommen werden muss
    • weshalb eine Tablette nicht automatisch komfortabler ist
    • welche Wirkung und Nebenwirkungen zu erwarten sind
    • wie Ärztinnen und Ärzte Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen
    • welche Bedeutung psychosozialer Leidensdruck für eine Therapieentscheidung hat
    • wo die Grenze zwischen medizinischer Behandlung und Lifestyle-Anwendung verläuft
    • warum unkontrollierte Bezugsquellen besonders gefährlich sind
    • weshalb Medikamente und Adipositaschirurgie nicht als Gegensätze betrachtet werden sollten
    • warum orales Semaglutid nach einem Magenbypass möglicherweise unzuverlässig wirkt
    • und weshalb die Begriffe „Abnehmspritze“ und „Abnehmtablette“ der Therapie nicht gerecht werden
    Kapitelmarken00:41 – Begrüßung und Vorstellung der Hosts
    01:26 – Prof. Dr. med. Bernd Schultes stellt sich vor
    02:08 – Was steckt hinter dem aktuellen Hype um die Tablette?
    04:51 – Warum wurde Semaglutid ursprünglich gespritzt?
    07:16 – Tablette oder Injektion: Was passt zu wem?
    09:02 – Weshalb ist die orale Dosis deutlich höher?
    11:32 – Die besonderen Vorgaben bei der Einnahme
    13:28 – Höhere Semaglutid-Dosierungen und ihre Wirkung
    15:54 – Häufige Nebenwirkungen der GLP-1-Therapie
    17:16 – Seltene Risiken und offene Fragen
    21:27 – Die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung
    25:05 – Medizinische Indikation und psychosozialer Leidensdruck
    27:00 – Off-Label-Anwendung, Dauertherapie und Schwarzmarkt
    30:32 – Werden Medikamente und Operationen unterschiedlich bewertet?
    33:39 – Medikamentöse Therapie nach einer bariatrischen Operation
    34:46 – Stigmatisierung, Akzeptanz und Missbrauchspotenzial
    38:32 – Fazit und Ausblick

    Über unseren GastProf. Dr. med. Bernd Schultes ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Endokrinologie und Diabetologie. Er leitet das Stoffwechselzentrum St. Gallen und ist Geschäftsführer der friendlyDocs AG.Als Präsident der Swiss Multidisciplinary Obesity Society engagiert er sich für eine wissenschaftlich fundierte, multiprofessionelle und respektvolle Behandlung von Menschen mit Adipositas. Zu seinen besonderen Schwerpunkten gehören Stoffwechselerkrankungen, Diabetes und die konservative sowie medikamentöse Adipositastherapie.Über das Stoffwechselzentrum St. Gallen und friendlyDocsDas Stoffwechselzentrum St. Gallen ist ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Endokrinologie, Diabetologie, Ernährungsmedizin und Gefäßmedizin. Kinder und Erwachsene mit Stoffwechselerkrankungen werden dort von einem multiprofessionellen Team individuell begleitet.Neben der medizinischen Behandlung legt das Zentrum besonderen Wert auf eine verständliche Beratung, eine langfristige Betreuung und eine Versorgung, bei der sich Patientinnen und Patienten auch menschlich gut aufgehoben fühlen.Weitere Informationen: https://www.friendlydocs.ch
    Über ViszeraMedViszeraMed verbindet spezialisierte ambulante Beratung mit der klinischen Versorgung am Spital Männedorf. Die drei Gründer Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Büter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Prof. Dr. med. Ralph Peterli sind auf moderne Viszeralchirurgie mit Schwerpunkten in der Adipositas-, Hernien- und Tumorchirurgie spezialisiert.Weitere Informationen: https://viszeramed.ch

    Zu GastProf. Dr. med. Bernd SchultesModerationProf. Dr. med. Dr. phil. Marco Büter
    Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer
    Tariq Abu-NaajWeiterführende LinksAdipodcast: https://adipodcast.ch
    Stoffwechselzentrum St. Gallen: https://www.friendlydocs.ch
    Swiss Multidisciplinary Obesity Society: https://www.smob.ch
    ViszeraMed: https://viszeramed.ch
    Wichtiger Medizinischer HinweisDer Adipodcast dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Die Nennung von Medikamenten, Wirkstoffen oder Dosierungen stellt keine Therapie- oder Einnahmeempfehlung dar. Ob eine medikamentöse Behandlung geeignet ist, muss immer individuell mit qualifizierten Fachpersonen besprochen werden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    41 min
  • Nicht über uns – mit uns! Sonderfolge aus Potsdam
    Für einige besondere Folgen ist der Adipodcast nach Potsdam gereist.
    Beim Deutschen Adipositas-Kongress 2026 haben Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj mehrere Gespräche und Interviews direkt vor Ort aufgezeichnet.
    Den Auftakt macht Christel Moll, Mitbegründerin und 1. Vorsitzende 
    des Adipositas Verband Deutschland e. V. Seit rund 20 Jahren setzt sie sich ehrenamtlich für Menschen mit Adipositas ein. Was mit einer einzelnen Selbsthilfegruppe begann, ist heute eine bundesweite Patientenorganisation, die Betroffene unterstützt, Selbsthilfegruppen begleitet, Gruppenleitungen ausbildet und die Perspektive von Menschen mit Adipositas in Medizin, Fachgesellschaften und Politik vertritt.
    Eine ungewöhnliche EntstehungsgeschichteDie Geschichte des Verbandes beginnt nach Christel Molls eigener Magenbandoperation. Ein Arzt setzte sich damals an ihr Krankenbett und erklärte ihr, dass er sie erst nach Hause gehen lassen werde, wenn sie gemeinsam mit ihm eine Selbsthilfegruppe oder einen Verein gründe.Was im Gespräch augenzwinkernd als „Erpressung“ bezeichnet wird, traf auf einen enormen Bedarf. Zu den ersten Treffen kamen teilweise zwischen 50 und 100 Menschen. Manche nahmen Anfahrtswege von bis zu 200 Kilometern auf sich, weil es in ihrer Region keine vergleichbaren Angebote gab.Schnell wurde deutlich, dass eine einzelne Gruppe nicht ausreichen würde. Weitere Selbsthilfegruppen entstanden – zunächst in Nordrhein-Westfalen, später in vielen anderen Teilen Deutschlands.Im März 2006 wurde schließlich der Adipositas Verband Deutschland e. V. gegründet.
    Selbsthilfe ohne Waage und AbnehmdruckChristel Moll wollte von Beginn an eine andere Form der Selbsthilfe schaffen.In den Gruppen sollte sich niemand wiegen lassen müssen. Es gab keine Vorgaben, keine Diätkontrollen und keinen Druck, innerhalb einer bestimmten Zeit Gewicht zu verlieren. Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Erfahrungen waren willkommen.Im Mittelpunkt standen der offene Austausch und das Gefühl, verstanden zu werden. Wer von einem schwierigen Tag oder einem vermeintlichen Rückschlag berichtete, wurde nicht verurteilt. Stattdessen ging es darum, einander Mut zu machen und gemeinsam wieder nach vorne zu schauen.Die Selbsthilfegruppen sollten keine ärztliche Sprechstunde ersetzen. Sie sollten einen geschützten Raum bieten, in dem Menschen mit ähnlichen Erfahrungen miteinander sprechen, Wissen teilen und sich gegenseitig dazu ermutigen können, professionelle Hilfe anzunehmen.
    Aus Selbsthilfe wird eine bundesweite StrukturMit der wachsenden Zahl an Gruppen entstand eine neue Herausforderung: Wer übernimmt die Leitung – und wie können ehrenamtliche Gruppenleitungen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden?Bereits 2008 veranstaltete der Verband erste Seminare für Selbsthilfegruppenleitungen. Inzwischen werden jährlich mehrere dieser Fortbildungen angeboten. Die Teilnehmenden erhalten aktuelle Informationen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten, lernen organisatorische Grundlagen kennen und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus.Denn Selbsthilfe soll nach Christel Molls Verständnis mehr vermitteln als die alten Empfehlungen „Iss weniger“ und „Beweg dich mehr“. Gruppenleitungen müssen wissen, welche konservativen, medikamentösen und chirurgischen Behandlungswege heute zur Verfügung stehen und an welche qualifizierten Stellen sie Betroffene verweisen können.Der Verband hat dafür ein Netzwerk mit Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in zahlreichen Bundesländern aufgebaut. Ein großer Teil dieser Arbeit wird bis heute ehrenamtlich geleistet.
    Früher wurde über Betroffene gesprochenEine der stärksten Aussagen des Gesprächs beschreibt die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre:Früher wurde über Menschen mit Adipositas gesprochen. Heute sitzen Betroffene zunehmend selbst mit am Tisch.Der Adipositas Verband Deutschland arbeitet inzwischen an medizinischen Leitlinien mit, beteiligt sich an Fachveranstaltungen und bringt die Perspektive der Betroffenen in gesundheitspolitische Diskussionen ein.Allein eingeladen zu werden, reicht für Christel Moll jedoch nicht aus. Entscheidend ist, dass Patientinnen und Patienten tatsächlich gehört und an Entscheidungen beteiligt werden.Gerade bei einer Erkrankung, die noch immer mit Schuldzuweisungen und Vorurteilen verbunden ist, kann die Perspektive der Betroffenen nicht durch medizinisches Fachwissen allein ersetzt werden.

