Ausgerechnet in Essen, in der Herzkammer der SPD, wird die CDU ihren Parteitag abhalten. Dass er anders sein wird als die 28 Parteitage zuvor, darf nicht erwartet werden. Nicht zuletzt weil Angela Merkel angekündigt hat, bis 2021 Kanzlerin bleiben zu wollen. Bewegung sieht anders aus. Stattdessen "asymmetrische Demobilisierung“, ein Wortungetüm, das Politikwissenschaftler gerne verwenden, um Merkels Politikstil zu beschreiben. Und der geht so: ein strittiges Thema totschweigen, um zu erreichen, dass die Wähler des politischen Gegners nicht zur Wahl gehen, d.h. nicht mobilisiert werden, was letztlich dem Machterhalt derer dient, die gerade regieren. "Neue Ideen" hat Merkel für ihre erhoffte vierte Amtszeit angekündigt - aber bislang mit keinem Wort verraten, welche das sein sollen. Ein Leitantrag des Parteitages lautet: "Orientierung in schwierigen Zeiten“ - was soll das sein? Eine Verheißung, vor allem für die Christdemokraten?