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Neue Gemeinden sind etwas Besonderes, Erstaunliches. Ich kann bei ihnen sehen, wie Gott wirkt, wie Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen.
Das trifft auch auf die Gemeinde in Kolossä in Kleinasien zu. Kolossä liegt in der heutigen Türkei, ca. 120 km von der Mittelmeerküste entfernt. Gott hatte dort Wunderbares gewirkt.
Epaphras, ein Mitarbeiter des Apostels Paulus, war gerade aus Kolossä zurückgekommen. Er brachte gute Nachrichten vom Gemeindeleben mit. Paulus freute sich riesig. Das merke ich diesen Versen an.
Aber der Apostel weiß auch, dass junge Gemeinden, auch die in Kolossä, zerbrechlich sind. Er weiß, welche Gefahren drohen. Auch davon hatte Epaphras berichtet. Deshalb schreibt der Apostel an die Gemeinde: „Gleich als wir den Bericht von Epaphras gehört hatten, haben wir begonnen, intensiv und konkret für euch zu beten. Wir beten für euch, auch wenn wir nicht bei euch sein können.“ Das ist ja das Besondere beim Gebet: Ich kann Menschen und konkrete Anliegen vor Gott ausbreiten, auch wenn ich nicht vor Ort bin, nicht eingreifen, nicht helfen kann.
Drei Anliegen fallen auf: Paulus und die Mitarbeiter beten, dass die Gemeinde mit Erkenntnis des Willen Gottes erfüllt wird. Den Christen in Kolossä war die Botschaft von Jesus verkündigt worden. Sie hatten sich zu Jesus bekehrt. Die Frage ist: Wie sollten sie jetzt leben? Was ist der Wille Gottes in ihrer Ehe, in ihrer Familie? Sollten sie als Sklaven weiter ihrem Herrn dienen oder sollten sie ausbrechen und davonlaufen? Und wie sollte sich ein Sklavenhalter verhalten, der eben Christ geworden war? Sollte er jetzt anders handeln und entscheiden? Wie sollten sich die Christen zum Wehrdienst, zu Glücksspielen und zur Tötung von nicht gewollten Babys verhalten? Ganz praktische Fragen tauchten auf. Im dritten Kapitel seines Briefs gibt er später den Hinweis: „Lasst das Wort Christi reichlich bei euch wohnen.“
Das Wort Gottes ist die Leitlinie, die Spur für die Erkenntnis des Willens Gottes. Es hilft zu Klarheit und konkreten Schritten des Gehorsams im Glauben. So betet Paulus: „Herr, zeige ihnen deinen Willen. Gib ihnen geistliche Einsicht für ihr neues Leben, schenke ihnen den Blick Gottes für ihr Verhalten an der Arbeitsstelle, in ihren Ehen, im Verhältnis zu ihren Kindern, bei allem, was sie tun!“
Was bedeutet es für uns heute als Christen? Geht es uns darum, den Willen Gottes zu tun? Oder lebe ich nach der Melodie:
Die Gemeinde soll den Willen Gottes erkennen und tun. Später in seinem Brief gibt Paulus eine ganze Reihe konkreter Hilfen dafür. Aber alles beginnt mit Gebet. Gebet für die Gemeinde ist Aufbauhilfe, ist Wachstumsunterstützung. Dabei hat der Apostel sicher auch einzelne Leute vor seinem inneren Auge. Einige nennt er am Ende seines Briefes mit Namen. Hier am Anfang betet er aber für die Gesamtgemeinde. Er ringt darum, dass sie nicht abdriftet und Zweitrangiges an die erste Stelle rückt: wie z.B. die Verehrung von Engeln oder Visionen, durch sie sich leiten lassen.
Paulus hatte gehört, dass In Kolossä Irrlehrer aufgetaucht waren, die Jesus zwar als Morallehrer und Vorbild, aber nicht als Sohn Gottes und alleinigen Retter von Sünde und Tod verkündigten. Auch für uns, für unsere Gemeinden heute, ist das eine große Gefahr: Zweitrangiges rückt in die Mitte, bekommt so viel Aufmerksamkeit, dass die Kraft für das geraubt wird, was wirklich wichtig ist. Da stellt sich die Frage nach der Kernaufgabe der christlichen Gemeinde.
Der englische Prediger Charles Haddon Spurgeon sagt es knapp und markant: „Eine Gemeinde ist ein seelenrettendes Unternehmen oder sie ist nichts.“ Bei allen Treffen und Aktivitäten der Gemeinde muss eins im Blick bleiben: Unser Anliegen ist es, dass Menschen aus dem alten Leben herausgerettet werden und auf die Seite von Jesus treten.