    Wenn der erste Arztbesuch zur Hürde wirdViele Menschen mit Adipositas brauchen mehrere Anläufe, bevor sie sich trauen, medizinische Hilfe zu suchen. Häufig erwarten sie bereits vor dem Termin, für ihr Gewicht verurteilt oder nicht ernst genommen zu werden.Christel Moll schildert, dass bei Menschen mit Adipositas selbst Beschwerden wie Husten oder andere gesundheitliche Probleme vorschnell auf das Körpergewicht zurückgeführt werden. Nicht selten werde das Gewicht ungefragt angesprochen, obwohl es gar nicht der Grund für den Arztbesuch sei.Eine einzige stigmatisierende Erfahrung kann dazu führen, dass sich ein Mensch umdreht und nicht wiederkommt. Dadurch besteht die Gefahr, dass andere Erkrankungen später oder überhaupt nicht erkannt werden.Christel Moll sieht zugleich positive Veränderungen. Besonders viele jüngere Ärztinnen und Ärzte seien heute offener für das Thema. Adipositas werde zunehmend in der medizinischen Ausbildung berücksichtigt und häufiger als komplexe chronische Erkrankung wahrgenommen.
    Neue Medikamente verändern die WahrnehmungDie neuen Medikamente zur Behandlung der Adipositas haben die öffentliche Wahrnehmung der Erkrankung verändert. Wo eine medizinische Therapie existiert, wird für viele Menschen sichtbarer, dass es sich nicht einfach um ein persönliches Versagen oder mangelnde Disziplin handelt.Gleichzeitig entsteht eine neue Gefahr: Aus „Iss weniger und beweg dich mehr“ könnte künftig „Dann nimm doch einfach eine Spritze“ werden.Damit würde die Komplexität der Erkrankung erneut auf eine vermeintlich einfache Lösung reduziert. Nicht jede Behandlung ist für jeden Menschen geeignet, nicht jeder Mensch hat Zugang zu allen Therapien und auch Medikamente erfordern eine langfristige medizinische Begleitung.Christel Moll unterscheidet deshalb deutlich zwischen einer medizinisch notwendigen Therapie und einer kurzfristigen Anwendung zur Lifestyle-Optimierung. Menschen, die tatsächlich an Adipositas erkrankt sind, sollten unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten Zugang zu einer geeigneten Behandlung erhalten.Wenn sich nicht jeder eine Behandlung leisten kannEin großes Problem sieht Christel Moll im ungleichen Zugang zur Therapie.In Deutschland wird eine qualifizierte Ernährungstherapie häufig nur bezuschusst. Der verbleibende Eigenanteil kann für Menschen mit geringem Einkommen eine unüberwindbare Hürde darstellen. Auch moderne Adipositasmedikamente müssen in vielen Situationen selbst bezahlt werden.Digitale Gesundheitsanwendungen können für einige Betroffene eine hilfreiche und vollständig finanzierte Unterstützung sein. Sie ersetzen jedoch nicht immer die individuelle Begleitung durch eine Ernährungsfachkraft, die den persönlichen Alltag, gesundheitliche Einschränkungen und die konkrete Lebenssituation berücksichtigen kann.
    So entsteht eine widersprüchliche Versorgungssituation: Manche Menschen können sich konservative oder medikamentöse Behandlungen nicht leisten, während eine spätere Operation unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen wird.
    Das DMP Adipositas und die gesundheitspolitische ArbeitEin Disease-Management-Programm soll Menschen mit chronischen Erkrankungen eine strukturierte und langfristige Versorgung ermöglichen.Für die Adipositas wurden entsprechende Grundlagen geschaffen. Damit ein solches Programm im Versorgungsalltag ankommt, müssen jedoch konkrete regionale Verträge und Strukturen entstehen.Hausärztinnen und Hausärzte könnten Betroffene dann kontinuierlich begleiten, mögliche organische Ursachen und Folgeerkrankungen abklären und sie gezielt an Ernährungsberatung, Verhaltenstherapie, Adipositaszentren oder die bariatrische Chirurgie weiterleiten.Christel Moll kritisiert, dass die theoretischen Grundlagen des DMP bei den Betroffenen bislang noch nicht ausreichend spürbar angekommen sind. Der Verband sucht deshalb gezielt das Gespräch mit Politikerinnen und Politikern und fordert eine konsequente Umsetzung.Dabei geht es nicht um „Druck“ im Sinne einer Konfrontation. Es geht darum, präsent zu sein, Argumente zu liefern und die Erfahrungen der Betroffenen in politische Entscheidungen einzubringen.Nicht nur Verhalten, sondern auch Verhältnisse verändernEigenverantwortung spielt bei der Gesundheit eine Rolle. Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass sämtliche Verantwortung auf den einzelnen Menschen übertragen wird.Christel Moll spricht deshalb über Verhältnisprävention: Auch das Umfeld, die Lebensmittelindustrie, Bildungseinrichtungen und politische Rahmenbedingungen beeinflussen, wie Menschen essen, sich bewegen und gesund leben können.
    Hochverarbeitete Lebensmittel sind nahezu überall verfügbar. Gleichzeitig fehlen vielen Kindern frühzeitiges Wissen, alltagstaugliche Ernährungskompetenz und geeignete Rahmenbedingungen.Prävention müsse deshalb bereits in Kindergärten und Schulen beginnen. Gesunde Ernährung sollte nicht als kurzfristige Maßnahme vermittelt werden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des Alltags.Christel Molls Vision für die kommenden JahreAuf die Frage nach ihrer idealen Welt antwortet Christel Moll mit einer einfachen, aber weitreichenden Vorstellung:Ein Mensch soll als Mensch wahrgenommen werden – nicht zuerst als Mensch mit Adipositas.Sie wünscht sich eine Versorgung, in der Betroffene jede Praxis betreten können, ohne mit Vorwürfen oder einem erhobenen Zeigefinger rechnen zu müssen. Ärztinnen, Ärzte und andere Fachpersonen sollen auf Augenhöhe sprechen, geeignete Behandlungswege aufzeigen und Menschen dabei unterstützen, mit ihrer chronischen Erkrankung gut zu leben.Und sie wünscht sich, dass die nächste Generation nicht mehr dieselben Erfahrungen machen muss wie viele heute erwachsene Betroffene.
    In dieser Folge sprechen wir unter anderem darüber:– wie aus einer Selbsthilfegruppe der Adipositas Verband Deutschland entstand
    – weshalb die ersten Gruppentreffen einen so großen Zulauf hatten
    – warum Selbsthilfe ohne Wiegepflicht und Abnehmdruck auskommen sollte
    – wie der Verband ehrenamtliche Selbsthilfegruppenleitungen ausbildet
    – weshalb die Patientenperspektive in Medizin und Politik unverzichtbar ist
    – wie Stigmatisierung Menschen davon abhält, medizinische Hilfe zu suchen
    – welche Veränderungen Christel Moll in den vergangenen 20 Jahren beobachtet hat
    – wie neue Medikamente die Wahrnehmung der Adipositas beeinflussen
    – warum der Zugang zu Therapien noch immer vom Einkommen abhängen kann
    – welche Chancen mit dem DMP Adipositas verbunden sind
    – weshalb Prävention auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern muss
    – und wie eine respektvolle Versorgung auf Augenhöhe aussehen könnte
    Eine persönliche, politische und zugleich hoffnungsvolle Folge über 20 Jahre ehrenamtliches Engagement, die Kraft der Selbsthilfe und eine Patientenstimme, die heute nicht mehr übergangen werden kann.
    Über unsere Gästin:Christel Moll ist Mitbegründerin und 1. Vorsitzende des Adipositas Verband Deutschland e. V. Sie lebt selbst mit Adipositas und setzt sich seit rund 20 Jahren für die Interessen von Betroffenen ein. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Unterstützung von Selbsthilfegruppen, die Ausbildung ehrenamtlicher Gruppenleitungen, der Abbau von Stigmatisierung sowie die Beteiligung von Patientinnen und Patienten an medizinischen und gesundheitspolitischen Entscheidungen.
    Über den Adipositas Verband Deutschland e. V.Der Adipositas Verband Deutschland e. V. ist eine bundesweite Selbsthilfe- und Patientenorganisation für Menschen mit Adipositas, ihre Angehörigen sowie alle, die sich für eine bessere Versorgung einsetzen. Der Verband unterstützt die Gründung und Arbeit von Selbsthilfegruppen, bietet Fortbildungen für ehrenamtliche Gruppenleitungen an, informiert über die chronische Erkrankung und vertritt die Interessen von Betroffenen gegenüber Medizin, Politik und Gesellschaft.Weitere Informationen: https://www.adipositasverband.deDie Mitgliedschaft steht Betroffenen, Angehörigen, Fachpersonen und anderen Unterstützenden offen. Der reguläre Jahresbeitrag beträgt mindestens 32 Euro.Informationen zur Mitgliedschaft: https://www.adipositasverband.de/verband/mitglied-werden.phpZu Gast: Christel Moll
    Moderation: Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj
    Aufgezeichnet beim Deutschen Adipositas-Kongress 2026 in Potsdam
    Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts. Damit helfen Sie uns, noch mehr Menschen mit unseren Inhalten zu erreichen.Hinweis: Der Adipodcast dient der Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Welche Behandlung geeignet ist, sollte immer individuell mit qualifizierten Fachpersonen besprochen werden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    48 min
  • #60 Drei Jahre – und dann?
    Adipositas gilt als chronische Erkrankung. 
    Moderne Medikamente können das Körpergewicht deutlich reduzieren und die gesundheitliche Situation vieler Betroffener verbessern. 

