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Krieg, Klimakrise, Energieknappheit, Inflation, steigende Preise... schlechte Nachrichten dominieren die Medien. Was macht das mit uns? Zum einen mit den Medienmacher:innen, die täglich stundenlang mit solchen Meldungen umgehen müssen, oder mit den Reporter:innen vor Ort, die mit Toten, Verletzten, Gefolterten, Traumatisierten konfrontiert werden. Zum anderen mit den Lesern, Hörerinnen, Zuschauenden, Usern, von denen sich immer mehr von aktuellen Nachrichtensendungen und News-Tickern verabschieden. Darüber reden wir mit Betroffenen und lassen das Gesagte einordnen von Maren Urner, Neurowissenschaftlerin und Medienpsychologin. Was sollte sich ändern? Helfen positive Nachrichten, rettet uns der konstruktive Journalismus?
Themen
Die Zeitungskrise ist nichts Neues: Seit Vielen Jahren sinken Abos und Werbeeinnahmen, jetzt wird die Krise durch steigende Papierpreise und Zustellkosten verschärft. Auch die Digitalisierung der Presseangebote geht nicht so schnell voran wie erhofft, die Konkurrenz durch die großen US-Plattformen Google, Facebook & Co. ist erdrückend. Doch der ein oder andere Verlag sieht auch positiv in die Zukunft.
Über die Zeitungslandschaft im Wandel sprechen wir mit BR-Medienexpertin Sissi Pitzer. Mit O-Tönen von Sigrun Albert (BDZV), Michael Husarek (Nürnberger Nachrichten), Kai Röhrbein (Walsroder Zeitung), Eugen Russ (Vorarlberger Zeitung), Martin Andree (Uni Köln), Peter Stefan Herbst (Saarbrücker Zeitung).
In Deutschland gerät der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch den Skandal beim rbb und Ungereimtheiten in anderen Sendern wie NDR oder BR massiv unter Druck. Manche Politiker sehen das gesamte System in Frage gestellt, andere fordern zumindest weitgehende Reformen. In anderen Ländern Europas ist schon mehr passiert: In Frankreich hat Präsident Macron die Rundfunkgebühr nach seiner Wiederwahl abgeschafft; die öffentlich-rechtlichen Radio- und TV-Sender werden vorrübergehend über einen Teil der Mehrwertsteuer finanziert. In Großbritannien steht die BBC, die Mutter aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, im Feuer: Die konservative Regierung will ebenfalls den Rundfunkbeitrag abschaffen und den Sender, der auch regierungskritisch berichtet, zurückschneiden. In den skandinavischen Ländern dagegen erfährt der öffentlich-rechtliche Rundfunk hohe Akzeptanz beim Publikum, stellt sich aber auch neu auf.
Nach der Abberufung der rbb-Intendantin Patricia Schlesinger äußert sich die Intendantin des Bayerischen Rundfunks, Katja Wildermuth, im BR24-Medienmagazin erstmals öffentlich zu den erhobenen Vorwürfen. "Das Vertrauen, das wir genießen, wird überschattet durch neue Enthüllungen, durch individuelle Verfehlungen - das besorgt mich sehr, macht mich auch ein Stück weit fassungslos und wütend", so Wildermuth.
Luxus, Protz, Vetternwirtschaft und dubiose Beraterverträge - am Ende waren die Vorwürfe gegen rbb-Intendantin Patricia Schlesinger so groß, dass sie zurücktreten musste, als ARD-Vorsitzende und als Chefin des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Zweite Hauptperson in dieser Affäre ist der bisherige Vorsitzende des rbb-Verwaltungsrates, Wolf-Dieter Wolf. Er war gleichzeitig Aufsichtsratschef der einflussreichen Messe Berlin. Von beiden Posten ist er nach einigem Zögern inzwischen zurückgetreten. Wolf und der Verwaltungsrat sollen eigentlich die Geschäftsführung der Intendantin kontrollieren - doch es gibt geschäftliche Verflechtungen zwischen Schlesinger und Wolf, so dass die Generalstaatsanwaltschaft Berlin inzwischen wegen des Verdachts auf Untreue und Vorteilsnahme ermittelt. Nicht nur der rbb, sondern der öffentlich-rechtliche Rundfunk generell stehen inzwischen in der Kritik.
Themen
Bachelor, Master, drei bis fünf Praktika und danach ein redaktionelles Volontariat: Das gilt als klassischer Weg in die Medien. Der Journalismus ist mittlerweile sehr akademisch geprägt - und damit zu elitär? Welche Perspektiven gehen verloren? Wie wirkt es sich auf die Berichterstattung aus? Braucht es die Skills aus dem Studium zwingend, um guten Journalismus zu lernen? Das Medienmagazin legt den Fokus auf einen Ausschlussmechanismus, der oft zu kurz kommt: Soziale Herkunft, Bildung und Armut. Denn auch unbezahlte Praktika kann sich längst nicht jeder leisten. Zu Gast sind: Olivier David, freiberuflicher Journalist und Autor von "Keine Aufstiegsgeschichte: Warum Armut psychisch krank macht", Raphaela Naomi Heinzl, BR-Podcast-Host und Absolventin des PULS Talente Programms, Clemens Finzer, Leiter Ausbildungsredaktion BR und Hendrik Zörner, Pressesprecher Deutscher Journalisten-Verband.
Menschen, die Missstände aufzeigen in der Gesellschaft oder am Arbeitsplatz sind extrem wichtig. Ihre Hinweise sind wie ein Frühwarnsystem. Oft bringen diese Whistleblower Medien dazu größere Recherchen anzustoßen und damit auch die Politik zum Handeln. Aber sie sind in Deutschland nur schlecht geschützt. Teilweise werden Sie als Denunzianten verunglimpft und gemobbt. Eigentlich müsste es seit langem ein Gesetz zum besseren Schutz von Whistleblowern in Deutschland geben. Justizminister Marco Buschmann hat im April einen Gesetzentwurf vorgestellt. Aber die Politik tut sich schwer. Woran liegt das? Was müsste getan werden, um Whistleblower besser zu schützen? Und warum könnte eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA problematisch sein, was die Pressefreiheit angeht?
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