Doch die Liste der Anliegen des Paulus geht noch weiter: Er betet dafür, dass die Christen in Kolossä ein Leben führen, das Jesus Christus ehrt. Offensichtlich hat er Sorge, dass ihr Glaube nur Theorie bleibt, dass er sich zu Hause und im Beruf nicht auswirkt. So betet er, dass Glaubensfrucht wächst. Frucht ist nicht sofort da. Sie braucht Zeit, Pflege, Düngung, Sonne.
Wenn Paulus für Frucht und für Wachstum betet, hat er genau das im Blick: Er will, dass die Christen zunehmen, nicht an Kilos, sondern an Einsicht, Freude an Jesus, Unterscheidungsvermögen und Liebe.
Und er fügt noch etwas hinzu: Geduld. Das Leben mit Jesus ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf mit Hindernissen. Dieser Lauf braucht Ausdauer. Er startet mit der Bekehrung und endet mit dem Zieleinlauf, wenn uns Jesus zu sich nach Hause holt. Dann erst sind wir wirklich am Ziel. Für die Zwischenzeit brauchen wir Durchhaltevermögen. Die Gemeinde soll der Ort sein, an dem wir für diesen Langstreckenlauf trainiert, gestärkt und ermutigt werden. Begeisterung allein reicht nicht aus. Wir brauchen Kraft und Mut, um bei Jesus zu bleiben, um nicht im Glauben müde zu werden und ins alte Leben zurückzufallen.
Am Ende dieses Abschnitts wechselt Paulus in die Wir-Form. Das heißt: Was er jetzt schreibt, das hat er selbst auch erlebt. Es ist das Wunder der Erlösung durch Christus, was Christen aller Jahrhunderte zu Lob und Dank führt. Es ist die Grundlage für alles andere. Paulus schreibt: Christus hat uns errettet aus der Gewalt der Finsternis ohne Gott und hat uns auf die andere Seite geholt – in das Reich des Sohnes Gottes Jesus. Wir sind Untertanen einer anderen Macht geworden. Das gleicht dem Wechsel der Staatsbürgerschaft. Wir leben zwar nach wie vor hier auf der Erde, erfüllen unsere Aufgaben - und gehören doch zum neuen Gottesreich, auch wenn man es uns äußerlich nicht ansieht. Das alles ist nicht nur ein Gedanke, auch keine Einbildung. Es ist Fakt mit felsenfester Gewissheit: Wir haben Erlösung durch Jesus Christus, schreibt Paulus. Und mit dieser Erlösung gibt es als größtes Geschenk, die Vergebung der Sünden.
Autor: Hartmut Zopf
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By ERF - Der Sinnsender5
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Neue Gemeinden sind etwas Besonderes, Erstaunliches. Ich kann bei ihnen sehen, wie Gott wirkt, wie Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen.
Das trifft auch auf die Gemeinde in Kolossä in Kleinasien zu. Kolossä liegt in der heutigen Türkei, ca. 120 km von der Mittelmeerküste entfernt. Gott hatte dort Wunderbares gewirkt.
Epaphras, ein Mitarbeiter des Apostels Paulus, war gerade aus Kolossä zurückgekommen. Er brachte gute Nachrichten vom Gemeindeleben mit. Paulus freute sich riesig. Das merke ich diesen Versen an.
Aber der Apostel weiß auch, dass junge Gemeinden, auch die in Kolossä, zerbrechlich sind. Er weiß, welche Gefahren drohen. Auch davon hatte Epaphras berichtet. Deshalb schreibt der Apostel an die Gemeinde: „Gleich als wir den Bericht von Epaphras gehört hatten, haben wir begonnen, intensiv und konkret für euch zu beten. Wir beten für euch, auch wenn wir nicht bei euch sein können.“ Das ist ja das Besondere beim Gebet: Ich kann Menschen und konkrete Anliegen vor Gott ausbreiten, auch wenn ich nicht vor Ort bin, nicht eingreifen, nicht helfen kann.