    In der Schweiz werden die Kosten einer medikamentösen Adipositastherapie unter bestimmten Voraussetzungen übernommen – allerdings zeitlich begrenzt.
    Doch was geschieht nach diesen drei Jahren?Was bedeutet es für Betroffene, wenn sie eine wirksame Behandlung anschliessend selbst 
    finanzieren oder beenden müssen? 

    Und wie kann ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem mit wirksamen, aber kostenintensiven Dauertherapien umgehen?
    Darüber sprechen Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj in Folge #60 des Adipodcast mit Prof. Dr. med. Bernd Schultes. 
    Er ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Endokrinologie und Diabetologie und leitet das Stoffwechselzentrum St. Gallen. 
    Zudem ist er Präsident der SMOB. 
    In dieser Folge spricht er jedoch ausdrücklich aus seiner persönlichen Perspektive als Arzt und Stoffwechselexperte.
    Eine chronische Erkrankung – aber eine zeitlich begrenzte Behandlung?Moderne Medikamente zur Behandlung der Adipositas können Hunger und Appetit beeinflussen und bei vielen Patientinnen und Patienten eine deutliche Gewichtsreduktion ermöglichen.Die Erkrankung ist damit jedoch nicht geheilt. Wird die Therapie beendet, steigt das Gewicht bei vielen Betroffenen wieder an. Das kann gesundheitliche Folgen haben und psychisch sehr belastend sein. Menschen, die erstmals seit langer Zeit eine wirksame Behandlung erfahren haben, erleben plötzlich, dass ihr Körper erneut auf das frühere Gewicht zusteuert.
    Im Gespräch wird auch die Frage aufgeworfen, welche Folgen wiederholte Zyklen aus Gewichtsabnahme und erneuter Gewichtszunahme langfristig für die Körperzusammensetzung und die Gesundheit haben könnten. Gerade weil diese Auswirkungen noch nicht vollständig geklärt sind, sieht Bernd Schultes die derzeitige Situation kritisch.
    Seine Botschaft an Patientinnen und Patienten lautet deshalb bereits zu Beginn einer Therapie: 
    Eine medikamentöse Adipositasbehandlung sollte grundsätzlich als langfristige Behandlung verstanden werden – zumindest so lange, bis eine bessere oder nachhaltigere Alternative zur Verfügung steht.
    Weshalb gerade drei Jahre?Warum die Kostenübernahme auf drei Jahre begrenzt wurde, lässt sich auch im Gespräch nicht abschliessend beantworten.Ein möglicher Grund ist die begrenzte Dauer der ursprünglichen Zulassungsstudien. Gleichzeitig weist Bernd Schultes darauf hin, dass auch Medikamente gegen Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen dauerhaft eingesetzt werden, obwohl vor ihrer Einführung nicht über Jahrzehnte hinweg kontrollierte Studien durchgeführt wurden.Hinter der zeitlichen Begrenzung steht deshalb auch eine gesundheitsökonomische Frage: 

