BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

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BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen episodes

  • Einspruch Bachler | Kuhattacke · Dürre · Ukraine



    Kuhattacke, Dürre, EU-Beitritt der Ukraine: Christian und ich  nehmen uns drei Themen vor, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Auf den zweiten Blick ziemlich viel.

    Im Mai 2026 ist in Osttirol wieder eine Frau durch eine Kuhherde tödlich verletzt worden. Christian kennt das Thema wie kaum ein anderer, er war schon beim ersten großen Kuhurteil mittendrin.Wir reden darüber, warum an bestimmten Hotspots Weidewirtschaft und Tourismus nicht mehr zusammenpassen und warum wir in der Rinderzucht über Jahrzehnte auf das Wesen der Tiere vergessen haben, weil nur die Leistungszahlen auf dem Zettel standen.

    Dann das zweite Thema: Dürre. Christian berichtet, dass in seinem Bezirk über den Winter kaum Niederschlag gefallen ist. Was das für das Grundwasser bedeutet, warum Getreide in Notreife geht und was intensive Beweidung nach dem Vorbild von Allan Savory mit dem Wasserhaushalt im Boden macht, da sind wir zu Erkenntnissen gekommen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

    Und drittens: der mögliche EU-Beitritt der Ukraine. Ein Land mit rund 41 Millionen Hektar Ackerland, davon rund 60% Schwarzerdeböden. Was passiert, wenn diese Flächen ohne Zollschranken in den EU-Binnenmarkt kommen? Christian und ich sind uns einig, dass das eigentliche Problem nicht die Ukraine ist, sondern die Art, wie wir Landwirtschaft in Europa seit Jahrzehnten denken und fördern.

    Der rote Faden durch alle drei Themen: Wir haben in der (Land-) Wirtschaft zu oft nur auf Leistung und Effizienz geschaut und die qualitativen Faktoren links liegen lassen. Beim Tier das Wesen, beim Boden die Naturgestaltung und bei der (Agrar-) Politik den Menschen.

    Wir haben ein wenig diskutiert. Aber was ist mit euch? Was denke ihr zu diesen Themen, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt uns oder schreibt es in die Kommentare!

    00:00:00 Los gehts
    Begrüßung, Rückblick auf die erste Folge und Themenübersicht
    00:03:06 Kuhattacke in Osttirol
    Was im Mai passiert ist und was sich seit dem Kuhurteil getan hat
    00:07:55 Wolf, Hund, Herde
    Warum in Osttirol mehrere Risikofaktoren zusammentrafen
    00:11:24 Wegerecht und Almnutzung
    Betretungsrecht im Wald und am Berg, Nutzungskonflikte an Hotspots
    00:17:29 Zucht auf Wesen
    Warum der Charakter von Rindern in der Zucht vergessen wurde
    00:26:06 Lösungen für die Alm
    Kurse, verlorenes Hirtenwissen und Entschärfung von Hotspots
    00:29:08 Dürre und Bodenwasser
    Fehlende Winterniederschläge, Grundwasser und Notreife beim Getreide
    00:37:07 Klima oder Wetter?
    Was sich verändert und wie Bergbauern profitieren und leiden
    00:42:04 Hecken, Wurzeln, Wasser halten
    Ausgeräumte Landschaften und wie intensive Beweidung hilft
    00:55:10 Ukraine und die EU
    Schwarzerdeböden, Agrarflächen und was ein Beitritt bedeuten würde
    01:04:01 Preisdruck und Systemfrage
    Börsenpreise, spanische Schweine und die GAP-Reform
    01:13:16 Roter Faden und Abschluss
    Wesen, Boden, Ökonomie: Warum wir immer die gleichen Fehler machen

    Kurz-Bio Gast:
    Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.

    INFOS ZUR FOLGE
    Bergerhof Krakauebene (Website)
    www.bergerhof-krakauebene.at
    Bergerhof Krakauebene auf Instagram
    www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
    Bergerhof Krakauebene auf Facebook
    www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
    Bergerhof Krakauebene auf YouTube
    www.youtube.com/@bergerhofkrakauebene
    Alternative University of Bergerhof (Website)
    www.alternativeuniversity.at
    Sichere Almen (Aktionsplan & 10 Verhaltensregeln)
    www.sichere-almen.at
    Tödliche Kuhattacke in Osttirol, Mai 2026 (ORF-Bericht)
    https://tirol.orf.at/stories/3354570
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    1 hr 21 min
  • Klima verstehen - Helga Kromp-Kolb



    Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb erklärt in diesem Gespräch Klima und Klimawandel von Grund auf -- so, dass man auch ohne Meteorologie-Studium mitkommt.

    Helga Kromp-Kolb hat in Österreich schon über das Klima geredet, als das Thema kaum jemanden interessiert hat. Für dieses Gespräch habe ich sie in ihrem Garten besucht, und sie hat sich die Zeit genommen, ganz vorne anzufangen: Was ist eigentlich Klima? Warum brauchen wir den Treibhauseffekt? Und wie funktioniert dieser Energieausgleich rund um den Planeten?

    Was mich dabei am meisten beschäftigt hat: Die Klimamodelle für Österreich sagen Temperaturen voraus, die wir teils schon jetzt messen – die Realität ist also stellenweise den Vorhersagen voraus. Die Gründe dafür sind komplex, aber Helga ordnet sie ein, ohne dass man sich verliert. Sie erklärt, wie Wasserdampf den Klimawandel selbst verstärkt, warum Methan zwar kurzlebiger, aber pro Molekül wirksamer ist als CO2, und was das alles für die Landwirtschaft bedeutet.

