BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

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BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen episodes

  • Einspruch Bachler | Dürre · Milchkrise · Dieselpreise



    Mehr Milch in einem Dürrejahr: Dieses Paradoxon hat mich beschäftigt, und Christian erklärt mir, warum die Antwort in der Fütterung und im Zukauf liegt.

    Angefangen haben wir aber woanders. Christian hatte noch Redebedarf zum Thema Dürre und Anpassung, und wir sind schnell bei etwas gelandet, das ich bis dahin unterschätzt habe: Wer eine Fläche nur von Jahr zu Jahr gepachtet hat, hat wenig Grund, in Humus, Hecken oder Windschutz zu investieren. Der Boden wird dann zur Ertragsquelle für eine Saison statt zum Kapital für Generationen. Christian beschreibt, wie in Regionen mit vielen Verpächtern die Interessen auseinanderlaufen, und wie sich das in Ostdeutschland nach der Umwandlung der LPGs noch einmal anders zugespitzt hat, wenn außerlandwirtschaftliches Kapital einsteigt.

    Dazwischen erzählt er die Geschichte von einem Krug Wasser in einem Gastbetrieb, die sich zu einer Grundsatzdebatte ausgewachsen hat. Ich finde sie deshalb stark, weil sie zeigt, wie weit Lebensrealitäten auseinanderliegen können, ohne dass jemand böse Absichten hat. Und sie führt uns zur Frage, die mich an dem ganzen Podcast am meisten umtreibt: Wer vermittelt das eigentlich noch, wenn es kaum mehr persönliche Berührungspunkte gibt.

    Beim Milchmarkt wird es dann sehr konkret. Christian erklärt, warum der begrenzende Faktor die aufnehmbare Trockenmasse ist, warum in einem schlechten Futterjahr hochkalorisch ergänzt und schärfer selektiert wird, und wieso am Ende trotzdem Milch da ist. Danach landen wir bei der eigentlichen Zwickmühle: Der einzelne Betrieb mit Stall, Krediten und Maschinen hat kaum einen Anreiz, weniger zu melken, auch wenn genau das dem Markt insgesamt helfen würde. Zum Schluss reden wir über Treibstoffkosten, über Transportpreise, die durchschlagen bis ins Regal, und über die Agrardieselrückvergütung, die pauschal nach Fläche berechnet wird und am Einzelbetrieb oft erstaunlich wenig ausmacht.

    Eine Sache noch: Das Thema Hass im Netz haben wir diesmal verschoben, dem widmen wir uns beim nächsten Mal ausführlich.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy und Christian stecken die Themen der Ausgabe ab.
    00:01:06 Nachtrag zur Dürre
    Warum Anpassung in der Theorie einfach und in der Praxis zäh ist.
    00:05:05 Pacht von Jahr zu Jahr
    Kurze Verträge und das fehlende Interesse an langfristigem Bodenaufbau.
    00:11:15 Eigentum, LPGs und Großkapital
    Vom Strukturbruch im Osten zu Investoren ohne Bezug zur Fläche.
    00:16:10 Der Krug Wasser
    Eine Gastro-Anekdote über Kosten, die niemand sieht.
    00:19:01 Wer vermittelt zwischen den Welten
    Schule, Medien, Podcasts: woher kommt das Gespür füreinander.
    00:29:04 Hecken, Mikroklima und CO2
    Struktur in der Fläche und was sie für Pflanzen am Morgen bedeutet.
    00:32:04 Mehr Milch trotz Dürre
    Zukauf, Selektion und Energiedichte als Erklärung für das Paradoxon.
    00:37:27 Preisdruck und Einzelbetrieb
    Fixkosten, Liquidität und warum keiner als Erster weniger melkt.
    00:42:02 Neuseeland als Gegenentwurf
    Weidebasierte Produktion, niedrige Kosten, derselbe Weltmarkt.
    00:48:00 Treibstoffkosten im Betrieb
    Tankfüllungen, Transportpreise und die Wirkung auf Lebensmittelpreise.
    00:52:47 Agrardiesel: was ankommt
    Pauschale Berechnung nach Fläche und der Betrag am Einzelbetrieb.

    Kurz-Bio Gast:
    Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.

    INFOS ZUR FOLGE
    Bergerhof Krakauebene (Website)
    www.bergerhof-krakauebene.at
    Bergerhof Krakauebene auf Instagram
    www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
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    www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
    Bergerhof Krakauebene auf YouTube
    www.youtube.com/@bergerhofkrakauebene
    Alternative University of Bergerhof (Website)
    www.alternativeuniversity.at
    IG-Milch
    www.ig-milch.at
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    1 hr
  • Erwin Wagenhofer - Von We Feed the World bis Atmosphere



    Erwin Wagenhofer hat mit We Feed the World 2005 den Blick vieler Menschen auf unser Ernährungssystem verändert. Jetzt saß er bei mir im Wiener Studio, kurz vor dem Kinostart seines neuen Films Atmosphere. Er erzählt vom kleinen Hof seiner Großmutter im Mostviertel, wo noch fast alles selbst gemacht wurde, und von dem Moment Anfang der 70er Jahre, als dort der erste Kunstdüngersack auftauchte. Diese Szene zieht sich durch sein ganzes Werk, bis in den aktuellen Film hinein.

