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Eine Transplantation zwischen zwei verschiedenen Spezies – das ist eine Xenotransplantation. Eine solche wurde an einem 57-Jährigen am vergangenen Freitag in Baltimore vorgenommen: Er bekam ein genmodifiziertes Schweineherz und zusätzlich ein noch nicht weitgehend erprobtes Immunsuppressivum. Drei Tage später geht es ihm gut, Medienberichten zufolge ist die Herzlungenmaschine bereits abgeschaltet und das Herz arbeitet.
Was in Baltimore erreicht worden ist und welche Vorteile eine etablierte Methode der Xenotransplantation in der Zukunft haben könnte, erklärt Dr. Joachim Denner, Leiter der Arbeitsgruppe Virussicherheit der Xenotransplantation am Institut für Virologie der Freien Universität Berlin in der aktuellen Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts.
Die Absage der Bundesregierung an einen steuerfinanzierten MFA-Corona-Bonus kann noch nicht das letzte Wort sein, das im Kampf um die Anerkennung der MFA-Leistungen während der Pandemie gesprochen wurde. Das sieht zumindest Hannelore König so. Sie ist Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe.
Am Mittwoch ruft ihr Verband MFA auf, in der Pandemie auch auf der Straße Gesicht zu zeigen – und zwar nahe dem politischen Machtzentrum in Berlin. Am Brandenburger Tor machen sie auf die Misere der MFA aufmerksam. Anschließend wollen sie am BMG einen Protestbrief überreichen. Im „ÄrzteTag“ erläutert sie den weiteren Kurs in puncto Corona-Bonus und erklärt, warum immer mehr MFA den Praxen den Rücken kehren. (Dauer: 14:44 Minuten)
Angesichts der rapide steigenden COVID-19-Inzidenzen warnen Politiker vor einem Ausfall von Teilen der Kritischen Infrastruktur – und gleichzeitig wird über eine Verkürzung der Quarantäne-Dauer diskutiert. Die Chefin des Marburger Bundes, Dr. Susanne Johna, äußert die Sorge, PCR-Tests könnten knapp werden. Sie schlägt deswegen „zwei Antigentests in Folge“ zum Freitesten vor, etwa für Klinikpersonal. Aber ist das in der Omikron-Welle überhaupt eine Option? Dr. Michael Müller, Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Vorstandsvorsitzender vom ALM, den Akkreditierten Labore in der Medizin e.V., warnt im „ÄrzteTag“-Podcast vor einem Trugschluss: „Wir werden die Pandemie nicht durchs Testen beenden.“
Nötig sei vielmehr eine Priorisierung der Tests, die es in der Nationalen Teststrategie des Robert Koch-Instituts (RKI) längst gibt. Die Kapazitäten von rund 2,5 Millionen PCR-Tests pro Woche hierzulande reichten dafür aus. Bedenken hat Müller auch gegen einen nicht adäquaten Einsatz von Schnelltests. Sie müssten zu den „richtigen Zeitpunkten“ eingesetzt werden, um die Vortestwahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Sorgen, die Mutationen der Omikron-Variante B.1.1.529 könnten die Testsensitivität auch von PCR-Tests zu sehr beeinflussen, hat er nicht. Die Anbieter der Assays würden zeitnah auf Varianten reagieren und ihre Testsysteme entsprechend adaptieren. So habe man auch schon beim Auftreten der Alpha-Variante B.1.1.7 rasch den „Drop-out“ beim veränderten Gen für das Spike-Protein gesehen und die Tests angepasst.
Quellen
Foto: Porträt: Sylvie Weisshäupl / ALM | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com
Etwa 70 Prozent der Ärzte und Ärztinnen haben schon einmal sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren, so die 2018 veröffentlichten Ergebnisse einer Befragung an der Charité. Die Übergriffe gingen von Kollegen und Kolleginnen, aber auch Patienten und Patientinnen aus. Ein ähnliches Bild zeichnet auch die Situation bei den Pflegekräften.
