apolut: HIStory

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apolut: HIStory episodes

  • HIStory: Henry Ford und die schöne neue Welt von Dearborn

    Heute beschäftigen wir uns mit Henry Ford.


    Henry Ford war als Ingenieur, Organisator und als Vermarkter seiner Automobile ein Genie. Zeitweise war Ford sogar der reichste Mann der Welt. Seine Autos erreichten bisweilen einen Marktanteil von über sechzig Prozent. Ford hat sicher auch Positives geleistet: Er hat die Löhne seiner Mitarbeiter in Glanzzeiten überdurchschnittlich hoch angesetzt. Er hat den sparsamen Umgang mit Werkstoffen praktiziert. Zu seinen weniger löblichen Eigenschaften gehört ein totalitärer, ja man kann ohne Weiteres sagen: ein faschistoider Umgang mit seinen Mitarbeitern. Henry Ford hat zudem skrupellos mit allen politischen Systemen, sei es nun Kapitalismus, Faschismus oder Stalinismus wunderbar profitable Geschäfte gemacht. Und schließlich hat er die Nationalsozialisten vom ersten Augenblick an großzügig mit Geldspenden unterstützt. In Hitlers Arbeitszimmer im Münchner Braunen Haus hing nämlich ein übergroßes Bild von Henry Ford. Und Henry Ford hatte mit viel Geld eine Presse aufgebaut, die hemmungslose antisemitische Hetze verbreitete. Fords Aufsatzsammlung „Der Internationale Jude“ war bei der NSDAP von Anfang an obligatorische Schulungslektüre.


    Das alles ist nicht zuletzt durch meine Publikationen mittlerweile gut bekannt. Wer es wissen will, der kann es jetzt wissen. Heute konzentrieren wir uns nun allerdings auf einen anderen Aspekt. Nämlich darauf, wie Ford in seinem Fabrik-Komplex in Dearborn, einem Ort im US-Bundesstaat Michigan, eine Keimzelle des Totalitarismus zu errichten wusste. Wer genau hinschaut, wird sicher Parallelen zur Gegenwart unschwer erkennen.


    Im Herbst 1908 schraubten Henry Ford und seine Mechaniker das erste Exemplar eines neuartigen Minimalautos für jedermann in Dearborn zusammen. Bis dato gab es nur Luxuskarossen für die begüterten fünf Prozent der Bevölkerung der Vereinigten Staaten, ganz oben auf der Gesellschaftsleiter. In jenem ersten Stadium der Produktion des neuen Volksautos ahnte noch niemand außer Ford, welche tiefgreifenden Veränderungen das Modell T für die Struktur moderner Industriegesellschaften mit sich bringen würde. Weiterlesen (inkl. Quellenhinweisen und Links) hier: https://apolut.net/history-henry-ford-und-die-schoene-neue-welt-von-dearborn/


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    22 min
  • HIStory: Der Kapp-Putsch im Jahre 1920

    HIStory: Die Hintergründe des Kapp-Putsches im Jahre 1920

    In der heutigen Folge von HIStory beleuchten wir die Hintergründe des so genannten Kapp-Putsches aus dem Jahre 1920. Damals versuchte eine Clique von rechtsextremen, vom Kriegsausgang frustrierten Militärs, die Macht in der noch gar nicht richtig gefestigten Weimarer Demokratie in der Manier von südamerikanischen Generälen mal eben an sich zu reißen. Doch der Putsch scheiterte bereits nach wenigen Tagen. Denn Arbeiter und Angestellte traten in den unbefristeten Generalstreik. Verwaltung und Provinzialregierungen ignorierten die Befehle und Anordnungen der Putschisten.

