A Hund is er scho, der Seehofer. Aber dieses bayerische Kompliment ist nun vergiftet. Denn seit Sonntag, 18 Uhr wirkt der CSU-Chef wie ein getroffener Hund, der bellt und vielleicht auch beißen könnte. Weniger als 40 Prozent hat die CSU bei der Bundestagswahl geholt. Ihr Ziel, die AfD aus dem Bundestag herauszuhalten, hat sie noch klarer verfehlt. Und eine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl in Bayern nächstes Jahr scheint alles andere als selbstverständlich. Für bayerische und CSU-Verhältnisse geht Seehofers Partei auf dem Zahnfleisch und wird deshalb umso mehr Zähne zeigen. Mit Zähnen und Klauen wird sie "ihre" Flüchtlings-Obergrenzen verteidigen, damit die rechte Flanke der Republik nicht länger der AfD ausgeliefert ist. Und auch Merkels CDU muss sich mehr denn gegen Flankenangriffe aus Bayern wappnen. Denn Weiß-Blau sind zwar keine Landesfarben von Jamaika, aber ohne die CSU wird die gleichnamige Koalition keine Mehrheit haben.