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Ein Drittel der Hausärzte und Hausärztinnen sieht die eigene Praxis „sehr nachhaltig aufgestellt“. Das hat vor kurzem eine Umfrage im Auftrag der apoBank ergeben. Doch was verknüpft sich überhaupt mit dem Modewort „Nachhaltigkeit“, wenn die eigene Praxis ins Spiel kommt? Geht es nur um den berühmten ökologischen Fußabdruck, Energieeinsparung und Mülltrennung? Oder ist die Sache eher ganzheitlich anzugehen, um das nächste Modewort zu strapazieren?
Jeder dritte Patient hat im Gespräch mit seinem Arzt Verständnisschwierigkeiten – das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsastudie. Sei es bei medizinischen Fachbegriffen oder wenn es um konkrete Therapieanweisungen geht. Der Psychologe und Pädagoge Dr. Thomas Anton Weis ist überzeugt, dass ein regelmäßiges Feedback der Mediziner und die richtige Gesprächsführung in der Praxis die Therapietreue fördern. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Arzt-Patienten-Kommunikation.“
Die Pandemie ist eine traumatische Erfahrung für die gesamte Gesellschaft. Anlässlich des 18. European Depression Day warnen dessen Initiatoren vor einer deutlichen Zunahme bei den psychischen Erkrankungen. Die Folgen dürften zudem noch in vielen Jahren spürbar sein. In dieser „ÄrzteTag“-Episode sprechen wir darüber mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Gesundheitspolitikerin ist gerade für die Bremer Grünen erneut in den Bundestag gewählt worden.
Im Gespräch nennt sie vier Punkte, die jetzt angegangen werden müssten: Prävention, Aufklärung und Gesundheitskompetenz, beim Versorgungsmangel gegensteuern, die Therapeuten regional besser vernetzen. Kappert-Gonther erwartet von einer künftigen Bundesregierung, dass sie Health-in-All-Policies sehr viel stärker berücksichtigt. So könnten etwa Gesetze künftig, ähnlich der Technikfolgenabschätzung, immer auf ihre gesundheitliche Wirkung geprüft werden.
Auch müsste aus ihrer Sicht das Präventionsgesetz so reformiert werden, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mehr für die Prävention in den Lebenswelten ausgibt. In den Schulen müsse sehr viel mehr für die Gesundheit getan werden – und die sprechende Medizin sollte aus ihrer Sicht deutlich besser vergütet werden.
Foto: [M] Kappert-Gonther: Thomas Trutschel
Die Schmerzmedizin ist noch immer geprägt von Unterversorgung. „Wir haben schon sehr viel erreicht“, sagt Dr. Silvia Maurer, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS): Etwa dass der GBA festgestellt hat, dass die Anästhesie zur spezialisierten fachärztlichen Versorgung gehört und die Sitze vorrangig mit dem Schwerpunkt Schmerzmedizin nachbesetzt werden sollen. Einzelne KVen gehen bei der Nachbesetzung noch weiter und lassen auch andere Fachgruppen mit der Zusatzbezeichnung zu. „So kann etwa der Orthopäde mit Zusatzbezeichnung Schmerzmedizin einen anästhesiologischen Sitz bekommen“, so Maurer. Rechtssicher sei das aber nicht.
Die Corona-Pandemie hat die Lehre an den Hochschulen auf den Kopf gestellt. Besonders betroffen sind all jene Studenten und Studentinnen von Studiengängen mit hohem praktischen Anteil – allen voran die Medizinstudenten.
Anna Finger ist Vorsitzende im Ausschuss Medizinstudierende des Hartmannbunds und seit 2017 Studentin der Humanmedizin in Hamburg. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet sie, von den Herausforderungen und Chancen der letzten 18 Monate. Besonders in der praktischen Lehre sieht die Studentin viel Nachholbedarf. Andererseits kann sie den asynchronen Lehrveranstaltungen und der neuen Freiheit des virtuellen Studius viel Positives abgewinnen.
Im Oktober steht den Studenten die nächste Veränderung bevor: Für das kommende Wintersemester 2021/22 planen die Hochschulen eine weitgehende Rückkehr zum Präsenzbetrieb. Anna Finger erzählt, wie sie sich das Studium der Zukunft vorstellt und wie die vergangenen Monate auch sie selbst verändert haben.
Am 1. Oktober fällt der Startschuss für die elektronische AU-Bescheinigung. Besonders wichtig sind Ärzten die vielen kleinen Details des Einsatzes der elektronischen AU: Was muss in Zukunft noch ausgedruckt werden? Was mache ich, wenn eine Krankenkasse noch keine eAU empfangen kann? Worauf muss ich bei der Urlaubsvertretung achten, wenn meine Praxis schon auf die eAU umgestiegen ist? Und wie organisiere ich am besten die elektronische Signatur mit dem E-Arztausweis?
Diese Fragen beantwortet Praxis-IT-Fachmann Gilbert Mohr von der KVNo hier im zweiten Teil des Gesprächs – und er gibt auch einen Ausblick darauf, welche Anwendungen der Telematikinfrastruktur den Ärzten endlich Arbeitserleichterungen versprechen.