    Gemeinhin wird dieses Ereignis als ein rein innerdeutsches Geschehen gedeutet. Doch wie so oft in HIStory werden wir auch dieses Narrativ äußerst kritisch hinterfragen und mit bis dato wenig beachteten Dokumenten und Zusammenhängen konfrontieren. Für unsere detektivische Expedition begeben wir uns nunmehr direkt in das Büro des damaligen Reichspräsidenten Friedrich Ebert... Weiterlesen (inkl. Quellenhinweisen und Links) hier: https://apolut.net/history-der-kapp-putsch-im-jahre-1920/

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    5 min
  • HIStory: Der Erfinder der modernen Massenmanipulation – Edward Bernays

    Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von HIStory. In unserer heutigen Folge befassen wir uns mit einem Mann, der nur wenigen Menschen bekannt ist. Der aber unser aller Bewusstsein äußerst subtil beeinflusst hat wie kaum ein anderer Zeitgenosse im Zwanzigsten Jahrhundert. Ich stelle Ihnen heute Edward Bernays vor. Edward Bernays war der Neffe des großen Begründers der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Und tatsächlich hat der junge Bernays viel vom Nektar seines berühmten Onkels „Sigi“ gesaugt. Die Entdeckung des Unbewussten inspirierte Edward Bernays. Bernays verdiente viel Geld als Werbe-Berater großer Firmen, aber auch als Berater von Geheimdiensten. Bernays hat nicht geflunkert wenn er für sich in Anspruch nahm, der Erfinder der modernen Public Relations zu sein. Denn das Wort „Propaganda“ war schon nach dem Ersten Weltkrieg in Verruf geraten. Wir werden noch sehen, warum. Bernays erblickte im Jahre 1891 in Wien das Licht der Welt und verstarb im gesegneten Alter von 104 Jahren 1995 in New York.


    Schauen wir uns zum Einstieg in die heutige Sendung gleich einmal ein besonders aussagekräftiges Zitat des Werbemannes Bernays an:


    „Die bewusste und intelligente Manipulation der eingespielten Gewohnheiten und Meinungen der Massen stellt ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft dar. Jene Leute, die diesen wenig beachteten Mechanismus der Gesellschaft manipulieren, bilden eine unsichtbare Regierung, die die tatsächlich herrschende Macht in unserem Lande darstellt.


    Wir werden regiert; unser Verstand wird weitgehend modelliert; unser Geschmack wird geprägt; unsere Vorstellungen werden vorgegeben von Männern, von denen wir noch nie etwas gehört haben. Das ist das logische Ergebnis der Art und Weise, wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert wird. Eine gewaltige Menge von Menschen muss auf diese Weise zusammenarbeiten, wenn sie als eine reibungslos funktionierende Gesellschaft funktionieren soll.“ <1>


    Starke Worte. So eröffnet Edward Bernays 1928 sein wichtigstes Buch, das den offenherzigen Titel „Propaganda“ trägt. Das ist ein sympathischer Zug an Bernays: er redet nie um den heißen Brei herum. Hier erklärt einer der erfolgreichsten Public-Relations-Unternehmer seine Erfolgsrezepte. Ganz unverblümt. Seine Berufskollegen haben ihm diese Offenherzigkeit durchaus übel genommen. Wenn er sich übrigens hier selber mit dem Wörtchen „wir“ in die Reihe der Manipulierten und klammheimlich Überrumpelten stellt, so ist das natürlich nur gekonnte Rhetorik. Lediglich eingeführt, um uns Leser mitzunehmen. Weiterlesen (inkl. Quellenhinweisen und Links) hier: https://apolut.net/history-der-erfinder-der-modernen-massenmanipulation-edward-bernays/


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    27 min
  • HIStory: Die Totalitarismus-Theorie im Kalten Krieg

    HIStory-Thema heute: Die Totalitarismus-Theorie als Waffe im Kalten Krieg der 1950er Jahre

    Heute befassen wir uns in HIStory mit der Totalitarismus-Theorie, die im letzten Jahrhundert so häufig als Waffe im Kalten Krieg geradezu inflationär eingesetzt wurde.