    Wie lange kann und soll ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem eine Therapie für eine sehr grosse Zahl potenziell Behandlungsberechtigter finanzieren?Bernd Schultes stellt einen möglichen Gegenentwurf zur Diskussion: 
    Statt eine Therapie vergleichsweise breit, aber nur zeitlich begrenzt zu finanzieren, könnte es sinnvoller sein, Patientinnen und Patienten mit einem besonders hohen gesundheitlichen Risiko gezielter auszuwählen und dafür langfristig zu behandeln.Der BMI allein sagt zu wenig ausEin zentrales Problem ist die bisher häufig verwendete Definition der Adipositas über den Body-Mass-Index.
    Zwei Menschen mit demselben BMI können gesundheitlich vollkommen unterschiedlich betroffen sein. 
    Eine Person hat möglicherweise noch keine erkennbaren Begleiterkrankungen. Eine andere leidet bereits an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erheblichen Einschränkungen im Alltag.Der BMI allein bildet weder die Erkrankungsschwere noch das individuelle Risiko oder den persönlichen Leidensdruck ausreichend ab.
    Im Gespräch diskutieren die Teilnehmer deshalb, ob Adipositas stärker nach klinischem Schweregrad, Begleiterkrankungen und zukünftigen Gesundheitsrisiken eingeteilt werden sollte. Eine solche Differenzierung könnte dabei helfen, Therapien gezielter einzusetzen und Entscheidungen über eine langfristige Kostenübernahme nachvollziehbarer zu machen.
    Wer sollte dauerhaft behandelt werden?Wenn finanzielle Mittel begrenzt sind, stellt sich zwangsläufig die Frage nach einer Priorisierung.Bernd Schultes würde bei einer rein medizinischen Betrachtung insbesondere Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristig behandeln. Für diese Patientengruppe liegen bereits überzeugende Daten vor, dass eine wirksame medikamentöse Adipositastherapie schwere gesundheitliche Ereignisse reduzieren kann.
    Auch Menschen, bei denen in absehbarer Zeit ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen besteht, könnten besonders profitieren. Je niedriger das individuelle Risiko ist, desto schwieriger wird es dagegen, den langfristigen medizinischen und wirtschaftlichen Nutzen zuverlässig zu bestimmen.Wo genau eine Grenze gezogen werden sollte, lässt sich jedoch nicht allein medizinisch entscheiden. Auch ethische, gesellschaftliche und ökonomische Überlegungen spielen eine Rolle.Lebensqualität ist ebenfalls ein BehandlungserfolgGesundheitsökonomische Bewertungen konzentrieren sich häufig auf verhinderte Herzinfarkte, Schlaganfälle, Folgeoperationen oder andere messbare Ereignisse.Doch die Behandlung der Adipositas kann weit mehr verändern. 
    Menschen werden beweglicher, fühlen sich körperlich und psychisch besser, benötigen möglicherweise weniger andere Medikamente und können länger am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen.Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe sind schwieriger in Zahlen zu erfassen. Trotzdem sollten auch diese Aspekte berücksichtigt werden, wenn der Nutzen einer Therapie bewertet wird.Die zentrale Frage lautet daher: 
    Was verstehen wir überhaupt unter einem erfolgreichen gesundheitlichen Ergebnis?
    Medikamente oder Operation?Die Folge zeigt auch, weshalb medikamentöse und chirurgische Therapien nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten.Bei manchen Patientinnen und Patienten kann eine bariatrische Operation langfristig den grösseren gesundheitlichen Nutzen bieten. In anderen Situationen ist eine medikamentöse Behandlung geeigneter. Entscheidend sind die individuelle Erkrankungsschwere, Begleiterkrankungen, persönliche Wünsche und die langfristige Perspektive.Bernd Schultes berichtet, dass im Stoffwechselzentrum St. Gallen Patientinnen und Patienten mit einem BMI über 35 grundsätzlich auch über die Möglichkeit einer bariatrischen Operation informiert werden. Das bedeutet nicht, dass allen zu einer Operation geraten wird. Es soll jedoch gewährleistet sein, dass Betroffene alle medizinisch relevanten Behandlungsoptionen kennen.
    Eine informierte Entscheidung ist nur möglich, wenn Medikamente, Operationen und konservative Behandlungsmöglichkeiten offen, strukturiert und ohne fachliche Scheuklappen besprochen werden.Wirtschaftliche Interessen und medizinische Entscheidungen
    Offen thematisiert wird auch ein schwieriger Aspekt des Gesundheitssystems: Medizinische Entscheidungen finden nicht in einem wirtschaftsfreien Raum statt.Spitäler, Praxen und unterschiedliche Fachdisziplinen stehen unter finanziellem Druck. Daraus können bewusste oder unbewusste Interessenkonflikte entstehen. Das betrifft medikamentös behandelnde Fachpersonen ebenso wie chirurgisch tätige Ärztinnen und Ärzte.
    Neben wirtschaftlichen Interessen spielen auch fehlendes Vertrauen zwischen Fachdisziplinen, überholte Vorstellungen, persönliche Überzeugungen und die selektive Wahrnehmung wissenschaftlicher Daten eine Rolle.
    Umso wichtiger sind interdisziplinäre Fallbesprechungen, transparente Leitlinien und eine strukturierte Aufklärung, die sich an der individuellen Situation der Patientinnen und Patienten orientiert.Wirksamkeit allein genügt nicht
    Bei der Beurteilung einer medizinischen Leistung spielen in der Schweiz die Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle.Die Wirksamkeit moderner Adipositasmedikamente wird kaum noch grundsätzlich bestritten. Schwieriger sind die Fragen nach Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit – insbesondere dann, wenn Patientinnen und Patienten eine langfristig gedachte Behandlung bereits nach kurzer Zeit wieder abbrechen.In der Folge werden unterschiedliche Erfahrungen aus der Versorgung diskutiert. Gleichzeitig wird deutlich, dass wichtige Daten der Krankenversicherungen und Behandlungszentren bislang nicht ausreichend zusammengeführt oder öffentlich zugänglich sind.
    Bernd Schultes plädiert deshalb für eine engere Zusammenarbeit zwischen Fachgesellschaften, Behandlungszentren, Krankenversicherungen und Behörden.Wir brauchen Daten – und eine gesellschaftliche DiskussionWelche Behandlung verhindert langfristig Folgeerkrankungen? Welche Patientengruppe profitiert besonders? Wie beeinflussen Medikamente und Operationen die Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und Gesundheitskosten über zehn oder zwanzig Jahre?Viele dieser Fragen lassen sich nur mit grossen Patientengruppen und langen Beobachtungszeiträumen beantworten. Auf sämtliche Langzeitdaten zu warten, ist jedoch ebenfalls keine Lösung. Entscheidungen müssen bereits heute getroffen werden.
    Dafür braucht es belastbare Versorgungsdaten, transparente Annahmen und eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber, welche medizinischen Leistungen ein solidarisches Gesundheitssystem finanzieren soll.
    In dieser Folge sprechen wir unter anderem darüber:– weshalb eine zeitlich begrenzte Kostenübernahme bei einer chronischen Erkrankung problematisch sein kann
    – was nach dem Absetzen einer medikamentösen Adipositastherapie geschehen kann
    – warum der BMI allein die Erkrankungsschwere nicht ausreichend beschreibt
    – welche Patientinnen und Patienten besonders von einer langfristigen Therapie profitieren könnten
    – ob eine gezieltere Priorisierung gerechter wäre als eine breite zeitliche Begrenzung
    – warum Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit in gesundheitsökonomischen Bewertungen berücksichtigt werden sollten
    – welche Rolle die bariatrische Chirurgie im Vergleich zur medikamentösen Behandlung spielt
    – wie wirtschaftliche Interessen medizinische Entscheidungen beeinflussen können
    – weshalb Therapietreue für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit wichtig ist
    – und warum Fachgesellschaften, Versicherungen und Behörden ihre Daten stärker zusammenführen sollten
    Eine offene und kontroverse Folge über eine wirksame Therapie, begrenzte finanzielle Ressourcen und eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt: Wer sollte wie lange behandelt werden – und wer soll dafür bezahlen?
    Über unseren GastProf. Dr. med. Bernd Schultes ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Endokrinologie und Diabetologie. Er leitet das Stoffwechselzentrum St. Gallen und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Behandlung der Adipositas und ihrer Begleiterkrankungen. Darüber hinaus ist er Präsident der SMOB.Über das Stoffwechselzentrum St. Gallen und friendlyDocsDas Stoffwechselzentrum St. Gallen der friendlyDocs AG ist ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Endokrinologie, Diabetologie, Ernährung und Gefässmedizin für Kinder und Erwachsene. Ein Team aus ärztlichen Fachpersonen, Ernährungs- und Diabetesberatung, medizinischen Praxisassistentinnen sowie Mitarbeitenden aus Forschung und Entwicklung begleitet Menschen mit Stoffwechselerkrankungen patientenzentriert und langfristig. Das Angebot umfasst unter anderem die medizinische Abklärung und ambulante Behandlung der Adipositas sowie die Vorbereitung und Nachbetreuung bei bariatrischen Eingriffen.Weitere Informationen: https://www.friendlydocs.ch
    Über ViszeraMedViszeraMed ist eine spezialisierte Praxis für moderne Bauchchirurgie in Zürich. Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Prof. Dr. med. Ralph Peterli behandeln Patientinnen und Patienten in den Bereichen Adipositaschirurgie, Tumorchirurgie, Hernienchirurgie und robotisch unterstützte Chirurgie. Die Praxis verbindet persönliche ambulante Betreuung mit der engen klinischen Anbindung an das Spital Männedorf.Weitere Informationen: https://viszeramed.ch
    Zu Gast: Prof. Dr. med. Bernd Schultes
    Moderation: Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj
    Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts.
    Damit helfen Sie uns, noch mehr Menschen mit unseren Inhalten zu erreichen.
    Wichtiger Hinweis:
    Der Adipodcast dient der Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. 
    Die Nennung von Medikamenten oder Behandlungsmöglichkeiten stellt keine Therapieempfehlung dar. Welche Behandlung geeignet ist und ob eine Kostenübernahme möglich ist, muss immer individuell mit qualifizierten Fachpersonen und der zuständigen Krankenversicherung geklärt werden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    40 min
  • #59 Ständig ans Essen denken: Was hilft gegen Food Noise?
    Was esse ich als Nächstes? Darf ich das überhaupt essen? 
    Wie viele Kalorien hat es, und werde ich davon wirklich satt?
    Wenn solche Gedanken ständig im Kopf kreisen, sich ungefragt aufdrängen und viel Energie beanspruchen, wird häufig von „Food Noise“ gesprochen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Essenslärm im Kopf? 
    Wo liegt der Unterschied zwischen Food Noise, körperlichem Hunger und ganz normalen Gedanken an die nächste Mahlzeit?
    Darüber sprechen Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj in Folge #59 des Adipodcast mit Stephanie Tölle. 

    Sie ist Ernährungsberaterin DGE und Diabetesberaterin DDG und begleitet Menschen mit Diabetes und Adipositas sowie Patientinnen und Patienten vor und nach bariatrischen Eingriffen.
    Wenn Essen zum ständigen Begleiter wirdÜber das Essen nachzudenken, ist zunächst vollkommen normal. Wir überlegen, was wir am Abend kochen, welche Lebensmittel wir noch einkaufen müssen oder worauf wir gerade Appetit haben.
    Bei Food Noise geht es jedoch um Gedanken, die nicht bewusst eingeladen wurden. Sie tauchen immer wieder auf, bleiben dauerhaft präsent und können so viel Raum einnehmen, dass sie von anderen Tätigkeiten ablenken. 
    Viele Betroffene empfinden diese ständige gedankliche Beschäftigung als erheblichen Mental Load. 

