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Deutschland hat lange vom Rückenwind der Globalisierung profitiert. Billige Energie, neue Absatzmärkte in Osteuropa und China sowie hohe Wettbewerbsfähigkeit trugen den Standort — während Reformen ausblieben. Diese Phase ist vorbei. Heute ist Deutschland wirtschaftlich gesehen Schlusslicht unter den großen Industrienationen, fasst Jochen Andritzky zusammen.
Jochen Andritzky ist der Ansicht, dass das Grundproblem tiefer liegt. Die letzte echte Reformphase sei die Agenda 2010 gewesen — vor über 20 Jahren. Danach habe Deutschland vor allem verwaltet, während sich die globale Wettbewerbslage fundamental verändert habe. Die Politik habe zu lange symptomorientiert reagiert, statt langfristige Leitplanken zu setzen.
Statt auf die „eine richtige Maßnahme“ zu warten, plädiert Jochen Andritzky für einen mentalen und politischen Aufbruch. Politik müsse wieder den Mut haben, Zukunftsbilder zu entwerfen — nicht als technokratische Masterpläne, sondern als Orientierung.
Diese Visionen könnten sehr unterschiedlich aussehen: eine Wissensgesellschaft, eine Innovationsnation, vielleicht auch ein Wirtschaftsmodell mit geringerem Wachstum, aber anderen Prioritäten. Entscheidend sei nicht, welche Vision sich durchsetzt, sondern dass es überhaupt wieder einen offenen Wettbewerb der Ideen gibt.
Langfristige Politik bedeutet dabei nicht Allmacht, erklärt er. Der Staat könne keine Entwicklungen durchplanen, wohl aber Rahmenbedingungen schaffen, die Anpassung ermöglichen. Er skizziert dabei das Bild von einer „Experimentierrepublik“. Was genau er damit meint, und welche Ideen und Maßnahmen es braucht, damit Deutschland seine wirtschaftspolitische Zukunft bis zum Jahr 2050 erfolgreich gestalten kann, erklärt Jochen Andritzky in dieser Folge des „brand eins Podcasts“ mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.
By detektor.fm – Das Podcast-Radio3
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Deutschland hat lange vom Rückenwind der Globalisierung profitiert. Billige Energie, neue Absatzmärkte in Osteuropa und China sowie hohe Wettbewerbsfähigkeit trugen den Standort — während Reformen ausblieben. Diese Phase ist vorbei. Heute ist Deutschland wirtschaftlich gesehen Schlusslicht unter den großen Industrienationen, fasst Jochen Andritzky zusammen.
Jochen Andritzky ist der Ansicht, dass das Grundproblem tiefer liegt. Die letzte echte Reformphase sei die Agenda 2010 gewesen — vor über 20 Jahren. Danach habe Deutschland vor allem verwaltet, während sich die globale Wettbewerbslage fundamental verändert habe. Die Politik habe zu lange symptomorientiert reagiert, statt langfristige Leitplanken zu setzen.
Statt auf die „eine richtige Maßnahme“ zu warten, plädiert Jochen Andritzky für einen mentalen und politischen Aufbruch. Politik müsse wieder den Mut haben, Zukunftsbilder zu entwerfen — nicht als technokratische Masterpläne, sondern als Orientierung.
Diese Visionen könnten sehr unterschiedlich aussehen: eine Wissensgesellschaft, eine Innovationsnation, vielleicht auch ein Wirtschaftsmodell mit geringerem Wachstum, aber anderen Prioritäten. Entscheidend sei nicht, welche Vision sich durchsetzt, sondern dass es überhaupt wieder einen offenen Wettbewerb der Ideen gibt.
Langfristige Politik bedeutet dabei nicht Allmacht, erklärt er. Der Staat könne keine Entwicklungen durchplanen, wohl aber Rahmenbedingungen schaffen, die Anpassung ermöglichen. Er skizziert dabei das Bild von einer „Experimentierrepublik“. Was genau er damit meint, und welche Ideen und Maßnahmen es braucht, damit Deutschland seine wirtschaftspolitische Zukunft bis zum Jahr 2050 erfolgreich gestalten kann, erklärt Jochen Andritzky in dieser Folge des „brand eins Podcasts“ mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.

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