    Totalitarismus. Dieser Bannstrahl hat viele menschliche Schicksale in den 1950er und 1960er Jahren besiegelt. Mit dem perfiden Kunstgriff, Hitlers Nazisystem und Kommunismus als zwei Spielarten derselben Versklavung der Menschheit zu deuten, war die Blaupause perfekt für einen brutalen, militanten Antikommunismus in den USA und nachfolgend auch in der Bundesrepublik Deutschland. So schrieb in den frühen 1950er Jahren der US-amerikanische Gewerkschaftler Jay Lovestone, der die internationalen Aktionen seiner Dachgewerkschaft AFL, unterstützt und finanziert vom CIA, anleitete, an seinen Deutschland-Agenten Henry Rutz im Kampf gegen den Totalitarismus: „Die Kommunisten sind Termiten. Sie zu bekämpfen und zu vernichten ist keine negative Aktion, sondern ein positiver Dienst.“ Berufsverbote, gesellschaftliche Ächtung und sogar Zuchthausstrafen waren die Sanktionierung des Einsatzes gegen Deutschlands Wiederbewaffnung. Unter dem Vorwurf des Totalitarismus wurden in den 1950er Jahren über 125.000 Ermittlungsverfahren gegen Friedensaktivisten in Westdeutschland eingeleitet, die immerhin 7.000 zum Teil drakonische Gefängnisstrafen zur Folge hatten. Oskar Neumann und Karl Dickel wurden im August 1954 zu je drei Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, weil sie Unterschriften gegen die deutsche Wiederbewaffnung gesammelt hatten....weiterlesen (inkl. Quellenhinweisen und Links) hier: https://apolut.net/history-die-totalitarismus-theorie-im-kalten-krieg/

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    23 min
  • HIStory: Der misslungene Putsch gegen Präsident Roosevelt

    Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

    HIStory heute: Der misslungene Putsch gegen Präsident Roosevelt...weiterlesen (inkl. Quellenhinweisen und Links) hier: https://apolut.net/history-der-misslungene-putsch-gegen-praesident-roosevelt/

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    28 min
  • HIStory: Die deutsche Rassenhygiene

    Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

    History heute: Die deutsche Rassenhygiene

    Heute befassen wir uns mit der deutschen Rassenhygiene. Vermutlich werden nicht alle Zuschauer etwas mit diesem Begriff anfangen können. Es gab in den Vereinigten Staaten von Amerika schon seit Ende des Neunzehnten Jahrhunderts die Bewegung der so genannten Eugenik. Wir berichteten schon einmal darüber. Wissenschaftler, Politiker, Wirtschaftsbosse und Medienleute dachten damals, dass man alle Übel der Zeit wie Krankheit, Irrsinn, Kriminalität oder andere ungeliebte Abweichungen von der Normalität ganz einfach abschaffen konnte, indem man die biologische Beschaffenheit der Menschen verändert. Da man damals noch nicht in die Zellstruktur der Lebewesen eingreifen konnte, blieb als Steuerung nur die bereits bekannte Zuchtwahl. Was man bei Tieren bereits seit Jahrtausenden erfolgreich praktizierte, musste doch auch bei Menschen möglich sein?

    Nun, eine mit der Eugenik verwandte Variante gab es auch in den deutschsprachigen Ländern. Man nannte diese Variante: Rassenhygiene. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde behauptet, die Rassenhygiene sei der perfide Stichwortgeber der Nazipolitik gewesen. Letztendlich seien Verbrechen gegen Behinderte in Deutschland und der Holocaust im besetzten Polen auf die deutsche Rassenhygiene zurückzuführen...weiterlesen (inkl. Quellenhinweisen und Links) hier: https://apolut.net/history-die-deutsche-rassenhygiene/

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    33 min
  • HIStory: Die Abwicklung der DDR

    Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.


    History heute: Die planvolle Abwicklung und Filetierung der Deutschen Demokratischen Republik


    Immer noch glauben viele Menschen, der Zusammenbruch der DDR und die plötzliche Implosion der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) seien das Ergebnis eines Volksaufstandes gewesen.