    Wir reden über seinen Weg zum Film, über die ersten 39 Jahre ohne Förderung, über Auftragsarbeiten und darüber, wie schmal der Grat zwischen Konsequenz und Sturheit ist. Und wir reden über den Bruch nach Alphabet, als er beschlossen hat, nicht mehr nur Abgründe zu zeigen. Mit But Beautiful und jetzt mit Atmosphere richtet er den Blick auf Menschen, die es anders machen: auf Ernst Götsch und seine syntropische Landwirtschaft, auf Maria Giménez und ihre Gärten in Brandenburg, auf die Lehmbauleute rund um Anna Heringer und Martin Rauch.

    Ich habe ihm meine liebste Frage gestellt, die ich mir selbst auch dauernd stelle: Was bringen diese Nischen eigentlich, wenn sich im Großen so wenig bewegt? Seine Antwort hat mich nicht beruhigt, aber sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Genauso wie die Stelle, an der ich ihn mit der Verantwortung von uns Konsumentinnen und Konsumenten konfrontiere und er mir ziemlich trocken erklärt, warum sein Film nicht They Feed the World heißt.

    Zum Schluss wird es handwerklich: Warum ein guter Film auch ohne Ton funktionieren muss, warum er keine Musik unterlegt, und was passiert ist, nachdem er damals den Nestlé-Chef vor der Kamera hatte. Mit 65 denkt er jedenfalls nicht ans Aufhören. Da kommt noch was.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy begrüßt Erwin Wagenhofer im Wiener Podcast-Studio.
    00:03:05 Zufrieden mit 65?
    Warum Unzufriedenheit Antrieb bleibt und Aufhören kein Thema ist.
    00:05:01 Film lebt von Förderung
    Was ein Kinofilm kostet und wer in Europa sonst noch gefördert wird.
    00:13:12 Kindheit im Mostviertel
    Selbstversorgung bei der Oma und der erste Kunstdüngersack am Hof.
    00:25:03 Der Film, der alles auslöste
    Mit 16 nachts Cul-de-sac gesehen und die Berufung gespürt.
    00:35:19 Wie We Feed the World entstand
    Loslassen, Wiener Märkte und die Frage, wo die Produkte herkommen.
    00:46:12 Von 2008 bis zur Orientierungslosigkeit
    Finanzkrise, Griechenland 2015 und der Verlust politischer Orientierung.
    00:56:26 Zwei Arten von Atmosphäre
    Die dünne Schicht um die Erde und das überhitzte Klima zwischen uns.
    01:17:00 Lösungen statt nur Kritik
    Warum Kunst angeblich keine Lösungen zeigen darf und er es trotzdem tut.
    01:27:11 Was bringen Nischen?
    Vorbildwirkung, Startkapital und die Frage nach der Breitenwirkung.
    01:55:03 Wie mündig sind Konsumenten?
    Verantwortung zwischen Supermarktkasse, Bildung und erschöpftem Alltag.
    02:23:07 Warum der Film ins Kino gehört
    Konzentration, Rhythmus und das Bild als stärkstes Mittel im Kino.
    02:41:00 Verantwortung vor der Kamera
    Von Erntearbeitern in Almería bis zum Gespräch mit dem Nestlé-Chef.

    Kurz-Bio Gast:
    Erwin Wagenhofer, geboren 1961 in Amstetten, ist Filmmacher. Nach einer technischen Ausbildung und mehr als 150 Image-, Industrie- und Werbefilmen drehte er ab 2005 die Kinodokumentarfilme We Feed the World, Let's Make Money und Alphabet sowie den Spielfilm Black Brown White und den Musikfilm But Beautiful. Sein sechster Kinofilm Atmosphere startet am 9. Oktober 2026 in den österreichischen Kinos.

    INFOS ZUR FOLGE
    Erwin Wagenhofer – offizielle Website
    www.filmmacher.at
    ATMOSPHERE (AT 2026) – Filmdaten beim Österreichischen Filminstitut
    www.filminstitut.at/filme/atmosphere
    ATMOSPHERE (AT 2026) – Filmladen Filmverleih
    www.filmladen.at/film/atmosphere
    Erwin Wagenhofer – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Wagenhofer
    Erwin Wagenhofer auf Instagram
    www.instagram.com/erwinwagenhofer.filmmacher
    Erwin Wagenhofer auf Facebook
    www.facebook.com/p/Erwin-Wagenhofer-Filmemacher-100063198311780
    Erwin Wagenhofer auf LinkedIn
    www.linkedin.com/in/erwin-wagenhofer-358b2a428
    Filmladen Filmverleih auf YouTube
    www.youtube.com/user/Filmladen
    Filmladen Filmverleih auf Instagram
    www.instagram.com/filmladen_lunafilm
    Filmladen Filmverleih auf Facebook
    www.facebook.com/filmladen
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    www.linkedin.com/company/filmladen-filmverleih-gmbh
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    3 hr 2 min
  • Einspruch Bachler | Dürre · Anpassung · Molkereifusion



    Dürre, leere Futterlager und ein Markt, der kippt: Christian und ich reden über ein Jahr, das viele Betriebe an ihre Grenze gebracht hat.

    Wir haben im Juli schon einmal über Trockenheit gesprochen, damals mitten in der Entwicklung. Jetzt ist die Saison vorbei und das Bild klarer. Am Bergerhof in der Krakauebene ist es mit ein paar Gewittern noch einigermaßen gut ausgegangen, östlich vom Semmering war das Jahr für viele existenzbedrohend. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Dürreschäden in der Landwirtschaft Anfang August mit rund einer Milliarde Euro.