    Aber dieses Gespräch geht weit über Physik hinaus. Helga ist eine Wissenschaftlerin, für die Zweifeln zur Arbeit gehört. Und genau deshalb reden wir auch über ihre kritische Haltung während der Corona-Zeit, über die Impfpflicht-Debatte und darüber, wie viel Widerspruch eine Gesellschaft aushalten muss. Sie erzählt von ihrem Vater Fritz Kolb, der als Bergsteiger und Pädagoge im Zweiten Weltkrieg in Indien interniert war und ihr das systemische Denken vorgelebt hat. Von Toleranz, die sie als Diplomatenkind in verschiedenen Kulturen gelernt hat. Und davon, warum sie als mehrfache Orientierungslauf-Staatsmeisterin gelernt hat, Kopf, Körper und Emotionen gleichzeitig zu fordern.

    Am Ende bleiben mir vor allem zwei Dinge: Erstens, dass ehrliche Kostenwahrheit bei Lebensmitteln biologische und regionale Produkte von selbst attraktiver machen würde. Und zweitens ihr Satz: System Change, not Climate Change.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Helga Kromp-Kolb im Garten: Wer sie ist und warum dieses Gespräch
    00:02:25 Unruhestand und Diskurs
    Warum Helga auch im Ruhestand nicht Nein sagen kann
    00:06:02 Biografie und Prägung
    Großeltern, Vater Fritz Kolb und das Diplomatenleben als Kind
    00:12:26 Systemisches Denken
    Warum die Wissenschaft das große Ganze aus den Augen verloren hat
    00:19:01 Toleranz und Kompromiss
    Was verschiedene Kulturen über das Zusammenleben lehren
    00:25:14 Weg zur Meteorologie
    Wie Neugierde und wenig Studienkolleg:innen den Berufsweg bestimmten
    00:39:12 Klima-Grundlagen erklärt
    Wetter, Witterung, Klima: Was ist der Unterschied?
    00:52:12 Treibhauseffekt und Energie
    Warum wir den Treibhauseffekt brauchen und wie er funktioniert
    01:09:25 Ursachen des Klimawandels
    Von Milankovitch-Zyklen bis zu menschengemachten Treibhausgasen
    01:17:10 Modelle unterschätzen Realität
    Warum Österreich sich schneller erwärmt als vorhergesagt
    01:37:16 Wasser, Energie, Extremwetter
    Wie mehr Wasserdampf den Klimawandel selbst verstärkt
    01:49:14 Lösungen und Systemwandel
    Warum attraktive Alternativen mehr bewirken als Weltuntergangsszenarien
    02:09:39 Corona, Impfpflicht und Diskurs
    Helgas kritische Haltung zur Impfpflicht und was das mit Wissenschaft zu tun hat
    02:28:50 Positive Erzählungen
    Warum Gesellschaften Veränderung schaffen und was Zwentendorf damit zu tun hat
    02:34:00 Lebensmittel und Abschied
    Kostenwahrheit bei Lebensmitteln und Helgas Blick in den Kühlschrank

    Kurz-Bio Gast:
    Helga Kromp-Kolb ist emeritierte Universitätsprofessorin für Meteorologie und Klimatologie an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), wo sie auch das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit gründete und bis 2018 leitete. 2005 wurde sie zur Wissenschaftlerin des Jahres gekürt. Sie ist mehrfache österreichische Staatsmeisterin im Orientierungslauf und Mitbegründerin des Climate Change Centre Austria (CCCA).

    INFOS ZUR FOLGE
    Helga Kromp-Kolb (Wikipedia)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Kromp-Kolb
    Buch: Für Pessimismus ist es zu spät (Molden Verlag, 2023)
    www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/fuer-pessimismus-ist-es-zu-spaet
    Buch: Plus zwei Grad (Molden Verlag, 2018)
    www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/plus-zwei-grad
    Climate Change Centre Austria (CCCA)
    www.ccca.ac.at
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    2 hr 42 min
  • Eier aus Österreich: Was steckt hinter dem Stempel? - Michael Wurzer



    Österreich ist beim Thema Eier ein Sonderfall: komplett käfigfrei seit 2020, gentechnikfreies Futter aus der Donauregion, eine eigene Eierdatenbank für die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Frischeis. Klingt nach Vorzeigeland. Ist es auch, zumindest beim Frischei.

    Aber dann habe ich mit Michael Wurzer geredet, dem Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich, und mir ist ein paar Mal der Mund offen stehen geblieben. Denn sobald ein Ei aufgeschlagen und verarbeitet wird, in Kuchen, Nudeln, Mayonnaise, endet die Transparenz. Keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, keine Haltungsformangabe. Was da drin ist, weiß im Grunde niemand. Und gleichzeitig kommt ein hoher Anteil an Eiern und Eiprodukten aus der Ukraine in die EU, zum überwiegenden Teil aus Käfighaltung.

    Michael erklärt, warum das österreichische System so gut funktioniert hat, warum es auf einem Handschlag mit dem Lebensmitteleinzelhandel beruht und was passiert, wenn dieser Handschlag bröckelt. Wir reden über den Selbstversorgungsgrad, über die Preisfrage, über bayerische Eier im Regal und darüber, ob die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich bereit sind, für höhere Standards auch mehr zu zahlen.

    Außerdem erfahre ich, warum Hühner 330 Grad sehen können und dass sie tatsächlich entfernte Verwandte des Tyrannosaurus Rex sind.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einstieg: Warum Österreich bei Eiern ein Sonderfall ist
    00:02:25 Wer ist Michael Wurzer?
    Vom Waldviertel über die BOKU zur Geflügelwirtschaft
    00:08:02 Was tut die Geflügelwirtschaft?
    Interessensvertretung, Struktur und Netzwerk der GWÖ
    00:16:24 Vom Käfig zur Freilandhaltung
    EU-Standards, das österreichische Tierschutzgesetz und der Umstieg
    00:27:01 Bodenhaltung, Freiland, Bio
    Die Haltungsformen in Österreich und was sie unterscheidet
    00:29:05 Donau-Soja und gentechnikfreies Futter
    Regionales Soja als Wettbewerbsvorteil und CO2-Reduktion
    00:37:18 Eierkennzeichnung und Eierdatenbank
    Was der Code auf dem Ei verrät und wo die Transparenz aufhört
    00:45:02 Selbstversorgung und Importdruck
    87 bis 90 Prozent Eigenbedarf, ukrainische Eier und der Spotmarkt
    00:52:02 Ukrainische Eier am Großgrünmarkt
    Was hinter dem Fund steckt und warum Kennzeichnung fehlt
    00:59:33 Bayerische Eier im Supermarkt
    Ist das Schutzschild des Handels am Bröckeln?
    01:15:18 Herkunftskennzeichnung in Gastronomie
    Was freiwillig geht, was gesetzlich fehlt
    01:37:24 Mythen rund ums Huhn
    Eiergrößen, Dotterfarbe und der T-Rex im Huhn

