Prof. Markus M. Lerch, München, im Gespräch mit Prof. Ulrike Denzer, Marburg
Eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Deutschland ist ein Koloskopieland. Doch ist das eine gute Idee? Oder würde der Stuhltest ausreichen, um Darmkrebs im frühen Stadium zu erkennen? Prof. Markus M. Lerch und Prof. Ulrike Denzer diskutieren die Vor- und Nachteile der Screening-Verfahren. Außerdem gibt die Endoskopie-Expertin Prof. Denzer Tipps, wie suspekte Darmpolypen effektiv erkannt und abgetragen werden können.
Rettet Darmkrebsvorsorge tatsächlich Leben? Aktuelle Studien wie die NORDIC*-Studie haben Wind in die Debatte um diese Frage gebracht. Eine andere Studie hat den immunologischen Stuhltest (FIT) und die Vorsorgekoloskopie verglichen und untersucht, ob sich Inzidenz und Mortalität unterscheiden. Bei der Interpretation der Ergebnisse spielen jedoch Teilnahmeraten und auch die Qualität der Koloskopie eine entscheidende Rolle, wie Prof. Ulrike Denzer in der Folge einordnet.
Prof. Dr. med. Ulrike Denzer ist Internistin, Gastroenterologin und Sektionsleiterin Endoskopie an der Uniklinik Marburg. Zudem hat Sie 2025 gemeinsam mit Prof. Dr. med. Ralf Jakobs die Leitlinie „S2k-Leitlinie Qualitätsanforderungen in der gastrointestinalen Endoskopie“ koordiniert.
Die Koloskopie verfolgt in der Darmkrebsvorsorge zudem einen Zweck, der über die reine Krebsfrüherkennung hinausgeht, da auch auffällige, im FIT eventuell noch nicht erkannte, Polypen direkt abgetragen werden können, bevor diese maligne werden.
Die Endoskopie-Expertin nennt Qualitätskriterien, die entscheidend sind, um den Erfolg einer Vorsorgekoloskopie einordnen zu können. Sowohl vor dem Eingriff, während des Eingriffs und auch danach können verschiedene Hilfsmittel und spezielle Vorgaben dabei unterstützen, Darmpolypen möglichst gründlichen und nachhaltig zu erkennen und zu entfernen.
*NORDIC: Nordic-European Initiative on Colorectal Cancer
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Prof. Dr. med. Markus M. Lerch, ärztlicher Direktor des LMU Klinikums in München, stellt in diesem Format seine Fragen zu aktuellen und praxisrelevanten Themen an Kolleginnen und Kollegen. Fünfmal im Jahr hören Sie im Springer Medizin Podcast die Folgen dieses Kooperationsprojekts mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).
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Literaturhinweise
Was ist gesichert in der Vorsorge des kolorektalen Karzinoms? veröffentlicht in die Innere Medizin (Zugriff mit Abo oder DGIM-Mitgliedschaft)Ausgabe 1/2026 der Zeitschrift die Innere Medizin zum Thema "Die Zukunft der Endoskopie" (Zugriff mit Abo oder DGIM-Mitgliedschaft)2k-Leitlinie Qualitätsanforderungen in der gastrointestinalen Endoskopie (Webseite der AWMF) Stand: 31.07.2025Publikation NordICC-Studie: Effect of Colonoscopy Screening on Risks of Colorectal Cancer and Related Death; N Engl; 387(17) 1547-1556; doi/10.1056/NEJMoa2208375Effect of invitation to colonoscopy versus faecal immunochemical test screening on colorectal cancer mortality (COLONPREV): a pragmatic, randomised, controlled, non-inferiority trial. The Lancet, 405, (10486), 1231 - 1239. 10.1016/S0140-6736(25)00145-XUnsere Kontaktdaten, weitere Informationen und Lektüretipps finden Sie im Podcast-Artikel auf SpringerMedizin.de.
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