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Schuldenbremse, Energie, Verteidigung: Das sind nur drei der wichtigen Themen, mit denen sich unsere Gesellschaft aktuell beschäftigen muss. Demokratische Gesellschaften lösen ihre Probleme eigentlich dadurch, dass auf einer möglichst breiten Faktenbasis unterschiedliche Lösungswege mithilfe von Argumenten diskutiert werden. Doch diese Vermittlungsprozesse sind derzeit gestört. Denn (nicht nur) in sozialen Netzwerken werden Fakten verwischt und gefühlte Standpunkte zugespitzt. Es kommt zu Gruppenbildung, zum „Wir“ gegen „Die“ und zur Emotionalisierung von Debatten, die dann keine Debatten mehr sind. Verhärtung, Verrohung und Stillstand oder gar Rückschritt sind die Folge.
Ingrid Brodnig ist Kolumnistin für den Standard, Autorin und Vortragsrednerin. Sie beschäftigt sich vor allem mit Netzthemen und der Art und Weise, wie Menschen im Internet miteinander kommunizieren. Ihr aktuelles Buch „Wider die Verrohung“ behandelt die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten und gibt Tipps, wie Emotionalisierung und Fake News begegnet werden kann.
„In dieser aufgeregten digitalen Zeit, in der wir uns befinden, ist von vielen die Aufmerksamkeitsstrategie: Ich muss gar nicht mehr alle erreichen, sondern ich muss nur den Kern meines Lagers erreichen und die wütend machen. Dann rentiert sich das schon“, sagt Ingrid Brodnig.
Studien zeigen, dass Menschen von sich gern in Gruppen denken. Werden sowohl Gruppenzugehörigkeiten als auch Unterschiede zu anderen Gruppen verstärkt betont, sind Austausch und gegenseitiges Verständnis gestört. Damit schwindet auch die Chance auf Kompromiss und Lösung. Ingrid Brodnig setzt der Zuspitzung das „achtsam Wütendsein“ entgegen. Damit ist gemeint, sich in Debatten nicht von den eigenen Emotionen treiben zu lassen und zu versuchen, den anderen immer auch als Menschen zu sehen. Brodnig ist sich sicher: Bei vielen Menschen gibt es eine Sehnsucht nach zivilisierter Debatte und Austausch — gerade auch angesichts der Zuspitzung in vielen Bereichen.
„Ich glaube schon, dass ein Teil des Publikums eine Sehnsucht nach einer anderen Debatte hat. Dass viele merken, dass da was falsch läuft und dass wir Mechanismen entwickeln können, damit wir uns nicht in jede Wutdebatte hineintreiben lassen.“
Über die Mechanismen emotionalisierter Debatten im Netz und über Forschungsergebnisse zum Verhalten von Gruppen und Strategien gegen die Verrohung spricht Ingrid Brodnig in dieser neuen Folge des brand eins Podcasts mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.
By detektor.fm – Das Podcast-Radio3
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Schuldenbremse, Energie, Verteidigung: Das sind nur drei der wichtigen Themen, mit denen sich unsere Gesellschaft aktuell beschäftigen muss. Demokratische Gesellschaften lösen ihre Probleme eigentlich dadurch, dass auf einer möglichst breiten Faktenbasis unterschiedliche Lösungswege mithilfe von Argumenten diskutiert werden. Doch diese Vermittlungsprozesse sind derzeit gestört. Denn (nicht nur) in sozialen Netzwerken werden Fakten verwischt und gefühlte Standpunkte zugespitzt. Es kommt zu Gruppenbildung, zum „Wir“ gegen „Die“ und zur Emotionalisierung von Debatten, die dann keine Debatten mehr sind. Verhärtung, Verrohung und Stillstand oder gar Rückschritt sind die Folge.
Ingrid Brodnig ist Kolumnistin für den Standard, Autorin und Vortragsrednerin. Sie beschäftigt sich vor allem mit Netzthemen und der Art und Weise, wie Menschen im Internet miteinander kommunizieren. Ihr aktuelles Buch „Wider die Verrohung“ behandelt die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten und gibt Tipps, wie Emotionalisierung und Fake News begegnet werden kann.
„In dieser aufgeregten digitalen Zeit, in der wir uns befinden, ist von vielen die Aufmerksamkeitsstrategie: Ich muss gar nicht mehr alle erreichen, sondern ich muss nur den Kern meines Lagers erreichen und die wütend machen. Dann rentiert sich das schon“, sagt Ingrid Brodnig.
Studien zeigen, dass Menschen von sich gern in Gruppen denken. Werden sowohl Gruppenzugehörigkeiten als auch Unterschiede zu anderen Gruppen verstärkt betont, sind Austausch und gegenseitiges Verständnis gestört. Damit schwindet auch die Chance auf Kompromiss und Lösung. Ingrid Brodnig setzt der Zuspitzung das „achtsam Wütendsein“ entgegen. Damit ist gemeint, sich in Debatten nicht von den eigenen Emotionen treiben zu lassen und zu versuchen, den anderen immer auch als Menschen zu sehen. Brodnig ist sich sicher: Bei vielen Menschen gibt es eine Sehnsucht nach zivilisierter Debatte und Austausch — gerade auch angesichts der Zuspitzung in vielen Bereichen.
„Ich glaube schon, dass ein Teil des Publikums eine Sehnsucht nach einer anderen Debatte hat. Dass viele merken, dass da was falsch läuft und dass wir Mechanismen entwickeln können, damit wir uns nicht in jede Wutdebatte hineintreiben lassen.“
Über die Mechanismen emotionalisierter Debatten im Netz und über Forschungsergebnisse zum Verhalten von Gruppen und Strategien gegen die Verrohung spricht Ingrid Brodnig in dieser neuen Folge des brand eins Podcasts mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.

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