    Kurz-Bio Gast:
    Michael Wurzer ist Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) und vertritt seit rund 20 Jahren die Interessen der heimischen Geflügelhalterinnen und -halter. Er hat am Francisco Josephinum in Wieselburg maturiert und anschließend Agrarökonomik an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien studiert.

    INFOS ZUR FOLGE
    Geflügelwirtschaft Österreich
    www.gefluegelwirtschaft.at
    Geflügelwirtschaft Österreich auf Facebook
    www.facebook.com/profile.php?id=61557530799983
    Geflügelwirtschaft Österreich auf LinkedIn
    www.linkedin.com/company/gefluegelwirtschaft-oesterreich
    Michael Wurzer auf LinkedIn
    www.linkedin.com/in/michael-wurzer-70a3b615
    Österreichische Eierdatenbank
    www.eierdatenbank.at
    Donau Soja
    www.donausoja.org
    QGV – Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung
    www.qgv.at
    AMA-Gütesiegel
    www.ama.at
    Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ)
    www.nutztier.at
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    1 hr 49 min
  • ⁠Fermentation: Vom Sauerkraut zum Bioreaktor - Martin Reich



    Fermentation ist weit mehr als Sauerkraut und Kombucha. Wer beim Wort Fermentation vor allem an Einmachgläser denkt, dem wird in diesem Gespräch buchstäblich das Hirn fermentiert.

    Martin Reich ist Biologe, Wissenschaftskommunikator und Autor des Buches "Revolution aus dem Mikrokosmos". Seit etwa zwei Jahren versuchen wir, ins Gespräch zu kommen. Jetzt hat es geklappt, und wir haben uns ausführlich Zeit genommen, dieses Thema von Grund auf zu durchleuchten.

    Martin erklärt, warum Fermentation heute in drei Kategorien gedacht wird: die traditionelle, die wir alle kennen. Die Biomassefermentation, bei der Pilze in Bioreaktoren zu nahrhaftem Mykoprotein heranwachsen. Und die Präzisionsfermentation, bei der genetisch umprogrammierte Mikroorganismen gezielt bestimmte Stoffe produzieren, etwa Milchprotein ohne Kuh.

    Wir reden darüber, warum Mikroorganismen so viel effizienter arbeiten als Nutztiere, warum China gerade massiv in Fermentationstechnologien investiert und Europa möglicherweise den Anschluss verliert. Wir sprechen über die Lage der Landwirtschaft, über die Frage, ob Braukessel Bauernhöfe ersetzen werden und warum Martin bei Atomkraft und Gentechnik Positionen vertritt, die in Österreich besonders anecken.

    Das Gespräch ist lang, es ist inhaltlich dicht und es bewegt sich zwischen Naturwissenschaft, Geopolitik und der Frage, welches Menschenbild hinter unseren Ernährungsentscheidungen steckt. Eine Etappenstrategie oder die Kapitelmarken helfen beim Navigieren.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy stellt Martin Reich und das Thema Fermentation vor
    00:02:41 Wer ist Martin Reich?
    Kindheit in Frankfurt, der Opa aus Österreich und die Grünen Rächer
    00:16:01 Vom Biologen zum Bioökonomierat
    Studium, Promotion in Groningen und der Einstieg in die Bioökonomie
    00:36:15 Was ist Fermentation eigentlich?
    Drei Formen der Fermentation: traditionell, Biomasse und Präzision
    00:50:07 Fermentation als Kulturgut
    Verwesung vs. Fermentation, betrunkene Tiere und die Rolle von Pasteur
    00:58:03 Biomassefermentation und Mykoprotein
    Wie aus Pilzen Fleischalternativen werden und was Quorn damit zu tun hat
    01:15:04 Neue Proteine im Supermarkt
    Revo Foods, Planted und die Frage nach der Identität neuer Produkte
    01:28:17 Braukessel statt Bauernhof?
    Was Fermentation für die Landwirtschaft bedeutet und wo es hakt
    01:47:40 Atomkraft und Öko-Progressivismus
    Warum Martin für Kernenergie und Gentechnik eintritt
    02:01:08 Ernährungssouveränität und China
    Europas Abhängigkeiten und warum China bei Fermentation voranprescht
    02:16:18 Green Growth oder Degrowth?
    Menschenbild, Pragmatismus und die Frage, ob Technologie uns retten kann
    02:36:39 Gasfermentation erklärt
    Wie Mikroorganismen neue Rohstoffe und Lebensmittel erzeugen können
    02:43:13 Wer kontrolliert die Zukunft?
    Patente, Kapital und die Frage, wem die Technologien von morgen gehören werden
    02:56:05 Sprache zwischen Ehrlichkeit und Hype
    Warum Begriffe Erwartungen prägen und wie man über Innovationen spricht, ohne zu übertreiben

    Kurz-Bio Gast:
    Martin Reich ist promovierter Biologe, Wissenschaftskommunikator und Autor des Buches "Revolution aus dem Mikrokosmos - Nachhaltige Ernährung durch Fermentation" (Residenz Verlag, 2024). Er war Referent beim Bioökonomierat der deutschen Bundesregierung und ist Mitgründer des Öko-Progressiven Netzwerks e.V. sowie der Initiative Progressive Agrarwende. Er lebt und arbeitet in Berlin.