In diesem „ÄrzteTag“-Podcast spricht die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Dr. Christine Kurmeyer über den Umgang mit sexueller Belästigung an der Charité. Seit Veröffentlichung der Studienergebnisse gilt an der Klinik eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber sexualisierter Diskriminierung – außerdem wurden zahlreiche Präventions- und Hilfsmaßnahmen etabliert. Ein offener Diskurs sei essenziell, doch dafür bleibe im stressigen Klinikalltag kaum Zeit. Dr. Kurmeyer appelliert daher an Klinken, der Prävention sexueller Belästigung mehr Gewicht zu geben – und zeigt auf, wie Betroffene in brenzligen Situationen reagieren können. (Dauer: 35:51 Minuten)
Quellen:
Fehlende professionelle Firewall, einfache Passwörter, veraltete Software – nach wie vor gibt es in vielen Praxis-IT-Systemen große Sicherheitslücken. Mit der Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) soll sich das ändern. Muss es aber auch, betont IT-Sicherheitsexperte Michael Wiesner im „ÄrzteTag“-Podcast kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe der IT-Sicherheitsrichtlinie zum 1. Januar.
Noch immer glaubten manche Ärzte, mit einem einfachen DSL-Router eine professionelle Firewall installiert zu haben, weiß Wiesner aus Erfahrung – dadurch seien sie manchen Angriffen fast schutzlos ausgeliefert, weil ihnen so eine Angriffserkennung fehle, die aber dringend nötig sei.
Die Richtlinie fordert zum 1. Januar eine echte professionelle Firewall für ihre Systeme. Grundlegend habe sich beim Sicherheitsbewusstsein vieler Ärztinnen und Ärzte nur wenig geändert in den vergangenen Jahren.
Im Podcast äußert sich Wiesner auch dazu, ob Bußgelder für Praxen bei Nicht-Umsetzung der Richtlinie eine Lösung sein könnten, um Ärzte dazu zu bringen, die Praxis-IT professionell zu schützen. Er sieht aber auch relevante Kosten durch die Richtlinie auf Praxen zukommen, vor allem auf größere Praxen und Versorgungszentren.
Werden wir in vier Jahren „mit wohligem Erschauern“ an die Zeit der Einführung von eAU, E-Rezept und ePA zurückdenken – bei dann „gut eingeschwungenen“ Prozessen rund um diese Anwendungen in der Telematikinfrastruktur? Jens Naumann, Geschäftsführer von medatixx, gibt im zweiten Teil des Gesprächs über IT-Sicherheit im eigenen Unternehmen und in Arztpraxen, über die Weiterentwicklung der TI und die Professionalisierung des IT-Managements in Arztpraxen, eine optimistische Prognose ab. Sein Unternehmen hatte im November Schlagzeilen gemacht, als es einem Hacker-Angriff zum Opfer gefallen war und längere Zeit für die eigenen Kunden nur schwer erreichbar war.
Die Ärzte, betont Naumann, wollten die Digitalisierung, „aber nicht als Versuchskaninchen parallel zur COVID-Impfung“! Heftig kritisiert der Manager des Praxisverwaltungssystem-Hauses, dass die neuen Anwendungen in der TI nur in einer Referenzumgebung getestet werden könnten, die nicht identisch sei zu der „Produktivumgebung“ in den Praxen. Warum sich die IT-Hersteller dann manchmal in der Praxis vorkommen wie bei „Jugend forscht“ und warum sich die Ärzte darüber zu Recht ärgern, das erläutert er im „ÄrzteTag“. Zugleich bricht Naumann eine Lanze für Jens Spahn (CDU), der als Gesundheitsminister in Sachen Digitalisierung den gordischen Knoten durchschlagen habe – aber auch für die Praxissoftware. „Eine Einheitssoftware aus dem Hause gematik oder aus dem Hause KBV“ sei keine Lösung.