    Was mir Christian erklärt hat und was ich vorher so nicht am Schirm hatte: Wie fein verzahnt das alles ist. Wenn Almen nicht grün werden, kommen die Tiere im August statt im Oktober heim, dorthin, wo auch kein Futter liegt. Gleichzeitig steigen Mäster aus, weil ihnen die Preise davongelaufen sind, und verkaufen lieber ihr Futter. Und der Futterhändler hebt irgendwann nicht mehr ab, weil es schlicht nichts mehr zu kaufen gibt, auch nicht in Ungarn, Tschechien oder Norditalien.

    Nachdenklich gemacht hat mich ein anderer Punkt: Christian beschreibt, dass in so einem Jahr ausgerechnet jene Betriebe besser dastehen können, die stark mit Handelsdünger arbeiten. Wer mit Mist und Kompost düngt, braucht Bodenfeuchte, damit das Bodenleben überhaupt arbeitet. Er nennt das einen Wettkampf, bei dem der eine gedopt ist und der andere nicht. Wir streiten darüber, was daraus zu lernen ist, und landen bei Hecken, Windbremsen, Tau, standortangepassten Sorten und der Frage, warum Anpassung fast immer einzelbetrieblich beginnt.

    Im zweiten Teil geht es um die Fusion der Obersteirischen Molkerei mit der Berglandmilch, die die OM-Mitglieder mit 92 Prozent beschlossen haben. Christian hat sich der Stimme enthalten und erklärt, warum ihm die Sache gleichzeitig egal und wichtig ist: Weil hinter dem Kostenargument die Frage steht, ob man sich noch als Eigentümer einer Genossenschaft versteht oder nur mehr als Milchlieferant.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Begrüßung, Themen des Tages: Dürre, Anpassung und Molkerei-Fusion
    00:02:02 Eine Kappe aus Pakistan
    Besuch eines Yak-Fachmanns und was Christian daraus mitgenommen hat
    00:06:14 Wirtschaften auf 4.000 Metern
    Subsistenz, harte Selektion und ganzjährige Weide unter Extrembedingungen
    00:11:17 Trockenheit: Osten und Westen
    Wie unterschiedlich das Dürrejahr die Regionen getroffen hat
    00:12:25 Warum Tiere früher heimkommen
    Almen ohne Grün, leere Winterfuttervorräte und frühes Abtreiben
    00:16:48 Wenn der Rindermarkt kippt
    Mäster steigen aus, Einsteller finden keine Abnehmer, Preise verwerfen
    00:19:11 Kein Futter am Markt
    Ausverkaufte Händler, steigende Ballenpreise und fehlende Liquidität
    00:26:15 Versicherung und Hilfspakete
    240 Millionen, Dürreindex und die Kritik an der Gießkanne
    00:32:18 Das Doping-Paradox
    Warum intensive Betriebe im Dürrejahr teils besser durchkommen
    00:40:19 Anpassung am eigenen Betrieb
    Hecken, Wind, Tau und viele kleine Schritte statt großer Programme
    00:53:03 Sorten und Tiere für den Standort
    Kleinräumige Genetik statt Maximalertrag aus dem Katalog
    01:03:03 Fusion OM und Berglandmilch
    Konzentration im Molkereiwesen und die Rolle der Genossenschaft

    Kurz-Bio Gast:
    Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.

    INFOS ZUR FOLGE
    Bergerhof Krakauebene (Website)
    www.bergerhof-krakauebene.at
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    Alternative University of Bergerhof (Website)
    www.alternativeuniversity.at
    Berglandmilch eGen
    www.berglandmilch.at
    Obersteirische Molkerei eGen
    www.oml.at
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    1 hr 31 min
  • Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Freiheit und Maß



    Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Agrarpolitik in Österreich: Dürrejahr, Herkunftskennzeichnung, Mercosur, Tierhaltung und die Frage, wie viel Freiheit zumutbar ist.

    Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.

    Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.

    Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
    00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
    Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
    00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
    60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
    00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
    Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
    00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
    Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
    00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
    Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
    00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
    Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
    00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
    Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
    01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
    Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
    01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
    EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
    01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
    Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.

    Kurz-Bio Gast:
    Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.

    INFOS ZUR FOLGE
    Österreichischer Bauernbund - Website
    www.bauernbund.at
    Georg Strasser – Profil im Parlament
    www.parlament.gv.at/person/83153
    Georg Strasser – ÖVP-Parlamentsklub
    www.oevpklub.at/georg-strasser
    Georg Strasser auf Instagram
    www.instagram.com/georg_strasser
    Georg Strasser auf Facebook
    www.facebook.com/strassergeorg
    Lebensqualität Bauernhof – Beratung und Bäuerliches Sorgentelefon
    www.lebensqualitaet-bauernhof.at
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    1 hr 32 min
  • Marchfeldkanal: Wasser für die Kornkammer - Franz Steiner



    Der Marchfeldkanal bringt Donauwasser in eine der trockensten Regionen Österreichs. Franz Steiner hat mir erklärt, was dieses System kann und was nicht.

    Ich bin mit der Vorstellung ins Gespräch gegangen, ein Kanal sei ein Graben, durch den Wasser fließt. Nach zwei Stunden mit Franz Steiner, dem Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, ist daraus ein ziemlich vielschichtiges Bauwerk geworden: 19 Kilometer neu angelegtes Gewässer, dazu Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach, in Summe rund 91 Kilometer nach Angaben der Betriebsgesellschaft. Andere Quellen sprechen von knapp 100 Kilometern, je nachdem, was man mitzählt.

