Es ist leicht dafür zu sein und es dann zu vergessen. Organspende ist ein Thema, mit dem wir uns nicht so gerne befassen. Schließlich geht es um eine Entscheidung, die relevant wird, wenn wir sterben. Sicher ein Grund, warum nur wenige Menschen in Deutschland einen Spenderausweis haben und entsprechend niedrig ist die Zahl der verfügbaren Organe. Rund 10.000 Patienten warten auf ein neues Herz, eine Niere oder eine Leber und täglich sterben etwa drei Patienten, weil kein Spenderorgan zur Verfügung steht. Deshalb hat Gesundheitsminister Jens Spahn die Debatte um die Organspende neu entfacht. In 21 EU-Ländern gilt schon das sogenannte Widerspruchsverfahren, das kann er sich für Deutschland auch vorstellen. Würde bedeuten, jeder ist potentieller Spender, außer er widerspricht. Das ist ein bewusst gewählter Eingriff in die Freiheit des Einzelnen und zwingt uns darüber nachzudenken, ob die Spendenbereitschaft zum Normalfall werden soll. Wie läuft so eine Organspende überhaupt ab, ist es ein Akt der Nächstenliebe, wer verdient daran und was bedeutet es mit einem Spenderorgan weiterleben zu können?