    INFOS ZUR FOLGE
    Martin Reich (Website)
    www.martins-mikrokosmos.de
    Buch: Revolution aus dem Mikrokosmos (Residenz Verlag)
    www.residenzverlag.com/buch/revolution-aus-dem-mikrokosmos
    Martin Reich auf Instagram
    www.instagram.com/martinreich5
    Martin Reich auf LinkedIn
    www.linkedin.com/in/martin-reich-67243bb5
    Öko-Progressives Netzwerk e.V.
    www.oekoprog.org
    Progressive Agrarwende
    www.progressive-agrarwende.org
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    3 hr 17 min
  • Einspruch Bachler | Herkunftskennzeichnung · Mercosur · Verantwortung



    Herkunftskennzeichnung als Heilsversprechen, Mercosur als Weltuntergang – stimmt das so? In der ersten Folge von "Einspruch Bachler" sitze ich mit Christian Bachler zusammen, Bergbauer aus der Krakauebene und seit vielen Jahren mein liebster Sparringspartner, wenn es um Landwirtschaft geht.

    Christian und ich sind uns selten einig, und genau das ist der Punkt. Wir diskutieren über drei Themen, die gerade die Agrarpolitik dominieren: die Herkunftskennzeichnung, das EU-Mercosur-Abkommen und die Frage, wer eigentlich verantwortlich ist für den Zustand der Landwirtschaft.

    Bei der Herkunftskennzeichnung hinterfragt Christian, ob sie wirklich das große Problem löst, das alle in ihr sehen. Sein Argument: Ja, Transparenz ist richtig und wichtig. Aber die Erwartung, dass danach alles besser wird, ist naiv. Denn wenn der Konsument zwei Gerichte nebeneinander sieht – eines heimisch, eines aus Südamerika zum halben Preis – dann wird es kompliziert mit dem Patriotismus am Teller. Gleichzeitig zeigt er am Beispiel der österreichischen Milchexporte nach Deutschland, wie schnell das eigene Qualitätsversprechen wackelt, wenn die Abnehmer genauer hinschauen.

    Bei Mercosur versuchen wir, die Zahlen einzuordnen. Die zusätzlichen Rindfleischimporte machen rund 1 bis 1,5 Prozent der EU-Produktion aus. Nicht die Menge ist das Problem, sagt Christian, sondern die Marktpsychologie – das Druckmittel in der Preisverhandlung. Und zum Schluss die vielleicht unbequemste Frage: Wer soll es richten, wenn nicht jeder bei sich selbst anfängt?

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy und Christian stellen das neue Diskussionsformat "Einspruch Bachler" vor
    00:04:15 Herkunftskennzeichnung
    Sinnvolles Instrument oder agrarpolitisches Heilsversprechen?
    00:09:29 Was sagt Herkunft über Qualität?
    Ist Rot-Weiß-Rot automatisch ein Qualitätsmerkmal?
    00:14:17 Zwei Preise, eine Speisekarte
    Was passiert, wenn heimisch und international nebeneinander stehen?
    00:18:38 Das Milch-Märchen
    Warum die Bergbauernmilch-Story in Deutschland geplatzt ist
    00:25:16 Europa als Geisterfahrer
    Hohe Standards, aber keiner fährt mit
    00:32:00 Mercosur: Panik oder Realität?
    99.000 Tonnen Rindfleisch und was das wirklich bedeutet
    00:39:17 Die Zahlen hinter Mercosur
    Quoten, Zölle und Marktpsychologie im Detail
    00:44:53 Hormone und Ochsen
    Was hinter der südamerikanischen Rindermast steckt
    00:50:10 Wer soll es richten?
    Verantwortung zwischen Politik, Markt und dem eigenen Betrieb
    00:57:19 Der treue Konsument
    Warum der österreichische Käufer doch die Stange hält
    01:01:36 Blitzlicht und Ausblick
    Erstes Fazit zum neuen Format und wie es weitergeht

    Kurz-Bio Gast:
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    INFOS ZUR FOLGE
    Bergerhof Krakauebene (Website)
    www.bergerhof-krakauebene.at
    Bergerhof Krakauebene auf Instagram
    www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
    Bergerhof Krakauebene auf Facebook
    www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
    Bergerhof Krakauebene auf YouTube
    www.youtube.com/@bergerhofkrakauebene
    Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung (BMLUK)
    www.bmluk.gv.at/themen/lebensmittel/herkunft-von-lebensmitteln/herkunftskennzeichnung/herkunftskennzeichnung-gemeinschaftsverpflegung.html
    AMA-Gütesiegel Tierhaltung Plus
    www.amainfo.at/de-at/tiere/nutztierhaltung-haltungsformen/rinder/milchkuehe/tierhaltung_plus
    Mercosur – Factsheet WKO Österreich (PDF Download)
    www.wko.at/oe/oesterreich/factsheet-mercosur.pdf
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    1 hr 4 min
  • B2P-Live "Ackerdemics Edition" - Fleisch, Familie und Verantwortung – Thomas Berger



    Thomas Berger führt in fünfter Generation Berger Schinken, eines der bekanntesten Fleischunternehmen Österreichs. Ein Gespräch, das so vielfältig war wie die Branche selbst.

    Thomas war schon einmal bei mir im Podcast, damals 2021, mitten in der Corona-Zeit mit Maske durch den Betrieb. Seither ist viel passiert: ein Großbrand, der die Schinkenproduktion lahmgelegt hat, ein Markt, der sich ständig verändert, und eine Übergabe von der vierten auf die fünfte Generation, die gerade mitten im Laufen ist. Thomas hat an der WU Wien Wirtschaftsrecht studiert und parallel dazu die Lehre zum Fleischverarbeiter gemacht, inklusive Meisterprüfung. Diese Verbindung aus akademischer und handwerklicher Perspektive merkt man im Gespräch.