Drei Anliegen fallen auf: Paulus und die Mitarbeiter beten, dass die Gemeinde mit Erkenntnis des Willen Gottes erfüllt wird. Den Christen in Kolossä war die Botschaft von Jesus verkündigt worden. Sie hatten sich zu Jesus bekehrt. Die Frage ist: Wie sollten sie jetzt leben? Was ist der Wille Gottes in ihrer Ehe, in ihrer Familie? Sollten sie als Sklaven weiter ihrem Herrn dienen oder sollten sie ausbrechen und davonlaufen? Und wie sollte sich ein Sklavenhalter verhalten, der eben Christ geworden war? Sollte er jetzt anders handeln und entscheiden? Wie sollten sich die Christen zum Wehrdienst, zu Glücksspielen und zur Tötung von nicht gewollten Babys verhalten? Ganz praktische Fragen tauchten auf. Im dritten Kapitel seines Briefs gibt er später den Hinweis: „Lasst das Wort Christi reichlich bei euch wohnen.“
Das Wort Gottes ist die Leitlinie, die Spur für die Erkenntnis des Willens Gottes. Es hilft zu Klarheit und konkreten Schritten des Gehorsams im Glauben. So betet Paulus: „Herr, zeige ihnen deinen Willen. Gib ihnen geistliche Einsicht für ihr neues Leben, schenke ihnen den Blick Gottes für ihr Verhalten an der Arbeitsstelle, in ihren Ehen, im Verhältnis zu ihren Kindern, bei allem, was sie tun!“
Was bedeutet es für uns heute als Christen? Geht es uns darum, den Willen Gottes zu tun? Oder lebe ich nach der Melodie:
Die Gemeinde soll den Willen Gottes erkennen und tun. Später in seinem Brief gibt Paulus eine ganze Reihe konkreter Hilfen dafür. Aber alles beginnt mit Gebet. Gebet für die Gemeinde ist Aufbauhilfe, ist Wachstumsunterstützung. Dabei hat der Apostel sicher auch einzelne Leute vor seinem inneren Auge. Einige nennt er am Ende seines Briefes mit Namen. Hier am Anfang betet er aber für die Gesamtgemeinde. Er ringt darum, dass sie nicht abdriftet und Zweitrangiges an die erste Stelle rückt: wie z.B. die Verehrung von Engeln oder Visionen, durch sie sich leiten lassen.
Paulus hatte gehört, dass In Kolossä Irrlehrer aufgetaucht waren, die Jesus zwar als Morallehrer und Vorbild, aber nicht als Sohn Gottes und alleinigen Retter von Sünde und Tod verkündigten. Auch für uns, für unsere Gemeinden heute, ist das eine große Gefahr: Zweitrangiges rückt in die Mitte, bekommt so viel Aufmerksamkeit, dass die Kraft für das geraubt wird, was wirklich wichtig ist. Da stellt sich die Frage nach der Kernaufgabe der christlichen Gemeinde.
Der englische Prediger Charles Haddon Spurgeon sagt es knapp und markant: „Eine Gemeinde ist ein seelenrettendes Unternehmen oder sie ist nichts.“ Bei allen Treffen und Aktivitäten der Gemeinde muss eins im Blick bleiben: Unser Anliegen ist es, dass Menschen aus dem alten Leben herausgerettet werden und auf die Seite von Jesus treten.
Doch die Liste der Anliegen des Paulus geht noch weiter: Er betet dafür, dass die Christen in Kolossä ein Leben führen, das Jesus Christus ehrt. Offensichtlich hat er Sorge, dass ihr Glaube nur Theorie bleibt, dass er sich zu Hause und im Beruf nicht auswirkt. So betet er, dass Glaubensfrucht wächst. Frucht ist nicht sofort da. Sie braucht Zeit, Pflege, Düngung, Sonne.
Wenn Paulus für Frucht und für Wachstum betet, hat er genau das im Blick: Er will, dass die Christen zunehmen, nicht an Kilos, sondern an Einsicht, Freude an Jesus, Unterscheidungsvermögen und Liebe.
Und er fügt noch etwas hinzu: Geduld. Das Leben mit Jesus ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf mit Hindernissen. Dieser Lauf braucht Ausdauer. Er startet mit der Bekehrung und endet mit dem Zieleinlauf, wenn uns Jesus zu sich nach Hause holt. Dann erst sind wir wirklich am Ziel. Für die Zwischenzeit brauchen wir Durchhaltevermögen. Die Gemeinde soll der Ort sein, an dem wir für diesen Langstreckenlauf trainiert, gestärkt und ermutigt werden. Begeisterung allein reicht nicht aus. Wir brauchen Kraft und Mut, um bei Jesus zu bleiben, um nicht im Glauben müde zu werden und ins alte Leben zurückzufallen.
Am Ende dieses Abschnitts wechselt Paulus in die Wir-Form. Das heißt: Was er jetzt schreibt, das hat er selbst auch erlebt. Es ist das Wunder der Erlösung durch Christus, was Christen aller Jahrhunderte zu Lob und Dank führt. Es ist die Grundlage für alles andere. Paulus schreibt: Christus hat uns errettet aus der Gewalt der Finsternis ohne Gott und hat uns auf die andere Seite geholt – in das Reich des Sohnes Gottes Jesus. Wir sind Untertanen einer anderen Macht geworden. Das gleicht dem Wechsel der Staatsbürgerschaft. Wir leben zwar nach wie vor hier auf der Erde, erfüllen unsere Aufgaben - und gehören doch zum neuen Gottesreich, auch wenn man es uns äußerlich nicht ansieht. Das alles ist nicht nur ein Gedanke, auch keine Einbildung. Es ist Fakt mit felsenfester Gewissheit: Wir haben Erlösung durch Jesus Christus, schreibt Paulus. Und mit dieser Erlösung gibt es als größtes Geschenk, die Vergebung der Sünden.
Autor: Hartmut Zopf
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