    Sie kostet Kraft, beeinträchtigt die Konzentration und kann die Lebensqualität deutlich einschränken.Food Noise ist dabei nicht mit körperlichem Hunger gleichzusetzen. Hunger ist zunächst ein biologisches Signal des Körpers. Food Noise kann dagegen auch dann auftreten, wenn kein akuter Energiemangel besteht und sich die Gedanken nicht durch ein knurrendes Magengefühl erklären lassen.
    Ist Food Noise wirklich ein neues Phänomen?Bekannt geworden ist der Begriff vor allem im Zusammenhang mit modernen Medikamenten zur Behandlung der Adipositas. Viele Betroffene berichten, dass unter der Therapie nicht nur ihr Appetit zurückgeht. Auch die ständigen Gedanken an Essen werden plötzlich leiser oder verschwinden zeitweise ganz.Ähnliche Erfahrungen machen manche Patientinnen und Patienten nach einer bariatrischen Operation. Für sie besteht eine der eindrücklichsten Veränderungen darin, nicht mehr permanent über die nächste Mahlzeit nachdenken zu müssen.
    Vollkommen neu ist das zugrunde liegende Phänomen jedoch nicht. In der Medizin und Ernährungstherapie werden schon länger Begriffe wie Craving, hedonistischer Hunger, Food-Cue-Reaktivität oder die gedankliche Fixierung auf Essen verwendet. Food Noise bietet vielen Menschen eine verständliche Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen unter einem Begriff zusammenzufassen.Medikamente und Operationen können den Lärm leiser machen
    Sowohl medikamentöse Therapien als auch bariatrische Operationen können Hunger, Appetit und die gedankliche Beschäftigung mit Essen beeinflussen. Wie stark dieser Effekt ausfällt, ist jedoch individuell verschieden.Manche Menschen sprechen sehr gut auf Medikamente an. Bei anderen wird Food Noise erst nach einer Operation deutlich leiser. Gleichzeitig kann der Effekt im weiteren Verlauf wieder nachlassen. Stephanie Tölle betont deshalb, wie wichtig es ist, Patientinnen und Patienten realistisch auf den langfristigen Verlauf vorzubereiten.Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Auch wenn der Essenslärm nach Beginn einer Behandlung zunächst verstummt, können die Gedanken an Essen später wieder zunehmen. Das bedeutet nicht, dass die Behandlung gescheitert ist. Vielmehr können dann zusätzliche Strategien und eine erneute individuelle Anpassung der Therapie erforderlich sein.
    Warum strenge Diäten Food Noise verstärken könnenAm Anfang einer ernährungstherapeutischen Behandlung steht deshalb die Frage, woher der Food Noise kommt. Nimmt eine Person möglicherweise zu wenig Energie zu sich? Sind die Abstände zwischen den Mahlzeiten sehr lang? Besteht eine unzureichende Proteinzufuhr? Oder wird der Essenslärm vor allem durch bestimmte Situationen und äußere Reize ausgelöst?
    Wer möglichst schnell Gewicht verlieren möchte, entscheidet sich häufig für eine sehr starke Einschränkung der Nahrungszufuhr. Doch Hunger kann die Gedanken an Essen zusätzlich verstärken. Das Gleiche gilt für starre Lebensmittelverbote.
    Je stärker wir versuchen, nicht an ein bestimmtes Lebensmittel zu denken, desto präsenter kann es im Kopf werden. Deshalb empfiehlt Stephanie Tölle keinen vollständigen Verzicht, sondern einen flexibleren und langfristig umsetzbaren Umgang mit Essen.
    Auch längere Nüchternphasen oder Intervallfasten sind nicht automatisch für jeden Menschen geeignet. Wenn sich im individuellen Assessment zeigt, dass gerade diese langen Pausen den Food Noise verstärken, sollte die Mahlzeitenstruktur entsprechend angepasst werden.
    Ernährungsberatung statt starrer KalorienpläneModerne Ernährungsberatung arbeitet nicht zwangsläufig mit festgelegten Kalorienplänen. Stephanie Tölle betrachtet vielmehr die konkrete Essenssituation eines Menschen:Was wird an einem normalen Arbeitstag gegessen? Woher kommen die Mahlzeiten? Wird selbst gekocht, vorbereitet oder unterwegs eingekauft? Wie unterscheidet sich das Essverhalten am Wochenende? Und welche Veränderungen lassen sich tatsächlich in den individuellen Alltag integrieren?Ziel ist eine Ernährungsweise, die eine Gewichtsreduktion unterstützen kann, ohne durch übermäßige Einschränkungen zusätzlich Hunger und Food Noise zu erzeugen. Eine ausreichende Proteinzufuhr, eine passende Mahlzeitenstruktur und realistische Ziele können dabei eine wichtige Rolle spielen.Sichtbare Lebensmittel und andere Auslöser
    Food Noise kann auch durch äußere Reize verstärkt werden. Die Süßigkeitenschale im Büro, Lebensmittelwerbung, der Duft aus einer Bäckerei oder ständig verfügbare Vorräte können die Gedanken immer wieder auf Essen lenken.Reizkontrolle bedeutet jedoch nicht, ein Lebensmittel nie wieder essen zu dürfen. Es geht vielmehr darum, sich nicht ununterbrochen mit Dingen zu konfrontieren, die besonders schwer einzuteilen sind.Eine Großpackung Eis oder Süßigkeiten nicht ständig zu Hause zu bevorraten, kann beispielsweise entlasten. Gleichzeitig darf das Lebensmittel weiterhin bewusst und in einer passenden Portion genossen werden. So entsteht kein vollständiges Verbot, das den gedanklichen Druck zusätzlich erhöht.Wann Ernährungstracking helfen kann
    Auch Apps und Ernährungstagebücher werden in der Folge differenziert betrachtet. Für manche Menschen kann das Aufzeichnen von Mahlzeiten hilfreich sein, weil es Gewohnheiten sichtbar macht und das Bewusstsein für das eigene Essverhalten stärkt.
    Bei starkem Food Noise kann das permanente Zählen von Kalorien die gedankliche Beschäftigung mit Essen jedoch weiter verstärken. In diesem Fall kann es sinnvoller sein, nicht jede Kalorie, sondern den Food Noise selbst zu beobachten:
    Wann waren die Gedanken besonders stark? Welche Situation ging ihnen voraus? Gab es einen konkreten Auslöser? Oder waren Hunger und lange Essenspausen die Ursache?Rückfälle sind kein persönliches VersagenEin weiterer wichtiger Teil des Gesprächs ist der Umgang mit vermeintlichen Rückfällen. Wer mehr gegessen hat als geplant, reagiert häufig mit Schuldgefühlen, noch strengeren Regeln oder dem Auslassen der nächsten Mahlzeit.Genau diese Gegenmaßnahmen können jedoch erneut Hunger erzeugen und den Food Noise verstärken. Ein einzelnes Essen entscheidet nicht über den Erfolg einer gesamten Behandlung. Rückfälle sind Teil eines Veränderungsprozesses und kein Beweis für mangelnde Disziplin.Entscheidend ist, anschließend nicht in eine extreme Gegenreaktion zu geraten, sondern zur gewählten Strategie zurückzukehren und gemeinsam mit Fachpersonen zu prüfen, was beim nächsten Mal helfen könnte.
    In dieser Folge sprechen wir unter anderem darüber:– was Food Noise bedeutet
    – wie sich Food Noise von körperlichem Hunger unterscheidet
    – warum die ständige Beschäftigung mit Essen so belastend sein kann
    – welche Rolle Medikamente und bariatrische Operationen spielen
    – weshalb Food Noise nach einer Gewichtsabnahme zunehmen kann
    – warum strenge Diäten und Lebensmittelverbote den Essenslärm verstärken können
    – welche Bedeutung Mahlzeitenstruktur und Proteinzufuhr haben
    – wann Ernährungstracking hilfreich ist und wann es zusätzlichen Druck erzeugt
    – wie sichtbare Lebensmittel und andere Reize unser Verhalten beeinflussen
    – warum Reizkontrolle nicht vollständigen Verzicht bedeutet
    – und weshalb Rückfälle kein persönliches Versagen sind
    Eine informative, lebensnahe und zugleich unterhaltsame Folge über das ständige Denken an Essen – und über die wichtige Erkenntnis, dass Menschen mit Food Noise nicht noch mehr Disziplin, sondern passende Unterstützung und individuelle Strategien benötigen.
    Zu Gast: Stephanie Tölle, Ernährungsberaterin DGE und Diabetesberaterin DDG
    Über das DAZZ:
    In der Adipositas- und Diabetessprechstunde des DAZZ arbeiten wir gezielt darauf hin, in jedem Stadium der Erkrankung nicht nur kurzfristige Gewichtsabnahmen zu ermöglichen oder Blutzuckerwerte zu korrigieren, sondern neben einer Verbesserung der Beschwerden auch das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder im Idealfall den Krankheitsprozess umzukehren.
    Hier geht es zur Webseite der DAZZ >>>