    Am meisten hängen geblieben ist bei mir das Bild der Badewanne. Franz erklärt den größten zusammenhängenden Grundwasserkörper Österreichs als eine mit Schotter gefüllte, leicht geneigte Wanne zwischen Wien und Bratislava. Wenn man an einer Stelle Wasser einbringt, entsteht kein See, sondern ein Kegel, der sich über Monate ausbreitet. Das erklärt auch, warum die Anlagen in einem Jahr wie diesem nicht eins zu eins nachliefern können, was auf den Feldern verbraucht wird.

    Überrascht hat mich der historische Teil. Geplant und gebaut wurde in einer Zeit, in der gerade Linien und glatte Böschungen als Fortschritt galten. Trotzdem entstand ein naturnah gestaltetes Gewässer mit Aufweitungen, Buchten und Fischaufstiegen. Dass ausgerechnet ein technisches Bewässerungsprojekt heute wie ein großes Renaturierungsprojekt wirkt, ist eine der Widersprüchlichkeiten, über die wir länger reden.

    Wir sprechen außerdem über Keller im Marchfeld, über Kläranlagen, die einen verlässlichen Vorfluter brauchen, über Nitrat im Grundwasser und über die Frage, wem das Wasser gehört, wenn es knapper wird. Und darüber, warum Franz sagt, dass Renaturierung in der Fläche wichtig ist, nach wochenlanger Dürre aber auch der beste Boden am Ende ist.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy stellt Franz Steiner und das Marchfeldkanalsystem vor.
    00:03:35 Vom Waldviertel zum Wasser
    Kindheit am Bach, Umweg über die HTL, Studium an der BOKU.
    00:15:02 Warum das Marchfeld austrocknete
    Donauregulierung, Urbarmachung und sinkende Grundwasserstände.
    00:23:11 Der Grundwasserkörper als Badewanne
    Schotter, Flurabstand und wer dem Grundwasser Wasser entnimmt.
    00:32:05 Naturnah statt Betonrinne
    Warum in den 80ern kein Trapezprofil gebaut wurde.
    00:36:40 Hainburg und die Ersatzbaustelle
    Wie politische Umstände dem Projekt zum Durchbruch verhalfen.
    00:46:07 Vier Gewässer, rund 91 Kilometer
    Marchfeldkanal, Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach.
    00:54:05 Versickern und Steuern
    Wehrklappen, Filterbecken und drei Grundwasseranreicherungsanlagen.
    01:05:01 Kläranlagen, Hochwasser, Fische
    Weitere Funktionen des Systems und was sie für die Region bedeuten.
    01:17:17 Was das System kostet
    Errichtungskosten, laufendes Budget und offene Darlehen bis 2043.
    01:26:26 Wasser für die Landwirtschaft
    Warum Bewässerung trotz Wasser im Boden an Grenzen stößt.
    01:36:46 Ressource Wasser in Zukunft
    Verdunstung, Nitrat, Nutzungskonflikte und internationale Abstimmung.

    Kurz-Bio Gast:
    Franz Steiner ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal und leitet das dort angesiedelte Kompetenzzentrum Bewässerung, das Landwirtinnen und Landwirte in ganz Niederösterreich berät. Aufgewachsen ist er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im nördlichen Waldviertel, studiert hat er an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Vor seinem Wechsel 2022 war er bei der via donau für den Flussbau an March und Thaya zuständig.

    INFOS ZUR FOLGE
    Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
    www.marchfeldkanal.at
    Kompetenzzentrum Bewässerung – Land Niederösterreich
    www.noe.gv.at/noe/Wasser/Kompetenzzentrum_Bewaesserung.html
    Tätigkeitsbericht 2025 der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal (PDF)
    www.marchfeldkanal.at/wp-content/uploads/2026/08/JB-2025-zur-Veroeffentlichung.pdf
    Aussendung Dürre 2026: Wasser als Zukunftsfrage der Landwirtschaft
    www.marchfeldkanal.at/duerre-2026-wasser-ist-zentrale-zukunftsfrage-der-landwirtschaft
    B2P-Folge mit Christian Griebler zum Thema Grundwasser
    www.bauertothepeople.at/podcast/289
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    2 hr 3 min
  • Physik, Dürre und die Frage nach Qualität – Werner Gruber



    Dürre, Landwirtschaft und Physik: Werner Gruber über das Trockenjahr 2026, Kostenwahrheit bei Lebensmitteln und die Frage, warum sich Qualität so selten schmecken lässt.

    Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Gespräch kürzen soll. Habe ich nicht. Werner Gruber ist jemand, der auf eine Frage nicht mit einer Antwort reagiert, sondern mit einer Geschichte, einem Gegenbeispiel und meistens noch mit einer Pointe. Drei Stunden sind viel, ich weiß. Dafür gibt es die Kapitelmarken, und du musst dir das wirklich nicht in einem Stück anhören.

    Wir starten bei der Trockenheit dieses Sommers. Laut Landwirtschaftsministerium liegen die Ertragseinbußen beim Getreide bei rund zwanzig Prozent, im Grünland drohen Ausfälle von bis zu fünfzig Prozent. Werner rechnet damit, dass uns das im Herbst über die Preise einholt, weil das, was hier fehlt, importiert werden muss. Von dort landen wir bei der Frage, warum Gesellschaften manche Veränderungen mühelos schaffen und andere über Jahrzehnte nicht, und warum das seiner Meinung nach seltener ein technisches und öfter ein psychologisches Problem ist.

