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Blut ist ein ganz besonderer Saft. So lässt Goethe seinen Mephistopheles sprechen, als er Faust in dessen Studierzimmer aufsucht. Und dieser Saft ist auch nicht ohne weiteres ersetzbar. Viele Frühgeborene, Unfallopfer und Menschen mit Tumorerkrankungen würden ohne rettende Blutspende nicht überleben. Doch die Versorgung mit Blutspenden wird immer schwieriger. Zum einen gibt es durch die Überalterung unserer Gesellschaft immer weniger Blutspender im spendefähigen Alter, zum anderen sind immer mehr Patienten dringend auf Blutprodukte angewiesen. Was also tun? In Gießen hat Professor Gregor Bein, Direktor des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämostasiologie am dortigen Universitätsklinikum, vor kurzem unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ zu mehr Blutspenden aufgerufen. Auch Aktionen wie „Spender werben Spender“ sollen die Zahl der Blutspender erhöhen. Doch was hält Menschen vom Blutspenden ab, wie erfolgreich lassen sich dann mit öffentlichen Aufrufen die Spenderzahlen am Ende erhöhen – und wie steht es um Kunstblut statt echtem "Saft"? Das erläutert Professor Bein im Podcast.
Über Lehrer wird gerne gespottet: „Morgens haben sie recht und nachmittags frei“. In der Corona-Pandemie wurde der Lehrerberuf nun einerseits plötzlich mehr geschätzt, weil Eltern einen Teil der Arbeit beim Homeschooling zu spüren bekommen haben. Zum anderen wird mit der Rückkehr zum “normalen“ Schulbetrieb nach den Sommerferien kritisch hinterfragt, warum so viele Lehrer sich eigentlich in einer Risikogruppe wähnen und vom Präsenzunterricht befreit sind.
Kirsten Kappert-Gonther ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und sitzt seit 2017 im Deutschen Bundestag. In der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist sie Sprecherin für Drogenpolitik und Gesundheitsförderung. Jetzt arbeitet sie selbst an Feldern mit, die sie selbst als niedergelassene Ärztin betroffen hat.
Im Zuge der steigenden Zahlen an nachgewiesenen Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus hat sich in den letzten Tagen auch die politische Debatte um die Maskenpflicht deutlich verschärft. Gleichzeitig, so scheint es, wächst die Ablehnung unter Maskengegnern, zu denen durchaus auch einige Ärzte zählen. Zuletzt fielen in diesem Zusammenhang polizeilichen Warnungen auf, dass einzelne Reisende auf ärztliche Blankoatteste aus dem Internet zurückgreifen, um sich der Maskenpflicht etwa im öffentlichen Nahverkehr zu entziehen. Hierzu betonte die Bundespolizei, dass solche selbstausgefüllten Atteste nicht von der Maskenpflicht befreiten – das Vorlegen sogar strafbar sein könne. Und aus dem Gesundheitsministerium hieß es zu den falschen Attesten: „Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig.“
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat kürzlich die Konzeption der elektronischen Patientenakte kritisiert, weil sie in Teilen der Datenschutzgrundverordnung widerspreche. Er kündigte an, die Kassen hier aufsichtsrechtlich an die Kandare zu nehmen. Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende des Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, widerspricht dieser Ansicht und kritisiert seinerseits: Der Datenschutzbehörde fehle die nötige Balance. Im Podcast erläutert er, warum Datenschutz und Datensicherheit zwar einen hohen Stellenwert einnehmen müssen, aber keinesfalls zum Hemmschuh einer Digitalisierung im Gesundheitswesen werden dürfen und was wir aus den Fehlern von Frankreich lernen können. Außerdem erklärt er, warum keine ePA auch keine Lösung, sondern vielmehr eine Gefahr für Patienten bedeuten würde – und was es mit der digitalen Aldi-Tüte auf sich hat.
Über die elektronische Patientenakte, kurz ePA, wird seit einigen Tagen heftig gestritten. Genauer gesagt, über den Datenschutz in der Akte im speziellen und im sogenannten Patientendatenschutzgesetz im allgemeinen.
