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Die neuen Regelungen zur Vermittlung schneller Termine beim Facharzt stoßen trotz eines deutlich gesteigerten Honorars nicht in allen Praxen auf Gegenliebe. Auf der anderen Seite üben manche Fachärztinnen und -ärzte kräftig Druck auf ihre hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen aus, um vermehrt Patienten dringlich vermittelt zu bekommen. Darüber hat es im Netz auch bereits heftige Diskussionen gegeben, wie weit der „Wunsch“ eines Facharztes oder einer Fachärztin gehen darf, um von der schnellen Terminvermittlung zu profitieren, etwa durch eine verdoppelte Grundpauschale.
„Schwarze Schafe“ und Übertreibungen gebe es überall, kommentiert Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFa) und des Virchowbundes, im „ÄrzteTag“-Podcast. Der in Hamburg als HNO-Arzt niedergelassene Heinrich – von der Weiterbildung her aber auch Facharzt für Allgemeinmedizin – sieht dennoch Möglichkeiten einer verbesserten Kooperation zwischen der Haus- und Facharztebene durch die Erhöhung des Honorars für den Hausarztvermittlungsfall um 50 Prozent auf rund 15 Euro. Das rechne sich auch betriebswirtschaftlich für Hausärzte, glaubt Heinrich.
Seit einem guten Vierteljahrhundert übernehmen in vielen Regionen Arzt-, Praxis- oder Gesundheitsnetze eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung der Patientenversorgung. Sie kümmern sich um die digitale Vernetzung der angeschlossenen Praxen, schließen Verträgen mit Krankenkassen und betreiben MVZ. Außerdem organisieren sie die Betreuung von Pflegeheimen sowie interprofessionell aufgestelltes Case- und Caremanagement für chronisch Kranke, helfen bei der Personalakquise und vieles andere mehr. Zusammengeschlossen sind viele der regionalen Versorger im ADA – Bundesverband der Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze, der bis vor Kurzem noch Agentur deutscher Arztnetze (AdA) hieß.
Noch steht nicht einmal die E-Health-Strategie – und nur 550.000 Patienten haben bereits eine eigene elektronische Patientenakte (ePA) angelegt. Doch der Transfer in den Versorgungsalltag rückt näher, spätestens dann, wenn die Opt-out-ePA kommt. Wohl auch deshalb beschäftigen sich Fachgesellschaften und Berufsverbände zunehmend intensiv mit der E-Patientenakte. Im Dezember kam dazu vom Deutschen Hausärzteverband ein Eckpunktepapier, vor einigen Tagen hat nun die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ihre „Empfehlungen für Inhalte der ePA aus Sicht der Inneren Medizin“ vorgelegt.
In den USA ist ein erstes Medikament auf Basis eines fäkalen Mikrobiomtransfers (FMT) zugelassen worden. Es soll dort zur Behandlung von Erwachsenen mit rezidivierenden, therapierefraktären Infektionen von Clostridioides difficile zum Einsatz kommen. In Australien wurde ein weiteres Präparat zugelassen. Und auch in Deutschland gibt es immer wieder Nachfragen von Patienten zum Einsatz solcher FMT.
Wie diese Präparate wirken und wie sie hergestellt werden, erklärt Professor Andreas Stallmach im „ÄrzteTag“-Podcast. Stallmach ist Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Interdisziplinäre Endoskopie.
Einen echten Gegensatz zwischen den Datenschützern auf der einen und medizinischen Forschern und Befürwortern der Digitalisierung des Gesundheitswesens auf der anderen Seite gibt es nicht: Diese These vertritt der oberste hessische Datenschützer Professor, Alexander Roßnagel, im „ÄrzteTag“-Podcast. „Auch Datenschützer haben Interesse an medizinischer Forschung“, betont Roßnagel im Gespräch und führt viele vermeintliche Konflikte und harsche Forderungen, wie „Datenschutz darf keine Leben kosten!“, auf Missverständnisse zurück.
Dr. Thomas Kriedel war als IT-Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sechs Jahre lang der Arm der KBV in der Gesellschafterversammlung der gematik und damit zuständig für die Telematikinfrastruktur (TI). In der Dezember-KBV-Vertreterversammlung blickte er nach sechs Jahren Amtszeit und fast sechs Jahren TI ernüchtert auf die immer noch kaum vorhandenen Fortschritte des Netzes, über das einmal alle relevanten Daten des Gesundheitswesens laufen sollen.