    Dann wird es kulinarisch. Werner hat Weihnachtsgänse verschiedener Herkunft unter identischen Bedingungen zubereitet, Gulasch mit unterschiedlichsten Fleischqualitäten gekocht und heuer fünf Marmorkuchen mit fünf verschiedenen Eiersorten gebacken. Sein Befund ist unbequem: In vielen Fällen entscheidet der Zubereitungsprozess mehr als das Etikett. Bei Tomaten oder Salat sieht er das anders. Mich hat vor allem interessiert, was das für die Art bedeutet, wie wir über Qualität reden und werben.

    Wir sprechen außerdem über Laborfleisch und E-Fuels, über die Grenzen der Effizienz, über seine Kindheit in Oberösterreich, über den Herzstillstand 2015, über Humor als Gradmesser für Freiheit und darüber, warum er mit hundert über die Autobahn fährt.

    Viel Freude beim Reinhören!

    Kurz-Bio Gast:
    Werner Gruber, geboren 1970 in Ostermiething und aufgewachsen in Ansfelden, ist Physiker, Autor und Wissenschaftsvermittler. Er studierte Physik an der Universität Wien, arbeitete am Institut für Experimentalphysik und lehrt heute an der Fakultät für Informatik. Er leitete das Planetarium Wien samt Kuffner- und Urania-Sternwarte, war Mitgründer der Science Busters, drei Jahre Forschungskoordinator des Landes Burgenland und schrieb unter anderem das Buch Die Genussformel über kulinarische Physik.

    INFOS ZUR FOLGE
    Werner Gruber – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Gruber
    Fakultät für Informatik, Universität Wien
    https://informatik.univie.ac.at/
    Science Busters
    https://sciencebusters.at/
    Heinz Oberhummer – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Oberhummer
    Solar Foods (Solein)
    https://solarfoods.com/
    Factory 01 von Solar Foods in Vantaa
    https://solarfoods.com/factory-01/
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    2 hr 55 min
  • Grundwasser: Speicher mit langem Gedächtnis - Christian Griebler



    Grundwasser ist das größte Süßwasser-Ökosystem der Erde – und es liegt direkt unter unseren Füßen. Ich bin mit dem Bild von einem unterirdischen See in dieses Gespräch gegangen. Und dieses Bild war so falsch, wie es nur geht.

    Christian Griebler ist Limnologe an der Universität Wien und einer der wenigen Forschenden weltweit, die sich mit dem Grundwasser nicht nur als Ressource, sondern als Lebensraum beschäftigen. Was er mir in diesen zwei Stunden erklärt hat, hat mein Verständnis von Wasser ziemlich durcheinandergebracht. Alle Flüsse und Seen der Welt zusammen machen nur einen Bruchteil dessen aus, was im Untergrund als Grundwasser liegt. Und dieser Untergrund ist kein toter Speicher, sondern ein belebtes System, das sich selbst sauber hält – solange wir es lassen.

    Wir reden über das trockenste Jahr seit Langem, über die Frage, ob uns das Wasser ausgehen kann, und warum die Antwort darauf komplizierter ist, als man denkt. Christian erklärt, warum jeder Fluss einen unsichtbaren Zwilling hat, der unterirdisch mitfließt. Warum die Begradigung von Flüssen nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein wasserwirtschaftliches Problem ist. Wie Quellen funktionieren, was der Marchfeldkanal mit der Donau zu tun hat, und warum das Grundwasser ein extrem langes Gedächtnis hat – was wir heute eintragen, kriegen wir so schnell nicht mehr raus.

    Und dann wird es auch politisch: Wem gehört das Wasser, wenn es knapp wird? Was passiert, wenn Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung um dieselbe Ressource konkurrieren? Und warum holt die Politik das beste verfügbare Wissen nicht ab, obwohl es auf dem Tisch liegt?

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Was ist Grundwasser und warum wissen wir so wenig darüber?
    00:02:14 Wer ist Christian Griebler?
    Vom Insektensammler zum Grundwasserökologen – ein ungewöhnlicher Weg
    00:10:11 Trockenheit: Wetter oder Klima?
    27 Prozent weniger Niederschlag und die Frage, wo das Wasser hin ist
    00:16:36 Vom Berg ins Tal – wie Wasser wandert
    Das West-Ost-Gefälle und warum der Osten benachteiligt ist
    00:20:36 Grundwasser ist kein See
    Stockwerke, Lückenräume und das Aquarium-Bild erklärt
    00:30:11 Flüsse und ihr unsichtbarer Zwilling
    Warum jeder Fluss einen unterirdischen Begleiter hat
    00:39:10 Wasser in der Landschaft halten
    Flussbegradigung, Überschwemmungsflächen und Running Sushi
    00:52:11 Zahlen, die Perspektiven verschieben
    97 Prozent Salzwasser und das Verhältnis von Oberfläche zu Untergrund
    01:03:06 Kommunizierende Gefäße
    Wie Flüsse und Grundwasser sich gegenseitig am Leben halten
    01:20:00 Politik, Wissenschaft und Komfortzonen
    Warum das beste Wissen nicht abgeholt wird
    01:30:54 Grundwasser und Landwirtschaft
    Wer hat Vorrang beim Wasser – und wer zahlt am Ende?
    01:51:04 Lebensraum Untergrund
    Wie Mikroben das Grundwasser sauber halten – und wann das kippt
    02:02:01 Das lange Gedächtnis des Grundwassers
    Was wir heute eintragen, bleibt dort für Jahrhunderte
    02:19:30 Was bleibt – ein Plädoyer
    Kommunikation im Wasserkreislauf und was jeder tun kann