    Tatsächlich kann man sich vor dem Mut und dem Einsatz der ostdeutschen Bürgerrechtler nur verneigen. Dennoch wäre dieser Aufstand genauso blutig niedergeschlagen worden wie dereinst der Aufstand vom 17. Juni 1953. Der Aufstand 1989 ging dagegen glimpflich aus, weil sich in der Zwischenzeit an den Machtverhältnissen sehr viel geändert hatte auf dieser Welt. Die DDR-Schutzmacht Sowjetunion befand sich bereist geraume Zeit in der fortgeschrittenen Auflösung. Die USA war nicht willens, wie in früheren Fällen, der Sowjetunion mit Krediten oder Strukturhilfen wieder auf die Beine zu helfen. Die DDR erlebte angesichts des unübersehbaren Zerfalls einen Massenexodus ihrer Bürger über die Tschechoslowakei und Ungarn. Die Lage war schlicht unhaltbar geworden.


    Der Mauerfall am 9. November 1989 wurde zum entscheidenden Dammbruch. Jener Mauerfall ging in die Mythologie der Wiedervereinigung als Missgeschick mit historischen Folgen ein. Der SED-Funktionär Günther Schabowski soll auf die Frage eines Journalisten keine gescheite Antwort gewusst haben. In seiner Verlegenheit habe er eine Order von oben so gedeutet, dass die Grenzen ab sofort für alle DDR-Bürger offen seien. Das war aber letztlich unerheblich, denn für den nächsten Vormittag, so sah es die Politbüro-Anweisung tatsächlich vor, sollten DDR-Bürger frei ausreisen können. Das betraf jedoch nur Auswanderer aus der DDR, die ein Ausreisevisum erworben hatten. Und nun überrannten Menschenmassen ohne jedes Visum die völlig überforderten Grenzpolizisten. Die Visa-losen Ostberliner nutzten die Chance für einen spontanen Ausflug nach Westberlin.(...) weiterlesen hier: https://apolut.net/history-die-abwicklung-der-ddr/

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    30 min
  • HIStory: Reichstagsbrand 1933

    Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.


    Das Thema heute: Reichstagsbrand 1933: Der entscheidende Schockstoß für die Nazis


    In der heutigen Folge von History geht es um den Reichstagsbrand von 1933.


    Lügen haben manchmal ziemlich lange Beine. Seit sechzig Jahren wird nun an Schulen und Universitäten oder in den Medien unablässig gepredigt (1), das ehrwürdige Reichstagsgebäude in Berlin sei im Schicksalsjahr 1933 von dem Anarchisten Marinus van der Lubbe im Alleingang angezündet worden. Die Nazis waren somit von allem Verdacht reingewaschen, den Reichstag in Schutt und Asche gelegt zu haben.


    ...weiterlesen hier: https://apolut.net/history-reichstagsbrand-1933/

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    31 min
  • HIStory: Organisiertes Verbrechen in der Weltpolitik

    Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

    Das Thema heute: Der Vormarsch des Organisierten Verbrechens in die Weltpolitik

    In unserer heutigen Folge von History befassen wir uns mit dem Vormarsch des Organisierten Verbrechens auf der weltweiten Bühne. Die Zerstörung zivilisatorischer Standards, die nicht mehr zu übersehende Explosion der Korruption in allen Bereichen der Gesellschaft; das vollständige Ignorieren von Recht, Gesetz und Verfassung.

    Wir sehen es seit der Deklaration der neuen Corona-Welt in verdichteter Form wie durch ein Brennglas. Dieser fast totale Sieg des Organisierten Verbrechens wurde lange Zeit großräumig ignoriert. Jetzt müssen wir uns leider mit dieser Tatsache eingehender auseinandersetzen. Es geht um unser Überleben als Zivilisation. Den Rückfall in eine Steinzeit im High-Tech-Gewand können und wollen wir uns nicht leisten.