    Was mich besonders beschäftigt hat: der ehrliche Umgang mit den Widersprüchen. Das Unternehmen betreibt einen eigenen kleinen Schlachthof, der ökonomisch nicht optimal läuft, aber die direkte Anbindung an die Landwirtschaft sichert. Das Regional-Optimal-Programm spart laut einer Studie des FiBL bis zu 45 Prozent CO2 ein, lässt sich aber am Markt nur schwer refinanzieren. Thomas sagt offen: einen Teil der Mehrkosten muss das Unternehmen einfach tragen. Gleichzeitig wäre es aus seiner Sicht falsch, damit aufzuhören.

    Wir reden auch über eine Tierwohl-Krise beim Zulieferbetrieb, die das Unternehmen dazu gebracht hat, ein eigenes Kontrollsystem aufzubauen. Über pflanzliche Produkte und warum die Oma bei der Verkostung nicht begeistert war. Über den Fachkräftemangel im Handwerk und warum Berger seinen Lehrlingen deutlich mehr zahlt als branchenüblich. Und darüber, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Produktionshalle brennt und man nicht weiß, ob morgen weitergearbeitet werden kann.

    Diese Folge ist ein Live-Podcast an der Wirtschaftsuniversität Wien, die Studierenden haben mitdiskutiert und richtig gute Fragen gestellt.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Begrüßung und Vorstellung von Thomas Berger an der WU Wien
    00:02:06 136 Jahre Berger Schinken
    Firmengeschichte von der Fleischerei 1890 bis zur fünften Generation
    00:11:10 Zahlen, Daten, Sortiment
    Umsatz, Mitarbeiter, Standort und Kundschaft des Unternehmens
    00:15:24 Eigener Schlachthof und Landwirtschaft
    Warum Berger trotz Mehrkosten am eigenen Schlachthof festhält
    00:21:00 Tierwohl und Regional Optimal
    Die Herzensprojekte der Familie: Regionalität und bessere Tierhaltung
    00:32:06 Schrumpfender Markt, pflanzliche Wege
    Fleischkonsum im Wandel und der Einstieg in pflanzliche Produkte
    00:46:32 Marke vs. Handelsmarke
    Marketing, Markenstärke und der Generationenkonflikt bei Social Media
    00:58:45 Vom Fleischhacker zum Proteinverarbeiter
    Berufsbild im Wandel und wie man Fleischer für Neues begeistert
    01:09:31 VGT-Skandal und was danach kam
    Tierwohl-Krise beim Zulieferbetrieb und das eigene Kontrollsystem
    01:23:04 Großbrand im April 2024
    55 Tonnen Fleisch verloren, sechs Tage Stillstand, Zusammenhalt
    01:31:19 Fachkräfte und Lehrlingsausbildung
    Neue Lehrwerkstatt, bessere Entlohnung und das Image des Handwerks
    01:40:01 Energie, Verpackung, EU-Regulierung
    Photovoltaik, Windenergie-Pläne und die EmpCo-Richtlinie

    Kurz-Bio Gast:
    Thomas Berger ist Teil der fünften Generation des niederösterreichischen Familienunternehmens Berger Schinken (Fleischwaren Berger GmbH & Co KG) in Sieghartskirchen. Er hat an der Wirtschaftsuniversität Wien den Master in Wirtschaftsrecht abgeschlossen und parallel dazu die Lehre zum Fleischverarbeiter samt Meisterprüfung gemacht. Im Unternehmen verantwortet er die Bereiche Produktion und Mitarbeiter.

    INFOS ZUR FOLGE
    Berger Schinken Website
    www.berger-schinken.at
    Berger Schinken auf Instagram
    www.instagram.com/berger.schinken
    Berger Schinken auf Facebook
    www.facebook.com/bergerschinken
    Berger Schinken  auf LinkedIn
    www.linkedin.com/company/bergerschinken
    WU Wien auf Instagram
    www.instagram.com/wuvienna
    WU Wien auf Facebook
    www.facebook.com/wu.wirtschaftsuniversitaet.wien
    WU Wien auf LinkedIn
    www.linkedin.com/school/wu-wirtschaftsuniversitaet-wien
    Folge - Familie Berger - Bergerschinken – Fleischverarbeitung vom Schwein bis zum Schinken
    www.bauertothepeople.at/podcast/29
    Folge - Florian Hütthaler – Vier Generationen Fleisch
    www.bauertothepeople.at/podcast/161
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    1 hr 52 min
  • Bauernprotest erklärt – Ernst Tschida



    Bauernprotest, Weltmarktpreise, Herkunftskennzeichnung — Ernst Tschida ist einer der Organisatoren der Bauern-Demonstration vom 1. April 2026 in Wien und hat sich zu mir ins Studio gesetzt, um in Ruhe zu erklären, was hinter den Forderungen der Landwirte steckt.

    Ernst ist Biobauer aus Pamhagen im Seewinkel, bewirtschaftet Flächen in Österreich und Ungarn und ist gleichzeitig ÖVP-Gemeinderat, Kammerrat und Obmann des Vereins Bündnis Zukunft Landwirtschaft. Er ist also Teil des Systems und Teil des Widerstands dagegen. Und ja, das muss kein Widerspruch sein.

    Ich wollte dieses Gespräch eigentlich knackig halten, so ein Stunderl war der Plan. In dieser Hinsicht habe ich völlig versagt. Aber die Materie ist so vielschichtig, dass sich jede Minute gelohnt hat. Wir reden darüber, warum die Herkunftskennzeichnung allein nicht reicht, wie ein Weizenpreis in Chicago oder Paris das Einkommen eines burgenländischen Bauern bestimmt, warum Photovoltaik-Anlagen und Blühwiesen inzwischen lukrativer sind als Getreideanbau und wieso die Inflation der letzten Jahre bei den Ausgleichszahlungen einfach nie angekommen ist.

