Jetzt ist sie also doch da und auch noch mitten im Gesicht: die Maske. Nach langem Hin und Her und Für und Wider wird sie uns anempfohlen oder auch vorgeschrieben, je nach Region. Und wir tun uns schwer mit ihr, nicht nur, weil wir dahinter schwitzen und kaum Luft bekommen. Während sie in China und Japan spätestens seit der SARS-Epidemie selbstverständlich ein Zeichen der Rücksichtnahme ist, löst sie bei uns Befremden aus. Zu lange kennen wir sie als Mittel, um etwas zu verbergen, bestenfalls im Theater oder auf dem Maskenball im Rollenspiel. Wir verbinden mit der Verhüllung des Gesichts andere Kulturen. Zur westlichen Art zu kommunizieren gehört der Ausdruck von Individualität. Und die zeigen wir mit unserem Aussehen und unserer Körpersprache. Jetzt verschwindet die Sprache des Gesichts hinter einem Stück Stoff. Und die persönliche Note? Die können wir zeigen, in dem wir selbst designen und nähen, schrill oder schick, im Dirndl- oder Techno-Look und so das Gesicht wahren, auch wenn wir es verlieren. Kann die Maske vom Symbol der Abschottung zum Zeichen der Solidarität und Hoffnung werden?