    Doch zunächst müssen wir die Ursprünge dieser Kriminalisierung unserer Politik genau beleuchten. Am Anfang unserer heutigen Folge soll der Genfer Appell von europäischen Richtern und Staatsanwälten aus den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts stehen:

    "Im Schatten des offiziellen Europas versteckt sich ein anderes, ein diskreteres und weniger vorzeigbares Europa. Es ist das Europa der Steuerparadiese, die ohne Barrieren dank des internationalen Kapitals wachsen, ein Europa der Finanzplätze und der Banken, für die das Bankgeheimnis zu oft ein Alibi und einen Schutzschirm darstellt. Dieses Europa der Nummernkonten und der Geldwäscherei wird benutzt, um Geld von Drogen, Terror, Sekten, Korruption und Mafiaaktivitäten in den Wirtschaftskreislauf einzuschleusen. Diese dunklen Umlaufkreise, die von kriminellen Organisationen benutzt werden, entwickeln sich zur gleichen Zeit, in der die internationalen finanziellen Transaktionen explodieren, die Unternehmen ihre Aktivitäten ausbauen oder ihre Hauptsitze über die nationalen Grenzen hinaus verlegen. Gewisse politische Persönlichkeiten und Parteien haben selbst bei bestimmten Gelegenheiten von diesen Umlaufkreisen profitiert. Im Übrigen erweisen sich die politischen Autoritäten aller Länder heute als unfähig, diesem Europa des Schattens klar und effizient entgegenzutreten." (1)

    Klarer kann man die realen Machtverhältnisse in der heutigen Welt kaum noch auf den Punkt bringen. Die Herren, die ihrem Zorn Luft machen, müssen es wissen. Es handelt sich hier um den so genannten Genfer Appell von sieben führenden Richtern und Staatsanwälten aus verschiedenen europäischen Ländern, veröffentlicht im Jahre 1996. Die Presse erwähnte diesen Notruf der Juristen mit keinem Wort. Auch bei Google kann man diesen Appell nur mit größtem detektivischen Geschick finden.

    Und auch nur dann, wenn man von der Existenz dieses Appells bereits weiß. Dabei war der spanische Untersuchungsrichter Balthasar Garzon schon Mitte der Neunziger Jahre international bekannt. Er sollte später den chilenischen Horrordiktator Augusto Pinochet mit Haftbefehl verfolgen, und er kümmert sich aktuell um den Wikileaks-Gründer Julian Assange. Weil Garzon so unerschrocken die Mächtigen herausfordert, wurde gegen ihn ein mehrjähriges Berufsverbot verhängt. (2)

    Das Elend, das die wackeren Sieben im Genfer Appell für Europa so treffend anprangern, das aber genauso in der ganzen Welt vorherrscht, hat seine Ursprünge in den späten 1960er Jahren aufzuweisen. Durch den Terror des US-amerikanischen

    waren integre nationalistische Regierungen in der Dritten Welt gewaltsam gestürzt und durch korrupte Militärregime ersetzt worden. Deswegen erhob der streitbare spanische Richter Garzon auch gegen Henry Kissinger Anklage. Kissinger war der Drahtzieher der Operation Condor: in Lateinamerika wurden reihenweise Horrordiktaturen wie jene des Augusto Pinochet in Chile installiert. Dasselbe traurige Bild ergibt sich für die 1960er und 1970er Jahre für Afrika oder Asien.

    Die Folge: abrupt unterbrochene wirtschaftliche und politische Entwicklungen. An die Stelle einer Aufbruchsstimmung nunmehr Angst, Einschüchterung, Lähmung und innere Kündigung. Über die bleierne Duldungsstarre herrschten ab jetzt Militärdiktatoren und kriminelle Banden. Die Regierung mit dem ihr anvertrauten Volksvermögen war für jene Kreise zum Selbstbedienungsladen verkommen. Gelder und andere Vermögenswerte wurden massenhaft außer Landes geschafft. Anstelle demokratischer Abstimmungsprozesse und regelbasierter Konfliktlösung nunmehr der blanke Terror der Waffen, flankiert von strangulierenden Vorschriften des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. In jener ohne Not verwüsteten Welt sind nur noch die Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften, das Militär sowie kriminelle Netzwerke voll funktionsfähig.

