Der deutsche Buchhandel vergibt viele Preise. Den renommiertesten gibt es aber nicht in erster Linie für literarische oder ökonomische Verdienste, sondern für Verdienste um den Frieden. In diesem Jahr zum 70. Mal. Der erste Preisträger war 1950 Max Tau, ein Autor und Verleger aus Oberschlesien, der heute weithin vergessen ist. Sein Laudator hingegen war Adolf Grimme, der niedersächsische Kultusminister und Direktor des NWDR, nach dem heute wiederum ein Preis benannt ist. Politiker wie Theodor Heuss haben den Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekommen, bildende Künstler wie Anselm Kiefer und natürlich Autoren ganz unterschiedlicher Couleur, wie Hermann Hesse, Nelly Sachs, Astrid Lindgren oder Margaret Atwood. Unvergessen ist die "Auschwitzkeule“ mit der Martin Walser 1998 das Publikum in seiner Dankesrede schockierte. Wie viel Frieden stiften der Preis und diejenigen, die ihn bekommen? Ist er nur Auszeichnung oder auch Aufgabe? Und: Verschafft das Preisgeld von 25.000 Euro den Ausgezeichneten Freiräume? Fest steht: Der Frieden und sein Preis bieten allemal Stoff genug zum Vor- und Nachdenken.