Ein Vertrag, der aus der Kälte kam. 1987, noch im Kalten Krieg, unterzeichnen die Sowjetunion und die USA den Vertrag zum Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen, kurz INF genannt. Ehe es dazu kam, wurde die alte Bundesrepublik von der Nachrüstungsdebatte durchgerüttelt. Die damalige Friedensbewegung wehrte sich gegen die Stationierung neuer amerikanischer Raketen, die SPD zerriss es beinah im Streit darüber- aber dann kamen sie doch und kurz danach der Fall der Mauer. Heute, 32 Jahre später, ist die politische Großwetterlage eine andere. Es gibt nicht mehr nur zwei rivalisierende atomare Supermächte so wie 1987. China hegt ebenfalls Weltmachtambitionen und rüstet sein Raketenarsenal massiv auf. So wie Russland und die USA. Beide Staaten beschuldigen sich gegenseitig, den INF-Vertrag zu brechen. Ist die Rüstungskontrolle am Ende? Nichts fürchtet die Bundesregierung so sehr wie eine neue Nachrüstungsdebatte. Aber sie muss, so wie alle anderen Nato-Staaten, eine zeitgemäße Antwort auf das neue Wettrüsten finden. Kann sie das?