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Ich entdecke im Bibelabschnitt einen unsichtbaren, geflochtenen Zopf. Einen Zopf, der aus drei Strängen zusammengefügt ist. Der eine Strang ist die Erwartung. Der andere Strang die Vergebung und dann folgt als dritter Stang, die Freude. Dieser besondere Zopf hat auch einen ganz besonderen Namen.
Legen wir vor uns den ersten Strang des Zopfs. Ganz ausführlich wird hier eine Amtseinführung beschrieben. Bei der Einsetzung ihres ersten Hohenpriesters konnten die Israeliten wirklich etwas erwarten. Schon rein äußerlich. Aaron wurde ihr Vertreter ganz in der Nähe Gottes. Hohepriester Aaron nahm ihre Opfer an und vollzog für sie Vergebung der Schuld. Für jede Art von Schuld gab es ebenso eine Opferart. Für Gottesdienst und Erlass der Schuld stand jetzt die Person des Aaron. Dies weckte selbstverständlich Erwartungen.
„Heute wird euch der Herr erscheinen!“, wird den Israeliten angekündigt. Gott kommt. Gott macht sich sichtbar. Soweit unsere menschlichen Augen dies sehen können. Eine weitere Zusage verstärkt die Erwartung: „Heute wird euch der Herr in seiner Herrlichkeit erscheinen!“ Hoffnung wurde geweckt, Erwartungen entfacht. Darf ich Sie heute fragen: Wie sieht es mit Ihrer Erwartung aus? Wenn Sie mit Gott reden – erwarten Sie Antworten? Sie sitzen in einem Gottesdienst, hören eine Predigt – was erwarten Sie davon? Dass Sie Gott sehen? Ich frage mich: Ist das Zuviel verlangt? Ich wünsche mir tatsächlich Begegnung mit meinem lebendigen Gott. Dass Gott zu mir kommt. In meine Situation. Wenn ich mir Zeit nehme, um mit Gott zu reden – höre ich dann auch auf ihn? Ich erkenne: Er ist bereits da. Gott war schon da! Wohin ich komme, wo ich bin, ist Gott schon vor Ort. Dieses Wissen verändert meine Erwartungshaltung.
Erfüllte sich damals die aufgebaute Erwartung der Israeliten? Nach der langen Zeremonie – passierte etwas? Konnten die Israeliten das Angekündigte tatsächlich erleben? Halt, zunächst brauchen wir die beiden weiteren Stränge. Erst dann wird unser Zopf erkennbar.
Der zweite Strang unseres Zopfes ist heikler. Genauer gesagt, sehr persönlich. Wie halte ich es mit Vergeben und Vergebung? Ich spüre dem Geschehen im 3. Buch Mose, Kapitel 9 ab, wie schwer und schwierig das Erhalten von Vergebung sein kann.
Viele spezielle Anweisungen sind einzuhalten. Eine große Anzahl von Tätigkeiten wird eingefordert. Viele Opfertiere müssen vorhanden sein. Da komme ich mir beinahe vor wie in einer Metzgerei. Es wird genau angesagt, wofür welche Teile des Tieres verwendet werden sollen. Dabei ging es hier doch um die Vorbereitung, Gott zu begegnen. Kann ich zu Gott so kommen, wie ich bin? Muss ich nicht vorher Gott zeigen, dass ich für diese Begegnung „würdig“ genug bin?
So verhalten wir uns meistens. Heimlich denken wir: Ich bin ein toller Kerl. Oder, ich tu doch so viel für Gott. Schau, wie viel ich spende. Du weißt, wie treu ich in der Gemeinde mitarbeite. Zu solchen Gedanken könnte der Bibelabschnitt verführen. Dem halte ich entgegen. Zum einen schaut Gott tiefer. In unser Herz. Dort sieht Gott all meine Leere und sämtliche Defizite. Gott nimmt aber auch mein ganzes Sehnen und Verlangen wahr. Ich brauche, dass Gott mich liebt. Ich benötige, dass Gott mich anerkennt und achtet. Und das tut unser lebendiger Gott. Zum andern wurde Gott schon lange vor uns für uns tätig. Jesus hat meine Schuld und Sünde auf sich und ans Kreuz genommen. Damals, als noch niemand auch nur etwas von meinen Eltern wusste. Somit treten Gott und Jesus für die Menschen in Vorlage. Damit erklärt Gott seinen Willen zur Vergebung. Unabhängig von dem, wie ich lebe und mich verhalte. Am Anfang zumindest. Das wertvolle ist, dass Gott niemand so lässt, wie er vor der Gemeinschaft mit Jesus war. Also brauche ich Gott nichts vormachen oder vorspielen. Ich darf einfach ehrlich sein. Offen meine Schuld zugeben. Meine Sünde Jesus bekennen. Gott erwartet von mir keine Opfer mehr. Jesus ist mein Opferlamm. Er hat sich schon für mich freiwillig geopfert.
