Angie macht’s nochmal. Die Kanzlerin geht ihre vierte Kandidatur an. Sollte es ihr gelingen, bei der Bundestagswahl 2017 noch einmal die Mehrheit für die Union zu holen und eine Regierung zu bilden, könnte sie am Ende ihrer Amtszeit mit Helmut Kohl gleichziehen. Bestens, sagen die Parteifreunde, die Merkels Kanzlerkandidatur wie eine Befreiung empfinden. Die Union hat nämlich keine Alternative. Während Noch-Koalitionspartner SPD noch nicht weiß, ob er eine Alternative haben will. Sigi Pop, eben noch ganz eilig beim Besetzen des höchsten Staatsamtes, spielt jetzt den Zurückhaltenden. Schon weil er mindestens einen seiner Genossen daran hindern muss, an ihm vorbeizuziehen. Und die Opposition ätzt und spricht von einer tiefen Krise, in der sich die Demokratie hierzulande befindet und die die Kanzlerin entscheidend mit zu verantworten habe. Wobei ein Blick in den Spiegel helfen könnte: Wäre denn dort eine Alternative zu sehen? Und wenn ja, wofür?