Der eine Gipfelgast prügelt in Scherz-Videos selbst auf seine Widersacher ein, der Präsident der USA. Der andere lässt auf kurdische Demonstranten bei einer Demonstration in Washington einschlagen. Es handelt sich um den türkischen Präsidenten Erdogan, dessen prügelnde Leibwächter zwar nicht mit zum G 20 Gipfel nach Hamburg reisen dürfen, dafür kommen andere: 60 Sicherheitsleute, fünf Minister, insgesamt eine 250 köpfige Delegation. Erdogan mag es gerne groß. Nach dem Putschversuch vom 15. auf den 16. Juli 2016, bei dem 300 Menschen ums Leben kamen, ist die Türkei kaum wiederzuerkennen. Erdogan festigte seine Macht, indem er ein Präsidialsystem einführte, 130.000 Menschen aus dem Staatsdienst entließ und 50.000 ins Gefängnis sperrte. Den bevorstehenden G20 Gipfel in Hamburg dürfte er dazu nutzen, um internationale Solidarität zu fordern im Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Gülen-Bewegung. Und sonst? Es ist zu befürchten, dass er Ärger mitbringt, nicht nur in Gestalt seiner Bodyguards.