    Kurz-Bio Gast:
    Christian Griebler ist Professor für Limnologie an der Universität Wien und Leiter des Departments für funktionelle und evolutionäre Ökologie. Er erforscht Grundwasserökosysteme, ihre Biodiversität und die Rolle von Mikroorganismen bei der natürlichen Wasserreinigung. Vor seiner Rückkehr nach Wien 2019 war er 18 Jahre in Deutschland, unter anderem am Helmholtz Zentrum München.

    INFOS ZUR FOLGE
    Christian Griebler – Universität Wien
    https://ecology.univie.ac.at/about-us/unit-limnology/working-group-groundwater-ecology/team/christian-griebler
    Christian Griebler – Google Scholar Profil
    https://scholar.google.com/citations?user=uFmlqxsAAAAJ
    Wiener Hochquellenwasserleitung – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Hochquellenwasserleitung
    Wiener Wasserversorgung – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Wasserversorgung
    Marchfeldkanal – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marchfeldkanal
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    2 hr 25 min
  • KI am Bauernhof - Stefan Romstorfer



    KI in der Landwirtschaft – nicht am Acker, sondern im Büro: Wie setzt ein Bio-Landwirt KI-Tools im täglichen Arbeitsalltag ein? Darüber habe ich mich mit Stefan Romstorfer von Neuland Bio unterhalten.

    Das hier ist die zweite Folge mit Stefan. In der ersten ging es um den Erdnussanbau im Weinviertel und ein KI-gesteuertes Hackgerät. Diesmal haben wir uns seinen ganz alltäglichen Umgang mit KI im Büro vorgenommen, nicht am Acker – hemdsärmelig, praxisnah, ohne Hochglanz.

    Stefan ist nicht nur Bio-Landwirt, sondern betreibt in Wien auch eine Web- und Werbeagentur und hat Wirtschaftsinformatik studiert. Das macht ihn zu einem dieser Menschen, die technisch tief genug drin sind, um zu verstehen, was passiert, aber gleichzeitig beide Beine fest am Boden haben. Er zeigt, wie er sich mit KI eine Pflanzenschutzmittelliste erstellt hat, die den neuen rechtlichen Anforderungen entspricht. Wie er Etiketten auf Lebensmittelkonformität prüft. Wie er Fotos hochlädt, um Pflanzenkrankheiten zu erkennen. Und wie KI einen Fehler in seiner Steuererklärung gefunden hat, den der Steuerberater übersehen hatte.

    Wir reden aber auch darüber, was KI nicht ist: kein allwissender Freund, kein Ersatz für eigenes Wissen. Und am Ende wird es ein bisschen nachdenklich: Was bedeutet es, wenn uns nach den Händen jetzt auch noch das Denken abgenommen wird? Es sind Impulse und Ideen, keine fertige Anleitung. Wer schon mit KI arbeitet, findet hoffentlich ein paar neue Gedanken. Wer noch nicht angefangen hat, bekommt vielleicht den nötigen Schubs.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Willy fasst die vorige Folge zusammen und gibt einen Ausblick auf die KI-Episode.
    00:03:01 Der ChatGPT-Moment
    Wann Stefan zum ersten Mal mit KI in Berührung kam und was ihn angefixt hat.
    00:08:04 Was ist KI – und was nicht?
    KI als Denkpartner, die Grenzen der Maschine und warum man Danke sagt.
    00:15:19 Einstieg für Anfänger
    Account anlegen, erste Prompts formulieren und die Angst vor dem Start verlieren.
    00:21:58 Prompting und Kontext
    Warum bessere Eingaben bessere Antworten liefern – und wo die Grenzen sind.
    00:30:19 KI am Acker vs. KI im Büro
    Autonome Traktoren, Hackgeräte und wo KI in der Landwirtschaft steht.
    00:35:05 Praxisbeispiele aus dem Alltag
    Pflanzenschutzlisten, Etikettenkontrolle, Krankheitserkennung per Foto.
    00:43:29 Direktvermarktung und Textarbeit
    Wie KI bei Förderanträgen, Stundenlisten und Arbeitsplanung unterstützt.
    00:59:09 Finanzen und Steuererklärungen
    KI findet einen Fehler in der Steuererklärung – 15.000 Euro mehr Rückzahlung.
    01:07:03 Chancen, Risiken und die Zukunft
    Was passiert mit unseren Jobs, wenn uns das Denken abgenommen wird?
    01:17:08 Einfach starten
    Stefans Appell zum Schluss: Offen sein, dranbleiben, keine Angst haben.

    Kurz-Bio Gast:
    Stefan Romstorfer ist Bio-Landwirt und Unternehmer aus Auersthal im niederösterreichischen Weinviertel. Gemeinsam mit seinem Bruder Roman bewirtschaftet er einen Ackerbau- und Weinbaubetrieb und baut unter der Marke neuland.bio seit 2016 die ersten Bio-Erdnüsse Österreichs an. Darüber hinaus ist er an der Entwicklung des KI-gesteuerten Hackgeräts VarioChop AI beteiligt, einer Kooperation der Firmen Samo und Ulmanna.