    Moderation: Prof. Dr. Dr. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj
    Der Adipodcast wird unterstützt von ViszeraMed. Weitere Informationen über die Praxis und ihre Behandlungsschwerpunkte finden Sie unter https://viszeramed.ch.
    Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts. Damit helfen Sie uns, noch mehr Menschen mit unseren Inhalten zu erreichen.Hinweis: Der Adipodcast dient der Information und ersetzt keine persönliche medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Behandlungsmöglichkeiten sollten immer individuell mit qualifizierten Fachpersonen besprochen werden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    50 min
  • #58 Fabian Villiger über Gewicht, Gesundheit und den Mut zur Offenheit
    Fabian Villiger im Adipodcast:
    Eine offene Patientengeschichte über Magenbypass, Lebensqualität und Prävention
    In dieser Folge begrüßen wir einen Gast aus der Region Rapperswil: Fabian Villiger.
    Fabian ist Unternehmer, Inhaber von Radio Zürisee und seit vielen Jahren in der Medien- und Eventbranche aktiv. Vielen Menschen ist er als energiegeladener, kommunikativer und präsenter Mensch bekannt – auf Bühnen, bei Veranstaltungen und im Umfeld des größten eigenständigen Privatradios der Schweiz.Im Adipodcast spricht Fabian jedoch nicht zuerst über Radio, Events oder Unternehmertum, sondern über seine persönliche Geschichte mit Übergewicht.Schon seit seiner Kindheit begleitete ihn ein höheres Körpergewicht. Lange Zeit war das für ihn kein zentrales Problem. Er beschreibt sich als jemanden, der gut durchs Leben kam, beruflich erfolgreich war, ein stabiles Umfeld hatte und sich psychisch wohlfühlte Auch gesundheitlich gab es zunächst keine dramatischen Warnsignale: kein Bluthochdruck, kein Diabetes, keine Herzprobleme.
    Und dennoch begann irgendwann der Gedanke: Wenn ich auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch fit sein möchte, muss ich etwas verändern.
    Die Entscheidung: nicht aus Verzweiflung, sondern aus VerantwortungFabian startete mit rund 135 Kilogramm in seine Behandlung. Zunächst beschäftigte er sich mit medikamentösen Möglichkeiten, darunter einer damaligen Spritzentherapie. Der große nachhaltige Durchbruch blieb bei ihm jedoch aus.
    Die Entscheidung für einen Magenbypass kam nicht über Nacht. Fabian beschreibt sie als Prozess über rund zwei Jahre. Er informierte sich, sprach mit Ärztinnen und Ärzten, hörte den Adipodcast, schaute Videos und setzte sich intensiv mit der Frage auseinander, ob eine Operation für ihn der richtige Weg sein könnte.Wichtig ist ihm dabei: Die Entscheidung muss von einem selbst kommen.Nicht die Familie, nicht das Umfeld und auch nicht die Ärztinnen und Ärzte können einem diesen Schritt abnehmen. Sie können informieren, begleiten und erklären – aber die eigentliche Entscheidung bleibt persönlich.Offenheit statt AusredenEin besonders starkes Thema dieser Folge ist Fabians offener Umgang mit seiner Operation.Viele Menschen, die im öffentlichen Leben stehen, sprechen nicht gerne darüber, wenn sie sich einer bariatrischen Operation unterzogen haben. Fabian hat sich bewusst anders entschieden. Er wollte keine Geschichte erfinden und nicht behaupten, er habe einfach auf Brot oder Nudeln verzichtet.Sein Ansatz: Wenn man innerhalb kurzer Zeit deutlich abnimmt, kommen ohnehin Fragen. Dann kann man ausweichen – oder ehrlich sein.Fabian entschied sich für Ehrlichkeit.
    Und genau dadurch wurde er für andere Menschen im Umfeld zu einem wichtigen Ansprechpartner. Viele stellten ihm Fragen: Wie war die Operation? Hattest du Schmerzen? Kannst du noch essen? Hast du noch Freude am Genuss? Würdest du es wieder tun?Solche Fragen sind oft entscheidend, weil sie aus Patientensicht beantwortet werden müssen. Medizinische Fachpersonen können erklären, wie ein Eingriff funktioniert. Aber wie sich das Leben danach wirklich anfühlt, können Betroffene oft am besten beschreiben.
    Die erste Zeit nach der OperationFabian berichtet offen, dass die ersten Wochen nach der Operation kein Selbstläufer waren. Er fühlte sich nicht krank, aber energielos. Die ersten drei Monate beschreibt er als Phase, in der sich der Körper neu sortieren muss.Gleichzeitig kamen sehr schnell erste positive Veränderungen:Das Gewicht ging deutlich zurück. Kleidung passte plötzlich anders. Im Kleidergeschäft waren neue Größen möglich. Menschen erkannten ihn teilweise nicht mehr sofort. Manche machten sich Sorgen, ob alles in Ordnung sei.Mit der Zeit pendelte sich sein Gewicht ein. Nach einem Tiefpunkt von etwa 85 Kilogramm stabilisierte es sich wieder etwas höher – in einem Bereich, in dem Fabian sich heute wohlfühlt.Essen, Restaurantbesuche und ErdbeertörtliEine der häufigsten Fragen nach einer Magenbypass-Operation lautet:

    Kann man danach überhaupt noch genießen?Fabian beantwortet diese Frage sehr klar: Ja.Er isst anders, kleinere Portionen und bewusster. Aber Essen bleibt für ihn wichtig. Auch Restaurantbesuche sind möglich – manchmal mit halben Portionen, manchmal mit Erklärungen an das Servicepersonal und manchmal mit der einfachen Aussage, dass er eine Magenoperation hatte.Gerade diese Offenheit erleichtert vieles. Wenn andere verstehen, warum jemand weniger isst, entsteht weniger Druck. Niemand muss mehr erklären, warum der Teller nicht leer ist oder warum keine weitere Portion möglich ist.Und ja: Auch ein Erdbeertörtli hat in Fabians Leben weiterhin Platz.Mehr Energie, mehr Beweglichkeit, mehr Alltag
    Fabian beschreibt nicht nur eine Gewichtsabnahme, sondern vor allem eine Veränderung der Lebensqualität.Plötzlich ist Wandern leichter. Kleidung kaufen macht Freude. Im Auto ist mehr Platz. Bewegung fühlt sich anders an. Dinge, die für normal gewichtige Menschen selbstverständlich sind, werden auf einmal als neue Freiheit erlebt.Besonders eindrücklich ist sein Bild vom Wandern im Engadin: Früher hätte er dieselbe Strecke mit einem zusätzlichen „Rucksack“ von 40 Kilogramm bewältigen müssen. Heute erlebt er Bewegung anders – leichter, freier und mit mehr Energie.
    Warum der offene Umgang wichtig istIm Gespräch geht es auch darum, warum Adipositas und bariatrische Operationen noch immer mit Scham und Vorurteilen verbunden sind.Fabian sieht darin ein Kommunikationsproblem. Über Körpergewicht spricht man ungern. Viele Betroffene beschäftigen sich lange nicht mit ihren Möglichkeiten, obwohl es heute wirksame Therapien gibt.Sein Wunsch: mehr ehrliche Gespräche, mehr Aufklärung und weniger Tabu.Denn eine Magenbypass-Operation ist keine Schönheitsoperation. Für Fabian war sie eine Gesundheitsentscheidung – mit dem Ziel, langfristig fit, leistungsfähig und gesund zu bleiben.Themen dieser Folge
    • Fabian Villigers persönliche Geschichte mit Übergewicht
    • Warum Übergewicht nicht automatisch mit Leidensdruck sichtbar sein muss
    • Die Entscheidung zur Magenbypass-Operation
    • Warum Prävention ein wichtiger Beweggrund sein kann
    • Der Einfluss des Adipodcast auf Fabians Entscheidungsfindung
    • Warum Patientenerfahrungen für andere Betroffene so wertvoll sind
    • Offenheit im beruflichen und privaten Umfeld
    • Reaktionen von Familie, Freunden und Kolleginnen und Kollegen
    • Die ersten Wochen und Monate nach der Operation
    • Gewichtsverlust, Kleidung, Restaurantbesuche und neue Alltagserfahrungen
    • Warum halbe Portionen manchmal Überwindung kosten
    • Lebensqualität nach der Operation
    • Warum Fabian seine Entscheidung jederzeit wieder treffen würde
    Über Fabian VilligerFabian Villiger ist Unternehmer, Eventprofi und Inhaber von Radio Zürisee.Radio Zürisee gehört zu den traditionsreichen Privatradios der Schweiz und ist stark in der Region zwischen Zürichsee, Rapperswil, Zürich und Glarus verankert. Fabian Villiger übernahm Radio Zürisee 2023 über seine Fabian Villiger Management AG und entwickelt das Radioprogramm seither gemeinsam mit seinem Team weiter.In dieser Folge spricht er nicht nur als Unternehmer und Medienmensch, sondern vor allem als Patient, der seinen Weg sehr offen teilt.LinkRadio Zürisee:
    https://www.radiozuerisee.ch
    Über ViszeraMed AGDie ViszeraMed AG ist eine spezialisierte viszeralchirurgische Praxis in der Schweiz mit besonderem Fokus auf Adipositaschirurgie, metabolische Medizin und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Zwei der Hosts des Adipodcast, Prof. Dr. Dr. Marco Bueter und Prof. Dr. Andreas Thalheimer, sind Mitbegründer der Praxis und bringen ihre langjährige klinische Erfahrung auch in den Podcast ein.Mehr Informationen:
    https://www.viszeramed.ch
    HinweisDiese Folge ersetzt keine medizinische Beratung. Ob eine bariatrische Operation oder eine andere Therapieform sinnvoll ist, sollte immer individuell mit einem spezialisierten Behandlungsteam besprochen werden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    49 min
  • #57 Menopause und Gewicht: Warum sich plötzlich alles verändert
    Menopause, Hormone und Gewicht: Was wirklich zusammenhängt Viele Frauen kennen diese Erfahrung: Man isst scheinbar nicht anders als früher, bewegt sich ähnlich wie bisher - und trotzdem verändert sich der Körper. Das Gewicht steigt leichter, das Abnehmen fällt schwerer, der Bauch wird prominenter, der Schlaf schlechter und die Energie im Alltag weniger stabil. 
    In dieser Folge des Adipodcast sprechen wir mit Mirjam Faulenbach vom Hormon Zentrum Zürich (HOZZ) über genau diese Veränderungen. Frau Dr. Faulenbach ist Fachärztin FMH für Endokrinologie und Diabetologie sowie Innere Medizin und seit vielen Jahren im Bereich hormoneller Erkrankungen und Stoffwechselmedizin tätig. 
    Ein zentrales Thema der Folge ist die Menopause. 

