"Ein bürgerliches Trauerspiel" - so nennt Schiller sein Stück "Kabale und Liebe". Und vielleicht könnte uns heute ein Stück weit von diesem Manne geholfen werden. Denn im politischen Spiel haben jetzt viele ihre Liebe zum Bürgerlichen entdeckt. Indem sie bürgerliche Koalitionen beschwören und darüber streiten, wer dazu gehört und wer nicht. Allein schon das Wort stiftet große Verwirrung. Denn wer steckt drin, wo "bürgerlich" draufsteht? Der Klein- oder Groß-, der Spieß- oder Staatsbürger? Was befähigt oder berechtigt uns, Bürgerinnen und Bürger genannt zu werden? Und wenn das Wort eine Schmähung ist, womit haben wir sie verdient? Was verleiht uns einen bürgerlichen Anstrich und was ist unsere erste Bürgerpflicht? Die verschiedensten Sichtweise haben sich da eingebürgert, und so ist heute genau der richtige TAG für eine Bürgersprechstunde.