    Ernst nimmt uns auch mit nach Brüssel, wo er Tränengas in die Nase bekommen hat, nach Parndorf, wo die erste Demo mit 100 Traktoren startete, und auf die Wiener Ringstraße, wo am 1. April mehr als 200 Traktoren rollten. Es geht um die Frage, ob Landwirtschaft noch Teil der freien Marktwirtschaft sein kann oder ob wir sie ganz anders denken müssen. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht, aber nach diesem Gespräch versteht man besser, warum.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willys Einleitung zu Ernst Tschida und den Bauernprotesten vom 1. April
    00:06:03 Wer ist Ernst Tschida?
    Biobauer im Seewinkel, Betrieb in Österreich und Ungarn, Praktikum in Kanada
    00:12:32 Bio aus Überzeugung
    Warum der Betrieb seit 2000 biologisch arbeitet und wo die Grenzen liegen
    00:21:24 Funktionär und Rebell
    ÖVP-Gemeinderat organisiert überparteiliche Demo — ein Widerspruch?
    00:31:09 Der Weg zur Demo
    Von Brüssel mit Tränengas über Parndorf nach Wien mit 200 Traktoren
    00:49:13 Vereinnahmung und Message
    Wie eine überparteiliche Demo in Wien funktioniert — und was nicht klappt
    01:00:24 Forderung 1: Herkunftskennzeichnung
    Warum man wissen soll, was im Schnitzel und in der Wurst steckt
    01:12:53 Das Puten-Paradoxon
    Höhere Standards, weniger Wettbewerbsfähigkeit — das Dilemma am Beispiel
    01:26:33 Forderung 3: Perspektiven und Inflation
    Warum Ausgleichszahlungen nie an die Inflation angepasst wurden
    01:46:39 Inputkosten und Weltmarkt
    Pacht, Saatgut, Dünger, Diesel — wo das Geld hingeht und woher es kommt
    02:06:03 Wie der Weizenpreis entsteht
    Chicago, Paris, Rotterdam — und Russlands neue Rolle am Getreidemarkt
    02:17:20 Photovoltaik vs. Acker
    Wenn Blühwiesen und Solarpanele mehr bringen als Weizenanbau
    02:42:04 Wer soll es richten?
    Tourismusabgabe, Ernährungssouveränität und die ökosoziale Marktwirtschaft
    Kurz-Bio Gast:
    Ernst Tschida ist Biobauer aus Pamhagen im Seewinkel (Burgenland) und bewirtschaftet Ackerbau- und Holunderflächen in Österreich sowie einen Ackerbaubetrieb in Ungarn. Er ist ÖVP-Gemeinderat, Landwirtschaftskammer-Kammerrat und Obmann des Vereins Bündnis Zukunft Landwirtschaft, der am 1. April 2026 die Bauerndemonstration in Wien organisiert hat.

    INFOS ZUR FOLGE
    Ernst Tschida auf Instagram
    www.instagram.com/ernsttschida
    Ernst Tschida auf Facebook
    www.facebook.com/p/Ernst-Tschida-100064252053811
    Ernst Tschida auf LinkedIn
    www.linkedin.com/in/ernst-tschida-0a78213b8
    ORF-Bericht zur Bauerndemonstration (01.04.2026)
    https://wien.orf.at/stories/3348333
    Copa-Cogeca Website (EU-Bauernlobby)
    www.copa-cogeca.eu
    Folge - Die Ökosoziale Marktwirtschaft mit Josef Riegler
    www.bauertothepeople.at/podcast/222
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    3 hr 9 min
  • B2P-Live "Ackerdemics Edition" - Wer bestimmt die Spielregeln der Wirtschaft? - Jonas Bunte



    Zukunftsfähiges Wirtschaften – was bedeutet das eigentlich? Und wer hat die Hebel in der Hand, um die Wirtschaft wirklich zu verändern? Darüber habe ich mit Jonas Bunte gesprochen, Professor für internationale politische Ökonomie an der WU Wien.

    Das Gespräch war Teil unserer Ackerdemics-Reihe, aufgenommen live vor Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung "Zukunftsfähiges Wirtschaften". Jonas hat nicht einfach vorgetragen, sondern die Studierenden direkt eingebunden – mit Mentimeter-Umfragen, Diskussionen und ziemlich unbequemen Fragen. Zum Beispiel: Warum kaufen die meisten von uns die Gurke um 99 Cent statt die Bio-Gurke um 1,79, auch wenn wir wissen, dass es anders besser wäre?

    Wir haben uns durch alle Ebenen gearbeitet. Von der Frage, ob wir als Individuen zukunftsfähig handeln können, über die Rolle von Unternehmen zwischen Profit und Verantwortung, bis hin zur großen Bühne der internationalen Politik. Jonas hat dabei seine eigene Geschichte eingebracht – vom Zivildienst in Washington D.C. bei einer Organisation für Schuldenerlass bis zu seinem Buch über die Kreditentscheidungen von Entwicklungsländern. Besonders hängen geblieben ist mir seine Überzeugung, dass es nicht um die eine richtige Antwort geht, sondern darum, gemeinsam die besseren Fragen zu stellen. Und dass manchmal nur 3,5 Prozent der Menschen reichen, um echten Wandel auszulösen.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Begrüßung und Vorstellung von Professor Jonas Bunte an der WU Wien
    00:02:32 Vom Dorf in die Welt
    Jonas Weg von Baden-Württemberg über Washington D.C. nach Wien
    00:07:03 Zivildienst, Schulden und die Weltbank
    Wie ein Zufallsjob Jonas zur politischen Ökonomie brachte
    00:13:11 Was ist politische Ökonomie?
    Wer macht die Regeln am Markt und wer gewinnt dabei?
    00:22:20 Mentimeter: Herausforderungen der Zukunft
    Die Studierenden stimmen ab: Klimawandel, Überalterung, Ressourcen
    00:28:27 Rente privatisieren oder solidarisch?
    Das Pensionsdilemma zwischen Effizienz und Gerechtigkeit
    00:42:02 Individuum, Unternehmen und Staat
    Wer kann zukunftsfähiges Wirtschaften wirklich vorantreiben?
    00:48:26 Die Gurke um 99 Cent
    Citizen-Consumer-Gap: Warum wir anders kaufen als wir denken
    01:01:46 Können Unternehmen die Welt retten?
    Shareholder vs. Stakeholder und die Grenzen von Green Labels
    01:14:40 Politik als Marktplatz der Ideen
    Demokratie, Kurzfristigkeit und die Rolle der Europäischen Zentralbank
    01:29:13 Schulden, Schuldenerlass und neue Ideen
    Von Abraham Lincoln über HIPC bis zu Debt-for-Nature-Swaps
    01:39:04 Drei Prozent reichen
    Warum wenige Menschen großen Wandel anstoßen können
    01:50:15 Universität als Raum der Veränderung
    Raus aus der Bubble, rein in den Austausch