Die organisatorischen Hürden vor dem Start der eAU in der Praxis, der optimale Zeitpunkt für die Aktivierung der eAU in der Praxissoftware sowie die Fortschritte in der Entwicklung der Telematikinfrastruktur waren Thema im ersten Podcast-Gespräch mit Gilbert Mohr, dem Leiter der Stabsstelle E-Health der KV Nordrhein.
Am 1. Oktober wird es ernst: Mit Beginn des vierten Quartals können Ärzte die elektronische AU-Bescheinigung in Richtung Krankenkasse des Patienten über die Telematikinfrastruktur schicken. Verpflichtend wird die Anwendung dann zum 1. Januar.
Noch läuft nicht alles rund bei der eAU. Erst Ende August sind die ersten echten Test-AU-Bescheinigungen übers Netz gegangen. Mohr fürchtet, die eAU könnte zu den Produkten gehören, „die erst beim Kunden reifen“. Im ersten Teil des Podcast-Gesprächs gibt er Ärzten dann auch einen Hinweis, wie sie es vermeiden können, zum Bananentester zu werden.
Ausblick: Der zweite Teil des Gesprächs mit Gilbert Mohr zum Start der eAU wird am Montag erscheinen. Darin beantwortet er ganz praktische Fragen wie: Wo müssen Ärzte die eAU signieren, was muss noch ausgedruckt werden und wie ist der Zeitplan in Richtung eRezept.
Primärversorgung? Ambulante Medizin? In den Programmen der Parteien zur Bundestagswahl sucht man solche Stichworte überwiegend vergebens. Im Gegenteil sähen manche eher mehr Staat im Gesundheitswesen. Die KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen und Dr. Stephan Hofmeister warnen vor mehr Staat: Damit würde die Versorgung nur teurer, aber nicht besser, sagen sie im Podcast. Sie wünschen sich vielmehr eine bessere Patientensteuerung, etwa über Wahltarife in der GKV.
Auch sonst lassen sie kaum ein gutes Haar am Gesetzgeber. Das Regieren über Verordnungen in der Pandemie, „steht einem demokratischen Land nicht gut zu Gesicht“, sagt etwa Gassen. Und Kritik gibt es auch an der E-Patientenakte (ePA). „Für die integrierte Behandlung, zum Beispiel von Patienten mit Tumoren, bräuchten wir vielmehr digitale Fallakten, auf die alle behandelnden Ärzte gleichzeitig Zugriff haben. Das alles kann die ePA bisher nicht“, moniert Hofmeister.
Von finanziellen Anreizen für die Nutzung digitaler Anwendungen wie eAU und eRezept hält Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), wenig. Warum sollte ein Arzt für etwas, das er elektronisch statt auf Papier ausstellt, mehr Geld bekommen?
Gleichwohl muss einiges getan werden, damit die Digitalisierung nach rund 14 Jahren Rumwerkeln an der Telematikinfrastruktur (TI) endlich vorankommt. Mehrwert-Anwendungen lautet nach Meinung des TK-Chefs das Zauberwort. Denn auch Diskussionen um Strafzahlungen lehnt er ab. Doch Mehrwert-Anwendungen schafft man nur, wenn die Ärzte aktiv am Prozess der Digitalisierung beteiligt werden. „Es ist wichtig, dass wir das von Anwenderseite, also Arztseite aus machen“, betont Baas im „ÄrzteTag“-Podcast.
Gesundheitsminister Jens Spahn habe zwar den Turbo gezündet und durch seine Gesetzgebung einiges vorangebracht – auch weil er damit den jahrelangen „Verhinderungskämpfen“ der verschiedenen Funktionäre im Gesundheitswesen zum Teil ein Ende bereitet habe. „Aber nur, weil man einmal in einem Rennen auf einer Geraden den Turbo zündet, hat man das Rennen noch nicht gewonnen.“ (Dauer: 30:12 Minuten)
Bei der 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in Lübeck war erstmals das „leere Sprechzimmer“ zu sehen. Die Wanderausstellung soll ab sofort an die ärztlichen Opfer der Nazi-Diktatur erinnern. Und sie soll mahnen, so etwas „nie wieder zuzulassen“. Denn nicht nur waren Tausende, vor allem jüdische Ärzte Opfer geworden. Kollegen waren auch Täter oder Mitwisser. Künftig soll die Ausstellung bei jeder Jahrestagung mit einem regionalen Schwerpunkt installiert werden.
Wir haben sieben Initiatoren und Beteiligte am Freitag in Lübeck zum Gespräch getroffen: Professor Christoph Heintze, Dr. Sandra Blumenthal und Anja Paulsen-Stock von der Charité Berlin, die Medizinstudierenden Melanie Wolf, Anna Teegelbekkers und Meinert Ehm sowie DEGAM-Präsident Professor Martin Scherer. Im „ÄrzteTag“ erzählen sie, wie es zu dem Projekt kam, was sie bewegt und wie es weitergehen soll.
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