Schottland als Vorreiter im UK
Schottland hat sich international vor allem mit seinem Whisky einen Namen gemacht, genauer gesagt Scotch, wie man ihn nur nennen darf, wenn er tatsächlich aus Schottland kommt. Auch für die markanten Klänge des Dudelsacks und das Tragen von Kilts ist das Land bekannt. Und seit dem Erfolg der Serie „Outlander“ reisen jedes Jahr viele Menschen in den Norden der britischen Insel, um auf den Spuren von Jamie und Claire zu wandeln. Was die wenigsten wissen: Schottland ist dabei, zum Klima-Champion zu werden, und nimmt innerhalb des Vereinigten Königreichs eine Vorreiterrolle ein. So will Schottland zum Beispiel schon bis 2045 klimaneutral sein, während das Ziel für das Vereinigte Königreich bei 2050 liegt.
Schotten nutzen geografische Besonderheiten
Dabei spielt den Schotten in die Hände, dass sie das windigste Land Europas sind. Kein Wunder also, dass Schottland auch das „Saudi-Arabien der Windenergie“ genannt wird. Mehr als 73 Prozent seines Strombedarfs deckt das Land bereits durch erneuerbare Energien, rund 17 Prozent kommen aus Kernkraft. Nur noch rund zehn Prozent kommen aus fossilen Energieträgern. Auch den hohen Anteil an Moorflächen machen sich die Schotten zunutze, indem sie diese aktiv wiedervernässen. So können große Mengen an CO₂ gespeichert werden. Der Rückhalt in der Bevölkerung für Klimaschutz sei insgesamt groß, berichtet Catrina Randall, die bei der NGO Friends of the Earth Scotland arbeitet. Für Spannung sorge aber, dass längst nicht alle Vorteile der Transformation, die bei den Leuten ankommen könnten, das auch tatsächlich tun.
Wo es in Sachen Klimaschutz in Schottland noch hakt und was die NGO fordert, um den Rückhalt für den Klimaschutz unter den Schotten weiter zu stärken, darüber sprechen detektor.fm-Redakteurin Marisa Becker und Moderatorin Ina Lebedjew in dieser Folge von „Mission Energiewende“.