Nur jede vierte Hausarztpraxis ist in Deutschland barrierefrei zugänglich. Bei den Fachärzten gelten laut einer Studie der Universität Bielefeld sogar nur sechs Prozent als behindertengerecht. Doch welche Arztpraxis ist für Menschen mit Behinderung überhaupt die richtige? Und vor allem: Wo können sie diese finden? Eine aktuelle und vollständige Übersicht zur inklusiven Gesundheitsversorgung gibt es derzeit nicht. Der Inklusionsaktivist Constantin Grosch von den Sozialhelden will das ändern und hat deshalb gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung ein Projekt gestartet, bei dem Standards zu Barrierefreiheit entwickelt und dokumentiert werden sollen. Ärzte und stationäre Einrichtungen sollen dabei die notwendigen Informationen liefern.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erklärt Patientenschützer Grosch, wie wichtig speziell geschulte Mediziner sind und warum barrierefrei nicht nur stufenloser Zugang zu den Praxisräumlichkeiten bedeutet. Aus seiner Sicht ist auch die Politik gefordert: Denn sie habe bislang nicht dargestellt, wie sie das Leben von Menschen mit Behinderungen verbessern wolle. (Dauer: 14:48 Minuten)
Aggressionen von Impfgegnern richten sich nicht mehr nur gegen die Politik. Auch in Arztpraxen kommt es inzwischen vermehrt zu Situationen, in den Patienten nicht nur ihren Unmut oder ihre Vorbehalte etwa gegenüber Corona-Impfungen äußern, sondern auch drohen und verbal ausfällig werden.
Das Bundeskriminalamt stuft Impfgegner und Corona-Leugner inzwischen als „relevantes Risiko“ für Ärzte und MFA ein. „Das verändert den gesamten Praxisalltag“, sagt Dr. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Kolleginnen und Kollegen kommen inzwischen vermehrt auch auf ihn zu und suchen Unterstützung. „Die Bedrohten dürfen nicht das Gefühl haben, allein zu sein“, betont Bobbert.
Was ist dann zu tun? Neben der Möglichkeit für jeden einzelnen, Strafanzeige zu stellen, gehe es auch um die Frage, wie die Gesellschaft als Ganzes Grenzüberschreitungen begegne, so Bobbert. Auf keinen Fall dürfe die Zukunft so aussehen, dass Praxen sich abschotten müssen oder nur noch mit Sicherheitspersonal arbeiten können. Deswegen gelte es, klare Kante zu zeigen und gemeinsam stark zu sein. (Dauer: 18:00 Minuten)
Die Nachricht im November war für viele Ärzte ein Schock: medatixx, einer der großen Praxisverwaltungssystem-Anbieter im Markt war gehackt worden, alle Server verschlüsselt, die Hotline über eineinhalb Wochen nicht oder kaum erreichbar. Inzwischen hat sich das Unternehmen wieder zurück in die Normalität gekämpft, jedenfalls weitgehend. Im „ÄrzteTag“-Podcast spricht Geschäftsführer Jens Naumann über die Erfahrungen, die kein Arzt mit seiner Praxis machen möchte.
Naumann berichtet aber auch über viel Solidarität, die dem Unternehmen von Kunden und Geschäftspartnern, auch von Konkurrenten entgegengebracht worden sei. Die Arztsoftware habe die kritische Zeit über funktioniert, und mit Hilfe von Forensikern und IT-Sicherheitsexperten sei mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit festgestellt worden, dass die Server der Ärzte nicht kompromittiert seien.
Sehr hilfreich sei die vor kurzem modernisierte Datensicherung gewesen, die gegen Schadprogramme weitestgehend geschützt sei. Ein Thema des Gesprächs ist es auch, welche Lehren Ärzte aus dem Vorfall ziehen könnten.
Wie zielführend kann es sein, den Corona-Impfstoff für die Praxen zu rationieren, gleichzeitig aber weitere, neue Impfstrukturen aufzubauen? Für Christine Neumann-Grutzeck, Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI), wird hier politisch ganz klar eine Scheindiskussion aufgemacht, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. „Es scheitert ja nicht daran, dass es nicht genügend impfbereite Ärzte gibt“, sagt sie im „ÄrzteTag“-Podcast, „sondern es scheitert an ganz vielen Stellen am Organisationschaos.“
Und zu diesem Chaos zählt auch, dass die Praxen von einem auf den nächsten Tag dazu verdonnert wurden, tägliche Corona-Tests durchzuführen. Oder dass ein sehr guter Impfstoff durch die falsche Außenkommunikation auf einmal wie etwas daherkommt, das „man an den Mann bringen muss“.
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