    Kurz-Bio Gast:
    Jonas Bunte ist Professor für Internationale Politische Ökonomie und Leiter des gleichnamigen Instituts an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er hat Philosophie und Volkswirtschaftslehre in Bayreuth, Development Studies an der London School of Economics und Politikwissenschaft an der University of Minnesota studiert. Sein preisgekröntes Buch "Raise the Debt – How Developing Countries Choose Their Creditors" untersucht, wie Entwicklungsländer zwischen konkurrierenden Kreditgebern wählen.

    INFOS ZUR FOLGE
    Jonas Bunte – Institut für Internationale Politische Ökonomie, WU Wien
    www.wu.ac.at/ipe/menschen/jonas-bunte
    Jonas Bunte – persönliche Website
    https://jonasbunte.com
    WU Wien - Zukunftsfähiges Wirtschaften
    www.wu.ac.at/soziooekonomie/zukunftsfaehiges-wirtschaften-vertiefung-und-anwendung
    WU Wien - Department für Sozioökonomie
    www.wu.ac.at/soziooekonomie
    Zukunftfähiges Wirtschaften auf Instagram
    www.instagram.com/zuwi_va
    WU Wien auf Instagram
    www.instagram.com/wuvienna
    WU Wien auf Facebook
    www.facebook.com/wu.wirtschaftsuniversitaet.wien
    WU Wien auf LinkedIn
    www.linkedin.com/school/wu-wirtschaftsuniversitaet-wien
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    2 hr 3 min
  • Future 4 Kids: Verein gründen, Zukunft bauen in Ruanda - Otto Fischer



    Mit Otto Fischer sitze ich zum dritten Mal vor dem Mikro. Dieses Mal im Garten seines Isange Paradise Resort im Norden Ruandas. Über die Veterinärmedizin und das Indigene Volk der Batwa haben wir schon gesprochen, jetzt geht es ans Eingemachte: Wie gründet man einen Verein in der Entwicklungszusammenarbeit? Wie führt man ihn? Und was macht man da eigentlich konkret?

    Otto kam 2007 wegen der Berggorillas nach Ruanda. 18 Jahre später ist daraus der Verein Future 4 Kids geworden, mit einem achtköpfigen Vorstand, der komplett ehrenamtlich arbeitet. Kein Büro, kein Sekretariat, jeder Euro geht direkt in die Projekte. Was mich besonders beschäftigt hat: Otto erzählt offen über die unbequeme Seite der Hilfe. Darüber, dass mehr nicht immer besser ist. Dass man irgendwann auch Nein sagen muss, damit die Unterstützung nachhaltig bleibt. Und dass Vertrauen die einzige Basis ist, auf der so etwas funktioniert, auch wenn es manchmal enttäuscht wird.

    Wir sprechen über die Vereinsgründung in Österreich, über Spendenabsetzbarkeit, über den Unterschied zwischen Stadt und Land in Ruanda und über ein Gesundheitssystem, in dem eine Jahresversicherung weniger als drei Euro kostet. Und wir schauen in die konkreten Projekte: die Schneiderinnen-Ausbildung, bei der rund 80 Prozent der Absolventinnen im Beruf bleiben. Den Hort, der jetzt zur Vorschule wird. Die Community Library, zu der am ersten Sonntag 250 Kinder kamen. Das Single-Mothers-Programm. Und das Hotel als Social Business, das mittlerweile rund 8 Prozent des Jahresbudgets erwirtschaftet.

    Wer diese Arbeit unterstützen möchte, findet alle Infos und Links in den Shownotes.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einleitung und Vorstellung von Otto Fischer und Future 4 Kids
    00:04:21 Wie alles begann
    2007, Berggorillas, ein Patenkind und 50 Waisenkinder in Rasa
    00:09:08 Die Vereinsgründung
    Von der informellen Hilfe zum eingetragenen Verein Future 4 Kids
    00:19:06 Leben auf dem Land in Ruanda
    Subsistenzlandwirtschaft, Isolation und das Sozialsystem
    00:30:00 Teilen und Loslassen
    Über Besitz, Materialismus und die Freude am Geben
    00:40:01 Was es kostet und was es bringt
    Spendenabsetzbarkeit, 0% Verwaltungskosten und Fundraising
    00:52:23 Einen Verein aufbauen
    Vereinsgründung, Team und warum Unwissenheit helfen kann
    01:07:27 Das kleine Einmaleins der Hilfe
    Frustration, Vertrauen und wann man Nein sagen muss
    01:16:10 Ethnozentrismus vermeiden
    Eurozentrische Sicht, Zurückhaltung und lokale Zusammenarbeit
    01:33:00 Die Projekte im Detail
    Waisenkinder, Schneiderinnen-Ausbildung und Community Library
    01:58:03 Single Mothers und Social Business
    Alleinerziehende Mütter, das Isange Paradise Resort und Tiermedizin
    02:48:03 Wie man unterstützen kann
    Spenden, Patenschaften, Mitmachen und Kontakt

    Kurz-Bio Gast:
    Dr. Otto Fischer ist Veterinärmediziner aus Korneuburg und Gründer sowie Obmann des Vereins Future 4 Kids – Zukunft für Kinder in Ruanda. Seit 2007 reist er regelmäßig nach Ruanda und hat dort mehrere Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit aufgebaut, darunter Berufsausbildungen, ein Hortprogramm und ein Social-Business-Hotel. Der gesamte Vorstand des Vereins arbeitet ehrenamtlich.