Kommt da nicht Freude auf? Macht sich da nicht Jubel breit? Nicht immer so laut, sichtbar und hemmungslos wie damals. Die ganze Bevölkerung der Zeltstadt in der Wüste brach in lauten Jubel aus. Es passierte, worauf sie hofften. Es trat ein, was sie erwarteten. Die Israeliten erlebten Vergebung! Sie konnten erzählen: „Gott hat sich auf den Weg zu mir gemacht. Gott ist gekommen. Er hat mein Gebet erhört.“
„Und ein Feuer ging aus von dem Herrn und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz.“ So klingt der letzte Vers. Ich spüre förmlich, wie erleichtert die Menschen damals waren. Gott kommt. Gott nimmt an! Gott vergibt. Wenn dies nicht Freude, Dankbarkeit und Begeisterung auslöst?! Oder mit einem alten Wort zusammengefasst, Wonne erfahren lässt.
Lassen Sie mich jetzt die drei Stränge zusammenbringen. Ich forme einen starken Zopf daraus. Der Zusammenhalt aller drei Stränge in diesem Kapitel ist für mich als Christ Jesus. Jesus ist der Weg. Der gerade Weg, um Gott zu begegnen. Der kurze und gangbare Weg, damit mir vergeben wird. Wirklich und tatsächlich. Jesus ist der Weg in die Freiheit und zur Freude. So wie es der Apostel Paulus an eine Stadt in Griechenland schrieb: „Denkt daran, wie Christus uns geliebt und sein Leben für uns gegeben hat, als eine Opfergabe, an der Gott Freude hat.“ (Epheser 5,2b, Gute Nachricht Bibel) Jesus ist das Opfer, das der himmlische Vater voll und ganz akzeptiert. Christen folgern daraus, dass es keine weiteren oder zusätzlichen Opfer braucht. Gott schenkt Vergebung. Denn Jesus hat sie für uns fertiggebracht. Statt alte Zöpfe abschneiden, vollendet Jesus das gesamte Opfergeschehen. Jesus verbindet die Stränge zu einem Ganzen. Bei Jesus Christus kommt alles zusammen: jede Gottesbegegnung, alle Gaben an Gott, sämtliche Opfer, die gesamte Vergebung, der vollständige Gottesdienst. So entsteht ein ganzer und stabiler Zopf.
Das erinnert ein kleinwenig an einen leckeren, schwäbischen Hefezopf. Der mundet und macht Freude.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir – im Stillen oder laut in einer Gruppe – über unseren einzigartigen Gott und uns liebenden Jesus Christus jubeln.
Autor: Bernhard Maier
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By ERF - Der Sinnsender5
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Ich entdecke im Bibelabschnitt einen unsichtbaren, geflochtenen Zopf. Einen Zopf, der aus drei Strängen zusammengefügt ist. Der eine Strang ist die Erwartung. Der andere Strang die Vergebung und dann folgt als dritter Stang, die Freude. Dieser besondere Zopf hat auch einen ganz besonderen Namen.
Legen wir vor uns den ersten Strang des Zopfs. Ganz ausführlich wird hier eine Amtseinführung beschrieben. Bei der Einsetzung ihres ersten Hohenpriesters konnten die Israeliten wirklich etwas erwarten. Schon rein äußerlich. Aaron wurde ihr Vertreter ganz in der Nähe Gottes. Hohepriester Aaron nahm ihre Opfer an und vollzog für sie Vergebung der Schuld. Für jede Art von Schuld gab es ebenso eine Opferart. Für Gottesdienst und Erlass der Schuld stand jetzt die Person des Aaron. Dies weckte selbstverständlich Erwartungen.
„Heute wird euch der Herr erscheinen!“, wird den Israeliten angekündigt. Gott kommt. Gott macht sich sichtbar. Soweit unsere menschlichen Augen dies sehen können. Eine weitere Zusage verstärkt die Erwartung: „Heute wird euch der Herr in seiner Herrlichkeit erscheinen!“ Hoffnung wurde geweckt, Erwartungen entfacht. Darf ich Sie heute fragen: Wie sieht es mit Ihrer Erwartung aus? Wenn Sie mit Gott reden – erwarten Sie Antworten? Sie sitzen in einem Gottesdienst, hören eine Predigt – was erwarten Sie davon? Dass Sie Gott sehen? Ich frage mich: Ist das Zuviel verlangt? Ich wünsche mir tatsächlich Begegnung mit meinem lebendigen Gott. Dass Gott zu mir kommt. In meine Situation. Wenn ich mir Zeit nehme, um mit Gott zu reden – höre ich dann auch auf ihn? Ich erkenne: Er ist bereits da. Gott war schon da! Wohin ich komme, wo ich bin, ist Gott schon vor Ort. Dieses Wissen verändert meine Erwartungshaltung.
Erfüllte sich damals die aufgebaute Erwartung der Israeliten? Nach der langen Zeremonie – passierte etwas? Konnten die Israeliten das Angekündigte tatsächlich erleben? Halt, zunächst brauchen wir die beiden weiteren Stränge. Erst dann wird unser Zopf erkennbar.