    INFOS ZUR FOLGE
    neuland.bio (Stefan & Roman Romstorfer, Bio-Erdnüsse aus dem Weinviertel)
    www.neuland.bio
    neuland.bio auf Instagram
    www.instagram.com/neuland.bio.erdnuss
    neuland.bio auf Facebook
    www.facebook.com/neuland.bio
    Samo Maschinenbau (Hackgerät VarioChop, Thomasroith, OÖ)
    www.samo-gmbh.at
    VarioChop AI Hackgerät (KI-gesteuerte In-Row-Hacktechnik)
    www.samo-gmbh.at/hackgeraet-variochop
    YouTube-Video zu VariaChop AI (damit man sich auch was vorstellen kann :)
    www.youtube.com/watch?v=FTduEZq-BFo
    Ulmanna (KI-Kamerasysteme für Hacktechnik, Tschechien)
    www.ullmanna.eu
    Erste Folge mit Stefan Romstorfer - Erdnüsse aus Österreich
    www.bauertothepeople.at/podcast/287
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    1 hr 21 min
  • Erdnüsse aus Österreich – Stefan Romstorfer



    Bio-Erdnüsse aus dem Weinviertel: Stefan Romstorfer baut gemeinsam mit seinem Bruder Roman eine Kultur an, die es vor 20 Jahren in Österreich gar nicht gegeben hätte.

    Ich war bei Stefan in Auersthal, auf der alten Kegelbahn im ehemaligen Wirtshaus seines Großvaters. Dort, wo früher Alle Neune gerufen wurde, stehen heute Erdnuss-Röster und Verpackungsmaschinen. Stefan und sein Bruder Roman haben den elterlichen Bio-Betrieb übernommen und sich neben Weizen, Ölkürbis und Weinbau einer für Österreich ziemlich ungewöhnlichen Kultur verschrieben: der Erdnuss.

    Die Erdnuss ist botanisch gesehen gar keine Nuss, sondern gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie kommt mit wenig Wasser aus, mag sandige Böden und profitiert von den veränderten klimatischen Bedingungen im Weinviertel. Stefan erzählt, wie der Weg von ein paar Quadratmetern Versuchsanbau zu mittlerweile 25 Hektar geführt hat, warum die Unkrautregulierung dabei die größte Herausforderung ist und wie er gemeinsam mit den Firmen Samo und Ulmanna ein KI-gesteuertes Hackgerät mitentwickelt hat, das Kulturpflanzen in Millisekunden erkennt und das Unkraut dazwischen entfernt.

    Wir reden über Saatgut, das man sich teilweise selbst vermehrt, über Erntemaschinen, die erst nach mehreren Anläufen funktioniert haben, über Erdnussmus aus 100 Prozent Erdnüssen und ein Erdnussöl, das die steirische Ölmühle Fandler presst. Und darüber, was es heißt, als kleinstrukturierter Familienbetrieb ein Produkt von Grund auf zu entwickeln, zu verarbeiten und zu verkaufen.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einleitung und Vorstellung: Erdnüsse im Weinviertel und KI am Acker
    00:03:01 Wer ist Stefan Romstorfer?
    Vom IT-Studium zurück zur Landwirtschaft, Bio-Pionier-Vater Franz
    00:07:09 Der Betrieb im Weinviertel
    160 Hektar Ackerbau, 16 Hektar Weinbau, Arbeitsteilung mit Bruder Roman
    00:16:18 Das Problem mit dem Unkraut
    Warum Unkraut im Bio-Anbau die zentrale Herausforderung ist
    00:21:19 KI-Hacke: VarioChop AI
    Wie Kamera, KI und Pneumatik Unkraut in der Reihe erkennen und entfernen
    00:33:00 So funktioniert die KI-Erkennung
    Machine Learning mit tausenden Pflanzenfotos und Millisekunden-Steuerung
    00:45:04 Wie kommt man auf Erdnüsse?
    Klimawandel, trockene Böden und die Suche nach einer einzigartigen Kultur
    00:59:12 Klimawandel im Weinviertel
    Längere Vegetationsperioden, weniger Niederschlag, neue Möglichkeiten
    01:05:02 Die Erdnuss: Hülsenfrucht, nicht Nuss
    Botanik, Anbau von der Saat bis zur Ernte, Selbstbefruchtung im Boden
    01:25:05 Trocknung, Röstung und Verarbeitung
    Vom Acker in die ehemalige Wirtshausküche: Trocknung, Röstung, Erdnussmus
    01:44:07 Vertrieb und Direktvermarktung
    Webshop, Nikolaus-Erdnüsse, Erdnussbutter und das Öl von Fandler
    01:59:04 Kleinstrukturierte Landwirtschaft
    Was familiengeführte Betriebe ausmacht und warum Nischen wichtig sind
    02:08:19 Utopie und Abschluss
    Herkunftskennzeichnung, regionale Kreisläufe und Stefans Kühlschrank

    Kurz-Bio Gast:
    Stefan Romstorfer ist Bio-Landwirt und Unternehmer aus Auersthal im niederösterreichischen Weinviertel. Gemeinsam mit seinem Bruder Roman bewirtschaftet er einen Ackerbau- und Weinbaubetrieb und baut unter der Marke neuland.bio seit 2016 die ersten Bio-Erdnüsse Österreichs an. Darüber hinaus ist er an der Entwicklung des KI-gesteuerten Hackgeräts VarioChop AI beteiligt, einer Kooperation der Firmen Samo und Ulmanna.

