ERF Plus - Bibel heute

Dankbares Bekenntnis zur Hilfe Gottes (2)


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Sieg, Sieg, Sieg. Dreimal kommt dieses Wort im Bibelabschnitt vor. Was für ein Sieg ist damit gemeint? Doch wohl nicht einer wie einst in einem totalitären Regime in der Vergangenheit?

Dreimal kommt auch der Begriff "die Rechte des Herrn" vor. Was hat es mit diesem Begriff auf sich? Auf der Suche nach deren Bedeutung fand ich heraus, dass ein siegreicher Heerführer nach einer Schlacht die rechte Hand erhob, um damit den Sieg und seine machtvolle Überlegenheit anzudeuten. Sieg über was? Sieg über wen? Die nachfolgende Aussage in Vers 17 lassen es vielleicht erahnen: "Ich werde nicht sterben, sondern leben…"

Kann denn irgendjemand in dieser Welt uns versprechen, dass wir nicht sterben müssen? Offensichtlich ist das nicht möglich. Jeder Mensch muss einmal sterben. Es gibt heutzutage Aktivitäten, die wohlhabenden aber unheilbar kranken Menschen ein Überleben durch Einfrieren garantieren wollen. Und auch die Forschung ist daran interessiert lebensverlängernde Maßnahme zu entwickeln. Was tun Menschen nicht alles, um nicht nur gesünder, sondern gegebenenfalls auch länger leben zu können.

Wenn ich diesen Psalm weiter betrachte, merke ich, dass es hier um viel mehr geht als um das nackte Überleben: Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke. Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dort einziehen (Psalm 118,19–20 LU17). Das klingt nicht nach einem jämmerlichen Ausweichen gegenüber dem Tod. Das klingt vielmehr nach einem triumphalen Einzug in einen prunkvoll geschmückten Palast eines Königs. Gemeint ist hier der Tempel, in dem Gott zuhause war.

Was bedeutet aber der Begriff Gerechtigkeit im Psalm 118? Unter Gerechtigkeit versteht man allgemein einen Art Ausgleich zwischen Gut und Böse. Wenn jedoch die Bibel diesen Begriff gebraucht, ist damit etwas anderes gemeint. Er  bezeichnet die Art einer Beziehung. Gott wird einem Menschen gerecht oder ein Mensch Gott bzw. einem anderen Menschen.  Also etwas simpel übersetzt: Mach mir auf die Tore für die, die Gott anrufen und ehren. Die Anbeter werden dort einziehen. Das klingt tatsächlich nach einem Sieg, nach Gottes Überlegenheit.

Man möge mir eine Firma, Bewegung und Religion zeigen, die uns nicht nur ein Überdauern des Todes versspricht, sondern auch noch den triumphalen Einzug in Gottes heiligen Ort im Status eines Menschen, den Gott ansieht. Hier in diesem Psalm wird es versprochen und zwar so intensiv, dass sich der Psalmist nicht zurückhalten kann, auch gleichzeitig dafür zu danken.

Noch einmal stelle ich die etwas ähnliche Frage: Kann denn irgendjemand dieses Versprechen geben? Ja, jemand kann. Der Hinweis findet sich sogar in unserem Text: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden“ (Psalm 118,22).

Für manchen unserer Zuhörer mag das vielleicht kein wirklicher Hinweis sein. Doch ich will dabei nicht vergessen, dass Jesus Christus diesen Vers selbst zitiert hat: „Habt ihr nie gelesen in der Schrift : »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen, und er ist ein Wunder vor unseren Augen«?

Der Eckstein ist Jesus Christus selbst. Juden zu Lebzeiten Jesu haben Jesus verworfen. Sie sahen in ihm nichts weiter als einen Störenfried. Sie warfen ihn von sich wie einen brüchigen, unbrauchbaren Mauerstein. Im Klartext: Sie ließen ihn kreuzigen, als einen Menschen, der sich selbst zu Gott erhob. Doch gerade dadurch, dass Jesus Christus ans Kreuz genagelt wurde, wurde er nicht etwa zur Wegwerfware, sondern zum tragenden Fundament eines neuen unsterblichen Lebens.

Was nämlich da am Kreuz geschah, war eine Akt der Reinigung für die Sünden aller Menschen. Wer das im Glauben annimmt, wird vor Gott von seiner Sünde für immer freigesprochen. Darüber hinaus mündete dieses Leiden und Sterben Jesu am Kreuz in einen einmaligen, überragenden Sieg: Der Tod wurde durch die Auferstehung Jesu besiegt und damit auch die Macht der Sünde.

Mir kommen dabei die Worte Jesu in den Sinn: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das (Joh. 11,25-26)?

Wie das praktisch aussieht, ,ist kaum vorstellbar und kann wohl auch nicht erklärt werden - der wird leben, selbst wenn er gerade stirbt - der wird nimmermehr sterben. Möglicherweise ist es ein reibungsloser Übergang aus diesem vergänglichen Leben heraus in ein unsterbliches Dasein. Ich nehme die Worte Jesu so ernst, dass ich annehme, dass der Tod selbst für einen Gläubigen überhaupt nichts Schreckliches mehr an sich hat. Ausgenommen ist natürlich die Zeit vor dem Sterben, weil dies oft mit Abschiednehmen und Leiden verknüpft ist.

Wenden Sie mit mir nochmals kurz den Blick zurück auf den Psalm 118. Mit einem Mal öffnet sich eine ganz andere Sichtweise auf diese Verse. Das ist nicht nur mehr eine poetische Komposition, sondern hier erschließt sich mir Prophetie pur: „Dies ist der Tag den der Herr gemacht“, nämlich Tod und Auferstehung Jesu. „Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein“, denn wir trauern nicht über den Tod Jesu, sondern jubeln über den Sieg über Tod und Sünde.

„O Herr, hilf! O Herr, lass wohlgelingen“, dass noch mehr Menschen dieses großartige Angebot begreifen, um dereinst als Gerechte durch das Tor der Gerechtigkeit in die himmlische Herrlichkeit einzuziehen.

Dieser Psalm ist für mich ein weiterer Beweis dafür, wie auch das Alte Testament voll von Aussagen über die zentrale Bedeutung von Jesus Christus ist. Mir wird gleichzeitig deutlich, wie wichtig es ist, den Worten der Bibel voll und ganz zu vertrauen. Ganz sicherlich hilft dieses Vertrauen auf Jesus mir auch, meine Ängste vor einer ungewissen Zukunft zu überwinden. Auch wenn ich jetzt noch manche Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten auszuhalten habe, weiß ich mich dennoch in Gottes Hand geborgen.

Autor: Helmut Schilke

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