Gemeinsames Singen – ob professionell, als Hobby oder einfach so – tut gut. Es hat positive Auswirkungen auf die psychische wie auch physische Gesundheit. So wird etwa die Sauerstoffversorgung verbessert, das Immunsystem aktiviert und vermehrt das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – was Angst und Stress abbauen hilft. Diesen Schluss lassen inzwischen etliche Untersuchungen zu. Und Musik lässt sich auch therapeutisch nutzen, etwa bei Patienten mit Demenz. Professor Lutz Neugebauer, Vorsitzender der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, hat viele Erfahrung, wenn es darum geht, wie sich das Potenzial von Musik therapeutisch nutzen lässt. Nach Forschungsarbeiten an der Universität Witten/Herdecke leitet er inzwischen in Witten das Nordoff Robbins Zentrum, das sich unter anderen älteren Menschen widmet, die nach Schlaganfällen oder durch Demenz ihre sprachlichen Fähigkeiten ganz oder teilweise verloren haben. Im Podcast erzählt er, wie Musik und Singen speziell bei Demenzkranken am besten eingesetzt werden kann, um tatsächlich therapeutisch zu wirken – und auch, wo dabei mitunter die Hürden der Bürokratie mitunter lauern.
Das Herz in beide Hände zu nehmen, ist für Dr. Dilek Gürsoy nicht einfach eine Redewendung, wenn es um Courage geht. Wann immer sie einen Brustkorb öffnet zum Beginn einer Herzoperation und wenn sie mit einem ersten erfahrenen Blick sieht, ob es dem Herzen bisher gut oder schlecht ergangen ist, erfüllt sie Ehrfurcht und Demut, ist sie fasziniert "von der Schönheit des Handwerks der Herzchirurgie", wie sie selbst sagt. Ihre Leidenschaft für den Arztberuf und hier vor allem die Herzchirurgie hat die Medizinerin aus Neuss schon früh entdeckt. Zielstrebig hat die Tochter türkischer Gastarbeiter sich ihr auftuende Chancen stets mit beiden Händen ergriffen und sich als eine von wenigen Frauen in diesem – auch als Königsdisziplin bezeichneten – Medizinbereich etabliert. Sie implantierte als erste Frau in Europa ein Kunstherz und wurde als Medizinerin des Jahres 2019 geehrt. Im Podcast erzählt sie über ihren nicht immer einfachen Weg und ihre Erfahrungen in der Herzchirurgie – und welche besondere Leidenschaft sie noch pflegt.
Seit gut einem halben Jahr liegt ein Entwurf für die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) vor. Ein Kern darin ist die Aufwertung der ambulanten Fächer und der Allgemeinmedizin im Studium. Neben der Aufteilung der Examina auf vier Prüfungen soll das Praktische Jahr (PJ) in Quartale unterteilt werden – mit einem zusätzlichen Pflichtteil in der ambulanten Versorgung.
Von den Studierendenvertretern hat es rasch Kritik an dem Entwurf gehagelt. Doch wie viele Medizinstudenten hätten überhaupt Interesse an der ambulanten Versorgung oder der Allgemeinmedizin? Das hat die Internistin Dr. Inga Petruschke unter Studenten an der Uni Jena untersucht (ZfA 2020; 96 (5): 220–224). Petruschke ist Lehrkoordinatorin am Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Jena.
In dieser „ÄrzteTag“-Episode spricht sie über die Ergebnisse und Hintergründe. Und wir versuchen, ihre Befunde mit den Ergebnissen anderer Umfragen unter Medizinstudenten einzuordnen.
Foto: Anna Schroll / UKJ
Corona – oder besser gesagt: der Pandemie-bedingte Lockdown – löst bei einigen Menschen ein Stimmungstief aus, ja, bei manchen sogar Ängste und gar Depressionen: Das hört man immer wieder. In nur zwei Wochen will die private Heiligenfeld Klinik in Berlin beziehungsweise auch am Standort Bad Kissingen SARS-CoV-2-bedingte psychische Leiden angehen – sogar lösen.
Chefarzt Sven Steffes-Holländer erklärt das Konzept dahinter und gibt einen Überblick über den Tagesablauf der Patienten. Außerdem erläutert er, wieso alleine gut gemeinte Kurse zur Stressbewältigung in Unternehmen nicht helfen, wie es Betriebe besser machen können – und warum gerade Ärzte ihre Kurzzeittherapien in Anspruch nehmen. Und Steffes-Holländer verrät, wieso das Corona-Schnellprogramm gar nicht so sehr auf psychische Leiden durch COVID-19 abzielt.
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