Der zweite Strang unseres Zopfes ist heikler. Genauer gesagt, sehr persönlich. Wie halte ich es mit Vergeben und Vergebung? Ich spüre dem Geschehen im 3. Buch Mose, Kapitel 9 ab, wie schwer und schwierig das Erhalten von Vergebung sein kann.
Viele spezielle Anweisungen sind einzuhalten. Eine große Anzahl von Tätigkeiten wird eingefordert. Viele Opfertiere müssen vorhanden sein. Da komme ich mir beinahe vor wie in einer Metzgerei. Es wird genau angesagt, wofür welche Teile des Tieres verwendet werden sollen. Dabei ging es hier doch um die Vorbereitung, Gott zu begegnen. Kann ich zu Gott so kommen, wie ich bin? Muss ich nicht vorher Gott zeigen, dass ich für diese Begegnung „würdig“ genug bin?
So verhalten wir uns meistens. Heimlich denken wir: Ich bin ein toller Kerl. Oder, ich tu doch so viel für Gott. Schau, wie viel ich spende. Du weißt, wie treu ich in der Gemeinde mitarbeite. Zu solchen Gedanken könnte der Bibelabschnitt verführen. Dem halte ich entgegen. Zum einen schaut Gott tiefer. In unser Herz. Dort sieht Gott all meine Leere und sämtliche Defizite. Gott nimmt aber auch mein ganzes Sehnen und Verlangen wahr. Ich brauche, dass Gott mich liebt. Ich benötige, dass Gott mich anerkennt und achtet. Und das tut unser lebendiger Gott. Zum andern wurde Gott schon lange vor uns für uns tätig. Jesus hat meine Schuld und Sünde auf sich und ans Kreuz genommen. Damals, als noch niemand auch nur etwas von meinen Eltern wusste. Somit treten Gott und Jesus für die Menschen in Vorlage. Damit erklärt Gott seinen Willen zur Vergebung. Unabhängig von dem, wie ich lebe und mich verhalte. Am Anfang zumindest. Das wertvolle ist, dass Gott niemand so lässt, wie er vor der Gemeinschaft mit Jesus war. Also brauche ich Gott nichts vormachen oder vorspielen. Ich darf einfach ehrlich sein. Offen meine Schuld zugeben. Meine Sünde Jesus bekennen. Gott erwartet von mir keine Opfer mehr. Jesus ist mein Opferlamm. Er hat sich schon für mich freiwillig geopfert.
Kommt da nicht Freude auf? Macht sich da nicht Jubel breit? Nicht immer so laut, sichtbar und hemmungslos wie damals. Die ganze Bevölkerung der Zeltstadt in der Wüste brach in lauten Jubel aus. Es passierte, worauf sie hofften. Es trat ein, was sie erwarteten. Die Israeliten erlebten Vergebung! Sie konnten erzählen: „Gott hat sich auf den Weg zu mir gemacht. Gott ist gekommen. Er hat mein Gebet erhört.“
„Und ein Feuer ging aus von dem Herrn und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz.“ So klingt der letzte Vers. Ich spüre förmlich, wie erleichtert die Menschen damals waren. Gott kommt. Gott nimmt an! Gott vergibt. Wenn dies nicht Freude, Dankbarkeit und Begeisterung auslöst?! Oder mit einem alten Wort zusammengefasst, Wonne erfahren lässt.
Lassen Sie mich jetzt die drei Stränge zusammenbringen. Ich forme einen starken Zopf daraus. Der Zusammenhalt aller drei Stränge in diesem Kapitel ist für mich als Christ Jesus. Jesus ist der Weg. Der gerade Weg, um Gott zu begegnen. Der kurze und gangbare Weg, damit mir vergeben wird. Wirklich und tatsächlich. Jesus ist der Weg in die Freiheit und zur Freude. So wie es der Apostel Paulus an eine Stadt in Griechenland schrieb: „Denkt daran, wie Christus uns geliebt und sein Leben für uns gegeben hat, als eine Opfergabe, an der Gott Freude hat.“ (Epheser 5,2b, Gute Nachricht Bibel) Jesus ist das Opfer, das der himmlische Vater voll und ganz akzeptiert. Christen folgern daraus, dass es keine weiteren oder zusätzlichen Opfer braucht. Gott schenkt Vergebung. Denn Jesus hat sie für uns fertiggebracht. Statt alte Zöpfe abschneiden, vollendet Jesus das gesamte Opfergeschehen. Jesus verbindet die Stränge zu einem Ganzen. Bei Jesus Christus kommt alles zusammen: jede Gottesbegegnung, alle Gaben an Gott, sämtliche Opfer, die gesamte Vergebung, der vollständige Gottesdienst. So entsteht ein ganzer und stabiler Zopf.
Das erinnert ein kleinwenig an einen leckeren, schwäbischen Hefezopf. Der mundet und macht Freude.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir – im Stillen oder laut in einer Gruppe – über unseren einzigartigen Gott und uns liebenden Jesus Christus jubeln.
Autor: Bernhard Maier
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