    Wichtig dabei: Menopause ist nicht einfach ein einzelner Zeitpunkt. Zwar wurde sie früher oft über die letzte Menstruation definiert, heute wird aber immer klarer, dass es sich um einen längeren hormonellen Umstellungsprozess handeln kann, der schon Jahre vorher beginnt. Frau Dr. Faulenbach erklärt, dass sich schon ab etwa 40 oder 45 Jahren Veränderungen im Zyklus bemerkbar machen können. Wenn nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet, verändert sich unter anderem die Bildung von Progesteron. 

    Das kann Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Brustspannen, Wassereinlagerungen oder Heißhunger begünstigen. 
    Besonders spannend ist die Frage, warum Frauen in dieser Lebensphase häufig schwerer abnehmen. Die Antwort ist komplexer als ein einzelner Hormonwert. Eine wichtige Rolle spielt der sinkende Grundumsatz. Mit zunehmendem Alter braucht der Körper weniger Energie. Gleichzeitig verändern sich Schlaf, Regeneration, Muskelstoffwechsel und Fettverteilung. 
    Auch die Körperform kann sich verändern. Wenn weibliche Sexualhormone sinken, wird bei vielen Frauen eine eher männlich geprägte Fettverteilung sichtbarer - also mehr Bauchfett statt vorwiegend subkutanes Fett an Hüfte, Gesäß oder Oberschenkeln. Eine Hormonersatztherapie kann viele Beschwerden verbessern, führt aber nicht automatisch dazu, dass sich die Körperform wieder zurück verändert oder das Gewicht sinkt. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist Schlaf. Dr. Faulenbach macht deutlich, wie wichtig guter Schlaf für Stoffwechsel, Appetitregulation und Energie ist. Schlechter Schlaf kann Stresshormone wie Cortisol erhöhen. Das wiederum kann Insulinresistenz, Hunger, Müdigkeit und Fettanlagerung verstärken. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, den viele Betroffene kennen. 
    Außerdem sprechen wir über Eiweiss, Muskelmasse und Bewegung. Gerade in der Menopause, aber auch bei Männern und bei Menschen mit Adipositas, spielt eine ausreichende Proteinversorgung eine wichtige Rolle. Gleichzeitig räumt Dr. Faulenbach mit der Vorstellung auf, dass man vor oder direkt nach jedem Sport unbedingt essen müsse. Auch moderne medikamentöse Therapien werden eingeordnet. In der Folge geht es darum, ob GLP-1-basierte Therapien wie Semaglutid oder Tirzepatid auch nach der Menopause sinnvoll sein können und welche Rolle eine begleitende hormonelle Behandlung im Einzelfall spielen kann. Wichtig: Die Nennung von Wirkstoffen oder Medikamentennamen stellt keine Therapieempfehlung dar. Zum Schluss weitet sich der Blick auch auf Männer: Was passiert mit Testosteron im Alter? Welche Rolle spielt Bauchfett? Und warum führt eine Testosterongabe allein nicht automatisch zu Gewichtsverlust? Auch hier bleibt die zentrale Botschaft: Hormone sind wichtig - aber sie sind nur ein Teil eines komplexen Systems. 
    Themen dieser Folge  Warum Menopause kein einzelner Tag ist, sondern ein längerer hormoneller Umstellungsprozess  Was Prämenopause, Menopause und frühe Menopause bedeuten Adipodcast - Texte Folge Dr. med. Mirjam Faulenbach   Welche Rolle Östrogen und Progesteron spielen  Warum Stimmung, Schlaf, Wassereinlagerungen und Heisshunger hormonell beeinflusst sein können  Warum Frauen ab Mitte 40 häufiger Probleme mit Gewichtsstabilität erleben  Was der sinkende Grundumsatz mit Gewichtszunahme zu tun hat  Warum sich die Fettverteilung in Richtung Bauch verändern kann  Was Hormonersatztherapie leisten kann - und was nicht  Warum Schlafmangel, Cortisol und Insulinresistenz beim Gewicht eine Rolle spielen  Welche Bedeutung Eiweiss, Muskelmasse und Bewegung haben  Wie Abnehmspritzen nach der Menopause eingeordnet werden können  Warum Testosteron beim Mann nicht die einfache Lösung für Bauchfett ist  Über unsere Gästin Frau Dr. med. Mirjam Faulenbach Dr. med. Mirjam Faulenbach ist Fachärztin FMH für Endokrinologie und Diabetologie sowie Innere Medizin. Sie ist seit vielen Jahren im Bereich hormoneller Erkrankungen tätig und führt das Hormon Zentrum Zürich. In der Folge beschreibt sie, dass sie die Komplexität der Hormone und deren Zusammenspiel mit Stoffwechsel, Körpergewicht, Schlaf und Lebensqualität bis heute fasziniert. Mehr Informationen zum Hormon Zentrum Zürich: https://www.hozz.ch Profil von Dr. med. Mirjam Faulenbach: https://www.hozz.ch/aerzte/dr-med-mirjam-faulenbach Hinweis zu Hormonen und Medikamenten Diese Folge ersetzt keine medizinische Beratung. Hormonelle Beschwerden, Gewichtsveränderungen, Schlafstörungen oder der Einsatz von Medikamenten sollten immer individuell mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten abgeklärt werden. Die Nennung von Medikamenten, Wirkstoffen oder Hormonpräparaten stellt keine Einnahme- oder Therapieempfehlung dar. Über die ViszeraMed AG Die ViszeraMed AG ist eine spezialisierte viszeralchirurgische Praxis in der Schweiz mit besonderem Fokus auf Adipositaschirurgie, metabolische Medizin und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Zwei der Hosts des Adipodcast, Prof. Dr. Dr. Marco Bueter und Prof. Dr. Andreas Thalheimer, sind Mitbegründer der Praxis und bringen ihre langjährige klinische Erfahrung auch in den Podcast ein. Mehr Informationen: https://www.viszeramed.ch
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    57 min
  • #56 Cindy Landolt über Fitness, Adipositas und echte Motivation
    Cindy Landolt im Adipodcast: 
    Warum Bewegung ohne Scham beginnen mussIn Folge #56 des Adipodcast begrüßen wir eine besondere Gästin: Cindy Landolt.Cindy ist seit über 20 Jahren Personal-Trainerin und Gründerin des Centurion Club Zürich, einem privaten Fitnessclub im Zürcher Seefeld. Dort arbeitet sie in einem geschützten Umfeld mit sehr unterschiedlichen Menschen – von Personen, die fitter und gesünder werden möchten, bis hin zu Menschen mit Erkrankungen, körperlichen Einschränkungen oder starkem Übergewicht.
    Im Gespräch mit Prof. Dr. med. Dr. phil.  Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj geht es nicht um klassische Fitness-Ideale, sondern um eine Frage, die viele Betroffene beschäftigt:
    Wie kann Bewegung gelingen, wenn der erste Schritt schon schwerfällt?
    Viele Menschen mit Adipositas wissen, dass Bewegung wichtig ist. Gleichzeitig erleben viele Hemmungen, Scham oder schlechte Erfahrungen in klassischen Fitnessstudios. Cindy erklärt, warum ein geschütztes Umfeld, individuelle Betreuung und kleine Erfolgserlebnisse entscheidend sein können, damit Training nicht als Druck erlebt wird, sondern als Weg zurück zum eigenen Körper.Ein zentrales Thema der Folge ist der Muskelaufbau. Gerade bei Gewichtsreduktion – ob nach bariatrischer Operation oder unter medikamentöser Therapie – geht es nicht nur darum, Fettmasse zu verlieren. Entscheidend ist auch, Muskulatur zu erhalten oder aufzubauen. Denn Muskeln unterstützen den Stoffwechsel, stabilisieren Gelenke und können helfen, den Alltag wieder besser zu bewältigen.
    Cindy macht deutlich:
    Für viele Betroffene beginnt Training nicht mit freien Kniebeugen oder einem ambitionierten Trainingsplan. Manchmal beginnt es mit einfachen Übungen zu Hause – etwa mit zwei Wasserflaschen für Bizepsübungen, Wadenheben beim Zähneputzen oder leichten Beinübungen im Sitzen.Auch Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Cindy spricht darüber, warum Protein für den Muskelaufbau wichtig ist, warum viele Menschen durch widersprüchliche Ernährungstipps verunsichert sind und weshalb Proteinshakes für manche Patientinnen und Patienten eine praktische Unterstützung sein können.Diese Folge zeigt: Bewegung muss nicht perfekt sein, um wirksam zu sein. Sie muss machbar sein.Themen dieser Folge
    • Warum klassische Fitnessstudios für Menschen mit Adipositas eine Hürde sein können
    • Weshalb Scham und Unsicherheit beim Training ernst genommen werden müssen
    • Warum kleine Erfolgserlebnisse wichtiger sein können als maximale Leistung
    • Wie Krafttraining beim Abnehmen und nach einer bariatrischen Operation helfen kann
    • Warum Muskelaufbau für Stoffwechsel, Gelenke und Alltag wichtig ist
    • Welche einfachen Übungen zu Hause ein sinnvoller Anfang sein können
    • Warum freie Kniebeugen nicht für alle der richtige Einstieg sind
    • Wie Online-Training eine niedrigere Hemmschwelle bieten kann
    • Warum YouTube-Workouts für Menschen mit Einschränkungen oft nicht ausreichend individuell sind
    • Welche Rolle Protein beim Muskelerhalt und Muskelaufbau spielt
    • Warum viele Menschen durch Ernährungstrends und Social Media verunsichert sind
    • Weshalb gute Betreuung nicht mit Druck beginnt, sondern mit Verständnis
    Über Cindy LandoltCindy Landolt ist Personal-Trainerin, Unternehmerin und Gründerin des Centurion Club Zürich.Seit über 20 Jahren arbeitet sie im Bereich Personal Training, Muskelaufbau, Fettreduktion, Krafttraining und Körperentwicklung. Ihr Ansatz ist individuell, strukturiert und stark auf die jeweilige Ausgangssituation der Kundinnen und Kunden ausgerichtet.
    Im Centurion Club Zürich steht nicht das klassische Fitnessstudio-Gefühl im Vordergrund, sondern ein privates, geschütztes Umfeld, in dem Menschen konzentriert und ohne Ablenkung an sich arbeiten können.Links zur FolgeCindy Landolt auf Instagram:
    https://www.instagram.com/cindytraining/Centurion Club Zürich:
    https://centurionclub.ch/Website Cindy Landolt:
    https://cindylandolt.ch/
    Die ViszeraMed AG ist eine spezialisierte viszeralchirurgische Praxis in der Schweiz mit besonderem Fokus auf Adipositaschirurgie, metabolische Medizin und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Zwei der Hosts des Adipodcast, Prof. Dr. Dr. Marco Bueter und Prof. Dr. Andreas Thalheimer, sind Mitbegründer der Praxis und bringen ihre langjährige klinische Erfahrung auch in den Podcast ein.
    Hier geht es zur ViszeraMed Homepage >>>