    Das alleine für sich gesehen ist ja schon schlimm genug. Es gibt aber einen zusätzlichen Brandbeschleuniger, der das Elend noch weiter verschärft. Dieser Brandbeschleuniger sorgte dafür, dass das Organisierte Verbrechen als vierter großer globaler Spieler neben: erstens den Multinationalen Konzernen; zweitens den Nichtregierungsorganisationen wie zum Beispiel der UNO; und drittens schließlich noch an der Seite der geschwächten Nationalstaaten am Runden Tisch der Weltregierung Platz nehmen konnte. Ermöglicht wurde der Eintritt der Al Capones dieser Welt in das Zentrum der Macht durch das so genannte Clearing-System. 1968 hatte die private Citibank den Dienstleister Clearstream gegründet. 1970 folgten konkurrierende Banken mit der Gründung der Clearingfirma CEDEL im biederen Luxemburg.

    Die Clearing-Stellen sind sozusagen die „Notariate des Globalkapitals“. Wenn früher Wertgegenstände, sagen wir mal: ein Goldbarren, den Besitzer wechselte, dann musste der Goldbarren mit allerlei Transportaufwand von Verkäufer A zu Käufer B transportiert werden. Wenn beispielsweise die Nazis ihr Gold, das sie den Zentralbanken unterworfener Staaten oder ermordeten jüdischen Mitbürgern geraubt hatten, zum Umschmelzen zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mit LKWs nach Basel transportierten, war das eher auffällig.

    Die Clearing-Stellen dagegen bürgen ganz einfach dafür, dass die Goldbarren in einem bestimmten Safe deponiert sind. Der Besitzer wechselt, aber nicht der Standort des Wertgegenstandes. Auf diese Weise kann jede Art von Wertgegenstand transferiert werden, ob nun teure Gemälde, Aktienpakete, Devisen, wertvolle Teppiche, teure Pferde. Einfach alles. Clearing kümmert sich nicht um die Herkunft oder gar die Legalität der transferierten Werte. Das wird möglich dadurch, dass die Besitzerwechsel nicht in Textform protokolliert werden, sondern in chiffrierten Zahlencodes, deren Bedeutung nur ganz wenige Mitarbeiter in den höheren Rängen der Clearing-Hierarchie kennen. Der untere Sachbearbeiter verschiebt den ganzen Tag nur stumpfsinnig Zahlenkolonnen. Auf diese Weise gibt es kaum Mitwisser oder gar Whistleblower über die getätigten Transaktionen.

    Passend zur Einrichtung dieser Clearingstellen sorgte die Gründung des weltweiten Kontoführungssystems SWIFT, das steht für: Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications, im Jahre 1973 für sichere Pfade, auf denen Kontobewegungen weltweit über 11.000 angeschlossene Banken abgewickelt werden können. Clearing-System und SWIFT sind sozusagen die Entsprechung zur digitalen Informationsrevolution, für die Finanzwelt: alle Transaktionen sind gleich, ungeachtet der qualitativen und quantitativen Unterschiede. Sie sind nur noch anonyme Zahlenkolonnen: in diesem Zahlenbrei sind Einkünfte aus ehrlicher Arbeit nicht mehr zu unterscheiden von Einkünften aus Verbrechen.

    Man könnte hier von einer „Digitalisierung des Geldes“ sprechen, denn die sich rasch entwickelnde Computertechnologie beschleunigt jene Transaktionen zusätzlich. Die durch CIA, IWF und Weltbank chaotisierte Weltordnung bietet ein ideales Brutbett für unzählige neue Verbrecherorganisationen, die jetzt durch die Clearingstellen ihre Erträge ganz schnell und unauffällig weltweit äußerst gewinnbringend einsetzen und reinwaschen können. Hinzu kommen jetzt die berüchtigten Steueroasen oder Offshore-Banken, wo diese Erträge steuerbefreit für ihre Besitzer arbeiten können.

