Weltwirtschaft leidet unter Klimakrise
„Wirtschaft ist die Grundlage für fast alles […], auch für Klimaschutz“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz in einer Rede Anfang des Jahres. Hier schwingt mit, was konservative Politikerinnen und Politiker oft anbringen: dass Klimaschutz nicht die Wirtschaft zerstören dürfe. Dabei ist spätestens seit der Veröffentlichung des Stern-Reports 2006 bekannt, dass nicht Klimaschutz der Wirtschaft schadet, sondern die Klimakrise. In dem Bericht des ehemaligen Chefökonoms der Weltbank, Nicholas Stern, heißt es: Wenn wir als Menschheit nichts gegen die Klimakrise tun, dann werden wir mindestens fünf Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts verlieren — pro Jahr. In seinem Worst-Case-Szenario geht Stern sogar von bis zu 20 Prozent Verlust aus. Neuere Studien rechnen damit, dass wir pro Grad Erderwärmung 12 Prozent des BIP verlieren.
Ein Problem für den Fiskus
Wenn wir nichts gegen die Klimakrise tun, beeinflusst das nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch den Staatshaushalt. Denn die Schuldenquote steigt. Das haben Forschende der New Economics Foundation berechnet. Sie sprechen von einer „fiskalischen Zeitbombe“, die in dem Verschleppen der Transformation hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft liege. Deutschlands Schuldenquote könne sich bis 2070 im Vergleich zu den offiziellen Prognosen um 175 Prozent verschlechtern, rechnen die Autorinnen und Autoren der Studie vor.
Warum die Klimakrise ein Risiko für die Weltwirtschaft und den Fiskus darstellt, hat detektor.fm-Redakteurin Marisa Becker recherchiert und dafür mit Sebastian Mang von der New Economics Foundation gesprochen. In dieser Folge von „Mission Energiewende“ besprechen Marisa Becker und detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew unter anderem, was Staaten jetzt tun sollten, um die negativen Auswirkungen der Klimakrise einzugrenzen.