    HinweisDiese Folge ersetzt keine medizinische Beratung. Gerade bei Adipositas, bestehenden Begleiterkrankungen, Gelenkbeschwerden, Bluthochdruck oder nach einer bariatrischen Operation sollte ein Trainingsbeginn individuell mit dem behandelnden medizinischen Team abgestimmt werden.
    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    50 min
  • #55 Warum moderne Medizin nur ein Teil der Lösung ist
    Adipositas ist mehr als ein GewichtsproblemÜbergewicht und Adipositas gehören zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Trotzdem wird die Erkrankung häufig noch immer auf mangelnde Disziplin oder einen ungesunden Lebensstil reduziert.In dieser Episode begrüßen wir eine besondere Gesprächspartnerin:Anne Mette Wiis Vogelsang, General Manager von Novo Nordisk Schweiz.Gemeinsam sprechen wir über die Entwicklung der modernen Adipositastherapie, die gesellschaftliche Wahrnehmung der Erkrankung und darüber, warum Aufklärung und Gesundheitskompetenz entscheidend sind.Dabei geht es nicht um einzelne Medikamente, sondern um grundsätzliche Fragen:
    • Warum wird Adipositas noch immer stigmatisiert?
    • Weshalb fällt es vielen Menschen schwer, Adipositas als chronische Erkrankung anzuerkennen?
    • Welche Rolle spielen Prävention und Gesundheitskompetenz?
    • Wie verändern moderne Medikamente die Behandlungsmöglichkeiten?
    • Warum konkurrieren Chirurgie und Medikamente nicht miteinander, sondern ergänzen sich?
    • Welche Verantwortung tragen Politik, Krankenkassen, Industrie und medizinische Fachgesellschaften?
    • Wie könnte eine bessere Versorgung von Menschen mit Adipositas künftig aussehen?
    Ein besonders spannender Teil des Gesprächs beschäftigt sich mit der Frage, warum Prävention häufig deutlich schwieriger zu finanzieren ist als die Behandlung von Folgeerkrankungen – obwohl langfristig enorme gesundheitliche und volkswirtschaftliche Vorteile entstehen könnten.Diese Episode richtet sich an Betroffene, Angehörige, Ärztinnen und Ärzte sowie alle, die die aktuelle Diskussion rund um Adipositas besser verstehen möchten.Unser GastAnne Mette Wiis Vogelsang
    • General Manager Novo Nordisk Schweiz
    • seit 15 Jahren bei Novo Nordisk
    • internationale Erfahrung auf drei Kontinenten
    • engagiert für Gesundheitskompetenz, Prävention und die Entstigmatisierung chronischer Erkrankungen
    Die Webseite von Novo Nordisk finden Sie hier >>>

    Das Factsheet über Novo Nordisk in der Schweiz finden Sie hier >>>

    Über die ViszeraMed AGDer Adipodcast wird von der ViszeraMed AG produziert.Die ViszeraMed AG ist ein Zusammenschluss erfahrener Spezialistinnen und Spezialisten aus der bariatrischen und viszeralen Chirurgie. Ziel ist eine moderne, wissenschaftlich fundierte und patientenorientierte Behandlung von Adipositas und Erkrankungen des Verdauungstraktes.Zum Netzwerk gehören unter anderem:
    • Prof. Dr. Dr. Marco Bueter
    • Prof. Dr. Andreas Thalheimer
    • Prof. Dr. Ralph Peterli
    Neben der operativen Therapie stehen eine individuelle Beratung, moderne medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten sowie die langfristige Begleitung der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt.Mehr Informationen finden Sie unter:
    www.viszeramed.ch

    Unsere Ressourcen Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.chUnsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Webseite von Adipositas-ZürichAdipositas-Zürich Webseite Der Adipodcast bei Spotify:Adipodcast auf Spotify Der Adipodcast bei Apple Podcast:Adipodcast auf Apple Podcast Diskutiere mit in unserer Facebook Community:Adipositas Zürich auf Facebook Bitte unterstütze unseren Podcast!Wir drei Hosts investieren sehr viel Liebe, Engagement und Zeit in unseren Podcast.Eine kostenlose Möglichkeit, unsere Sendung zu unterstützen, ist, eine Fünf-Sterne-Bewertung und eine Rezension auf Apple Podcasts oder auf Spotify zu hinterlassen. Damit kannst Du uns sagen, was Dir an der Sendung gefällt und anderen helfen, sie auch zu entdecken. So geht es:Auf der Seite unserer Sendung nach unten scrollen, eine Sternebewertung auswählen und auf „Bewerten“ tippen.Deine Rezension wird kurz nach ihrer Veröffentlichung bereitgestellt.Übrigens: Du kannst eine Rezension pro Sendung hinterlassen.Vielen Dank für Deine Unterstützung!
    1 hr 2 min

About Adipodcast

From the publisher's feed

Der Adipodcast möchte über die Ursachen, Folgen und Therapiemöglichkeiten der Krankheit Adipositas informieren. Adipositas ist eine Krankheit und kein Schicksal! Hier sprechen Professor Dr. med. Marco…