    All diese Entwicklungen zusammengenommen laugen den Nationalstaat immer weiter aus, so dass wir jetzt jener beklagenswerten Ohnmacht ins Auge schauen müssen, die die tapferen sieben Juristen zu ihrem Notruf im Genfer Appell veranlasst hat...weiterlesen, inkl. Quellen und Anmerkungen, hier: https://apolut.net/history-organisiertes-verbrechen-in-der-weltpolitik/


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    31 min
  • HIStory: Jugoslawien

    Das Thema heute: Die Zerschlagung der Bundesrepublik Jugoslawien

    In der heutigen Folge von History schauen wir uns einmal an, wie souveräne Staaten von der westlichen Wertegemeinschaft in erstaunlich kurzer Zeit durch militärische Gewalt zerlegt werden und zu schwachen instabilen Kleinstaaten mutieren. In diesen Kleinstaaten können die Globalkonzerne sodann schalten und walten wie es ihnen beliebt. Sie diktieren ohne Begrenzung durch starke, proaktive Staatsregierungen alle Bedingungen im eroberten Territorium: kaum Steuern für die Reichen; keinen Schutz vor Dumpingpreisen ausländischer Konkurrenten; keine Rechte für die Arbeiter und Angestellten; obszön niedrige Arbeitslöhne. Errungenschaften sozialer Bewegungen werden in Windeseile hinweg gepustet.

    In diesem von außen destabilisierten Gebiet gibt es keine staatliche Ordnungsmacht, sodass sich verbrecherische Warlords etablieren. Rauschgifthandel, Prostitution, Kinder- und Organhandel blühen unter den Bedingungen der von der westlichen Wertegemeinschaft blutig durchgesetzten Anarchie des real existierenden Turbokapitalismus. Afghanistan, Syrien, Irak, Libyen, Jemen – alles dies sind Staaten, die einmal auf einem guten Entwicklungsweg waren und heute in die Steinzeit zurückgebombt und chaotisiert werden. Doch bisweilen trifft es auch Staaten mitten in Europa.

    Und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland war auch wieder voll mit verwickelt in dieses Verbrechen gegen das Völkerrecht. Als die deutsche Bevölkerung im Jahre 1998 nach siebzehn Jahren die Kohl-Regierung bei der Bundestagswahl aus dem Amt jagte, lautete der Wählerauftrag eindeutig an die neue Regierung unter Gerhard Schröder und Joseph Fischer, mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Frieden zu schaffen. Doch die neue Bundesregierung beteiligte sich schon nach wenigen Monaten im Amt an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien.

    Damit waren zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder deutsche Soldaten in einen Auslandseinsatz unter blutigen Gefechtsbedingungen verwickelt. Um es einmal ganz unverblümt zu sagen und ohne dabei in irgendeiner Weise zu übertreiben: Schröder und Fischer machten da weiter, wo Hitler dereinst aufhören musste: bei der Bombardierung von Belgrad.

    Die Bundesrepublik Jugoslawien war dereinst ein weltweit strahlender Leuchtturm des humanen Sozialismus. Ein Sozialismus, der ohne Armutsökonomie zurechtkam. Josip Broz Tito stand zusammen mit dem indischen Regierungschef Nehru der Bewegung Blockfreier Staaten vor. Tito war eine weltpolitische Größe und lud zu bedeutenden Treffen in seinem Land ein. Im Zweiten Weltkrieg hatten die roten Partisanen die Nazis besiegt, und in der Nachkriegszeit verstand es Jugoslawien, die Weltmächte gehörig auf Distanz zu halten, und doch Vorteile für sich zu erzielen. Die Wirtschaft des Balkanstaates wurde in hohem Maße durch Genossenschaften betrieben, verbunden mit einer weitreichenden Mitbestimmung aller Beschäftigten. Bisweilen mussten jedoch die Spannungen zwischen den 26 verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit harter Hand ausgebremst und geschlichtet werden. ...weiterlesen hier: https://apolut.de/history-jugoslawien



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"Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, in einen geschichtlichen Kontext gebracht."

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