Der Balkon ist in Corona-Zeiten zu neuer Bedeutung gekommen. Wenn sich das Leben hauptsächlich in den eigenen vier Wänden abspielen muss, dann ist die Erweiterung ins Freie, und sei sie noch so klein, eine höchst willkommene Möglichkeit, eine Verbindung nach Draußen herzustellen. Zur Zeit wird, ohne dass sich jemand beschweren würde, vom Balkon aus gesungen und musiziert. Und wenn viele Instrumente auf vielen verschiedenen Balkonen erklingen, dann entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, eine Nähe auf Abstand. Man winkt oder prostet sich zu, unterhält sich mit den Nachbarn und genießt ein Stückchen Freiheit an der frischen Luft. Balkone waren aber auch schon vor Corona besondere Orte, manchmal werden sie liebevoll bepflanzt und ausgestattet, manchmal sind sie eher vernachlässigte Abstellräume. Und sie tauchen auf in der Kunst, in der Literatur und im Film.