    INFOS ZUR FOLGE
    neuland.bio (Stefan & Roman Romstorfer, Bio-Erdnüsse aus dem Weinviertel)
    www.neuland.bio
    neuland.bio auf Instagram
    www.instagram.com/neuland.bio.erdnuss
    neuland.bio auf Facebook
    www.facebook.com/neuland.bio
    Samo Maschinenbau (Hackgerät VarioChop, Thomasroith, OÖ)
    www.samo-gmbh.at
    VarioChop AI Hackgerät (KI-gesteuerte In-Row-Hacktechnik)
    www.samo-gmbh.at/hackgeraet-variochop
    Ulmanna (KI-Kamerasysteme für Hacktechnik, Tschechien)
    www.ullmanna.eu
    Ölmühle Fandler (Erdnussöl-Pressung, Pöllau, Steiermark)
    www.fandler.at
    Winzerkeller im Weinviertel / Genossenschaftsweinkeller Wolkersdorf
    www.winzerkeller.eu
    Erdnuss (Arachis hypogaea) – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Erdnuss
    YouTube-Video zu VariaChop AI (damit man sich auch was vorstellen kann :)
    www.youtube.com/watch?v=FTduEZq-BFo
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    2 hr 20 min
  • Einspruch Bachler | Kuhattacke · Dürre · Ukraine



    Kuhattacke, Dürre, EU-Beitritt der Ukraine: Christian und ich  nehmen uns drei Themen vor, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Auf den zweiten Blick ziemlich viel.

    Im Mai 2026 ist in Osttirol wieder eine Frau durch eine Kuhherde tödlich verletzt worden. Christian kennt das Thema wie kaum ein anderer, er war schon beim ersten großen Kuhurteil mittendrin.Wir reden darüber, warum an bestimmten Hotspots Weidewirtschaft und Tourismus nicht mehr zusammenpassen und warum wir in der Rinderzucht über Jahrzehnte auf das Wesen der Tiere vergessen haben, weil nur die Leistungszahlen auf dem Zettel standen.

    Dann das zweite Thema: Dürre. Christian berichtet, dass in seinem Bezirk über den Winter kaum Niederschlag gefallen ist. Was das für das Grundwasser bedeutet, warum Getreide in Notreife geht und was intensive Beweidung nach dem Vorbild von Allan Savory mit dem Wasserhaushalt im Boden macht, da sind wir zu Erkenntnissen gekommen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

    Und drittens: der mögliche EU-Beitritt der Ukraine. Ein Land mit rund 41 Millionen Hektar Ackerland, davon rund 60% Schwarzerdeböden. Was passiert, wenn diese Flächen ohne Zollschranken in den EU-Binnenmarkt kommen? Christian und ich sind uns einig, dass das eigentliche Problem nicht die Ukraine ist, sondern die Art, wie wir Landwirtschaft in Europa seit Jahrzehnten denken und fördern.

    Der rote Faden durch alle drei Themen: Wir haben in der (Land-) Wirtschaft zu oft nur auf Leistung und Effizienz geschaut und die qualitativen Faktoren links liegen lassen. Beim Tier das Wesen, beim Boden die Naturgestaltung und bei der (Agrar-) Politik den Menschen.

    Wir haben ein wenig diskutiert. Aber was ist mit euch? Was denke ihr zu diesen Themen, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt uns oder schreibt es in die Kommentare!

    00:00:00 Los gehts
    Begrüßung, Rückblick auf die erste Folge und Themenübersicht
    00:03:06 Kuhattacke in Osttirol
    Was im Mai passiert ist und was sich seit dem Kuhurteil getan hat
    00:07:55 Wolf, Hund, Herde
    Warum in Osttirol mehrere Risikofaktoren zusammentrafen
    00:11:24 Wegerecht und Almnutzung
    Betretungsrecht im Wald und am Berg, Nutzungskonflikte an Hotspots
    00:17:29 Zucht auf Wesen
    Warum der Charakter von Rindern in der Zucht vergessen wurde
    00:26:06 Lösungen für die Alm
    Kurse, verlorenes Hirtenwissen und Entschärfung von Hotspots
    00:29:08 Dürre und Bodenwasser
    Fehlende Winterniederschläge, Grundwasser und Notreife beim Getreide
    00:37:07 Klima oder Wetter?
    Was sich verändert und wie Bergbauern profitieren und leiden
    00:42:04 Hecken, Wurzeln, Wasser halten
    Ausgeräumte Landschaften und wie intensive Beweidung hilft
    00:55:10 Ukraine und die EU
    Schwarzerdeböden, Agrarflächen und was ein Beitritt bedeuten würde
    01:04:01 Preisdruck und Systemfrage
    Börsenpreise, spanische Schweine und die GAP-Reform
    01:13:16 Roter Faden und Abschluss
    Wesen, Boden, Ökonomie: Warum wir immer die gleichen Fehler machen

    Kurz-Bio Gast:
    Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.

    INFOS ZUR FOLGE
    Bergerhof Krakauebene (Website)
    www.bergerhof-krakauebene.at
    Bergerhof Krakauebene auf Instagram
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