Schlaflosigkeit, Angespanntheit, Selbstzweifel: Die meisten Menschen kennen wohl Phasen in denen man verstärkt grübelt. Jetzt nimmt unser Gehirn ja nicht nur seine Umwelt war, es interpretiert diese auch: Das Hirn entwickelt positive wie negative Gefühle dazu. Das ist normal – doch manchmal wird das Grübeln krankhaft: Dann sprechen Fachleute von Rumination oder Grübelzwang. Was ist der Unterschied zwischen beidem?
Der Wegfall der Neupatientenregelung mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz trifft auch Allgemeinmediziner in einigen KV-Regionen – dort, wo immer noch Budgetierungen für die hausärztliche Versorgung gelten. Beispiel Hamburg: Die Hamburger Hausärztinnen und Hausärzte erwarten für das kommende Jahr ohne Neupatientenregelung eine Auszahlungsquote von etwa 80 Prozent. Im „ÄrzteTag“-Podcast befürchtet der 2. Vorsitzende des Hamburger Hausärzteverbands, Dr. Mike Müller-Glamann, aus diesem Grund einen Gewinneinbruch um 20 Prozent für die Praxen.
Die Kompensation, die die Bundesregierung noch im letzten Moment vor Verabschiedung des Gesetzes eingebaut hatte – unter anderem eine Erhöhung der Gebührenordnungsposition GOP 03008 für Facharzttermine, die vom Hausarzt oder von der Hausärztin vermittelt werden, um etwa 50 Prozent – fällt nach Ansicht Müller-Glamanns nicht ins Gewicht: Zu wenig und vor allem zu umständlich seien der Weg der Vermittlung der Termine, meint er. (Dauer: 20:19 Minuten)
Die Außerklinische Intensivpflege (AKI) hat es in den EBM geschafft – doch der Jubel der Ärztinnen und Ärzte, die diese Patientinnen und Patienten versorgen, hält sich in Grenzen. Der teilweise auch für betreuende Ärzte sehr aufwändige Behandlungsprozess spiele bei den neuen Leistungen im EBM-Abschnitt 37.7 kaum eine Rolle. Vielmehr gehe es vor allem anderen um die Prüfung des Beatmungsentwöhnungs- bzw. Dekanülierungspotenzials, ärgert sich AKI-Pionier Dr. Eckehard Frisch im „ÄrzteTag“-Podcast.
Deutschland ist es 2021 gelungen, die Fortschritte bei der Beherrschung des HIV-Infektionsgeschehens aus dem Vorjahr zu wahren, kann jedoch nicht auf ihnen aufbauen. Das ist die Quintessenz der jüngst veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zur HIV-Lage (Epid Bull 47/2022; online 24. November). Neu mit HIV infiziert haben sich 2021 hierzulande 1800 Menschen, der gleiche Wert wie im Vorjahr.
Fast unverändert steht Deutschland beim Erreichen der Ziele des Aids-Programmes der Vereinten Nationen (UNAIDS) da. Für das Jahr 2025 hat UNAIDS das Ziel 95-95-95 ausgerufen. Zuletzt hat Deutschland die Werte 90-96-96 erreicht. Das bedeutet: Im Jahr 2021 kannten 90 Prozent aller HIV-Infizierten ihre Diagnose. 96 Prozent davon haben eine Therapie erhalten, die wiederum bei 96 Prozent erfolgreich verlief.
Es ist allerdings falsch, daraus zu schließen, dass vier Prozent der HIV-Infizierten sich einer Diagnose verweigern würden oder dass ihre Therapie nicht anschlage, wie Dr. Daniel Schmidt im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert. Schmidt ist Epidemiologe in der Abteilung für Infektionsepidemiologie mit Fachgebiet HIV und weitere sexuell übertragbare Erkrankungen am RKI und Mitautor des Epid-Bull-Beitrags zu den HIV-Infektionszahlen.
Schmidt betont: „Die vier Prozent nicht erfolgreich Therapierten sind nicht immer die gleichen Personen, die durchweg nicht erfolgreich therapiert sind und sich niemals erfolgreich therapieren lassen. Das ist stattdessen ein Prozentsatz, der sich zu verschiedenen Zeiten immer wieder ergibt, aber aus unterschiedlichen Personen zusammensetzt.“ Dies trete zum Beispiel auf, wenn HIV-Positive mit Therapie für kurze Zeit eine niedrige Virämie haben, bevor sich wieder der Therapieerfolg einstellt.
Wichtig ist Schmidt noch, dass das 0-Stigma-Ziel nicht aus den Augen verloren wird. Denn die Stigmatisierung HIV-Infizierter ist mittlerweile für viele Betroffene gravierender als die Infektion selbst, mit der sich dank moderner Medizin vergleichsweise gut leben lasse. (Dauer: 26:47 Minuten)
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