    INFOS ZUR FOLGE
    Future 4 Kids - Website
    www.future4kids.at
    Kabagorozi Projekt (Batwa)
    www.future4kids.at/kabagorozi-projekt
    Spendenseite
    www.future4kids.at/jetzt-helfen
    Isange Paradise Resort – Website
    www.isangeparadiseresort.com
    Future 4 Kids auf Instagram
    www.instagram.com/future4kidsat
    Future 4 Kids auf Facebook
    www.facebook.com/futureforkids
    Folge zur Veterinärmedizin in Ruanda
    www.bauertothepeople.at/podcast/257
    Folge zu den Batwa
    www.bauertothepeople.at/podcast/260
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    2 hr 54 min
  • B2P-Live "Ackerdemics Edition" - Marktgärtnerei: Zukunft auf 8000 m² – Alfred Grand



    Marktgärtnerei: 70 Gemüsekulturen auf weniger als einem Hektar, in Handarbeit, ohne Traktor, ohne Pestizide und direkt an die Kundschaft in der Region. Alfred Grand erklärt, warum das funktioniert.

    Alfred Grand bewirtschaftet die Grand Farm in Absdorf, Österreichs ersten Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Auf rund 90 Hektar betreibt er bio-regenerativen Ackerbau, auf einem kleinen Teil davon den Grand Garten, eine Marktgärtnerei, die zeigt, was auf kleinen Flächen möglich ist. Ich habe ihn vor Studierenden an der WU Wien getroffen, im Rahmen der Lehrveranstaltung "Zukunftsfähiges Wirtschaften". Passender hätte das Thema nicht sein können.

    Was mich an diesem Gespräch beeindruckt hat: Alfred denkt Landwirtschaft konsequent vom Boden her. Wer versteht, warum ein gesunder Boden Wasser hält, warum Regenwürmer dafür sorgen, dass im Schwarzen Meer weniger Fische sterben und warum ein System, das bei Blackout weiter produzieren kann, mehr ist als eine nette Idee, der versteht auch, warum Marktgärtnerei gerade so an Dynamik gewinnt. In Österreich gibt es inzwischen rund 200 solcher Betriebe, Tendenz steigend, viele davon gegründet von Quereinsteigern mit akademischem Hintergrund.

    Wir sprechen über den Unterschied zwischen bio, konventionell und regenerativ und warum es dafür keine einheitliche Definition gibt. Über die Geschichte der Marktgärtnerei, die von den Pariser Pferdemist-Gärtnereien über Eliot Coleman und Jean-Martin Fortier bis nach Absdorf führt. Über Vermarktung, Kistl-Abos und die Frage, ob man davon leben kann. Über die Taskforce Marktgärtnerei, die Rahmenbedingungen schaffen will, wo es bisher keine gibt. Und über die ROC-Zertifizierung, den weltweit höchsten Bio-Standard.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Live an der WU Wien: Willy stellt Alfred Grand und das Format vor
    00:03:17 Der Weg zur Landwirtschaft
    Alfreds Familie, der Weinbau und die Entscheidung für die Regenwürmer
    00:09:19 Warum Regenwürmer unterschätzt werden
    Vom Kindergartenwissen zur Grünen Revolution und ihren Folgen
    00:13:51 Bio, konventionell, regenerativ
    Was die Begriffe bedeuten und warum es keine einheitliche Definition gibt
    00:22:21 Sustainable reicht nicht mehr
    Warum Gleichbleiben zu wenig ist und Regenerieren nötig wird
    00:27:09 Was Marktgärtnerei ausmacht
    Biointensiver Gemüseanbau, SDGs und ein blackout-sicheres System
    00:39:36 Wer macht das und lohnt es sich?
    Betriebswirtschaft, Startkapital und das Profil der Marktgärtner
    00:50:04 Fehler, Lernkurve, Bodenaufbau
    Kaltstart ins kalte Wasser und warum gesunder Boden alles entscheidet
    00:56:21 Beete statt Traktorspuren
    Warum sich bei der Marktgärtnerei die Natur nicht der Maschine anpasst
    01:07:00 Marktgärtnerei vs. Gärtnerei
    Die Begriffsdebatte und der Unterschied zum Market Gardening
    01:14:01 Vermarktung: Kistl, Gastro, Markt
    Drei Vertriebswege, Wintergemüse und ganzjährige Produktion
    01:45:00 Taskforce und Rahmenbedingungen
    Warum Marktgärtnereien Förderstrukturen und Ausbildung brauchen
    01:53:18 ROC-Zertifizierung und Ausblick
    Regenerative Organic Certified, Resilienz und die letzte Frage

    Kurz-Bio Gast:
    Alfred Grand ist Bio-Landwirt, Regenwurmexperte und Gründer der Grand Farm in Absdorf, Niederösterreich, Österreichs erstem Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Er betreibt auf rund 90 Hektar bio-regenerativen Ackerbau und mit dem Grand Garten eine der ersten Marktgärtnereien Europas mit ROC-Zertifizierung. 2025 wurde er als einer von Europas Top 50 Farmers ausgezeichnet.

    INFOS ZUR FOLGE
    Grand Garten Website
    www.grandgarten.at
    Grand Garten auf Instagram
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